Kruste in der Nase

Sie ist lästig und kann zu Schmerzen führen – eine Kruste in der Nase. Entstehen kann sie durch häufigen Schnupfen oder einem Loch in der Nasenscheidewand.

Mann mit Schmerzen in der NaseDurch Überreizung der Nasenschleimhaut können sich Krusten bilden. (Foto by: gstockstudio / Depositphotos)

Krusten in der Nase können durch mehrere Umstände entstehen. Nach lange anhaltendem Schnupfen, durch inhalative oder andere Allergien, durch ständiges Bohren mit dem Finger in der Nase. Diese heilen zwar meistens von selbst ab, aber sie hinterlassen oft eine Kruste. Diese kann man mit dem Schorf auf einer Wunde vergleichen.

Außerdem kann durch eine ständige Entzündung der Nasenschleimhaut der Fall auftreten, dass sich ein Loch in der Nasenscheidewand bildet. Ein Loch an dieser Stelle kann aber auch durch eine Sportverletzung oder einen Unfall, außerdem nach jahrelangem Einatmen von diversen Industriestaub, dem Schnupfen der gefährlichen Droge Kokain oder bei exzessivem Verwenden von Nasensprays entstehen.

Durch immer wiederkehrende Entzündungen der Nasenschleimhaut kann diese langsam zerstört werden. Und nicht zu vergessen: Fährt man häufig mit den Fingern in die Nasenhöhle, kann diese dadurch ebenso verletzt werden. Kling witzig, ist es aber nicht. Denn die Kruste in der Nase ist unangenehm und nicht leicht zu entfernen und ein Loch in der Nasenscheidewand kann eigentlich nur operabel behandelt werden.

Ursachen für Krusten in der Nase

Entzündungen oder Unfallverletzungen

Chronische Entzündungen oder Unfallverletzungen der Nasenschleimhaut können ebenfalls zu Löchern in der Nasenscheidewand führen. Auch bei Pollenallergikern oder umweltkranken Menschen, die auf Inhalationsgifte und Stäube reagieren, kann es zu Verletzungen der Nasenschleimhaut kommen. Die gereizte Nasenschleimhaut reagiert darauf mit Wundsein, Schwellungen, Rissen und Gereiztheit.

Staub

Industrie- oder Holzstaub - bei Stauballergikern auch der gewöhnliche Hausstaub - können die Nasenschleimhaut so austrocknen, dass sie der Länge nach einreißt. Offene Wunden entstehen auch durch Nasenherpes. Sie gehen behandelt oder unbehandelt nach einiger Zeit in ein Verkrustungsstadium über. Gefährlich daran ist, dass offene Herpespusteln die Herpesviren in andere Regionen des Körpers streuen können. Beim Abheilen des Herpespusteln kann es zu einer Narbenbildung an der Nasenschleimhaut kommen.

Rauschdrogen

Zu den Ursachen einer Kruste in der Nase können durch die Nase applizierte Rauschdrogen oder häufig inhalierter Schnupftabak gehören. Insbesondere das Kokain ist dafür bekannt, dass es die Nasenschleimhaut nach und nach zerfrisst. Bei dauerhaftem Missbrauch entsteht sogar ein Loch in der Nasenscheidewand. Man nennt das eine Nasenseptum-Perforation.

Gefäßerkrankungen

Auch Gefäßerkrankungen wie die Wegener Granulomatose oder die exzessive Nutzung von Nasensprays können die Schleimhaut in der Nase nachhaltig schädigen. Man sollte Nasensprays daher, wenn überhaupt, nur kurze Zeit verwenden. Bei häufigem Nasenbluten ist sicherheitshalber ein Gefäßspezialist aufzusuchen. Zu trockene Heizungsluft im Schlafraum trocknet die Schleimhäute aus, vor allem, wenn man tagsüber zu wenig getrunken hat. Ausgetrocknete Nasenschleimhäute sind empfindlicher gegenüber Verletzungen.

Ungut ist es auch, wenn man die Nase wegen der Krustenbildung ständig befingert, um sie zu reinigen. Einfaches Ausschnauben und gleichmäßiges Feuchthalten der Nasenschleimhaut wäre besser.

Symptome einer Kruste in der Nase

Die Nasenschleimhaut blutet zu Beginn einer Verletzung oft. Dies kann auch durch einen Schnupfen passieren, der die Schleimhäute zu sehr reizt.

Verletzungen entstehen auch bei Nasenherpes, sobald die äußerst schmerzhaften Pusteln reifen und sich öffnen, um den Inhalt zu entleeren. Das Naseninnere fühlt sich durch die anschließende Krustenbildung gespannt an. Man hat ein Fremdkörpergefühl, weil die Haut an einer Stelle nicht mehr so elastisch ist und eine harte Borke bildet. Die darunter und daneben liegende Haut kann außerdem jucken oder erneut aufplatzen, wenn die Raumluft zu trocken ist oder man Staub einatmet.

Beim Ausschnauben kann man mit dem Taschentuch in die Nase fahren. Man spürt dann die Stelle, die die Beschwerden verursacht. Ist die Stelle in der Nase akut gereizt, tut sie weh. Der Schmerz kann sich auf die gesamte Nasenscheidewand in einem Nasenloch ausbreiten, weil durch Bakterieneintrag eine Entzündung aufgetreten ist. Dann kann die Nase rinnen oder die Wunde in der Nasenschleimhaut kann zu eitern beginnen.

Die Kruste in der Nase ist eine Art Wundschorf. An ihm sollte man wegen der Entzündungsgefahr genauso wenig rühren wie an einer normalen Schorfbildung in sichtbaren Hautbereich. Ist die Nasenschleimhaut durch Krustenbildung streckenweise lahm gelegt, kann sie ihre Funktion nicht mehr hinreichend ausüben.

