Brustkrebs

Unter Brustkrebs (Mammakarzinom) verstehen die Mediziner alle Tumorarten, die sich im Brustdrüsengewebe bilden. Hauptsächlich sind Frauen von Brustkrebs betroffen, außerdem ist Brustkrebs der am häufigsten auftretende Krebs bei Frauen. Früh erkannt, ist Brustkrebs mit einer guten Prognose heilbar.

BrustkrebspräventionBrustkrebs ist bei einer Früherkennung gut therapierbar. (Foto by: julaszka / Depositphotos)

Brustkrebs tritt in unterschiedlichen Formen auf, er kann erblich bedingt sein oder aber auch sporadisch - also zufällig - auftreten.

Bei Brustkrebs handelt es sich um eine bösartige Wucherung der Brustdrüse. Am häufigsten mit einer Verteilung von 55% tritt der Brustkrebs im oberen rechten Quadranten der Brust auf - hier ist das Brustdrüsengewebe stärker ausgeprägt als in anderen Bereichen der Brust.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. In Österreich erkranken jährlich etwa 5000 Frauen neu an einem Mammakarzinom. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, der Anteil der Männer beträgt aber nur rund 1%.

Ursachen von Brustkrebs

Die Ursachen eines Brustkrebses sind sehr unterschiedlich. In seltenen Fällen liegt eine erbliche Vorbelastung vor, weiter sind vor allem ein allgemeiner schlechter Lebensstil oder hormonelle Gründe für die Ausbildung eines Mammakarzinoms verantwortlich.

Erbliche Vorbelastung

Erkranken Frauen einer Familie auffallend oft an Brustkrebs, so liegt die Vermutung nahe, dass die Familie erblich vorbelastet ist. Erblich bedingter Brustkrebs tritt in der Regel bereits in einem Alter zwischen 30 und 35 Jahren auf, er ist meist aggressiv, d.h. er bildet sehr schnell Metastasen.

Risikofaktoren

Weit häufiger erkranken Frauen jedoch an Brustkrebs, dessen Ursachen nicht genau fest gestellt werden können. Langzeitstudien konnten jedoch einige Risikofaktoren ausmachen, die das Auftreten eines Mammakarzinoms begünstigen.

Dazu gehören übermäßiger

  • Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • eine ungesunde, besonders fettreiche Ernährung
  • Bewegungsmangel

Außerdem scheint eine späte Schwangerschaft (jenseits des 30. Lebensjahres) oder Kinderlosigkeit ebenso ursächlich zu sein wie ein sehr frühes Einsetzen der Regelblutung. Auch ein sehr spätes Einsetzen der Wechseljahre kann für Brustkrebs verantwortlich sein. Zweifelsfrei fest steht, dass das die zunächst gutartige Vermehrung von Drüsenläppchen und Bindegewebe in der weiblichen Brust ursächlich für die Bildung eines Mammakarzinoms ist.

Symptome von Brustkrebs

Eine Brustkrebserkrankung verläuft zunächst symptomfrei, die Betroffene verspürt keine Schmerzen. Um ein Mammakarzinom frühzeitig zu erkennen, wird jeder Frau empfohlen, die Brust in regelmäßigen Abständen selbst zu untersuchen. Fühl- und sichtbare Veränderungen können eine Hinweis auf eine mögliche Brustkrebserkrankung sein.

Zu den Anzeichen gehören:

  • Verhärtungen oder Knoten, die bisher nicht ertastbar waren
  • plötzlich feststellbarer Größenunterschied der Brüste
  • deutliche Einziehungen der Haut und/oder der Brustwarze
  • sonstige Veränderungen der Brust; insbesondere dann sichtbar, wenn die Frau die Arme seitlich ausstreckt
  • deutliche sichtbare Hautverfärbungen im Bereich der Brustwarzen
  • Absonderungen (Eiter, Blut, anderes Sekret) aus der Brustwarze
  • geschwollene und tastbare Lymphknoten im Bereich der Achselhöhle, für die es keine anderen Erklärung gibt (beispielsweise eine Erkältung)

Sollte eine Frau beschriebene Anzeichen feststellen, sollte sie zur weiteren Abklärung umgehend einen Arzt aufsuchen.

Untersuchungen und Diagnose

MammografieEine Mammografie sollte als regelmäßige Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen werden. (Foto by: SimpleFoto / Depositphotos)

Um eine endgültige Diagnose stellen zu können, wird der Arzt zunächst Fragen zur Krankengeschichte der Frau stellen (Anamnese).

Er wird dann die Brust abtasten, um Veränderungen des Brustgewebes festzustellen.

Anschließend folgt eine Ultraschall- und/oder eine Röntgenuntersuchung (Sonographie bzw. Mammographie). Auf dem Röntgenbild kann der Arzt gesundes Gewebe von bösartigem unterscheiden. Er erkennt außerdem Kalkablagerungen, die sich in den Milchgängen jeder Frau bilden und zu einem Mammakarzinom werden können.

