Chemotherapie

Chemotherapien sind medikamentöse Therapien gegen Krebserkrankungen in allen Stadien. Sie werden entweder vor oder nach einer operativen Entfernung zur Heilung oder zur palliativen Behandlung einer Krebserkrankung eingesetzt.

ChemotherapieEine Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie gegen Krebs. (Foto by: sudok1 / Depositphotos)

Die Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie gegen Krebserkrankungen. Sie wird vor oder nach einer operativen Entfernung des (bösartigen) Tumors eingesetzt und hemmt dessen Wachstum, geht aber auch mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einher. Dennoch hat sich die Chemotherapie als hauptsächliche wirksame Medikation gegen Krebserkrankungen etabliert, neben ihr kann auch eine Strahlentherapie zur Behandlung gewählt werden.

Die Chemotherapie wirkt, indem sie das Wachstum der Krebszellen ausbremst und dafür sorgt, dass sich der Tumor nicht weiter ausbreiten kann und idealerweise vollständig wieder aus dem Körper verschwindet. Chemotherapeutische Wirkstoffe werden entweder zur Heilung einer Krebserkrankung, zur Reduktion der Größe eines Tumors auf eine operable Ausbreitung oder zur palliativen und damit lebensverlängernden Therapie eingesetzt.

Bei der Chemotherapie handelt es sich neben der Bestrahlung um eine der hauptsächlichen Methoden zur Behandlung und Heilung von Krebserkrankungen. Sie wirkt, indem sie das Zellwachstum der Tumorzellen hemmt und dazu führt, dass er nicht mehr weiterwachsen kann.

Bei Tumoren in den Anfangsstadien kann die Chemotherapie ausreichen, um die Krebszellen verschwinden zu lassen, wobei meist Teile des Tumors operativ entfernt werden, um den Patienten zu entlasten. In den späteren Stadien kann die Chemotherapie helfen, die Größe des Tumors so weit zu reduzieren, dass er operabel wird. Wurde die Krebserkrankung als unheilbar eingestuft, kann die Chemotherapie immerhin noch lebensverlängernd wirken, indem sie das Wachstum hemmt und die Ausbreitung zumindest verlangsamt.

Durchführung und Ablauf einer Chemotherapie

Eine Chemotherapie wird meist in Blöcken verabreicht. Das bedeutet, der Patient bekommt in regelmäßigen Abständen den Wirkstoff verabreicht und legt dann eine Pause ein, in der sich der Körper erholen kann und die auch als Meilenstein zur Beobachtung des Rückgangs der Tumorgröße dient.

Im folgenden Block kann die Dosis der Chemotherapie entweder angepasst oder so belassen werden, alternativ kann auch ein neuer ergänzender Wirkstoff hinzukommen oder es wird eine gänzlich neue Strategie gewählt.

Die Chemotherapie wird intravenös verabreicht; der Patient bekommt einen so genannten Port eingesetzt, über die die Wirkstoffe direkt in den Körper eingebracht werden. Bei manchen Wirkstoffen wird das Medikament auch intravenös verabreicht, ohne dass ein Port in den Körper eingesetzt wurde - dieser Schritt geschieht in einer kurzen OP.

Je nach Wirkstoff kann es sein, dass er in der Zeit unmittelbar nach der Verabreichung der Chemotherapie gewisse Feinheiten beachten muss, bis sie vom Blutkreislauf aufgenommen und weiterverarbeitet wurde. Eine Chemotherapie zieht sich je nach Anzahl der Blöcke meist über mehrere Monate, bis entweder die beabsichtigte Besserung eingetreten ist oder festgestellt werden muss, dass eine neue Behandlungsmethode eingeschlagen werden sollte.

Chemotherapie gegen KrebsEine Chemotherapie wirkt dafür, dass sich die Krebszellen nicht weiter ausbreiten können. (Foto by: racorn / Depositphotos)

Anwendungsgebiete

Eine Chemotherapie kommt je nach Stadium der Krebserkrankung zu verschiedenen Zwecken in Frage. Auch muss vorab geklärt werden, ob eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung die richtige Methode ist, denn für manche Tumorzellen wirkt die Bestrahlung effektiver - das ist beispielsweise bei manchen Gehirntumoren der Fall.

In den frühen Stadien einer Krebserkrankung kann die Chemotherapie entweder alleine oder im Anschluss an die operative Tumorentfernung zur Verringerung des Wachstums neuer Tumorzellen führen oder auch die letzten Reste eines Tumors im Körper abtöten, die operativ nicht entfernt werden konnten. Dadurch führt die Chemotherapie letztlich zur vollständigen Heilung einer Krebserkrankung, wenn operativ genug vom Tumor entfernt werden konnte.

