Entzündungshemmende Hausmittel

Eine Entzündung ist eine schmerzhafte aber natürliche Abwehrreaktion des Körpers, die sich unter anderem durch Schwellung, Rötung, Hitze oder Schmerz äußern kann. Fieber und Unwohlsein können erste Anzeichen für eine innere Entzündung sein. Hausmittel können dabei helfen die Beschwerden zu lindern und können bei leichten Entzündungen bzw. zusätzlich bei einer konventionellen Behandlung angewendet werden.

Viele Kräuter besitzen entzündungshemmende Eigenschaften.Viele Kräuter besitzen entzündungshemmende Eigenschaften. (Foto by: JanPietruszka / Depositphotos)

1. Entzündungshemmende Öle

Teebaumöl

Teebaumöl ist nicht nur ein wahres Wundermittel bei Hautproblemen und Hautentzündungen, auch bei Halsentzündungen kann der Extrakt aus der Teebaumpflanze helfen. Hierfür ein paar Tropfen mit Wasser vermischen und mehrmals täglich damit gurgeln.

Jojobaöl

Jojobaöl eignet sich zur Anwendung bei Entzündungen der Haut. Das schwach duftende Öl aus der Jojoba-Nuss enthält eine Menge Provitamin A und Vitamin E, die essenziell für einen gut funktionierenden Organismus sind. Zudem hat der Stoff schmerzlindernde Eigenschaften. Deshalb wird Jojaböl zunehmend auch in der Kosmetik-Industrie verwendet.

Das Öl wird direkt auf die Haut aufgetragen und bringt eine rasche Linderung der Beschwerden.

Kokosöl

Kokosöl kann sowohl vorbeugend als auch aktiv eingesetzt werden, um Entzündungen aller Art zu lindern. Zude wirkt Kokosöl antioxidativ und antibakteriell.

2. Entzündungshemmende Lebensmittel

Joghurt

Joghurt hilft dabei, eine gesunde Darmflora aufzubauen. Zudem wirkt Joghurt entzündungshemmend und beruhigend bei gereizter Haut.

Zwiebel

Zwiebel wirkt entzündungshemmende, schleimlösend und antibakteriell.Zwiebel wirkt entzündungshemmende, schleimlösend und antibakteriell. (Foto by: pgaborphotos / Depositphotos)

Wenn die Atemwege entzündet sind, Husten und Schnupfen auftreten oder die Stimme gar vollständig blockiert ist, hilft Zwiebelsaft. Hierfür ein paar Zwiebeln schälen, klein hacken, zusammen mit Zucker und etwas Wasser aufkochen. Sobald die Zwiebelstücke weich sind die Masse durch ein Sieb streichen und mehrmals täglich einnehmen.
 
Der Sud aus der Zwiebel wirkt antibakteriell und antiviral und hat darüber hinaus einen blutdrucksenkenden Effekt.

Knoblauch

Knoblauch wirkt entzündungshemmend, körperentgiftend und schmerzlindernd. Um von dem entzündungshemmenden Effekt zu profitieren reichen bereits ein bis zwei Knoblauchzehen. Die Wirkung entfalten diese als Tee zubereitet oder auch als Zugabe zu einer Mahlzeit.

Weiters hilft Knoblauch bei Erkältungsbeschwerden. Das streng riechende Gewächs enthält Vitamine und Vitalstoffe wie Flavonoiden und Selen, die Bakterien entgegenwirken. Als praktischer Begleiteffekt senkt Knoblauch den Cholesterinspiegel und macht das Immunsystem fit.

Leinsamen

Bei einer Entzündung kann eine Leinsamenpackung für Linderung sorgen. Hierfür einen Leinenbeutel zu einem Drittel mit Leinsamen befüllen, gut verschließen und kurz in kochendem Wasser quellen lassen. Nun die heiße Masse herausdrücken, auf ein sauberes Leinentuch streichen, von allen Seiten einschlagen und auf die entzündete Stelle auflegen. Vorsicht, dass die Masse nicht mehr zu heiß ist!

Apfelessig

Bei einer Nagelbettentzündung beispielsweiße hilft Apfelessig. In dem Hausmittel enthaltene Wirkstoffe wirken desinfizierend und haben sofort einen kühlenden Effekt. Die Anwendung kann zweimal pro Tag wiederholt werden, bis die Entzündung abgeklungen ist.

