Rückenschmerzen

Bei Rückenschmerzen handelt es sich gegenwärtig bereits um eine Volkskrankheit. Nach Infekten gehen die Menschen mit Rückenschmerzen am zweitäufigsten zu einem Arzt. Chronisch sind Rückenschmerzen dann, wenn sie länger als zwölf Wochen hintereinander anhalten. Rückenschmerzen sollten niemals bagatellisiert werden, denn die Schmerzen können sich mit der Zeit verstärken.

Rückenschmerzen Bis zu 80% der Bevölkerung sind von Rückenschmerzen betroffen, viele aus beruflichen Gründen. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was sind Rückenschmerzen
    Rückenschmerzen können von einem Hexenschuss, über den Schmerz im Ischias, bis zu chronischen Rückenschmerzen an diversen Stellen reichen.
  • Symptome
    Typisch sind ein steifer Rücken am Morgen oder Abend, Abgeschlagenheit, und eine andauernde Anspannung entlang der Wirbelsäule.
  • Ursachen
    Die Ursachen sind sehr weitreichend von Verletzungen, über Abnutzungen, Entzündungen, bis hin zu Tumoren.
  • Behandlung
    Die Behandlungen sind sehr abhängig von der Lokalität der Schmerzen. Oft helfen Therapien, Massagen, Entspannungsübungen, oder in seltenen Fällen Operationen.
  • Mögliche Komplikationen
    Dauern Rückenschmerzen länger als 12 Wochen an, könnte es sich um chronische Schmerzen handeln.
  • Vorbeugung
    Wichtig sind viel Bewegung und Vermeidung von Überanstrengung des Rückens, das richtige Anheben von Schweren Gegenständen, sowie das richtige Sitzen am Arbeitsplatz.

Wann spricht man von Rückenschmerzen?

Bei Rückenschmerzen handelt es sich um Schmerzzustände, die an unterschiedlichen Stellen des Rückens auftreten können. Da der Rücken mit vielen Nerven versorgt wird und während eines Lebens Verschleißerscheinungen auftreten können, ist es für den behandelnden Arzt oft schwer, die Ursache zu diagnostizieren.

Bis zu 80% der Bevölkerung sind von Rückenschmerzen betroffen, viele aus beruflichen Gründen.

Unterschieden werden

  • ein radikulärer Schmerz - eine Nervenwurzel wird gereizt, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps)
  • und ein pseudoradikulärer Schmerz - Veränderungen in kleinen Gelenken der Wirbelsäule

Weitere Unterschiede bei Rückenschmerzen sind:

  • Ein plötzlich auftretender Rückenschmerz: Hexenschuss (Lumbago)
  • Ein chronischer Rückenschmerz: anhaltende Schmerzen über eine Dauer von mehr als drei Monaten
  • Ein Beinschmerz (Ischias)
  • Schmerzen in den Beinen und Kreuzschmerzen (Lumboischialgie)

Der Großteil der Rückenschmerzen entsteht im Lendenbereich, danach folgen Beschwerden in der Hals-Nacken-Region. Auch bei Bandscheibenvorfällen treten die meisten Fälle in der Lendenregion auf. Da Rückenschmerzenpatienten durch Kur- und Invaliditätsanträge dem Staat enorme Kosten verursachen, ist die Rehabilitation keine reine medizinische Aufgabe, sondern auch eine volkswirtschaftliche.

Die Ursachen für Rückenschmerzen

Die Ursachen für Rückenschmerzen können körperlich (organisch), psychosomatisch und Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen der Wirbelsäule sein.

Organische Ursachen können sein:

  • Verletzungsbedingte Ursachen wie ein Schleudertrauma
  • Tumore wie ein Neurinom
  • Stoffwechselveränderungen, wie eine Nervenentzündung (bei Diabetikern)
  • Vergiftungen (Entgiftungen), wie ein Schmerzmittel- oder Alkoholentzug
  • Entzündungen, zum Beispiel eine Entzündung der Bandscheibe
  • Eine Degeneration oder Abnutzung, wie Osteoporose
  • Ursächlich Gefäße, wie Durchblutungsstörungen im Rückenmark
  • Mechanische Ursachen, wie ein eingeklemmter Nerv
  • Nach Operationen eintretende Veränderungen
  • Angeborene Erkrankungen wie eine Spina bifida (offener Rücken)

Als Ursache gelten auch Fehlhaltungen und Fehlbelastungen, die durch unbewusste Kompensationen wiederum zu Fehlhaltungen aufgrund angespannter Muskeln führen können. Folge kann ein Bandscheibenvorfall sein.

Auch psychosomatische Ursachen können zu Rückenschmerzen führen. So haben Menschen, die ihre Gefühle wie Trauer oder Wut voll ausleben, ein wesentlich geringeres Risiko an Rückenschmerzen zu leiden.

