Skoliose

Skoliose bezeichnet eine häufig vorkommende Deformation der Wirbelsäule, die man meist deutlich an einer Fehlhaltung erkennt. Das führt zu häufigen Verspannungen und auch Schmerzen.

Skoliose Oftmals wird versucht die Skoliose mit einer schiefen Haltung auszugleichen. (Foto by: starast / Depositphotos)

Schnellübersicht

  • Was ist Skoliose
    Skoliose bezeichnet eine Deformation der Wirbelsäure, bei der es zu seitlichen Verkrümmungen des Rückgrats kommt.
  • Ursachen
    In den meisten Fällen ist die Ursache unbekannt. Genetische Veranlagungen sind jedoch möglich.
  • Symptome
    Nicht immer verursacht eine Skoliose Schmerzen. Jedoch kommt es zu sichtbaren Fehlhaltungen wie schiefen Schultern oder einem schiefen Becken.
  • Behandlung
    Mögliche Behandlungen reichen von Krankengymnastik, über ein Korsett zur Stabilisierung bis hin zu Operationen an der Wirbelsäule.
  • Komplikationen
    Bei starken Verkrümmungen der Wirbelsäule, kann es zu Auswirkungen auf die Lunge und die Atmung kommen.
  • Vorbeugung
    Leider lässt sich Skoliose kaum vorbeugen. Wichtig jedoch ist die rechtzeitige Erkennung, vor allem bei Kindern.

Ursachen von Skoliose

Krümmungen selbst sind noch kein Grund zur Sorge. Die menschliche Wirbelsäule krümmt sich im Normalzustand mehrmals nach vorne und auch zur Seite, die dem dynamischen Aufbau dient um beweglich und flexibel zu sein.

Nur in den seltensten Fällen ist die Verkrümmung bereits angeboren, jedoch können genetische Faktoren sehr wohl einen Einfluss auf spätere Verkrümmungen haben. In weit über der Hälfte aller Fälle ist es sogar unklar, wodurch die Verkrümmung ausgelöst wird. Diese werden als primäre Skoliose bezeichnet. Unterschieden wird sie in infantile, juvenile und adoleszente Skoliose.

Sekundäre Skoliose jedoch hängt oftmals mit Erkrankungen des Nervensystems oder der Muskulatur zusammen. Mögliche äußere Einwirkungen, welche eine Skoliose auslösen können, sind jedoch auch:

Symptome von Skoliose

Nicht immer muss Skoliose auch mit Schmerzen verbunden sein. Dennoch können sie im Bereich des Rückens, der Schultern, im Nacken, aber auch im Knie und Fußgelenken Schmerzen auslösen. Auch Kopfschmerzen werden häufig durch die Skoliose ausgelöst.

Anzeichen für eine Skoliose wären:

  • schiefe Schultern
  • ein hervorstehendes Schulterblatt
  • ein schiefes Becken
  • ungleichmäßiger Brustkorb
  • Rippenbuckel

Diagnose und Untersuchungen

Eine Diagnose beginnt meist mit einem Gespräch über schmerzende Stellen und die Häufigkeit sowie Intensität dieser Schmerzen. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, die vor allem die Körperhaltung und die betroffenen Stellen genauer betrachtet.

Dabei wird der Vorbeugetest (auch Adams-Test genannt) durchgeführt, der welchem der Verlauf der Wirbelsäure durch das Bücken nach Vorne genauer betrachtet werden kann.

In manchen Fällen wird auch eine Röntgenaufnahme zur Sicherheit aufgenommen um keine Fehlstellung zu übersehen. Für diese Aufnahme wird ein Bild des ganzen Oberkörpers bis zu Becken in seitlicher Sicht aufgenommen um die Winkel der Verkrümmung bestmöglich messen zu können.

Verkrümmungen treten dabei von leicht bis schwer auf und werden nach dem Cobb-Winkel gemessen.

  • leichte Skoliose: weniger bis 20 Grad nach Cobb
  • mittelschwere Skoliose: 20 bis 50 Grad nach Cobb
  • schwere Skoliose: 50 Grad oder mehr nach Cobb

Sollten jedoch andere Krankheiten zu Grunde liegen, müssen weitere Untersuchungen spezifisch zu diesen durchgeführt werden.

Behandlungen und mögliche Komplikationen

Wie die Behandlung ausfällt, hängt von einigen Faktoren ab, wobei der Grad der Verkrümmung dabei sicher der wichtigste ist.

Ebenfalls wichtig sind jedoch auch:

  • Alter
  • Wachstumsschübe
  • Zustand der Wirbelsäule
  • weitere Symptome

Mögliche Behandlungen reichen dann von einer Beobachtung, Gymnastik, einem Korsett bis zu operativen Eingriffen.

Skoliose Eine leichte Skoliose kann meist mit einer gezielten Krankengymnastik therapiert werden. (Foto by: photographee.eu / Depositphotos)

Beobachtung und leichte Gymnastik

Wird die Skoliose bereits im Kindesalter festgestellt und und noch als leicht eingestuft, so kann dieser oftmals mit einfachen krankengymnastischen Übungen entgegen gewirkt werden. Überdehnte Muskeln werden dabei gedehnt und gestärkt. Dabei wird immer wieder die Entwicklung der Wirbelsäure in regelmäßigen Abständen untersucht und beobachtet.

Rückenkorsett

Diese Behandlung wird meist für mittlere Skoliograde eingesetzt. Jedoch kann eine solches Korsett nur dann wirken, wenn es auch wirklich konstant getragen wird. Dadurch werden Bereiche wie der Rumpf und das Becken fixiert und durch Druck und Entlastung an anderen Stellen wird die Verkrümmung langsam korrigiert.

Durch das Korsett kann es zu Einschränkungen in der Bewegung kommen, was oftmals gerade für Kinder und Jugendliche sehr belastend sein kann.

Operationen bei Skoliose

Bei Verkrümmungen zwischen 45 Grad und 50, oder mehr, wird meist von einer möglichen Verschlechterung des Zustandes ausgegangen. Diese schweren Verkrümmungen könnten die Lunge und die Atmung stark Einschränken.

In diesem Fall kommt es meist zu einer Operation, bei welcher die Wirbelsäure chirurgisch korrigiert und stabilisiert wird. Nach einer solche Operation wird meist noch eine Rehabilitationsphase angehängt.

Vorbeugung

Grundsätzlich kann eine Skoliose nicht vorgebeugt werden. Wichtig ist jedoch die rechtzeitige Erkennung einer Verkrümmung, vor allem bei Kindern. Nur dann kann auch noch vor einer Verschlechterung eine korrigierende Therapie eingeleitet werden. Besonders in Wachstumsphasen lässt sich eine Skoliose noch gut korrigieren und stoppen.


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ICD-10: M41 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 09.06.2020
Überarbeitet am: 22.06.2020

Quellen:

Informationsportal https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/koerper/wirbelsaeule/skoliose-was-ist-das (letzter Aufruf 09.06.2020)

Informationsportal https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/skoliose/ (letzter Aufruf 09.06.2020)

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