Röntgenuntersuchung

Die Radiografie, die medizinische Röntgenuntersuchung, kann Erkrankungen im Körperinneren sichtbar machen und ist zur Diagnose vielfach unverzichtbar. Sie arbeitet mit Röntgenstrahlen, die in unterschiedlichen Dichten auf das Gewebe gelenkt wird. Da eine hohe Belastung mit Röntgenstrahlen jedoch Krebstumore verursachen kann, sollte jeder darauf achten, sie möglichst gering zu halten.

Ärztin mit RöntgenbildDie Röntgenuntersuchung ist eine unerlässliche Methode zur Diagnose von Krankheiten. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Röntgen ist eine Form der medizinischen Diagnose und wird zur Erkennung von Krankheiten genutzt. Man nennt die Röntgenuntersuchung auch bildgebendes Diagnoseverfahren.

Spezialröntgenverfahren sind die Computertomografie und die Angiografie. Unter Anwendung von Röntgenstrahlen wird ein Teil des Körperinneren sichtbar gemacht. Der Arzt durchleuchtet bestimmte Bereiche des Körpers mithilfe von Röntgenstrahlen, sodass Organe und eventuelle Missbildungen, Knochenbrüche, Tumore etc. erkennbar werden. Röntgenbilder geben erste wichtige Hinweise auf die Art der Organveränderung. Die Entdeckung der Röntgenstrahlen war für die medizinische Forschung eine Revolution und Röntgenuntersuchungen sind in vielen Bereichen heute unverzichtbar.

Durchführung und Ablauf einer Röntgenuntersuchung

Zur Durchführung einer Röntgenuntersuchung muss der Betreffende vor einem Röntgenapparat sitzen, stehen oder liegen - abhängig davon, welches Körperorgan durchleuchtet werden soll. Schwangere dürfen sich keiner Röntgenuntersuchung unterziehen, da die Bestrahlung den Fötus schädigen kann. Grundsätzlich wird der Unterleib vor einer solchen Untersuchung mit einer Bleischürze, die Strahlen abhält, geschützt. Der Röntgenassistent macht von einem benachbarten Raum aus, getrennt durch ein Sichtfenster, nun eine sekundenschnelle Momentaufnahme des gewünschten Körperbereiches. Dabei lenkt er mithilfe eines Apparates ionisierende Strahlen durch den Körper. Die Röntgenstrahlung kann mehr oder minder stark abgeschwächt werden. Ihre Intensität hängt von der Durchlässigkeit des zu untersuchenden Gewebes ab.

Bei der Röntgenuntersuchung darf sich der Patient nicht bewegen, da die Bilder sonst unscharf werden. In der modernen Röntgentechnik werden häufig Aufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln gemacht. Dazu verwendet man digitale Systeme, Röntgenfilme wie in den Anfängen der Technologie sind nicht mehr notwendig.

Anwendungsgebiete

Klassische Röntgenaufnahmen sind statische Abbilder des betroffenen Körperteils. Sie werden zum Beispiel benötigt, um Knochenbrüche feststellen zu können. Mit dieser Untersuchungsmethode lassen sich aber auch weitere Erkrankungen feststellen, wie zum Beispiel:

Die Mammografie des Brustgewebes ist eine solche klassische Röntgenaufnahme. Bei dieser statischen Darstellungsform benötigt man mindestens eine weitere Aufnahme aus einer anderen Blickrichtung. Bei der Mammografie wird eine spezielle Strahlung eingesetzt, die Brustkrebs schon in einem sehr frühen Stadium erkennbar macht. Es gibt jedoch auch Organe, die mit herkömmlichen Röntgenaufnahmen schwer zu beurteilen sind. Das sind Darm, Schilddrüse, Harnleiter und Speiseröhre. Um diese Organe sichtbar machen zu können, arbeitet der Arzt mit einem vorher verabreichten Kontrastmittel. So kann er zum Beispiel eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Nierensteine erkennen. Manche Diagnosen benötigen auch eine Serie von Röntgenaufnahmen. Diese Art der Aufnahme wird bevorzugt bei Bewegungsabläufen im Körper, also in der Speiseröhre und im Magen-Darm-Bereich, angewendet. Auch zur Strahlentherapie bei Krebs werden Röntgenstrahlen eingesetzt.

Durchführung RöntgenuntersuchungEin Nachteil der Röntgenuntersuchung ist die Strahlenbelastung. (Foto by: jovannig / Depositphotos)

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Stärkere Strahlenbelastung kann zu Krebserkrankungen führen. Außerdem kann Röntgenstrahlung die Keimzellen schädigen. Doch häufig ist der Blick ins Körperinnere unverzichtbar, denn schwere Verletzungen werden ohne diese Untersuchung nicht erkennbar. Die Strahlendosis bei einer Röntgenuntersuchung hängt auch vom untersuchten Organ ab. Viele Ärzte bemängeln jedoch, dass in Österreich zu viel geröntgt wird. Vor allem kritisieren sie die häufig durchgeführten Computertomografien (CT).

Diese Untersuchungen bringen eine erheblich größere Strahlenbelastung mit sich, weil hier viele Schichtaufnahmen der Organe gemacht werden. Kritiker vermuten, dass die häufige Nutzung der Amortisierung der teuren Geräte dient. Um unnötige Röntgenuntersuchungen zu vermeiden, sollte jeder einen Röntgenpass führen, in dem alle Röntgenuntersuchungen aufgelistet sind. Auch wenn die Strahlenbelastung real vorhanden ist, müssen Patienten immer abwägen, ob das Risiko, bei der Vermeidung einer Röntgenuntersuchung einen Tumor zu übersehen, tatsächlich eingegangen werden kann. Es ist daher sinnvoll, sich vor einem erneuten Röntgen das Urteil eines zweiten Facharztes einzuholen.

Fazit

Die Röntgenuntersuchung ist eine unerlässliche Methode zur Diagnose und wird heute in zwei Drittel aller Fälle zur Feststellung einer Krankheit genutzt. Ihr größtes Risiko ist die Strahlenbelastung. Die Strahlenintensität ist je nach untersuchtem Organ und Röntgenmethode unterschiedlich. Grundsätzlich ist die Strahlenbelastung bei medizinischen Röntgenaufnahmen relativ gering, aber nicht abzustreiten. Durch eigenverantwortliches Handeln kann der Patient die Strahlenbelastung aber so gering wie möglich halten. Die Strahlen selbst können Krebs auszulösen, daher stehen viele Fachärzte der häufigen Strahlendiagnostik kritisch gegenüber. Doch zur Früherkennung von Tumoren ist sie eine zuverlässige und notwendige Untersuchungsmethode.


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