Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können in unterschiedlicher Form auftreten und auf viele verschiedene Ursachen zurückzuführen sein. Die häufigsten Ursachen sind jedoch Wassermangel, Schlafmangel, Stress oder plötzliche Wetterumschwünge.

KopfschmerzenDie häufigsten Ursachen für Kopfschmerzen sind Stress, Wettumschwünge, Wasser- oder Schlafmangel. (Foto by: Vonschonertagen / Depositphotos)

Kopfschmerzen werden auch als Cephlagie bezeichnet. Man versteht darunter bestimmte Schmerzempfindungen am bzw. im Kopf. Wenn schmerzempfindliche Kopforgane gereizt werden, kommt es zu den Schmerzen. Auslöser müssen nicht immer Krankheiten, wie beispielsweise eine Erkältung oder schlimmer eine Gehirnhautentzündung, sein. Manchmal reichen schon kleine Störfaktoren aus der Umwelt, die Cephlagie auslösen.

Das Beschwerdebild wird in zwei Arten unterteilt:

  • in primäre Kopfschmerzformen , hierbei stellt der Schmerz selbst die Erkrankung dar.
  • in sekundäre Kopfschmerzformen , dabei ist der Kopfschmerz eine Begleiterscheinung einer anderen Störung.

Kopfschmerzen werden zudem nach ihrer Art differenziert, in der Medizin sind rund 250 verschiedene Kopfschmerzarten bekannt. Zu den relativ verbreiteten Kopfschmerzarten zählen die Migräne und die Spannungskopfschmerzen.

Weitere Arten sind:

  • Cluster-Kopfschmerzen
  • Gesichtsschmerzen
  • medikamenteninduzierten Kopfschmerzen
  • das SUNCT-Syndrom
  • Kopfschmerzen als Folge von Verletzungen, Entzündungen oder Traumata.

Cephalgie zählt neben den Rückenschmerzen zu den häufigsten Beschwerdebildern innerhalb der Industrienationen. Meist leiden die Menschen unter chronischen Kopfschmerzen, die schubweise auftreten.

Ursachen für Kopfschmerzen (Cephalgie)

Ursachen der primären Kopfschmerzen

Über die genauen Ursachen von Kopfschmerzen wird immer wieder neu diskutiert. Gerade die Frage nach den Ursachen der primären Kopfschmerzen kann nicht genau beantwortet werden. Demzufolge ist eine Beseitigung der Ursachen nicht immer möglich. Die wichtigste Behandlungsmethode ist darum die Vorbeugung der Kopfschmerzen sowie die Schmerzlinderung.

Ursachen der sekundären Kopfschmerzen

Die Ursachen der sekundären Kopfschmerzen liegen im dazugehörigen Krankheitsbild und können über dieses beseitigt werden. Entsteht der Kopfschmerz zum Beispiel im Zuge einer Erkältung, so lösen sich die Kopfschmerzen auf, wenn die Erkältung gelindert werden kann.

Zahnfehlstellungen oder Kieferfehlstellungen können zu Verspannungen und damit einher zu Kopfschmerzen führen. Sekundäre Kopfschmerzen können ihre Ursachen auch in Blutungen, in einer Gehirnhautreizung oder in einem Schädel-Hirn-Trauma haben.

Als Ursachen für gelegentliche Kopfschmerzen lassen sich zusammenfassen:

  • Stress
  • Wetterumschwünge
  • Schlafmangel
  • schlecht belüftete Räume
  • Flüssigkeitsmangel
  • ein Kurz- oder Weitsichtigkeit, worüber man gar nichts weiß
  • langes Sitzen vor einem Bildschirm
  • Hormonschwankungen
  • Nikotin und Alkohol
  • Verspannungen
  • Infektionen und Entzündungen

Chronische Kopfschmerzen

Chronische Kopfschmerzen sind entweder ein eigenständiges Krankheitsbild (primäre Kopfschmerzen), mit mehr oder weniger bekannten bzw. vermuteten Ursachen. Oder sie sind ein Symptom für andere Krankheitsbilder, wie zum Beispiel für Gefäßstörungen oder Verletzungen.

