Die Menstruation (Regel, Periode)

Die Menstruation begleitet alle Frauen im fruchtbaren Alter. Für manche junge Mädchen ist sie ein sehnsüchtig erwartetes Zeichen von Weiblichkeit, für die anderen eher eine monatliche Last. Was sich während der Menstruation genau im Körper abspielt, wissen allerdings die wenigsten. Denn die Vorgänge, die hormonell bestimmt sind, sind hochkompliziert.

MenstruationDer weibliche Menstruationszyklus dauert 28 Tage. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Zu der allerersten Menstruation (auch Menarche genannt) kommt es bei Mädchen im Pubertätsalter. Der durchschnittliche Zeitpunkt der Menarche liegt bei etwa 12 Jahren und kann individuell abweichen.

Die Blutung, die meist noch schwach ist, zeigt an, dass die Geschlechtsreife und damit die Zeit der weiblichen Fortpflanzungsfähigkeit eingetreten ist. Mit der Zeit entwickelt sich der sogenannte Menstruationszyklus, der normalerweise bei 28 Tagen liegt, aber auch um einige Tage abweichen kann, was auch völlig unbedenklich ist, denn jeder Mensch und jede Frau ist eben ein einzigartiges Wesen. Zusammengezählt hat jede Frau ca. 500 Regelblutungen in ihrem Leben.

Die Flüssigkeit, die bei der Menstruation aus der Scheide fließt, besteht aus Blut aus der Gebärmutter und kleinen Gebärmutterschleimhautpartikeln. Die Menstruation dauert vom ersten bis zum letzten Tag gerechnet zwischen 5 und 8 Tagen - auch das ist individuell verschieden und nicht besorgniserregend.

Wenn eine Frau in die Wechseljahre kommt, tritt die Menopause ein, die Menstruation wird schwächer und klingt allmählich ab. Von der Menopause sind Frauen zwischen dem 55. und 65. Lebensjahr betroffen. Mit dem Ende der Menstruation kann auch keine Fortpflanzung mehr stattfinden.

Was passiert während der Menstruation im Körper?

Erste Zyklushälfte (Follikelphase)

Die weiblichen Eierstöcke sind dazu da, Eizellen zu erzeugen, die beim Geschlechtsverkehr befruchtet werden können. Die Eier reifen jeweils heran, wenn der Eierstock stimuliert wird, und zwar durch hormonelle Vorgänge im Körper, die ganz automatisch vonstatten gehen.

Der Eisprung

Jeweils zur Mitte des Menstruationszyklus, beim sogenannten Eisprung, wird eine Eizelle reif, die sich sodann vom Eierstock löst und auf ihre vorbestimmte Reise geht. Beim Eisprung kann manchmal ein leichtes Ziehen im Unterleib wahrgenommen werden. Die Eizelle wandert auf ihrer Reise durch den Eileiter bis in die Gebärmutter hinein.

Zweite Zyklushälfte (Lutealaphase)

Sofern die Eizelle nicht gerade befruchtet wird (was relativ selten vorkommt) und sich damit in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, wird diese Schleimhaut automatisch abgebaut und herausgespült. Mit der Blutung, Menstruation oder Regel, wie sie auch oft bezeichnet wird, verliert jede Frau jedes Mal ca. 150 Milliliter Blut und die Schleimhaut wird wieder aus dem Körper heraustransportiert.

Beschwerden, die vor oder während der Menstruation auftreten können

PMS-Syndrom

Vom prämenstruellen Syndrom (PMS) ist jede zweite Frau betroffen, die Beschwerden können Frauen in ihrem Alltag sehr stark einschränken. Die Symptome treten einige Tage vor dem Einsetzen der Menstruation ein. Folgende Beschwerden können dabei auftreten:

  • Stimmungsschwankungen
  • Anschwellen des Bauches
  • Brüste, die schmerzen und spannen
  • Wassereinlagerungen
  • Kopfschmerzen
  • Unwohlsein
  • Blähungen

Sind die Beschwerden sehr intensiv, ist eine Behandlung empfehlenswert. Hormonelle Verhütungsmethoden unterdrücken den Zyklus, was die Beschwerden von PMS mildern. Heilpflanzen wie Mönchspfeffer, alternativmedizinsiche Behandlungsmethoden wie Homöopathie und Akupunktur können ebenso die Beschwerden mildern.

Regelschmerzen

Ein verbreitetes Problem bei der Menstruation ist, dass Frauen während der Regelblutung häufig an Unterleibsschmerzen bzw. Krämpfen leiden.

Auch zu Übelkeit, Beinschmerzen, Lendenschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Durchfall und zu Stimmungsschwankungen oder Müdigkeit kann es während der Menstruation kommen. Bei Regelschmerzen können folgende Hausmittel Linderung verschaffen:

  • Pflanzliche Mittel
  • Ausreichend Bewegung
  • Entspannung
  • Das Auflegen einer Wärmflasche

Eisenmangel

Frauen sollten darauf achten, dass sie aufgrund des monatlichen Blutverlustes (insbesondere bei starken Blutungen) nicht an Eisenmangel leiden. Eine unregelmäßige, zu schwache oder zu starke Blutung kann ebenfalls Sorgen bereiten. Im Zweifelsfall sollten Frauen Rat bei ihrem Gynäkologen suchen.

