Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung ist eine Erkrankung, die in erster Linie Frauen betrifft und mit Schmerzen beim Wasserlassen sowie einem ständigen Harndrang verbunden ist. Die Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Zystitis.

BlasentzündungEine Blasenentzündung betrifft in erster Linie Frauen. (Foto by: gwolters / Depositphotos)

Die Blasenentzündung ist eine Erkrankung, bei welcher die Schleimhäute der Harnblase entzündet sind. Eine Blasenentzündung kann entweder akut sein, also plötzlich auftreten, oder auch zur chronischen Erkrankung werden. Aufgrund ihrer Anatomie sind vor allem Frauen sehr häufig von dieser Erkrankung betroffen. Jede zweite Frau leidet mindestens einmal im Leben unter einer Blasenentzündung. Bei weiblichen Patienten gehört eine Blasenentzündung daher zu einer der am häufigsten auftretenden Infektionen überhaupt. Männer vor dem 50. Lebensjahr hingegen sind kaum von dieser Erkrankung betroffen, da ihre Harnröhre länger als die der Frauen ist und es die Erreger so schwerer haben, bis in die Harnblase vorzudringen.

Ursachen einer Blasenentzündung

Ursachen für eine Blasenentzündung gibt es einige, wobei die Erreger meist über die Harnwege bis in die Blase gelangen. In den meisten Fällen sind Bakterien der Auslöser für eine Blasenentzündung, doch auch Viren, Pilze und Würmer kommen als Ursache in Frage. In etwa 80 Prozent der Fälle ist das Bakterium Escheria Coli der Auslöser für eine Blasenentzündung. Diese Bakterien gelangen in vielen Fällen durch eine sogenannte Schmierinfektion in die Harnröhre. Da dies sehr häufig beim Geschlechtsverkehr passiert, sind sexuell aktive Frauen häufiger von einer Blasenentzündung betroffen. Auch während der Schwangerschaft ist eine Blasenentzündung durchaus keine Seltenheit; etwa fünf Prozent aller werdenden Mütter sind von dieser betroffen.

Bei Unterkühlung oder einem geschwächten Immunsystem kann es darüber hinaus ebenfalls sehr häufig zu einer Blasenentzündung kommen.

Auch ein gestörter Harnabfluss kann der Auslöser für eine Blasenentzündung sein. Hier können die Ursachen sowohl eine Vergrößerung der Prostata oder auch Blasensteine sein. Männer ab einem Alter von 50 Jahren sind daher häufiger von einer Blasenentzündung betroffen, da bei ihnen eine Vergrößerung der Prostata nicht selten ist.

Zu guter Letzt sollten auch psychische Faktoren als Ursache für eine Blasenentzündung nicht unerwähnt bleiben.

Symptome einer Blasenentzündung

Patienten, die unter einer Blasenentzündung leiden, verspüren meist sehr häufig den Drang, ihre Blase zu entleeren. Allerdings kommen beim Wasserlassen selbst meist nur kleine Mengen; dieses ist zudem mit starken und teilweise krampfartigen Schmerzen verbunden.

Blut im Urin ist bei einer Blasenentzündung ebenfalls recht häufig zu beobachten. Greifen die Bakterien auf andere Organe wie beispielsweise die Nieren über, klagen betroffene Patienten häufig über Rückenschmerzen; zudem gesellt sich Fieber zu den Symptomen.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose Blasenentzündung kann meist anhand der geschilderten Symptome eindeutig gestellt werden. Ist die Diagnose nicht eindeutig, folgt in der Regel eine Untersuchung des Urins. Dieser kann bei Patienten mit Blasenentzündung eitrig, blutig oder auch übel riechend sein. In den meisten Fällen befinden sich zudem Bakterien im Urin.

Darüber hinaus können aber auch bestimmte Blutwerte auf eine Blasenentzündung hindeuten. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen ist bei einer Blasenentzündung beispielsweise meist erhöht.