Symptome von Kopfschmerzen (Cephalgie)

Wie es der Name bereits verrät, ist das Symptom des Kopfschmerzes der Kopfschmerz. Da der Schmerz allerdings in verschiedenen Formen auftreten kann, wird bei der Symptombestimmung genauer differenziert. Außerdem werden Begleitsymptome berücksichtigt.

Migräne

Bei der Migräne kommt es zu stoßartigen, heftigen und in der Regel einseitigen Kopfschmerzen, die pulsierend wahrgenommen werden. Bei körperlicher Betätigung können die Schmerzen zunehmen. Schmerzen im gesamten Kopf können auch auf Migräne verweisen. Begleitsymptome sind :

  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Licht- sowie Lärmempfindlichkeit

Viele Patienten erzählen, dass der Schmerz zuerst im Nacken wahrgenommen wird. Von dort strahlt er dann halbseitig zur Stirn hin. Hierbei ist es so, dass die Migräne den Schmerz in den Nacken projiziert.

Spannungskopfschmerzen

Frau leidet an KopfschmerzenRund 250 verschiedene Kopfschmerzarten sind derzeit bekannt. (Foto by: pressmaster / Depositphotos)

Kennzeichnend für die Spannungskopfschmerzen sind drückende oder ziehende Schmerzen, die beidseitig auftreten. Die Intensität der Schmerzen variiert zwischen leichten Kopfschmerzen und mäßigen. Bewegungstätigkeit verschlimmert die Spannungskopfschmerzen nicht. Licht- und Lärmempfindlichkeit können als Begleiterscheinung auftreten.

Clusterkopfschmerz

Den Clusterkopfschmerz erkennt man daran, dass die Schmerzen gehäuft auftreten. Es finden Schmerzattacken statt, von denen man bis zu acht Stück am Tag kriegen kann. Typischerweise treten Clusterkopfschmerzen auch in der Nacht auf. Einzelne Attacken können zwischen 20 und 180 Minuten dauern.

Oftmals treten die Schmerzen nahezu zur gleichen Stunde im Tagesverlauf auf. Ein Hinweis auf Clusterkopfschmerzen ist, wenn die Schmerzen kurz nach dem Einschlafen oder am frühen Morgen einsetzen. Der Schmerz ist halbseitig und trifft meist die Stirn- und die Augenregion. Tränende oder gerötete Augen sind als Begleitsymptome vorhanden – ebenso eine laufende Nase oder Wasseransammlungen im Augenlid. Die Clusterkopfschmerzen treten über mehrere Wochen täglich auf. Dann folgt ihnen eine Ruhephase bis zum nächsten Schub.

Untersuchungen und Diagnose

Anamnese

Eine erste Diagnose kann von dem Betroffenen selbst vorgenommen werden, indem er den auftretenden Schmerz genau beobachtet und auf sämtliche Symptome achtgibt. Ist man mit den Schmerzen beim Arzt, so wird dieser den Patienten zunächst nach dessen Krankheitsgeschichte befragen. Hierbei liegt der Schwerpunkt natürlich auf der Beschreibung der Kopfschmerzen. Während der Anamnese werden Fragen gestellt, wie: Wo sitzt der Schmerz?, Wie lang und wie intensiv sind die Kopfschmerzen?, Tritt der Schmerz unter bestimmten Umständen häufiger auf?, Seit wann sind die Kopfschmerzen da?, Gab es in der Vergangenheit schon öfters Kopfschmerzanfälle? Weiterhin wird nach zurückliegenden oder aktuellen Krankheiten gefragt.

Neurologische Untersuchung

Neben der Anamnese spielt die neurologische Untersuchung eine entscheidende Rolle, um die Art und die Ursache des Kopfschmerzes bestimmen zu können.

