Husten

Als Husten bezeichnet man das Ausstoßen von Luft durch die Kontraktion der Atemmuskulatur, wobei hinter einem Husten in den häufigsten Fällen eine Erkältung steckt.

HustenHusten dient normalerweise zur Reinigung der Atemwege. (Foto by: racorn / Depositphotos)

Husten (lateinisch Tussis) ist ein Abwehrmechanismus des menschlichen Körpers, mit dem die Atemwege saubergehalten werden. Bei chemischer oder mechanischer Reizung leiten Rezeptoren, die sich in den Schleimhäuten befinden, Impulse an das Gehirn weiter.

Wenn die Reizschwelle überschritten wird, tritt ein Hustenreiz auf, wodurch der Organismus Giftstoffe oder Fremdkörper aus den Atemwegen beseitigen kann, sodass deren Schädigung oder Verlegung verhindert wird.

Die menschlichen Schleimhäute sind also in der Lage, die Atemorgane vor Stoffen zu schützen, die mit der Luft in den Körper gelangen. Dieser Schutz wird durch verschiedene Zellen ermöglicht: Die Flimmerhärchen bewegen sich wellenartig in Richtung des Rachens, wohingegen die so genannten Becherzellen einen Schleim herstellen, der die Flimmerhärchen überzieht. Auf dieser Schleimschicht können Erreger oder Staubteilchen zum Rachen transportiert werden und anschließend mit Hilfe eines Hustenstoßes ins Freie gelangen.

Im Normalfall wehrt sich der Körper also nur gegen eine mögliche Erkrankung, daher sollte Husten auch nicht unterdrückt werden.

Ursachen von Husten

Die Ursachen von Husten sind sehr vielfältig und erstrecken sich von Erkältungen, Erkrankungen der Atemwege bis hin zu psychischen Krankheiten oder Erkrankungen von Magen und Herz. Wenn der Husten über einen langen Zeitraum anhält, so sollte die Ursache dafür unbedingt von einem Facharzt abgeklärt werden.

Besonders Kinder und immungeschwächte Menschen haben eine erhöhte Anfälligkeit, an einem Husten zu erkranken, da sich bei ihnen Viren leicht einnisten und einen Husten auslösen können.

Weitere Ursachen sind:

  • Überlastung und Stress
  • Chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, da auch hier die Immunabwehr geschwächt ist
  • Hohes Alter
  • Rauchen

Akuter Husten

Ein akuter Husten hält weniger als acht Wochen an, wobei die häufigste Ursache dafür eine Erkältungskrankheit ist. Zu Beginn leiden die Patienten meistens an einem Reizhusten, danach wird auch Schleim abgehustet. Gelblich-grüner Schleim weist dabei auf eine Entzündung durch Bakterien hin, weißlich-klarer Schleim hingegen deutet auf Viren hin.

Chronischer Husten

Ein chronischer Husten hält länger als acht Wochen an und muss von einem Arzt abgeklärt werden. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Asthma bronchiale: Vor allem bei einer Neuentwicklung leiden die Betroffenen meistens an einem trockenen Husten ohne Fieber.
  • Chronische Bronchitis: Davon sind zumeist Raucher betroffen.
  • Bronchiektosen: Im Falle dieser Erkrankung sind die Bronchien ausgeweitet und die Patienten husten sehr viel Schleim ab.
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung: Auch diese Erkrankung betrifft sehr viele Raucher, wobei im weiteren Verlauf zum Husten auch Atemnot und Leistungsabfall hinzukommen.
  • Lungenentzündung
  • Keuchhusten
  • Tuberkulose
  • Pleuraerguss: Darunter versteht man eine Ansammlung von Flüssigkeit hinter den Brustfellblättern, häufige Ursachen dafür können Krebserkrankungen, Lungenembolie, Leberzirrhose oder Herzschwäche sein.
  • Entzündungen der Nasennebenhöhlen
  • Gastroösophagealer Reflux: Hier wird ein Hustenreiz durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verursacht.

Symptome von Husten

Ein Husten beginnt meist mit einem Brennen in der Brust, das von einem Krankheitsgefühl und Mattigkeit begleitet wird. In der Regel greifen die Erreger auch die Rachen- und Nasenschleimhäute an, was zu Symptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Heiserkeit und Fieber führen kann.

Arten von Husten

In vielen Fällen wird beim Husten ein Sekret abgehustet, wobei man zwischen folgenden Arten unterscheidet:

  • trockenem Husten
  • produktivem Husten
  • Bluthusten

Trockener Husten

Als trockenen Husten bezeichnet man einen Husten ohne Auswurf, der durch eine Reizung der Atemwege entsteht. Ein akuter trockener Husten tritt beispielsweise bei Bronchitis, bei einer Rippenfellentzündung oder beim Einatmen von Staub oder Reizgasen auf.