Untersuchungen und Diagnose

Spürt man über längere Zeit eine Kruste in der Nase, sollte man einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. In den meisten Fällen wird er zunächst eine Nasenuntersuchung vornehmen und sich ein Bild vom Schaden an de Nasenschleimhaut machen wollen. Sind die Verletzungen an der Nasenschleimhaut und im Gesicht durch einen Unfall bedingt, kann die Untersuchung unter Narkose durchgeführt werden.

Die Befragung dient außerdem der Absicherung der Diagnosestellung. Aufgrund der von Patienten beschriebenen Symptome, der Dauer der Beschwerden, der vorliegenden Untersuchungsergebnisse und der abgefragten Daten kann der Arzt zu einer Diagnose kommen.

Ob aber ein Kokainmissbrauch als Ursache von Nasenkrusten zugegeben wird, ist eine andere Sache. Leichter ist es, wenn ein Arbeiter von Berufs wegen mit Asbest, Steinen oder Industriestäuben hantieren muss. U

nterschätzt wird die Gefahr der Verursachung von Verletzungen im Nasenraum auch oft bei Künstlern, die als Stein- oder Holzbildhauer arbeiten. Hier ist die Diagnose ebenso abhängig von der Anamnese, weil ein Berufswechsel oder eine Berufsunfähigkeit am Ende der Diagnose stehen kann. Bei langen Verläufen ohne jede Besserung kann es unbehandelt außer zu einem Loch langfristig auch zu einer Geschwür- oder Krebsentwicklung im Nasenraum kommen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Selbstbehandlung

Die Behandlung einer akut auftretenden Kruste in der Nase kann mit konventionellen Mitteln in Eigenregie begonnen werden. Bepanthen Nasensalbe oder Babyöl kann die ausgetrocknete und verletzte Nasenschleimhaut weich halten, damit sie spannungsfrei abheilen kann. Jede neuerliche Austrocknung und Reizung kann zu einem erneuten Riss neben der verhärteten Borke führen. Dadurch kann es erneut zu Blutungen und einer Vergrößerung der Wunde kommen.

Nasensalbe

In manchen Fällen reicht eine gewöhnliche Nasensalbe aber nicht aus. Der Arzt wird dann eine fetthaltigere Dexrose-Nasensalbe oder ein spezielles Nasenöl verschreiben. Mit deren Hilfe sollte die Verletzung binnen einiger Wochen vollständig abheilen. Um diesen Prozess nicht zu stören, sollte man auf keinen Fall an der Kruste rühren.

Operative Abrasion

Heilt die verborkte Stelle trotz dieser Behandlung nicht ab, sollte man erneut beim HNO-Arzt vorsprechen. Er kann dann über die weiteren Therapiemaßnahmen entscheiden, beispielsweise eine operative Abrasion der Nasenschleimhaut. Nur so kann in manchen Fällen ihre Funktionstüchtigkeit wieder hergestellt werden.

Operation unter Vollnarkose

Anders sieht die Therapie aber bei einem bereits entstandenen Loch in der Nasenscheidewand aus. Hier hilft oft nur noch die Operation unter Vollnarkose. Es muss eine Transplantation von körpereigenem Knorpelgewebe vorgenommen werden, um die zerstörte Nasenscheidewand wieder herzustellen. Es handelt sich um eine relativ komplexe Operation.

Prävention und was ich selbst tun kann

Frau putzt sich die NaseHochwertige Einmal-Taschentücher sollten der billigeren Variante vorgezogen werden. (Foto by: CITAlliance / Depositphotos)

Bei einem Schnupfen sollte man hochwertige Einmal-Taschentücher benutzen, die die Nase nicht so wund machen wie Billigtaschentücher. Außerdem kann man mit Nasensalbe die wund werdende Nasenschleimhaut schützen. Gegen das nächtliche Austrocknen sollte die Atemluft im Raum befeuchtet werden. Man sollte die Heizung in den Schlafräumen nicht zu hoch aufdrehen. Zu beachten ist aber auch, dass eine kalte Nase erkältungsanfälliger ist. Man kann zusätzlich Inhalationen vor dem Schlafengehen nutzen und die Nase tagsüber durch Meerwasserspray feucht halten. Salzwasser trägt außerdem zur Heilung bei und reinigt die Nasennebenhöhlen.

Andere Nasensprays als homöopathische sollte man aus vielen Gründen meiden. Die eben geschilderten Maßnahmen helfen besser. Man kann sie zudem durch Nasenspülungen und Akupressur ergänzen, um die Nase wieder frei zu bekommen und weniger oft ausschnauben zu müssen. Nasenherpes sollte bereits im Anfangsstadium behandelt werden, damit er gar nicht erst streut. Herpessalben und Antivirustatika helfen, die Streuung zu verhindern und die aktivierten Viren abzutöten.

Die Meidung stark argininhaltiger Lebensmittel verhindert ebenfalls einen akuten Herpesausbruch. Bei chronisch rezidivierendem Nasenherpes hilft die orale Gabe von Lysin, einer natürlichen Aminosäure. So kommt es erst gar nicht zu einem neuerlichen Herpes-Ausbruch. Dass Kokainmissbrauch und Schnupftabak schädliche Wirkungen haben, ist den meisten Nutzern bewusst. Sie nehmen die Folgeschäden aber billigend in Kauf.

Bei Arbeiten mit Steinen, Holz oder Asbest müssen geeignete Schutzmasken getragen werden. Unfallvereidung gegen Krusten in der Nase ist trotz aller Vorsicht nur schwer zu leisten. Insbesondere beim Sport sollte man den Gesichtsbereich bei bestimmten Sportarten schützen.


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