Allergietest

Ähnlich wie Impfungen gehört auch der Allergietest zum Standard bei Ärzten. Ob als Soforttest, Langzeit-Pflaster oder Bluttest: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich auf mögliche Allergien hin untersuchen zu lassen.

AllergietestEs gibt verschiedene Möglichkeiten einen Allergietest durchzuführen. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Bei etwa der Hälfte aller Österreicher lassen sich mittels einschlägiger Tests allergische Reaktionen nachweisen. Auch wenn die Prävalenz außerordentlich hoch liegt, besteht kein Grund zur Beunruhigung.

Immerhin handelt es sich bei Allergien um keine Krankheit im engeren Sinne. Mit Allergie werden Überreaktionen des körpereigenen Immunsystems beschrieben. Das Immunsystem des Menschen ist darauf ausgerichtet, Fremdkörper aufzuspüren und diese zu vernichten, ehe sie sich verbreiten und es zu einer Erkrankung und dem Auftreten erster Symptome kommen kann. Dabei soll sich das Immunsystem stets auf solche Fremdkörper beschränken, die geeignet sind, Krankheiten auszulösen.

Bei einer Allergie greift das Immunsystem dagegen eigentlich harmlose Fremdkörper an. Es geht beim Eindringen dieser Stoffe irrig davon aus, dass sie gefährlich sein könnten, und versucht, diese zu bekämpfen. Dabei kommt es zu einer Überreaktion des Körpers, die als typische allergische Reaktionen zum Ausdruck kommen. Es kann aus unterschiedlichen Gründen relevant sein, herauszufinden, gegen welche Stoffe der Einzelne allergisch reagiert. Hierzu gibt es eine Reihe von Allergietests.

Durchführung und Ablauf eines Allergietests

Wie ein Allergietest durchgeführt wird, hängt selbstredend davon ab, für welche Art von Allergietest sich der Arzt im Einzelfall entscheidet.:

Der Pricktest

Beim Pricktest werden unterschiedliche allergieauslösende Stoffe auf die Haut - vornehmlich auf dem Vorderarm des Patienten - getropft. Immer dort, wo die allergieauslösende Substanz (auch Allergen genannt) getropft wurde, sticht der Arzt mit einer Lanzette, einer sehr kleinen Nadel, ein. So kann das Allergen in den direkten Kontakt mit den Hautzellen kommen.

Nachdem etwa 20 Minuten vergangen sind, begutachtet der Arzt den Vorderarm. Je stärker die Haut des Vorderarms auf ein Allergen reagiert hat, desto größer ist die allergische Empfindlichkeit des Betroffenen gegenüber dem Allergen.

Wo hingegen keine allergische Reaktion aufgetreten ist, kann eine Sensibilität weitgehend ausgeschlossen werden. Weil der Arzt das Ergebnis bei dem Pricktest bereits nach 20 Minuten "ablesen" kann, wird dieser Allergietest zu den Soforttypen gezählt.

Der Epikutantest

Beim Epikutantest wird ein großes Pflaster, das unter anderem die verschiedenen Allergene enthält, auf dem Rücken des Patienten befestigt. Unter Umständen kann es notwendig sein, dass das betroffene Hautareal vorher gereinigt und rasiert werden muss, damit das Pflaster haften und wirken kann. Nach ein bis zwei Tagen wird dann das Pflaster entfernt und die Haut - ähnlich wie beim Pricktest - auf mögliche allergische Reaktionen untersucht.

Bluttest

Sowohl der Pricktest als auch der Epikutantest sind Provokationstests, bei denen der Körper auf eine allergische Reaktion provoziert wird. Bei empfindlichen Menschen oder wenn aus sonstigen Gründen ein Provokationstest nicht in Betracht kommt, besteht die Möglichkeit eines Bluttests. Hier wird das Blut selbst auf Allergene analysiert.

Anwendungsgebiete

Durchführung eines AllergietestsBei Allergietests wird festgestellt, auf welche Substanzen der Patient allergisch reagiert. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Es kann in vielerlei Hinsicht sinnvoll sein, einen Allergietest vorzunehmen. In erster Linie sind es die Symptome, die in Verbindung mit einer Allergie saisonbedingt auftauchen, die erst nach Feststellung des konkreten Allergens effektiv therapiert werden können. Aber auch wenn die Symptome dem Betroffenen auf den ersten Blick nicht einer Therapie wert sind, sollte dennoch ein Allergietest zum Zwecke einer Behandlung in Betracht gezogen werden.

Es ist bekannt, dass Allergien in Verbindung mit anderen Umweltfaktoren in ihrer Intensität verstärkt werden können. So kann beispielsweise eine Apfelallergie im Urlaub in den Bergen zu deutlich heftigeren Symptomen bis hin zu Atemnot führen. Deshalb gehört der Allergietest zu den Routinetests, die Ärzte bereits bei Verdacht auf eine mögliche Allergie vornehmen.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Da die Allergene gering dosiert sind, sind Überreaktionen in der Regel nicht zu befürchten.

Nichtsdestotrotz sind Ärzte, die Allergietests anbieten, auch auf solche Eventualitäten vorbereitet. Eine Besonderheit bei dem Epikutantest ist, dass das Pflaster weder mit Feuchtigkeit noch mit UV-Licht in Kontakt kommen darf, da es das klinische Bild verfälschen kann.

Schließlich gilt, dass ein Allergietest zum Zwecke einer möglichst authentischen Diagnose nur bei Gesunden vorgenommen werden darf, das heißt, bei bestehenden Infektionen sollte der Allergietest möglichst aufgeschoben werden.

Fazit

Um sicher zu gehen, dass man an keiner Allergie leidet oder um herauszufinden, gegen welche Stoffe oder Substanzen man allergisch sein könnte ist es sinnhaft einen Allergietest durchzuführen. Besonders wenn man auf gewisse Zutaten im Essen oder in gewissen Umgebungen sensibel auf Stoffe in der Luft (z.B. Pollen) reagiert.


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