Eine Ultraschalluntersuchung kann die Ergebnisse der Mammographie stützen. Erhärtet die Ultraschall- bzw. die Röntgenuntersuchung den Verdacht auf Brustkrebs, wird im Anschluss eine Biopsie durchgeführt. Der Arzt entnimmt mit einer Nadel etwas von dem fraglichen Gewebe. Der Eingriff erfolgt ambulant mit einer örtlichen Betäubung. Ein Pathologe untersucht das Gewebe und kann Aussagen darüber machen, ob tatsächlich ein bösartiger Tumor vorliegt, um welchen Tumortyp es sich handelt und ob der Tumor aggressiv ist.

Besteht der Verdacht, dass der Krebs bereits gestreut und andere Organe oder Knochen befallen hat, werden weitere Untersuchungen vorgenommen. In der Regel werden Organe, etwa die Leber, die Niere und die Lunge geschallt und die Knochen nuklearmedizinisch untersucht. Liegen alle Untersuchungsergebnisse vor, kann der Arzt gemeinsam mit der Patientin entscheiden, welche Therapie versucht werden soll.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Ausschlaggebend dafür, welche der unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten in Frage kommen, sind

  • die Größe des Tumors
  • die grundsätzlichen Gewebeeigenschaften
  • die bereits vorhandene Metastasenbildung,
  • die Hormonrezeptoreigenschaften des Tumors
  • der Menopausenstatus der Frau (letzte Regelblutung erfolgt oder nicht)

Operation

Meist erfolgt zunächst eine Operation der betroffenen Brust. Der Chirurg wird in diesem Eingriff das komplette tumorbelastete Gewebe entfernen. Je nach Größe und Lage des Geschwulstes kann eine Amputation der Brust vermieden werden, in Einzelfällen ist eine Mastektomie jedoch angezeigt.

Strahlentherapie

Im Anschluss erfolgt meist eine Strahlentherapie, welche noch vorhande Tumorzellen schädigen und somit am weiteren Ausbreiten hindern soll. Entweder begleitend (adjuvante) oder bereits vor der Operation (neoadjuvante) wird die Patientin mit einer Chemotherapie behandelt.

Zytostatika

Die Einnahme der Zytostatika hemmt die Vermehrung der Krebszellen bzw. hindert sie am Wachsen. Wird eine Chemotherapie vor einer Operation durchgeführt, soll sie den Tumor zunächst verkleinern, um ihn dann operativ entfernen zu können. Zytostatika verursachen unangenehme Nebenwirkungen wir Haarausfall und Übelkeit. Im Laufe der letzten Jahre sind die Medikamente jedoch permanent weiter entwickelt worden, so dass die Nebenwirkungen etwas abgeschwächt werden konnten.

Wiederaufbau der Brust

Brustkrebs ist - sofern er frühzeitig erkannt wird und es sich nicht um eine besonders aggressive Form handelt - mit einer recht guten Prognose heilbar. Frauen, die sich einer ganzen oder einer teilweisen Brustamputation unterziehen mussten, leiden aber nicht selten psychologisch an diesen Folgen. Sofern die Frau das wünscht, kann unmittelbar im Anschluss an die Amputation (oder auch Jahre später) ein Wiederaufbau erfolgen.

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten des Wiederaufbaus:

  • die Rekonstruktion mit eigenem Fettgewebe, das der Patienten an anderer Stelle entnommen wird
  • mit einer Prothese, bestehend aus einem mit Kochsalzlösung bestehendem Kunststoffkissen.

Welche Variante gewählt wird, hängt im Wesentlichen von den Wünschen der Frau ab.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention BrustkrebsFrau sollte ihre Brust in regelmäßigen Abständen selbst abtasten, um bei Veränderungen zu reagieren. (Foto by: OtnaYdur / Depositphotos)

Präventiv kann eine Frau einiges tun, um einen möglichen Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und damit die Heilungschancen erheblich zu verbessern. Dazu zählen

  • das regelmäßige Selbstabtasten
  • das Beobachten der Brust
  • regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Gynäkologen

Ob darüber hinaus regelmäßige Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen wahrgenommen werden sollten, sollte die Patienten mit ihrem Frauenarzt besprechen.

Besteht eine familiäre Häufung von Brustkrebserkrankungen, sollte die Frau unbedingt eine genetische Abklärung anstreben. Sollte ein Gendefekt, der den Ausbruch eines genetisch bedingten Brustkrebses wahrscheinlich macht, vorliegen, kann die Frau über eine prophylaktische Entfernung des Brustgewebes nach denken. Auch hierüber beraten die niedergelassenen Frauenärzte.

Frauen können sich aber auch an jedes Brustberatungszentrum wenden; in Österreich gibt es inzwischen 50 solcher Zentren. Die Adressen und Sprechzeiten sind im Internet abrufbar.

Hier finden Sie noch ein kurzes Video über die Pink Ribbon Organisation in Österreich:


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