Bläschen auf der Hand (Dyshidrosis)

Bläschen auf der Haut können unangenehm jucken und wirken optisch nicht gerade ästhetisch. Sie können sowohl an den Händen als auch an den Füßen auftreten. Die nachfolgende Betrachtung konzentriert sich auf die Bläschen an der Hand.

Bläschen auf der HandDie Ursachen für Bläschen auf der Hand sind schwer zu definieren. (Foto by: michaeljung / Depositphotos)

Die plötzlich erscheinenden Bläschen auf der Hand jucken und haben ein unangenehm wirkendes Erscheinungsbild. Wenn sich Bläschen auf der Hand (insbesondere zwischen den Fingern und auf der Handfläche) bilden, dann sprechen die Fachleute von einer Dyshidrosis.

Diese Bläschen sind mit Lymphflüssigkeit gefüllt und können längerfristig zu Hautveränderungen führen, insbesondere, wenn sie platzen oder wegen des enormen Juckreizes aufgekratzt werden. Die dadurch geschädigten Hautstellen können rissig und trocken werden. Dadurch wird den Bakterien, Pilzen und Viren das Eindringen in die Haut erleichtert, woraus Infektionen folgen können.

Im schlimmsten Fall können sie Schwellungen an den Händen herbeiführen. Häufig nässen die betroffenen Stellen aufgrund der fehlenden Hautflüssigkeit. Ein anderer Begriff für die Bläschen auf der Hand ist „Cheiropompholyx“. Übersetzt bedeutet Dyshidrosis in etwa „fehlerhafte Schweißproduktion“, da die heute als wohl falsch deklarierte Ursache früher als Namensgeber fungierte.

Ursachen von Bläschen auf der Hand

Die tatsächlichen Ursachen konnten bisher nicht geklärt werden. Es können nur Vermutungen ausgesprochen werden. Da die Bläschen auf der Hand meistens in den Frühlings- und Sommermonaten auftauchen, vermutete man früher, dass sie aus einer erhöhten Produktion von Schweiß oder aus einer Fehlfunktion der Schweißdrüsen resultieren. Allerdings konnte man bisher keinen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dieser Theorie feststellen.

Jedoch haben manche Betroffene eine Hyperhidrosis (Schweißüberproduktion). Auch wurden die Bläschen auf der Hand häufig bei Menschen festgestellt, die an einer Schuppenflechte oder an Neurodermitis leiden. Auch Hautüberreizungen durch Reinigungs- und Desinfektionsmittel können mögliche Ursachen der Beschwerden sein.

Als weitere Ursache wird eine Immunreaktion genannt, die die Folge aus einer Pilzinfektion auf der Haut, aber auch möglicherweise in inneren Organen sowie aus psychischen Problemen sein könnte. Diskutiert wird auch, ob

  • eine unausgewogene Ernährung
  • Alkohol
  • Zigaretten
  • Kaffee

Auslöser der Dyshidrosis sein könnten. Ferner werden auch erblich bedingte Ursachen in Betracht gezogen, können aber nicht bewiesen werden.

Untersuchungen und Diagnose

So schwer die wahren Ursachen der Dyshidrosis zu finden sind, so schwer wird auch eine eindeutige Diagnose sein. Rein visuell können die Bläschen auf der Hand leicht erkannt werden und sie werden auch als Dyshidrosis diagnostiziert, wenn andere Hautkrankheiten ausgeschlossen werden können. Bei der Untersuchung muss der Arzt die möglichen hypothetischen Ursachen herausfiltern. Da diese aber diskutabel sind, hat er keine letztendlich sicheren Anhaltspunkte einer deutlichen Diagnose.

Er kann die möglichen Zusammenhänge der Ursachen und der Dyshidrosis eingrenzen und im Falle eines Fundes eine mögliche Diagnose durchführen. Dies erfordert jedoch einen langen Untersuchungsweg.

So müssen z. B. Allergietests durchgeführt, Untersuchungen auf schwer sichtbare Hautverunreinigungen gemacht und persönliche Gespräche geführt werden, die die Lebensweise des Patienten beleuchten, um herauszufinden, ob der Patient regelmäßig mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln in Kontakt kommt, sich eventuell falsch ernährt oder psychische Probleme hat.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Allergietest auf Grund Bläschen auf der HandIn manchen Fällen kann ein Allergietest aufschluss über die Ursachen von Bläschen auf der Hand geben (Foto by: photographee.eu / Depositphotos)

Bei der Behandlung der Dyshidrosis muss gegen die vielfältigen Ursachen vorgegangen werden.