Bei Kopfschmerzen können fünf Diagnoseverfahren zur Anwendung kommen:

  1. eine Computertomografie des Kopfes
  2. Röntgenbilder von der Halswirbelsäule
  3. eine Angiografie zur Darstellung der Gehirngefäße
  4. die Darstellung des Gehirns durch eine Magnetresonanztomografie
  5. eine Lumbalpunktion bei einem begründeten Verdacht auf eine Entzündung des Nervensystems.

Weitere Untersuchungen

Weiterhin können fachärztliche Untersuchungen angeordnet werden, die von einem Augenarzt durchgeführt werden. Die Anwendung der Untersuchungsmethoden ist vom Einzelfall des Betroffenen abhängig.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlungsmethoden

Weil die Kopfschmerzen in ihrer Art und in ihren Ursachen äußerst verschieden sein können, gibt es auch keine einheitliche Therapie gegen Kopfschmerzen. Wenn Medikamente zum Einsatz kommen, so sind die gebräuchlichsten Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen und Propyphenazon.

Bei schweren Migräneanfällen wird medikamentös das Hormon Serotonin beeinflusst.

Als Arzneimittel haben sich Triptane etabliert. Sie wirken sofort und lindern zugleich sämtliche Begleiterscheinungen.

Gegen Spannungskopfschmerzen werden Schmerzmittel verordnet und Hinweise auf die Anwendung von Hausmitteln gegeben. Hier sind vor allem Kältepackungen für den Stirn- und Schläfenbereich empfehlenswert.

Nebenwirkungen und Komplikationen

Als Komplikationen treten vor allem die Nebenwirkungen der jeweiligen Medikamente auf. Hier ist unbedingt mit dem behandelnden Arzt abzusprechen, welches Medikament wie eingenommen werden sollte. Komplikationen sind vornehmlich dann zu erwarten, wenn eine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln durchgeführt wird. Wenn diese länger als drei Tage dauert und öfters als zehn Tage im Monat angewendet wird, dann kann dies einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz nach sich ziehen.

Hier finden Sie wirkungsvolle Yoga-Übungen gegen Kopfschmerzen:

Prävention und was ich selbst tun kann

Bei stressbedingten Kopfschmerzen sind Entspannungsverfahren das Mittel der Wahl, um kurzfristige Besserungen zu bewirken. Möchte man langfristig vorbeugen, so ist eine Umstellung des Lebensentwurfes erforderlich. Es geht darum, die Stressoren ausfindig zu machen und sie so weit wie möglich aus dem eigenen Leben zu eliminieren.

Wichtige Präventionsmaßnahmen sind:

  • Stress so gut es geht vermeiden.
  • Auf ausreichend Schlaf und genügend Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Sich gesund ernähren.
  • Eine Augenuntersuchung durchführen, um eine eventuelle Kurz- oder Weitsichtigkeit zu erkennen.
  • Sich hin und wieder eine Massage gönnen, diese löst Verspannungen.
  • Hausmittel anwenden, wie Vanille in etwas Wasser aufgelöst trinken.
  • Auch Heilpflanzen können helfen: Bitterklee, Fenchel, Thymian oder Minzöl
  • Akupressur: Massieren Sie ein paar Minuten den Punkt zwischen Zeigefinger und Daumen (an beiden Händen).
  • Auch die schönste Nebensache der Welt kann Kopfschmerzen lindern: Sex
  • Sportliche Betätigungen.
  • Der Verzicht auf Alltagsdrogen, wie Nikotin oder Koffein.

Wer lange vor Bildschirmen sitzt, sollte immer wieder Erholungs- und Entspannungspausen einlegen, um Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich vorzubeugen. Weil die Kopfschmerzen Schmerzen sind, die sehr subjektiv erlebt werden, sind auch psychologische Bewältigungsstrategien ein wichtiger Teil der Prävention. So hat man die Möglichkeit, die eigene Schmerzwahrnehmung zu verändern. Überhaupt sollte man bei Kopfschmerzen die Psyche nicht unterschätzen. Gerade wenn es sich bei dem Schmerz um eine psychosomatische Beschwerde handelt, sollte unbedingt mit der Aufarbeitung psychischer Probleme begonnen werden.


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