Neurodermitis

Die chronische Erkrankung Neurodermitis greift immer weiter um sich und es sind in Österreich bereits viele Menschen von ihr betroffen. Sie äußert sich durch Entzündungen und Ekzeme der Haut. Oft tritt Neurodermitis bereits im Kindesalter und sogar schon bei Säuglingen auf.

NeurodermitisNeurodermitis ist eine chronische Entzündungsreaktion der Haut. (Foto by: Tharakorn / Depositphotos)

Für die Krankheit gibt es viele verschiedene Bezeichnungen. Man nennt sie auch atopisches Ekzem, atopische Dermatitis oder auch endogenes Ekzem. Auch die Bezeichnung Asthma Ekzem ist gebräuchlich sowie der Name Prurigo Besnier.

Der französische Dermatologe und Klinikchef Ernest Henri Besnier beschrieb die Erkrankung Ende des 19. Jahrhunderts. Der gebräuchlichste Ausdruck Neurodermitis stammt aus den Anfängen des Industriezeitalters, als man den Ursprung der Krankheit in einer Entzündung der Nerven sah. Es gibt auch Behauptungen, dass die Krankheit nicht erst seit dem 19. Jahrhundert existiert, allerdings kann dies nicht wissenschaftlich fundiert werden.

Und auch wenn dies so gewesen sein sollte, so scheint doch die Luftverschmutzung und die industriell hergestellte Nahrung den Ausbruch und die Häufigkeit des Auftretens zu begünstigen.

Ursachen von Neurodermitis

Seit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert tritt sie in Europa vermehrt auf und man bringt ihre Ursachen unter anderem mit Umweltbelastungen durch Schadstoffe in Verbindung.

Daneben nimmt man an, dass Störungen des Immunsystems die Krankheit genauso begünstigen wie eine erbliche Disposition. So treten in vielen Familien in allen Generationen Fälle von Neurodermitis auf. Bezeichnend ist dabei, dass mehr weibliche Personen erkranken als männliche.

Die Erkrankung tritt in Schüben auf und zeigt sich am Körper durch rote, schuppige Stellen, die starken Juckreiz verursachen. Langzeitstudien und Erfahrungenswerte von Kinderärzten, Hautärzten und Immunologen haben ergeben, dass Neurodermitis im späteren Verlauf auch zu Asthma Bronchiale führen kann oder zumindest eng mit diesem zusammenhängt. Spontane Heilungen sind sehr selten, aber die Krankheit kann sich in den verschiedenen Lebensphasen des Menschen abschwächen oder auch immer wieder neu auftreten.

Während man bis vor ungefähr dreißig Jahren noch kaum adäquate Behandlungsmöglichkeiten für diese Krankheit hatte, gilt sie inzwischen als gut therapierbar, aber als noch unheilbar. Mit modernen Medikamenten können die Symptome gelindert werden. Das Krankheitsbild ist von Mensch zu Mensch auch sehr verschieden, so dass die Ärzte variable Therapieformen anwenden und diese miteinander kombinieren.

Die obligatorischen Allergietests fallen bei vielen Neurodermitis-Patienten positiv aus, so dass zusätzliche Therapien wie beispielsweise eine Desensibilisierung erforderlich sein können.

Symptome von Neurodermitis

Ausschlag

Die hauptsächlichen Symptome der Neurodermitis sind Ausschläge, die am ganzen Körper auftreten können. Oftmals sind jene Hautpartien betroffen, die eine besonders dünne Hautschicht aufweisen oder in denen sich vermehrt Schweiß ansammelt. Dazu gehören die Ellbogen und die Kniekehlen.

Viele Patienten leiden auch unter Ausschlägen im Gesicht und an der Halspartie. Eine besondere Form der Neurodermitis tritt im Mundbereich auf. Die Mundwinkel reißen ein und entzünden sich. Diese Entzündungen nennt man Rhagaden.

Selbst im Intimbereich können die Ekzeme auftreten, die für die Betroffenen dann eine besonders quälende Belastung darstellen. Die Ekzeme sind meist rötlich und treten flächenhaft auf. Das Hautbild zeigt trockene, schuppige Haut oder auch nässende Quaddeln. Der entzündete Bereich ist rötlich verfärbt.

Juckreiz

Unbehandelt verursachen die betroffenen Hautstellen einen quälenden Juckreiz, der die Patienten immer wieder zum Kratzen zwingt. Besonders kleine Kinder kratzen sich während eines Schubes der Krankheit die betroffenen Hautpartien blutig. Dann können zusätzlich zur eigentlichen Erkrankung auch noch Infektionen mit Bakterien auftreten.

