Bläschen auf der Zunge

Viele Menschen haben zeitweise Bläschen auf der Zunge, am Zungenrand und unter der Zunge, ohne dass es sich um gefährliche Vorgänge handeln muss. Die meisten akut auftretenden Bläschen gehen ohne Behandlung nach wenigen Tagen wieder weg. Gefährlicher sind Bläschen, die durch Herpesviren verursacht werden.

Zunge einer FrauEin Grund für Bläschen auf der Zunge kann eine Lebensmittelallergie sein. (Foto by: anele77 / Depositphotos)

Bei den meisten Bläschen auf der Zunge handelt es sich um so genannte Aphten. Sie können schmerzhaft und lästig sein, stellen aber keinen Grund zur Besorgnis dar. In den meisten Fällen treten sie gehäuft, manchmal aber nur einzeln auf. Sie verschwinden meist nach wenigen Tagen von alleine.

Unterscheiden muss man Bläschen und Knötchen. Beide können auch durch Lebensmittel-Allergien oder Unverträglichkeiten auf bestimmte Inhaltsstoffe verursacht werden.

Bläschen auf der Zunge können als Begleiterscheinung bei Tuberkulose, Mundkrebs oder Syphilis auftreten. Auch in Folge einer Chemotherapie können sie sich gelegentlich einstellen.

Definition Bläschen

Bläschen definieren sich durch eine durchsichtig wirkende Oberfläche, die mit Flüssigkeit oder eiterähnlichen Sekreten gefüllt sein kann oder nicht.

Definition Knötchen

Knötchen hingegen wirken kompakt und sind meist nicht mit Flüssigkeit, sondern mit Gewebe gefüllt. Bei entzündlichen Prozessen kann Eiter oder Blut austreten.

Beide Formen - Bläschen und Knötchen - können gleichermaßen schmerzhaft sein. Sie hindert einen am Kauen und Sprechen. Da man den eigenen Mundraum nur schlecht einsehen kann, kann man den Unterschied zwischen beiden oft nicht selbst feststellen.

Ursachen von Bläschen auf der Zunge

Die Ursachen von im Mund aufgetretenen Bläschen festzustellen, gelingt einem nicht immer ohne ärztliche Hilfe. Manchmal verschwinden die Bläschen über Nacht wieder. Manchmal kann man sie mit Hausmitteln behandeln - vor allem, wenn man sie als Reaktion auf eine gegessene Ananas, Kiwi oder ähnliches erkennt.

Treten sie aber regelmäßig, gehäuft oder dauerhaft auf, muss man die Ursache der Bläschen auf der Zunge beim Arzt abklären lassen. Die Bläschen können sich nämlich öffnen und ein mit Herpesviren verseuchtes Sekret freigeben, das die Probleme noch vergrößert.

Mögliche Ursachen können sein:

  • Oraler Geschlechtsverkehr - Es kann Lippenherpes übertragen werden.
  • Allergischen Ursachen - Hat man den Verdacht, dass gewisse Lebensmittel die Ursache von Knötchen oder Bläschen im Mundraum sind, sollte man unbedingt ein Ernährungstagebuch führen und entsprechende Allergietests machen lassen.
  • Hohe Dosen Histamin - Beispielsweise in altem Käse oder Rotwein vorhanden.
  • Überreizte Geschmacksnerven
  • Stress, seelische Belastung
  • eine leichte Immunschwäche
  • Hormonschwankungen bei Frauen (Menstruation)
  • Mineralstoff- oder Vitaminmangel
  • In anderen Fällen liegen bakterielle Infektionen oder Tuberkulose, Zungenkrebs oder eine Geschlechtskrankheit wie Syphilis vor. Dass sie der Abklärung durch einen Fachmann bedürfen, ist leicht verständlich.

Symptome von Bläschen auf der Zunge

Die Symptome von Bläschen auf der Zunge sind eindeutig: Man verspürt zunächst meist spontan auftretende lokale Schmerzen und eine Schwellung. Dann entdeckt man eine einzelne oder mehrere Aphten auf der Zunge, am Zungenrand oder unter der Zunge. Die schmerzhaften Bläschen können sich auch auf der Schleimhaut in den Backentaschen oder an der inneren Lippe erstrecken.

Manchmal kann man sie als Folge einer eben genossenen Mahlzeit identifizieren, manchmal kommen sie über Nacht. Sie können das Essen und Sprechen erschweren. Interessant ist nun, wo sie sich befinden. Beidseits auftretende Bläschen auf der Zunge sind eher harmloser Natur.

Sieht oder fühlt man aber einseitig verhärtete Knötchen oder Knubbel, sollte man aufmerksam werden. Bei schmerzfreien, aber verhärteten Beulen, offenen Wunden sowie weißlichen oder roten Flecken an der Zunge sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

Hat man sich auf die Zunge gebissen, kann ein gutartiges Fibrom entstehen, das anschwillt. Geht es nicht nach ein paar Tagen von alleine zurück, sollte man es sicherheitshalber untersuchen lassen. Weißliche Bläschen im Mundraum können auf einen Candida-Befall oder Soor hinweisen. Auch hier darf man nicht selbst den Arzt spielen.