Patienten, die häufig unter einer Blasenentzündung leiden, ist zudem eine Blasenspiegelung, die sogenannte Zystoskopie, zu empfehlen. Dank dieser Untersuchung können andere Ursachen, etwa ein Blasentumor, ausgeschlossen werden. Gleichzeitig können während der Zystoskopie Gewebeproben entnommen werden.

Im Normalfall nimmt eine Blasenentzündung einen guten und unkomplizierten Verlauf. Rechtzeitig behandelt, verschwinden die Symptome meist bereits nach einigen Tagen wieder.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung BlasenentzündungWärmeflaschen oder warme Sitzbäder haben sich als wirkungsvolles Hausmittel bewährt. (Foto by: piotr_marcinski / Depositphotos)

Der behandelnde Arzt erkennt eine Blasenentzündung meist bereits anhand der geschilderten Symptome recht eindeutig. Doch auch übel riechender oder gar blutiger Urin ist ein Hinweis auf eine Blasenentzündung. Bei einer akuten Blasenentzündung wird der Arzt in der Regel Antibiotika verschreiben, welche die Symptome meist schnell lindern und bekämpfen. Diese Tabletten müssen für einen Zeitraum von bis zu zehn Tagen eingenommen werden.

Auch bei einer chronischen Blasenentzündung kommen Antibiotika zum Einsatz: Diese müssen dann allerdings über einen längeren Zeitraum - meist zwischen vier und sechs Wochen - eingenommen werden.

Doch auch einige Hausmittel helfen meist sehr gut gegen die Symptome der Blasenentzündung: Sowohl Wärmflaschen als auch warme Sitzbäder haben sich hier als besonders wirkungsvoll erwiesen. Darüber hinaus gibt es einige pflanzliche Präparate, die sich bei einer Blasenentzündung gut bewährt haben. Die Blätter der Bärentraube, Brennessel oder Schachtelhalmkraut sind hier besonders empfehlenswert. Zwar kann man mit diesen Hausmitteln bereits einiges erreichen, dennoch sollte man bei andauernden Symptomen unbedingt einen Arzt aufsuchen. Eine verschleppte Blasenentzündung nämlich kann schnell zu einer Nierenbeckenentzündung oder gar einer Blutvergiftung führen.

Ist ein gestörter Abfluss des Harns der Auslöser für die Blasenentzündung, gilt es zunächst, dessen Auslöser zu finden und schließlich zu therapieren.

Eine chronische Blasenentzündung wiederum kann dann gefährlich werden, wenn das Gewebe der Harnblase angegriffen wird und in Folge abstirbt. Dies wiederum kann dazu führen, dass sich die Harnblase sichtbar verkleinert; man spricht dann von einer Schrumpfblase.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die beste Vorbeugung gegen eine Blasenentzündung ist es, ausreichend zu trinken. Zwischen 1,5 und zwei Litern Wasser sollte man täglich mindestens zu sich nehmen, damit die Harnwege gut durchgespült werden.

Vermeiden sollte man darüber hinaus alle stark parfümierten Seifen oder Cremes zur Pflege des Intimbereiches. Auch ist es ratsam, bei Harndrang möglichst rasch eine Toilette aufzusuchen und diesen nicht zu unterdrücken. Beim Stuhlgang sollten vor allem Frauen darauf achten, dass sie nach diesem immer von der Scheide in Richtung After säubern. So haben schädliche Keime kaum eine Chance, in die Scheide und damit in die Harnröhre zu gelangen.

Da eine Unterkühlung des Körpers schnell zu einer Blasenentzündung führen kann, sollte man vor allem im darauf achten, sich warm zu kleiden. Dies gilt natürlich besonders für den unteren Bereich des Körpers, wo sich Blase und Niere befinden.

Auch auf bestimmte Verhütungsmittel sollten Frauen, die zu einer Blasenentzündung neigen, eher verzichten. Das Diaphragma und Vaginalzäpfchen sind hier eher weniger empfehlenswert.

Gut kann eine Entzündung allerdings auch mit Produkten aus Cranberries verhindert werden. Diese roten Früchte gelten als echte Geheimwaffe gegen Blasenentzündungen.


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