Übelkeit

Das Gefühl der Übelkeit ist den meisten Menschen bereits aus eigener Erfahrung bekannt - mögliche Ursachen stellen sich dabei ebenso vielgesichtig dar wie wirksame Therapiemethoden.

Frau leidet unter ÜbelkeitUrsachen für Übelkeit können vielfältig sein. (Foto by: gpointstudio / Depositphotos)

Übelkeit wird in der Medizin auch als Nausea bezeichnet. Bei Übelkeit handelt es sich um eine Befindlichkeitsstörung, die sich im Magenbereich äußert. Während sich infolge von Übelkeit häufig Erbrechen einstellt, tritt Letzteres nicht bei jedem Betroffenen auf. Ob Übelkeit im Einzelfall mit Erbrechen einhergeht, hängt vor allem vom Brechzentrum ab, das sich im Gehirn befindet - erhält dieses Zentrum entsprechende Nervensignale durch Verdauungsorgane, so äußert sich dies in Brechreiz.

Je nach Ursache, die sich hinter Übelkeit verbirgt, kann der Betroffene Begleitsymptome wie Bauch- und Kopfschmerzen und/oder Schweißausbrüche zeigen.

Der individuelle Verlauf von Übelkeit hängt vor allem von der entsprechenden Ursache der Befindlichkeitsstörung ab - in vielen Fällen lässt das Unwohlsein nach einer gewissen Zeitspanne selbstständig wieder nach. Klingt Übelkeit nach wenigen Tagen allerdings nicht ab, so empfehlen Mediziner einen Arztbesuch, der Aufschluss über vorliegende Ursachen geben kann. Findet nach entsprechender Diagnostik eine gezielte Ursachentherapie statt, wirkt sich dies schließlich meist positiv auf das Übelkeitsgefühl aus.

Ursachen von Übelkeit

Selbstschutz des Körpers

Mögliche Ursachen von Übelkeit sind sehr vielfältig. So setzt der Körper Übelkeit beispielsweise als Form des Selbstschutzes ein: Gelangen über die Nahrungsaufnahme etwa Gifte in den Magen-Darm-Trakt (wie dies unter anderem bei Lebensmittelvergiftungen oder übermäßigem Alkoholkonsum der Fall ist), so verhindert auftretende Übelkeit eine weitere Aufnahme entsprechender Substanzen.

Widersprüchliche Informationen der Organe

Außerdem kann Nausea infolge widersprüchlicher Informationen durch Gleichgewichtsorgan und Sinnesorgane auftreten - so ist beispielsweise Übelkeit im Rahmen der Reisekrankheit unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Beine dem Gehirn keine körperliche Bewegung rückmelden, das Auge aber Bewegung registriert.

Verschiedene Erkrankungen als Ursache

In sehr vielen Fällen stellt sich Übelkeit darüber hinaus als Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung ein - hier sind etwa Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Infektionskrankheiten, Migräne oder Gehirnerschütterung zu nennen.

Schwangerschaft

Nicht zuletzt klagen auch schwangere Frauen gelegentlich über Übelkeit - im Besonderen ist dies während der ersten drei Schwangerschaftsmonate der Fall. Mediziner vermuten, dass eine entsprechende Schwangerschaftsübelkeit hormonelle Ursachen aufweist.

Untersuchungen und Diagnose

Patientengespräch

Frau leidet an ÜbelkeitBei anhaltender Übelkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Wendet sich ein Betroffener bei auftretender Übelkeit an den behandelnden Arzt, so führt Letzterer in der Regel zunächst ein Patientengespräch. Dieses Gespräch dient dem Mediziner unter anderem dazu, sich nach vorliegenden Grunderkrankungen zu erkundigen, die als Ursache der Übelkeit infrage kommen können.

Darüber hinaus informiert sich der Arzt meist über Faktoren wie Stärke und Beginn einer Übelkeit sowie mögliche Begleitsymptome wie etwa Fieber, Durchfall, Erbrechen oder Schwindel.

