Kardamom: Eigenschaften, Wirkung, Inhaltsstoffe, Anwendung sowie Nebenwirkungen

Kardamom ist als Gewürzpflanze mit vielen ätherischen Ölen in der ostasiatischen und ayurvedischen Küche sehr beliebt. In Asien ist er seit Jahrtausenden bekannt, in Europa etwa seit 1.200 Jahren. Kardamom wird gerne zum Würzen von Backwaren und Süßspeisen genutzt. Wir kennen ihn vor allem von Glühwein und Weihnachtsgebäck. Botanisch unterscheidet man zwischen schwarzem und grünem Kardamom.

KardamomKardamom ist nicht nur ein beliebtes Gewürz sondern auch eine Heilpflanze. (Foto by: tashka2000 / Depositphotos)

Gesunder Kardamom: Ursprung und Eigenschaften

Herkunft

Kardamom (lat. Elettaria cardamomum) gehört zur Familie der Ingwergewächse. Schon die alten Römer kannten die aromatischen Kardamomsamen und verwendeten sie für zahlreiche Speisen und intensiv zum Brotbacken. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Indien und kommt häufig in der ayurvedischen und Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) zum Einsatz.

Duft und Geschmack

Kardamom hat ein intensives Aroma, dieser schmeckt süßlich-scharf und erinnert etwas an Eukalyptus. Als exotisches Gewürz verfeinert Kardamom nicht nur traditionell-orientalische Gerichte, sondern auch Tees, wie zum Beispiel Minz- oder Zimtblütentee.

Aus der Küche nicht mehr wegzudenken

Das Gewürz harmoniert besonders mit Feigen, Schokolade, Datteln und Erdbeeren. Viele Backwaren erhalten erst dadurch ihren unverwechselbaren Geschmack, so zum Beispiel Zimtschnecken. Reisgerichte, Chutneys und Currygerichte bekommen nur mit Kardamom ihre ganz besondere Note.

Wirkung und Inhaltsstoffe von Kardamom

Kardamom ist nicht nur ein weltweit verwendetes Gewürz, sondern auch ein altbewährtes Hausmittel. Seit Jahrhunderten wird Kardamom gegen verschiedene Alltagskrankheiten eingesetzt.

Die wirksame Kraft der Pflanze kommt aus ihren Samen, diese enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, wie Borneol, Cineol, Terpineol, Myrcen, Limonen, Eisen und Kampfer. Diese wirken unter anderem antibakteriell und krampflösend, lösen den Schleim und regen die Durchblutung an. Somit profitiert der ganze Organismus von dieser Pflanze.

Anwendungsformen für die Gesundheit

Zur Anwendung können die Samen zerstoßen und die Speisen damit gewürzt werden. Jedoch sollte dies erst kurz vor Verwendung erfolgen. Auch als Tee hilft das Gewürz dem Körper. Äußerlich kann Kardamom als Bestandteil von Salben, Balsam und Badezusätzen angewendet werden.

Rezept für einen Kardamomtee

1 Teelöffel zerstoßenen Kardamomsamen mit 250 ml kochendem Wasser übergießen. Zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen und schluckweise trinken.

Kardamom wirkt positiv auf Magen und Verdauung

Das typische Anwendungsgebiet für Kardamom sind Verdauungsprobleme. Die ätherischen Öle der Kardamomsamen beruhigen den gestressten Magen-Darm-Trakt, lösen Krämpfe, regen die Verdauung an und helfen auch bei Blähungen. Zudem regt Kardamom die Galle und Speicheldrüse an. Auch der Appetit kann damit verbessert werden.

Wirksam bei Kopfschmerzen und Kater

Kardamom lindert Kopfschmerzen. Nach einer durchfeierten Nacht und einem Kater am Morgen kann Kardamom Linderung bringen, da er den Körper entgiftet.

Anwendung bei Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden

Da das Gewürz Bauchkrämpfe lindert, nehmen Frauen es gerne gegen Regelschmerzen oder in den Wechseljahren.

Wärmend und kreislaufanregend

Laut TCM wirkt Kardamom wärmend und regt auf natürliche Weise den Kreislauf an. So kann ein Tee mit Kardamom bei kalten Händen und Füßen helfen.

Kardamom als natürlicher Cholesterinsenker

Durch die regelmäßige Einnahme von dem beliebten Gewürz kann der Cholesterin sowie der Triglycerid-Wert gesenkt werden.

Kardamom beruhigt die Atemwege

Kardamom tut den oberen und unteren Luftwegen gut. Die schleimlösende und beruhigende Wirkung macht sich bei einer Erkältung sowie bei Husten, Halsschmerzen und bei Asthma positiv bemerkbar. Für den günstigen Einfluss ist das ätherische Öl Cineol verantwortlich, das man auch in Eukalyptus findet. Es löst den Schleim und wirkt abschwellend.

Hilfe beim Abnehmen

Das Gewürz regt den Stoffwechsel an und unterstützt den Körper somit bei der Fettverbrennung. Vor allem Bauchfett kann damit reduziert werden. Mehr Informationen über gesundes Abnehmen gibt es hier.

Wirkt gegen Mundgeruch

Kardamom hilft gegen Mundgeruch und kann eine Alkohol- und Knoblauchfahne neutralisieren.

Für einen besseren Schlaf

Ein wenig Kardamompulver in warmer Milch ist ein hervorragendes natürliches Schlafmittel.

Gut für Blase und Nieren

Dank seiner harntreibenden Wirkung kann man durch das Kauen der Samen Blasen- und Nierenerkrankungen vorbeugen.

Gut fürs Gedächtnis

Ayuverdische Lehren besagen, dass das beliebte Gewürz bei regelmäßigem Verzehr die Gedächtnisleistung verbessern kann.

Kardamom als Aphrodisiakum

In der arabischen Welt ist das Kauen von Kardamomsamen auch zur Steigerung der Libido verbreitet.

Kardamom senkt erhöhte Blutdruckwerte

Ingwer und Kardamom werden seit Tausenden Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin gegen hohen Blutdruck (Hypertonie) eingesetzt.

2009 veröffentlichte das „Indian Journal of Biochemistry und Biopyhsics“ eine Studie zur blutdrucksenkenden Wirkung von Kardamom. Dabei verabreichte man 20 Blutdruckpatienten über mehrere Wochen drei Gramm Kardamom täglich. Am Ende hatten sie nicht nur bessere Blutdruckwerte, sondern fühlten sich auch insgesamt deutlich wohler.

Weitere Anwendungsgebiete

  • depressive Verstimmungen
  • Bronchitis
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Leberleiden
  • Prostataleiden
  • Impotenz

Nebenwirkungen und wann auf das Gewürz verzichtet werden sollte

Kardamom kann man ohne Zweifel als Supergewürz bezeichnen, doch zu viel ist auch hier kontraproduktiv.

Wer Gallensteine hat, sollte keinen verwenden.

Auch in der Schwangerschaft ist der Genuss nicht ratsam. Neben Kardamom sollten Schwangere auch die Gewürze Zimt, Ingwer und Gewürznelken meiden. Grund dafür ist der hohe Anteil an Kampfer. Er wärmt den Unterleib und fördert die Durchblutung der Gebärmutter, sodass frühzeitige Wehen eingeleitet werden könnten. Wer ab und zu Zimtschnecken und Lebkuchen isst, braucht allerdings nichts befürchten.

Als Küchenkraut ist Kardamom ebenso harmlos wie Zimt oder Nelken.


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