Zu den körperlichen Symptome gesellen sich fast immer massive Auswirkungen auf die seelische Verfassung. Oftmals werden im Laufe der Erkrankung die Abstände zwischen den akuten Schüben auch immer kürzer und es baut sich ein regelrechter Leidensdruck auf.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnosestellung der Neurodermitis erfolgt durch den Kinderarzt, den Hausarzt, den Hautarzt oder den Allergologen/Immunologen. Da Neurodermitis sehr oft schon im frühen Kindesalter zum ersten Mal auftritt, ist es der vorwiegend Kinderarzt, der die Erstdiagnose stellt. Die Eltern stellen ihm das Kind vor, das wohl zum ersten Mal einen Ausschlag dieser Art am Körper aufweist. Der Ausschlag der Neurodermitis ist sehr typisch, so dass die augenscheinliche Diagnose als ziemlich sicher gilt.

Dennoch gibt es einige körperliche Zeichen, welche die Diagnose zusätzlich erhärten. Der Arzt erkennt Neurodermitis-Patienten an bestimmten Merkmalen der Lider und der Augenbrauen. Auch sind die Kratzspuren der Haut von Neurodermitikern atypisch, da sie weiß und nicht rot anlaufen.

Daneben ist der Allergietest der Patienten in vielen Fällen positiv. In betroffenen Familien gibt es sehr oft nicht nur Neurodermitis, sondern auch Allergien und Fälle von Asthma Bronchiale. Das Blutbild kann ebenfalls Anhaltspunkte auf die Erkrankung geben. Bei vielen Patienten ist der IgE-Wert erhöht. Die Abkürzung steht für Immunglobuline, also für Antikörper aus der Gruppe der Eiweiße.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung NeurodermitisCremes, Lotionen oder Salben werden bei Neurodermitis angewendet, um die Haut geschmeidig zu halten. (Foto by: valuavitaly / Depositphotos)

Cremes, Lotionen und Salben

Der Arzt behandelt die lokalen Entzündungen des Neurodermitis-Patienten mit Cremes, Lotionen und Salben. Dabei handelt es sich meist um Öl-in-Wasser-Emulsionen oder auch um Wasser-in-Öl-Emulsionen. Letztere sind für die Behandlung schwerer Krankheitsbilder gedacht. Alle Lotionen werden täglich angewandt, um die trockene Haut möglichst geschmeidig zu halten.

Ölbäder

Vielleicht wird der Mediziner auch Ölbäder verordnen, jedoch ist man beim Verschreiben von Bädern, die Erdnussöl enthalten, vorsichtig geworden. Viele Patienten sind einerseits allergisch auf Erdnüsse, aber auch ohne den Nachweis der Erdnuss als Allergen reagieren viele Patienten empfindlich darauf.

Cremes, Salben und Lotionen, die Harnstoff in verschiedenen Konzentrationen enthalten, wirken sich positiv auf die Ekzeme aus. Infiziert sich die Haut durch das ständige Kratzen mit Bakterien, dann muss auch lokal antibiotisch behandelt werden.

Cortisonsalben

Cortisonsalben und innerliche Cortisongaben werden in schweren Fällen kurzfristig und nur nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Risiken verordnet.

Hausmittel

Hausmittel aus der Naturheilkunde sind beispielsweise:

  • Cremes und Salben mit Johanniskraut- oder Nachtkerzenöl
  • Heilpraktiker bieten auch Eigenbluttherapien an, deren Wirkung allerdings bei Neurodermitis nicht wissenschaftlich belegt ist.

Nicht bewährt haben sich die verzweifelten Versuche von Eltern, mit ihren Kindern unzählige, spezielle Diäten durchzuführen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Gegen Neurodermitis kann man eigentlich nur wenige vorbeugende Maßnahmen treffen. Einiges kann man allerdings schon tun, um das Risiko einer Erkrankung etwas zu minimieren.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde, vitaminreiche Ernährung, ausreichendes Trinken von Wasser, der Verzicht auf zu viel Zucker und Süßigkeiten helfen nicht nur bei der Prävention von Neurodermitis, sondern sie sind für alle Menschen gesund.

Viel Aufenthalt in der Natur

Wer in einer Industriestadt wohnt und familiär mit Neurodermitis, Asthma und Allergien vorbelastet ist, sollte möglichst aufs Land ziehen. Wer in der Stadt wohnt, verlässt diese so oft wie möglich und erholt sich in der Natur an der frischen Luft.

Wahl der richtigen Kosmetika

Herkömmliche Weichspüler und Waschmittel enthalten Stoffe, die die Haut reizen und Allergien und Neurodermitis begünstigen. Es gibt biologische Alternativen, die etwas teurer sind, aber das sollte man in Kauf nehmen. Schminke und Kosmetika aus asiatischen Ländern sind sehr oft mit Schwermetallen oder anderen Schadstoffen belastet und sollte nicht verwendet werden.

Bei der Bekleidung bevorzugt man Kleidungsstücke aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Leinen, Seide oder Viskose. Asiatische Billigimporte synthetischer Bekleidung enthalten, genau wie Kosmetika, sehr oft Rückstände von Schwermetallen und die verwendeten Farben sind wenig hautfreundlich oder sogar toxisch.


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