Produktiven Husten

Beim produktivem Husten wird viel Schleim abgehustet, dieser tritt meist bei einer Lungenentzündung oder im späteren Stadium einer Bronchitis auf.

Bluthusten

Beim Bluthusten werden Schleim und Blut abgehustet, diese Form des Hustens tritt vor allem bei einer schweren Bronchitis, einer Lungenembolie, Lungentuberkulose oder Lungenkrebs auf.

Untersuchungen und Diagnose

Behandlung HustenEs ist ratsam, die Ursachen von Husten von einem Arzt abklären zu lassen. (Foto by: tsalko / Depositphotos)

Im Rahmen eines Gespräches wird der Arzt zunächst Dauer und Art des Hustens sowie sonstige Beschwerden erfragen. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Lunge mit einem Stethoskop abgehorcht wird.

Falls notwendig werden auch weitere Untersuchungen durchgeführt:

  • Mit Hilfe einer Blutabnahme können Entzündungen erkannt werden.
  • Röntgenuntersuchungen liefern Hinweise auf Tuberkulose, Lungenentzündung, Krebserkrankungen oder einen Pleuraerguss.
  • Lungenembolien, Lungenfibrosen oder Tumore können durch eine Computertomographie aufgedeckt werden.
  • Bei Verdacht auf eine Nasennebenhöhlenentzündung empfiehlt sich eine Ultraschalluntersuchung sowie eine Röntgenaufnaheme.
  • Durch eine Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) können unklare Lungenerkrankungen abgeklärt werden.
  • Ein Reflux lässt sich mit Hilfe einer Magenspiegelung erkennen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Das Symptom Husten kann durch verschiedenste Maßnahmen gelindert werden, wichtig ist, dass aber auch die ihm zu Grunde liegende Erkrankung behandelt wird.

Pflanzliche Wirkstoffe

Um den Hustenreiz zu unterdrücken, werden Medikamente aus der Gruppe der Antitussiva verwendet. Diese Arzneimittel enthalten zumeist pflanzliche Wirkstoffe wie zum Beispiel Spitzwegerich, Eibisch, Königskerze, Isländisches Moos, Sonnentau oder Huflattich, die die entzündeten Schleimhäute einhüllen und reizlindernd wirken.

Medikamente mit Heilpflanzen

Bei einem Husten mit sehr zähem Schleim empfiehlt sich die Einnahme von Medikamenten, die Anis, Efeublätter, Fenchel, Eukalyptusblätter, Primelwurzel, Thymian oder Süßholzwurzel enthalten, da diese eine sekromotorische und sekretolytische Wirkung haben, wodurch der Schleim dünnflüssiger und leichter abhustbar wird. Hustenstillende Medikamente sollten jedoch nur nach Aufsuchen eines Arztes eingenommen werden. Die darin enthaltenen Substanzen wirken meist direkt am Hustenzentrum im Gehirn und können den Hustenreiz oftmals so stark abschwächen, dass die Patienten den Schleim nicht mehr abhusten können.

Inhalation, Brustwickel und Einreiben

Hilfreich sind auch Inhalationen mit pflanzlichen Aufgüssen oder Meersalz. Des Weiteren können auch feuchtwarme Brustwickel bzw. das Einreiben mit einer entsprechenden Erkältungssalbe dazu beitragen, den Schleim zu entfernen.

Viel Trinken

Darüber hinaus ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen, da auch dadurch der Schleim verflüssigt wird. Dafür stehen unterschiedlichste Teesorten wie Süßholz, Thymian oder Malve zur Verfügung. Sehr gut gegen den nächtlichen Hustenreiz wirkt Honig, aber auch salzige Suppen oder Zwiebelsud können den Husten lindern.

Prävention und was ich selbst tun kann

  • Prinzipiell ist eine gesunde Lebensführung wichtig, da sie widerstandsfähiger macht.
  • Eine Ansteckung kann auch durch regelmäßiges Händewaschen verhindert werden.
  • Darüber hinaus sollte vor allem im Winter der trockenen Zimmerluft durch Luftbefeuchter oder Stoßlüften entgegengewirkt werden.
  • Bei älteren Personen oder bei Personen mit einer Abwehrschwäche ist auch eine Impfung gegen Influenza empfehlenswert, ebenso empfiehlt sich eine Impfung gegen Keuchhusten und Pneumokokken.
  • Da viele Erkrankungen der Atemwege durch Rauchen ausgelöst werden, sollte man auf Zigaretten möglichst verzichten.


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