Untersuchungen und Diagnose

Arzt untersucht Zunge von PatientinBei Bläschen auf der Zunge macht der Arzt gegebenenfalls einen Astrich. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Die Untersuchung des Arztes beschränkt sich nicht immer nur auf die Sichtung der Beschwerden im Mundraum, sondern sollte auch eine Befragung und gegebenenfalls einen Abstrich beinhalten. Um zu einer Diagnose zu kommen, bedarf es manchmal nur des Ansehens, oft genug aber auch des Abfragens bestimmter Parameter.

Die Diagnose "Aphten" ist in gewissem Sinne keine klare Diagnose, da die Verursachung auf verschiedene Quellen zurückzuführen sein kann. Stressoren können genauso die Ursache sein wie bestimmte Lebensmittel, beispielsweise stark säurehaltige. Ananas ist häufig Auslöser von Aphten. Auch bakterielle Verursacher sind möglich. Die Behandlung ist meist konventionell und rein symptombezogen.

Es kann aber auch gefragt werden, welche Sexualpraktiken man ausgeübt hat oder welche Lebensmittel immer wieder ähnliche Beschwerden verursachen.

Für den Arzt können dicht nebeneinander aufgereihte Bläschen mit weißlich-gelblichen Inhalt auf Herpes verweisen. In diesem Falle ist nicht nur die Ansteckungsgefahr für andere wichtig, sondern auch die mögliche Verschleppung der Pusteln in den Rachenraum beachtenswert. Der Patient muss nach der Diagnose umfassend über die Gefahren bestimmter Sexualpraktiken und den Umgang mit dem sehr unangenehmen Mundherpes aufgeklärt werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Die Therapie der Bläschen auf der Zunge muss der Ursache entsprechend gewählt werden.

Tinkturen und Cremes

Bei Aphten verschreibt der Arzt bestimmte Tinkturen oder Cremes.

Hausmittel und Gurgellösungen

Man kann aber auch mit Hausmitteln oder aseptischen Gurgellösungen selbst behandeln. Arnika hat sich als Hausmittel bei Entzündungen im Mundraum (Rachenraum) sehr bewährt. Zur Behandlung einfach Arnikatinktur mit einem Wattestäbchen auf die betroffene Stelle aufbringen. Auch Tees und Öle aus Johanniskraut, Nelken oder Salbei können wirkungsvoll sein.

Behandlung bei Herpes

Bei Verdacht auf Herpes ist die Behandlung mit Virustatika nicht selbst vorzunehmen. Mundherpes bedarf immer der ärztlichen Behandlung, weil er Komplikationen nach sich ziehen kann. Herpes kann an jeder Stelle im Körper auftreten, an die die Viren aus nässenden Bläschen verschleppt werden. So können Nase und Auge befallen sein, wenn man nicht aufpasst.

Die richtige Ernährung

Mit einer entsprechenden Ernährung kann man schon viel tun.

Auch bei Bläschen auf der Zunge, die durch Tuberkulose oder eine Geschlechtserkrankung ausgelöst wurden, ist Vorsicht und ärztliche Behandlung geboten. Ob eine Laserbehandlung oder eine Operation, Antibiotika oder andere Behandlungswege Sinn machen, entscheidet der Facharzt.

Prävention und was ich selbst tun kann

Frau reinigt ihre ZungeGute Mundhygiene und eine gesunde Ernährung können Bläschen auf der Zunge vorbeugen. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

  1. Gute Mundhygiene und eine gesunde Ernährung ohne Reizstoffe sind wichtige erste Maßnahmen.
  2. Außerdem kann man Zink nehmen, um das geschwächte Immunsystem zu stärken.
  3. Pilzbefall und Candidose im Mundraum kann man vorbeugen, indem man wenig Süßes isst.
  4. Man kann Aphten gelegentlich auch als Anzeiger für eine momentane Immunschwäche ansehen. Sie können auch auf unverträgliche Lebensmittel, auf eine unverträgliche Zahnpasta mit hohem Triclosangehalt oder auf hormonelle Schwankungen hinweisen.

Vorbeugung ist immer besser

Vor allem bei Geschlechtserkrankungen gilt dieses Motto. Bei sexueller Promiskuität und ungeschütztem Oralverkehr darf man sich nicht wundern, wenn man einen Genitalherpes einfängt, der sich dann allerdings im Mundraum breit macht. Hat man den Herpesvirus erst einmal eingefangen, wird man diesen oft nie wieder los. Es nistet sich im Körper ein und schläft, bis er erneut aktiviert wird.

Man kann Herpes lediglich durch eine entsprechende Lebensweise und lysinhaltige, argininarme Ernährung in Schach halten. Da Herpesausbrüche aber durch Ekelgefühle, Immuneinbrüche, starke Sonneneinwirkung oder Stress begünstigt werden, hat man kaum eine Chance darauf, ohne neuerliche Herpesausbrüche im Mund zu bleiben. Vorbeugung ist auch bei Aphten möglich.


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