In den späteren Stadien kann das je nach Krebsart zwar auch noch passieren, doch in erster Hinsicht dient die Chemotherapie der Reduktion der Tumorzellen. Manchmal ist das erforderlich, um die Tumorgröße so weit zu reduzieren, dass er überhaupt operabel wird - dann kann er entfernt werden und es schließt sich eine weitere Chemotherapie an, um die übrig gebliebenen Krebszellen ebenfalls noch zu töten. Lediglich bei inoperablen Tumoren oder nach einer erfolglosen Vorbehandlung ist die Chemotherapie palliativer Art und es geht darum, das Leben des Patienten zu verlängern. Die medikamentöse Therapie verlangsamt das Tumorwachstum und zögert damit die Zerstörung lebenswichtiger Organstrukturen noch etwas hinaus.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Beschwerden

Die Wirkstoffe der Chemotherapie werden auch als Zytostatika bezeichnet, denn sie hemmen das Zellwachstum der Krebszellen - aber nicht nur dieses. Sie wirken zwar selektiv und beeinflussen die gesunden Körperzellen nur geringfügig, aber auch das wird der Patient schon deutlich bemerken. Nur sehr wenige Krebspatienten vertragen eine Chemotherapie fast ohne Nebenwirkungen.

Übelkeit und Schwindel

In erster Hinsicht kann die Verabreichung der Medikamente zu Übelkeit, Schwindel und anderen unmittelbaren Symptomen währenddessen oder danach führen. Das ist abhängig vom Wirkstoff und von der Ausbreitung der Krebserkrankung. Darüber hinaus hat jeder Wirkstoff seine eigenen Nebenwirkungen; so reagiert Oxaliplatin beispielsweise auf Kälte und kann dann zu einer Beeinträchtigung des Empfindens in den Extremitäten führen, aber auch zu schmerzhaften Ausfällen dieser Funktion.

Haarausfall und Chemo-Head

Auch Haarausfall oder der so genannte "Chemo-Head" sind häufige Nebenwirkungen - es handelt sich bei Letzterem um Konzentrationsstörungen, Sprunghaftigkeit und die Unfähigkeit, fokussiert oder schlimmstenfalls überhaupt klar zu denken. Das wohl größte Risiko bei fast jeder Chemotherapie besteht darin, dass der Wirkstoff nicht nur den Tumor schädigt, sondern auch die gesunden Gewebsstrukturen des Körpers.

Risikien

Dadurch können die Blutwerte in den Keller sinken und es kann zu bleibenden Schäden durch die Nebenwirkungen kommen, von denen sich der Krebspatient so schnell nicht mehr oder auch gar nicht mehr erholt. Im Rahmen einer Rehabilitation kann er allerdings lernen, damit besser umzugehen, oder aber die Schäden bilden sich doch noch zurück.

Gefährlich wird die Chemotherapie, wenn sie zwar zur Behandlung notwendig ist, die biochemischen Werte des Körpers aber so stark schädigt, dass eine weitere Gabe des Wirkstoffs direkten Schaden anrichten könnte.

Eine kontinuierliche Überwachung der Blutwerte vor jeder neuen Gabe des Wirkstoffs ist wichtig, um nachzuvollziehen, wie groß das Risiko durch die Gabe einer neuen Dosis wäre.

Fazit

Die Wirksamkeit der Chemotherapie selbst ist in wissenschaftlichen Studien statistisch relativ treffsicher dokumentiert und nachgewiesen. Leider kommunizieren viele Onkologen ihren Patienten auch heute noch missverständliche Erfolgsaussichten und vermitteln ihnen den Eindruck, sie hätten bessere Heilungschancen, als sie wirklich haben - oder aber sie kommunizieren so undeutlich, dass der Patient gar nicht mehr einschätzen kann, wie seine Chancen stehen.

Zunächst ist das Verständnis dafür wichtig, was die Chemotherapie wirklich bewegen kann. Handelt es sich nur um eine neoadjuvante Therapie, soll sie dazu führen, dass der Tumor eine operable Größe erreicht. Dies ist dann der Meilenstein, auf den sich der Patient konzentrieren sollte.

Grundsätzlich ist es weder für Patienten noch für die Verwandten eine schlechte Idee, den behandelnden Arzt direkt auf die Erfolgsaussichten und die Ziele einer Chemotherapie anzusprechen, denn diese Gewissheit ist wichtig und führt dazu, dass die Betroffenen die Erkrankung besser verstehen lernen.


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