Schließlich kann eine Frage nach eingenommenen Medikamenten oder konsumiertem Alkohol weitere Hinweise zu den individuellen Ursachen von Nausea geben. Häufig ist ein behandelnder Arzt nach abgeschlossenem Patientengespräch in der Lage, erste Verdachtsdiagnosen zu erwägen.

Untersuchung

In einem weiteren Schritt schließen sich in der Regel körperliche Untersuchungen an, in deren Rahmen etwa der Bauch eines Patienten auf Druckschmerzen geprüft wird. Darüber hinaus kann ein Mediziner beispielsweise Darmgeräusche abhören.

Je nach Verdachtsdiagnose können bei vorliegender Übelkeit schließlich auch diagnostische Verfahren wie Ultraschall-, EKG- oder Röntgenuntersuchung, Magenspiegelung sowie Blutanalyse erfolgen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Im Rahmen der medizinischen Behandlung von Übelkeit kann zunächst zwischen ursächlichen und symptomatischen Therapieschritten unterschieden werden.

Vor allem die ursächliche Therapie orientiert sich dabei an der zuvor durchgeführten Diagnostik - hat sich die Übelkeit im individuellen Fall etwa als Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung erwiesen, so besteht eine wichtige medizinische Maßnahme in der Bekämpfung der entsprechenden Krankheit.

Eine entsprechende Ursachenbekämpfung kann darüber hinaus (bei starker Übelkeit) beispielsweise durch eine symptomlindernde Medikamentengabe ergänzt werden. So bewirken etwa sogenannte Antiemetika einen Rückgang von Übelkeit, während H1-Antihistaminika vorliegenden Brechreiz reduzieren - letztere Wirkstoffe werden bei bekannter Anfälligkeit beispielsweise auch im Vorfeld einer Reise eingesetzt, um die Symptome der Reisekrankheit zu unterdrücken.

Liegt die Ursache von Übelkeit in über die Nahrung aufgenommenen schädigenden Substanzen, so können nach ärztlicher Abwägung auch Prokinetika zum Einsatz kommen, die eine Magenentleerung nach sich ziehen. Nicht zuletzt dienen Naturheilmittel wie beispielsweise Kamille, Pfefferminze oder Ingwer nicht selten der Symptomlinderung.

Komplikationen

Zu den Anzeichen, die für mit Übelkeit einhergehende Komplikationen sprechen können, zählt beispielsweise ein anhaltendes Übelkeitsgefühl von mehr als drei Tagen bei unbekannter Ursache. Auch bei sehr häufigem Erbrechen, in dessen Rahmen auch Spuren von Blut erbrochen werden, raten Mediziner zu einem raschen Abklären möglicher Komplikationen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Ebenso vielfältig wie mögliche Ursachen einer Übelkeit gestalten sich auch entsprechende präventive Maßnahmen. Um beispielsweise einem auftretenden Übelkeitsgefühl als Schutzreaktion des eigenen Organismus vorzubeugen, empfehlen Mediziner einen bewussten Umgang mit Lebens- und Genussmitteln sowie Getränken - bei der Nahrungsaufnahme ist es danach etwa wichtig, keine verdorbenen Speisen auszuwählen und keine Mengen zu konsumieren, die den Energiebedarf übersteigen.

Vor allem Genussmittel wie Alkohol sollten dabei lediglich in Maßen aufgenommen werden. Besteht etwa eine individuelle Tendenz, auf Nervosität mit Übelkeit zu reagieren, so können sich unter anderem regelmäßige Entspannungsübungen oder Ausgleichssport vorbeugend auswirken. Bei im Einzelfall bekannter Reisekrankheit kann der behandelnde Mediziner im Vorfeld einer geplanten Reise Ratschläge bzgl. individuell geeigneter Methoden geben, die Übelkeit verhindern können.

Damit schließlich Übelkeit als Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung vermieden werden kann, raten Experten oft zu regelmäßigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen sowie (bei akuten Beschwerden) zu frühzeitigen Arztbesuchen. Mithilfe wirksamer Therapiemaßnahmen kann auftretende bzw. zunehmende Übelkeit dann häufig verhindert werden.


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