MenstruationsbeschwerdenUnterleibsschmerzen und Krämpfe sind während der Menstruation keine Seltenheit. (Foto by: Vadymvdrobot / Depositphotos)

Tipps, um die Menstruationstage angenehm zu gestalten

  • Auf koffeinhaltige Getränke, wie Kaffee, Tee, Cola oder Kakao sollte während der Menstruation verzichtet werden.
  • Der Salzkonsum sollte reduziert werden.
  • Stress sollte während "der Tage" vermieden werden.
  • Sport ist zwar auch während der Menstruation erlaubt, jedoch sollte man sich dabei nicht zu sehr anstrengen.
  • Eine Wärmeflasche oder ein Kirschkernkissen auf dem Bauch aufgelegt, sorgt für Entspannung der Muskeln. Auch warme Getränke sind wohltuend.
  • Sex während der Periode kann in manchen Fällen Bauch- und Kopfschmerzen lindern.
  • Bei starken Schmerzen während der Menstruation können schmerzstillende Medikamente Abhilfe schaffen, jedoch sollte vor Einnahme ein Arzt konsultiert werden.

Was tun wenn die Regel ausbleibt?

Wenn die Menstruation nicht zu ihrem Zeitpunkt, verspätet oder gar nicht eintritt, heißt das noch lange nicht, dass eine Schwangerschaft vorliegt.

Auch andere Faktoren können Einfluss auf das Zyklusverhalten haben:

  • Stress
  • eine mangelhafte Ernährung 
  • Leistungssport
  • berufliche oder familiäre Ereignisse
  • Untergewicht
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten
  • chronische Erkrankungen
  • Klimawechsel

Die richtige Hygiene

Manche Mädchen und Frauen trauen sich nicht, während der Menstruation Sport zu betreiben oder haben Angst, dass andere etwas riechen könnten. Diese Ängste sind bei den heutigen Hygieneprodukten unbegründet. Auch ist das Menstruationsblut nicht "schmutzig", sondern ganz natürlich und kein Krankheitsanzeichen - ganz im Gegenteil.

Während der Menstruation heißt es jedoch besonders gründlich zu sein, was die Hygiene im Intimbereich angeht.

Binden, Tampons oder Menstruationstasse?

Binden

Diese legt man in den Slip und sollten mehrmals täglich gewechselt werden. Sie haben auf der Unterseite einen Klebestreifen, damit sie nicht verrutschen können, und frau somit auch sportlich aktiv sein kann. Binden gibt es in jedem Drogeriemarkt in verschiedenen Formen und Größen. Der Vorteil ist, dass sie, auch für junge Mädchen, einfach in der Handhabung sind. Ein Nachteil ist jedoch die mögliche Geruchsentwicklung, wenn sie nicht rechtzeitig gewechselt werden.

Tampons

Tampons fangen das Blut schon im inneren des Körpers auf, deshalb kommt es nicht so schnell zu einem unangenehmen Geruch und auch für Frauen, die gerne während ihrer Periode schwimmen, sind sie gut geeignet. Da der Tampon in die Scheide eingeführt wird, erfordert dies am Anfang Übung und viele Frauen empfinden ihn als störend.

Menstruationstasse

Eine weitere Hygienemaßnahme ist die sogenannte Menstruationstasse. Dabei handelt es sich um ein kleines trichterförmiges Gefäß, etwa 5 cm groß und wird meist aus Silikon hergestellt. Am Ende der Tasse befindet sich ein kleiner Stab, mit dem die Menstruationstasse wieder entfernt werden kann. Diese sogenannte "Tasse" wird wie ein Tampon in die Scheide eingeführt, jedoch fängt sie die Flüssigkeit auf, der Tampon saugt sie auf. Der Vorteil ist, dass sie sehr hygienisch und umweltfreundlich ist, denn die Menstruationstasse wird nach Gebrauch ausgeleert, kann wieder abgewaschen werden und ist für den nächsten Gebrauch bereit.

Hier finden Sie eine Anleitung, wie man die Menstruationstasse richtig benützt:

Fazit

Die Menstruation ist ein grundlegender Bestandteil des weiblichen Zyklus, ohne den es keine Fortpflanzung gäbe. Der natürliche Vorgang geht aufgrund von körpereigenen Hormonen ganz automatisch im Inneren vonstatten. Je älter die Frau wird und je besser sie ihren Körper kennt, desto besser kann sie mit den monatlichen Veränderungen umgehen.

Die erste Monatsblutung findet bei Mädchen irgendwann in der Pubertät statt. Der genaue Zeitpunkt ist genauso verschieden wie die Zyklusdauer und die Dauer und Stärke der einzelnen Blutungen.

Sofern Gründe zur Beunruhigung vorliegen, sollte der Gynäkologe dazu befragt werden. Viele Sorgen und Ängste, die sich seit eh und je um das Thema Menstruation ranken, sind völlig unbegründet. Frauen können sich während "ihrer Tage" genauso viel bewegen wie sonst auch - außer lästige Unterleibsschmerzen hindern sie daran. Moderne Hygieneprodukte sorgen dafür, dass normalerweise von außen nichts zu sehen und zu riechen ist.


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