  • Ein Allergietest kann Aufschluss über die möglichen Allergien, die die Krankheit ausgelöst haben, geben, so dass Gegenmaßnahmen (z. B. Hyposensibilisierung) eingeleitet werden können.
  • Weiterhin müsse die Ernährung umgestellt werden, d. h. der Betroffene sollte kaum Fleisch- und Milchprodukte und keinen Kaffee zu sich nehmen.
  • Die chinesische Forschung empfiehlt darüber hinaus einen Verzicht auf Paprika und Zwiebeln.
  • Auch der Alkoholgenuss und das Rauchen sollte eingestellt werden.
  • Ferner sollte Stress durch Therapien abgebaut werden.

Anwendung von Salben

Die Verwendung von Salben verspricht kaum einen Heilungsverfolg, kann aber den Juckreiz eindämmen und die Hautveränderungen verbessern. Zink, Gerbstoffe und Urea sollten jedoch wirksam sein; ebenso, über einen kurzen Anwendungszeitraum, Kortison, das auch in Tablettenform eingenommen werden kann.

Mikrobiologische Therapie

Hilfreich sind auch Neogitason und Alitretinoin. Da im Darm viele Immunprozesse stattfinden, sollte er durch mikrobiologische Therapien saniert werden. Vermehrt werden auch Verfahren der asiatischen Medizin (z. B. Akupunktur und die Einnahme von diversen Kräutern) ausgeübt, denn im asiatischen Raum ist die Auffassung populär, dass sich innere Leiden nach außen hin zeigen.

Komplikationen

Zu Komplikationen kann es kommen, wenn durch das Aufplatzen oder durch das Zerkratzen der Bläschen Wunden entstehen. Diese können schnell durch Viren, Bakterien oder Pilze infiziert werden, woraus Folgekrankheiten resultieren können.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die beste Möglichkeit zur Vorbeugung einer Dyshidrosis ist die Kenntnis der möglichen Ursachen. Zwar konnte die Stichhaltigkeit der Ursachen bisher noch nicht wissenschaftlich erwiesen werden, jedoch kann das Risiko, an einer Dyshidrosis zu erkranken, gesenkt werden.

  • Auf eine ausgewogene, fleisch- und milcharme Ernährung ist zu achten.
  • Der Kaffee- und Alkoholgenusses sollte eingeschränkt werden.
  • Da das Rauchen zumindest als Ursache für viele andere Krankheiten erwiesen ist, sollte Abstand vom Zigarettenkonsum gehalten werden.
  • Ist das Leben vom Stress geplagt, ist eine Überlegung über den Besuch einer Stressbewältigungstherapie sinnvoll.

Der regelmäßige (beispielsweise berufsbedingte) Kontakt mit Reinigungsmitteln kann durch die Benutzung von Gummihandschuhen abgeschirmt werden. Dadurch kann vermieden werden, dass die Haut überreizt wird.

Zudem sollte regelmäßig ein Allergietest bei einem Dermatologen durchgeführt werden, um über das eventuelle Vorhandensein von Allergien informiert zu sein. Die Regelmäßigkeit ist dabei wichtig, weil eine Allergie jederzeit plötzlich eintreten kann. Auch sollten die inneren Organe regelmäßig untersucht werden.

Ebenso sollte die Haut regelmäßig begutachtet werden (z. B. auf Schuppenflechten untersucht werden), um eine eventuelle Gefahr der Ausbildung von Bläschen auf der Haut erkennen und gegen sie ankämpfen zu können.


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User Kommentare

Julia
Julia

Ich habe es, Gott sei dank, gefunden, dass bei mir eine Nikellallergie ist und die zwar nur auf der Hand! Die Ärzte wollten es leider nicht überprüfen lassen. Ich habe mir doch nickelfreie Bestecke und Kochtöpfe mit Plastikgriffen gekauft. Und alles war weg. Ich habe seit mehreren Jahren wieder gute Haut.

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