Walnüsse

Walnüsse enthalten eine Menge gesunder Omega-3-Fettsäuren und Mineralspurenelemente. Diese sind wichtig, um ein überaktives Immunsystem zu beruhigen. Bei chronischen Entzündungen bietet sich vor allem Studentenfutter an, denn der Nüsse-Mix enthält eine Vielzahl gesunder Stoffe und mit der Rosine einen optimalen Blutdrucksenker.
 
Auch Cranberries wirken entzündungshemmend.Auch Cranberries wirken entzündungshemmend. (Foto by: 5PH / Depositphotos)

Cranberrysaft

Aus dem Kräuterladen bietet sich Cranberrysaft an. Der Extrakt der gesunden Beeren wird am besten in Form einer längerfristigen Kur angewendet. Unter anderem hilft er bei chronischen Entzündungen der Gelenke oder bei Blasenentzündung. Bei einer Blasenentzündung empfiehlt es sich täglich zwei bis drei Gläser Cranberrysaft zu trinken. Eine ärztliche Behandlung ersetzt er allerdings nicht.

Supersamen

Supersamen wie Chia-, Flachs- oder Hanfsamen sind aufgrund ihrer großen Mengen an Alpalinolsäure ein ideales Mittel, um das Immunsystem nach einer Erkrankung wieder auf Trab zu bringen.
 
Sie wirken zudem der Überproduktion von Oxidierungs-Molekülen und Cytokinen entgegen, die für Entzündungen im Darmtrakt verantwortlich sind.

3. Entzündungshemmende Salben

Ringelblume

Bei entzündeten Wunden hilft Ringelblumensalbe. Das Mittel hat schmerzlindernde Eigenschaften und keine größeren Nebenwirkungen.
 
Für eine selbst gemachte Ringelblumensalbe 2 Esslöffel Butter in einem Topf zerlassen, 2 Esslöffel Ringelblumenblüten hinzufügen, das Ganze ca. 10 Minuten schwenken, abseihen und kühl stellen. Die Haltbarkeit der Salbe beträgt bis zu drei Wochen.

Kamillensalbe und Melissensalbe

Alternativ bieten sich Kamillen- oder Melissensalbe an, die ähnliche Heileigenschaften besitzen.

4. Entzündungshemmende Tees

Wirksame Tees sind Sencha-Grüntee, Pfefferminztee oder Hagebutten-Tee. Auch ein schmerzlindernder Ingwer-Tee oder der exotische Kurkuma-Tee helfen bei innerlichen Entzündungen.

Salbei-Tee

Bei Verstopfung oder Sodbrennen hilft Salbei. Die Heilpflanze mit dem eigentümlichen Geruch beherbergt Vitamine, Mineralien und ätherische Öle, die antibakteriell wirken. Auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum hilft Salbei. Die Blätter werden als Basis für Salbei-Tee verwendet, der mehrmals täglich in kleinen Schlücken getrunken werden sollte.

Schafgarbe

Bei Entzündungen der Verdauungsorgane, Blähungen und Krämpfen bietet sich Schafgarbe an. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler hat antibakterielle und blutstillende Eigenschaften und wirkt bereits kurz nach der Einnahme. Auch Schafgarbe entfaltet seine volle Wirkung in Form von Tee.
 
Eine äußerliche Anwendung sollte mit frischen Teeblättern erfolgen, um Nebenwirkungen durch etwaige Zusatzstoffe zu vermeiden.

5. Entzündungshemmende Kräuter, Gewürze und Heilpflanzen

Zimt

Bei Bronchitis und einer ausgewachsenen Grippe ist Zimt geeignet. Das typische Weihnachtsgewürz enthält ätherische Öle und wirkt dadurch unter anderem schleimlösend und schmerzstillend. Begleitend dazu helfen Zimtaldehyd und Eugenol Kreislauf-anregend und antiseptisch.

Brennnessel

Wer von Rheuma oder Arthritis geplagt ist, nutzt Brennnesselsud. Der Extrakt der Pflanze hilft bei schmerzenden Gelenken und erleichtert dadurch den Gang.
 
Bei regelmäßiger Anwendung wird nicht nur ein unmittelbarer Kühleffekt erzielt, durch die Schmerzreduktion werden auch Fehlhaltungen und dadurch weitere Beschwerden vermieden.

Gewürznelken

Gewürznelken können bei Zahnschmerzen, Zahnfleischentzündung sowie bei Entzündungen im Hals und Rachenraum angewendet werden.

Chil

Der in Chili enthaltene Wirkstoff Capsaicin wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Chili kann bei allen Entzündungskrankheiten angewendet werden.

