Fenchel: Kleine Knolle mit gesunder Wirkung

Fenchel ist schon seit Jahrtausenden als wohlschmeckendes Gemüse und Gewürz mit einer beachtenswerten Heilwirkung bekannt. Er wird unter anderem bei Magen-Darm-Beschwerden und Erkältungskrankheiten angewendet.

Heilpflanze FenchelDurch seine durchblutungsfördernde Wirkung wird Fenchel vor allem bei Blähungen angewendet. (Foto by: fotovincek / Depositphotos)

Herkunft und Beschreibung

Fenchel (Foeniculum vulgare) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, seit dem Mittelalter ist dieser in ganz Europa, Asien und in bestimmten Teilen Südamerikas und Afrikas heimisch. Bei uns hat Fenchel von Juli bis November Saison.

Die Heilpflanze gehört zur Familie der Doldenblütler. Fenchel wird bis zu zwei Meter hoch, dieser besitzt bläuliche Blätter, einen blaugrünen und gerillten Stängel und gelbliche Blüten, an denen die aromatischen Samen heranreifen (Fenchelsamen). Die Knolle besitzt eine weiß-grünliche Farbe - je heller dabei die Farbe, umso zarter das Fruchtfleisch.

Die getrockneten und reifen Früchte (Samen) sind ein beliebtes Gewürz und werden bei der Teezubereitung verwendet. Die Knolle dient zum Verzehr als Gemüse und wird gerne als Zutat für Suppen oder Salate verwendet.

Inhaltsstoffe

Fenchel besitzt ein süßliches, anisähnliches Aroma und ist sehr kalorienarm (100 Gramm roher Fenchel enthält lediglich 19 kcal).

Dafür ist die Heilpflanze aber reich an Vitamin C, Provitamin A, Vitamin B1, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin E, Vitamin K, Kalium, Eisen, Kalzium, Magnesium und Ballaststoffen.

Die wichtigsten Wirkstoffe sind die in den Fenchelsamen enthaltenen ätherischen Öle Anethol und Fenchon. Diese sind für den Geschmack, Geruch und für die Heilwirkung ausschlaggebend.

Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind: Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Citral, Citronella, Cumarine, Eugenol, Flavonoide, Fumarsäure, Kaffeesäure, Limonen, Linalool, Linolsäure, Myristicin, Psoralen, Salicylate, Thymol, Tocopherol, Trigonellin, Umbelliferon, Xanthotoxin.

Fencheltee zubereiten

Für einen gesunden Fencheltee einen Teelöffel getrocknete Fenchelsamen mit 250 ml kochend heißem Wasser übergießen, zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb abgießen.

Fencheltee wirkt besonders bei Bauchschmerzen, Blähungen, Bronchitis, Verdauungsbeschwerden oder Asthma. Zusätzlich können zu dem Tee noch Kümmel und Anis hinzugefüt werden, diese wirken ebenfalls positiv auf die Verdauung.

Gesundheitliche Wirkung von Fenchel

Fenchel besitzt eine antibakterielle, antiseptische, entspannende, harntreibende, krampflösende, schleimlösende, tonisierende, milchbildende und anregende Wirkung auf den Körper.

Anwendung bei zahlreichen gesundheitlichen Beschwerden

Bereits Hildegard von Bingen oder der heilkundige Pfarrer Sebastian Kneipp wussten von der wohltuenden und gesunden Wirkung dieser Pflanze.

Bei folgenden Beschwerden kann der Fenchel eingesetzt werden: bei Appetitlosigkeit, Bindehautentzündungen, Blähungen, Koliken bei Säuglingen, Verdauungsschwäche, Erkrankungen der Atemwege (Bronchitis, Husten, Asthma, Keuchhusten, Halsinfektionen), bei einer Erkältung, Magen- und Bauchschmerzen, Muskel- und Rheumaschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Epilepsie, Schlaflosigkeit, Insektenstiche, Herzschwäche sowie bei Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrsbeschwerden.

Fencheltee: Gut für die Verdauung

Durch seine verdauungsfördernde, durchblutungsfördernde und krampflösende Wirkung wird Fenchel gerne bei Verdauungsproblemen, Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Darmkrämpfen angewendet. Außerdem fördert dieser die Verdauung.

Hilfreich bei Erkältungskrankheiten

Fenchel wirkt schleimlösend, keimtötend und entzündungshemmend. Vor allem bei Husten, Bronchitis und bei einer verstopften Nase können Inhaltationen mit Fencheltee helfen. Dafür in 2 Liter kochendes Wasser eine Handvoll Fenchelsamen geben. Über den Tag verteilt kann 3-4 mal für je 10 Minuten inhaltiert werden.

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Fenchel in der Schwangerschaft

Schwagere Frauen sollten während der Schwangerschaft keine große Mengen an Fencheltee verzehren, denn dadurch kann die Gebärmutter stimuliert werden.

Fencheltee wirkt sehr förderlich in der Stillzeit

Mütter, die ihr Baby stillen sollten regelmäßig Fencheltee trinken, denn dieser regt die Milchproduktion an. Einige Wirkstoffe gelangen über die Muttermilch zum Baby, wobei diese die Verdauung des Babys beruhigen.

Fencheltee: Positive Wirkung auf Babys und Kleinkinder

Aber auch Babys, die nicht gestillt werden, können von der positiven Wirkung von Fencheltee oder Fenchelhonig profitieren. Babys und Kleinkinder können diesen direkt aus dem Fläschchen trinken, aber er kann auch unter dem Brei oder ein anderes Gericht gemischt werden.

Reines Fenchelöl sollte Babys und Kleinkindern nicht verabreicht werden. Dies kann zu Atemnot und Hyperaktivität führen.

Nebenwirkungen von Fenchel

In seltenen Fällen wurde beobachtet, dass Fenchel allergische Reaktionen der Haut oder der Atemwege auslösen kann.

Hier finden Sie ein tolles Rezept für geschmorten Fenchel von Sternekoch Paul Ivic:


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