Die Symptome von Rückenschmerzen

Anfangs werden die Symptome für Rückenschmerzen nicht erkannt oder nicht ernst genommen. Diese sind:

  • Ein steifer Rücken und Gelenke am Morgen
  • Eine Abgeschlagenheit
  • Eine Anspannung

Diese Symptome halten bald über längere Zeit an und sie verstärken sich. Hinzu kommen:

  • Ein plötzlich auftretender Schmerz im Rücken (Lumbago)
  • Kreuzschmerzen (Wurzelreizsyndrom - Lumboischialgie), die bis in die Beine reichen
  • Ein Bandscheibenvorfall, damit verbunden sehr starke Schmerzen

Oft sind auch verspannte Muskeln Auslöser für Rückenschmerzen.

Die Behandlung von Rückenschmerzen

Behandlung Rückenschmerzen Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können Linderung bei Rückenschmerzen verschaffen. (Foto by: monkeybusiness / Depositphotos)

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Rückenschmerzen sind vielfältig und richten sich nach der Ursache und der Schwere der Erkrankung. Mögliche Behandlungen können sein:

Hier eine Zusammenfassung von möglichen Therapien:

  • Wärmebehandlungen – Bäder mit Kräuterzusätzen, warme Güsse, Sauna, warme Kompressen und Wärmepackungen, Wärmepflaster und Wärmeumschläge
  • Medikamentöse Behandlung – Schmerzmittel: Rheumamittel ohne Kortison (NSAR), spritzen von Schmerzmitteln direkt in die betroffene Stelle, Johanniskraut bei stressbedingtem Schmerz
  • Akupunktur – die chinesische Medizin nimmt eine wichtige Stellung in der Heilung von Rückenschmerzen ein
  • Massagen – eine Massage kann sehr entspannend sein, besonders Shiatsu und Reflexzonenmassagen erweisen sich als hilfreich bei Rückenschmerzen
  • Sport und Entspannungsübungen – spezielle Sportarten wie Rückenschwimmen oder sanftes Joggen und längere Spaziergänge sind optimal, diverse Entspannungsverfahren abwechselnd mit Bewegung sind sehr hilfreich und effektiver als Bettruhe
  • Rückenschule – gezieltes Erlernen der richtigen Haltung und rückenschonender Bewegungsabläufe
  • Physiotherapie – Stärkung der Rückenmuskulatur
  • Operationen – selten notwendig, heute werden vor allem minimalinvasive Verfahren angewandt
  • Verhaltenstherapien – sind wichtig, um den Patienten aus ihrer sogenannten Schmerzspirale heraus zu helfen

Der Verlauf von Rückenschmerzen

In den meisten Fällen ist der Verlauf von Rückenschmerzen harmlos, oft verschwinden die ersten Beschwerden spontan. Doch bei vielen Betroffenen treten die Beschwerden wieder auf. Halten die Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen an, werden sie als chronisch bezeichnet.

Kann man Rückenschmerzen vorbeugen?

Grundsätzlich kann man Rückenschmerzen durch bestimmte Maßnahmen vorgebeugen. Dazu gehören:

  • Ausreichend Bewegung, wie Schwimmen, Walken, Radfahren, dazwischen Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Meditation
  • Rückenschule (Angebote bei Fitnesscentern oder Physiotherapeuten, etc.)
  • Übergewicht besser vermeiden, das belastet den Rücken sehr
  • Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen verfügen über beste Informationen und viele Tipps sowie die weiteren Ansprechpartner wie Rückenschulen oder Masseure. Auch gute Fachliteratur hilft weiter. Unerlässlich bleibt ein Besuch beim Arzt, um die Ursache der Rückenschmerzen zu ergründen und entsprechend behandeln zu können.

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ICD-10: M54 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 11.11.2009
Überarbeitet am: 29.06.2020

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User Kommentare

lisade
lisade am 24.09.2016 um 15:14 Uhr

Ich arbeite in einem Büro, überwiegend sitzende Tätigkeit. Von daher habe ich leichte Rückenprobleme und
immer wieder mit Verspannungen im oberen Rücken, zwischen den Schulterblättern. Da ich anfangs mit Massagen
versucht habe meine Verspannungen zu lösen, diese jedoch auf Dauer auch etwas teuer wird, bin ich durch meinen damaligen Physiotherapeuten auf den
Twinball gekommen. Seit dem bin ich absolut überzeugt davon. Meine Verspannungen und auch meine
Körperhaltung haben sich deutlich verbessert. Klar, am Anfang tut es scheiße weh, bis sich die Faszien
lösen. Jetzt ist es Genuss pur. Fast täglich wird gerollt.

twinball: www.twinball.jimdo.com/

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