Aloe Vera

Unter anderem kann das Gel der Aloe Vera bei Verbrennungen oder Hautunreinheiten angewendet werden.Unter anderem kann das Gel der Aloe Vera bei Verbrennungen oder Hautunreinheiten angewendet werden. (Foto by: ByLove / Depositphotos)

Aloe Vera bietet sich bei Entzündungen der Haut an. Es genügt, die entzündete Stelle zwei- bis dreimal täglich mit dem Gel der Aloe Vera einzureiben. Die enthaltenen Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe sorgen rasch für Linderung und haben zudem einen unmittelbaren Kühleffekt auf die Haut.

Bergwohlverleih (Arnika)

Die Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze wirken abschwellend und entzündungshemmend. Bei frischen Wunden hilft der Bergwohlverleih, eine Entzündung zu vermeiden.
 
Die Wundheilpflanze, die vor allem in den Alpen und im Erzgebirge wächst, zeigt seine heilenden Effekte vor allem bei Gewebeverletzungen wie Prellungen oder Blutergüsse.
 
Auch Verstauchungen, Quetschungen und Nachblutungen nach einer Operation können mit dem getrockneten Wurzelstock der Pflanze behandelt werden.
 
Arnika wird als Tee getrunken und kann mit anderen bewährten Mitteln wie Zaunrübe oder Jasmin kombiniert werden.

Pfefferminze

Entzündungen des Rachenraumes lassen sich mit Pfefferminzblättern lindern.
 
Noch besser ist ein Mix aus Pfefferminze, Kamille und Rosenblüten, der in Form eines Tees eingenommen wird.

6. Heilerde und Kieselerde

Heilerde

Bei Pickeln hilft Heilerde. Die wirksame Erde wird mit warmem Wasser oder Kamillentee zu einer Paste vermengt und auf die betroffene Stelle aufgetragen.
 
Heilerde sollte nur in Rücksprache mit dem Hautarzt angewendet werden, da die Substanz nicht bei jeder Art von Pickel oder Akne Wirkung zeigt und gegebenenfalls sogar Nebenwirkungen hervorrufen kann.

Kieselerde

Bei leichten Entzündungen und Pusteln im Gesichts-, Nacken- und Schulterbereich hilft Kieselerde. In Form eines Gels oder einer Tinktur angewendet, verschließen die enthaltenen Mineralien die Poren, ohne diese jedoch zu verstopfen. Anschließend wird die entzündete Stelle mit Ringelblumensalbe behandelt.

7. Kühlende Wickel und Auflagen

Oberflächliche Entzündungen mit Rötungen und Juckreiz können zudem durch kühlende Auflagen gelindert werden. Eispackungen oder Salben aus der Apotheke sind ebenso wirksam wie eine kalte Packung Tiefkühlgemüse aus dem Gefrierschrank, die in ein Handtuch eingewickelt wird.
 
Vor allem Entzündungen durch Pickel oder leichte Schürfwunden lassen sich durch kühlende Maßnahmen lindern.

Kohlblätter-Auflage

Kohlblätter können direkt auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden. In Form einer Auflage angewendet, hilft das Gemüse bei leichten Entzündungen durch Bettlägerigkeit oder Quetschungen.

Topfenwickel

Ein einfaches, aber altbewährtes Hausmittel gegen Entzündungen ist Topfen. Ein Topfenwickel wirkt kühlend und schmerzlindernd. Hierfür einen normalen Magertopfen auf Zimmertemperatur bringen, auf ein Leinentuch streichen, von allen Seiten her einschlagen und den Wickel für ca. 15 Minuten auf die entzündete Stelle legen. Bei offenen Wunden sollte dieses Hausmittel nicht angewendet werden!

8. Dampfbäder

Dampfbäder sind bei leichten Entzündungsreaktionen der Haut heilsam. Wer an Akne oder Pickeln leidet, kann diesen mit einem ausgiebigen Bad entgegenwirken. Als Zusatz eignet sich beispielsweise Kamille.

Zu beachten

Bei anhaltenden Entzündungen und/oder starken Schmerzen sollte in jedem Fall der Arzt konsultiert werden. Womöglich liegt der Entzündung eine ernste Ursache zugrunde, die es zunächst zu behandeln gilt. Zudem kann der Mediziner weitere Hausmittel nennen und gegebenenfalls natürliche Arzneimittel verordnen, die wirksamer sind.

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