Schnupfen (Rhinitis acuta)

Ein Schnupfen ist eine Begleiterscheinung einer Erkältung (grippaler Infekt) oder von Allergien. Doch ein Schnupfen und das damit verbundene Rinnen der Nase hat auch seinen Sinn: Die Nasenschleimhäute schwellen an, sie produzieren ein Sekret und dieses spült Krankheitserreger aus der Nase.

Frau leidet unter dem SchnupfenMeist ist ein Schnupfen eine Begleiterscheinung einer Erkältung. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Ein Schnupfen ist eine virale Infektion des oberen Atemwege - der Nase und des Rachen. Auch wenn die Krankheit sich zeitweise schlimm anfühlt, ist sie meist harmlos. Neben der laufenden Nase, dem entzündeten Rachen, dem Husten, kommen oft noch tränende Augen, Niesen und Durchfall hinzu.

Tatsächlich sind die Viren, durch die ein Schnupfen ausgelöst werden kann, so zahlreich, dass auch die Symptome stark variieren. Kleinkinder haben das höchste Risiko, an einem Schnupfen zu erkranken. Doch auch Erwachsene können pro Jahr einige Male Schnupfen bekommen. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen von einem Schnupfen. Falls die Symptome jedoch nicht zurückgehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen von Schnupfen

Rhinovirus als Auslöser für Schnupfen

Auch wenn mehr als 100 verschiedene Viren einen Schnupfen auslösen können, ist der Rhinovirus der häufigste Übeltäter, und er ist hochgradig ansteckend. Der Schnupfenvirus gelangt über Mund, Nase oder Augen in den Körper.

Der Virus verbreitet sich durch Tropfen, die durch die Luft fliegen, wenn jemand Infiziertes redet oder niest. Doch auch durch einen einfachen Handschlag oder das Teilen von kontaminierten Objekten (Gläser, Handtücher, Telefone, etc.) kann der Virus übertragen werden. Werden nach Kontakt mit kontaminierten Objekten die eigenen Augen, die Nase oder der Mund mit der Hand berührt, ist es wahrscheinlich, sich mit einem Schnupfen zu infizieren.

Symptome von Schnupfen

Die Symptome von Schnupfen treten in der Regel ein bis drei Tage nach Kontakt mit dem Virus auf. Die Symptome beinhalten eine laufende Nase, kratzender oder brennender Rachen, Husten, Gliederschmerzen und Kopfweh, Niesen, feuchte Augen, leichtes Fieber, Erschöpfung.

Die Ausscheidungen aus der Nase werden über den Verlauf des Schnupfens evtl. dickflüssiger, gelb oder grünlich. Was den Schnupfen von anderen viralen Infektionen unterscheidet, ist, dass er in der Regel nicht mit hohem Fieber einhergeht. Auch ernste Erschöpfungszustände kommen bei einem Schnupfen selten vor.

Erwachsene sollten einen Arzt aufsuchen, falls ihr Fieber über 39 Grad Celsius steigt und/oder sich mit starkem Schwitzen, Schüttelfrost, Husten mit farbigen Auswurf, stark geschwollenen Lymphknoten und starken Schmerzen in den Nebenhöhlen verbindet.

Kinder leiden an einer Regel mehr an einem Schnupfen als Erwachsene und entwickeln mehr Komplikationen, wie bspw. Ohrinfektionen. Bei einem normalen Schnupfen benötigt auch ein Kind keine Behandlung, doch falls die Symptome sich wie folgt entwickeln, sollte ein Arzt aufgesucht werden:

  • Fieber bei Neugeborenen (über 38 Grad Celsius), bei allen anderen Kindern über 40 Grad Celsius
  • Anzeichen von Dehydration (wenig oder zu viel Urinausscheidung)
  • Fieber hält länger an als 24 Stunden bei Kindern unter 2 Jahren oder mehr als drei Tage bei Kindern über 2 Jahren.

Auch Erbrechen, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit sind alarmierende Symptome, oder ein steifer Nacken, Atemprobleme, lang anhaltendes Weinen, Ohrenschmerzen oder anhaltender Husten.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose eines Schnupfen geschieht durch eine Befragung des Patienten über seine Symptome und eine körperliche Untersuchung. Dazu zählen bspw. das Abhören der Lungen und das Abtasten der Lymphknoten am Hals.

Bei einem Besuch des Arztes sollte der Patient sich seine Symptome zurechtlegen, sodass er sie dem Arzt beim Gespräch alle aufzählen kann. Noch wichtiger ist dies, wenn Mutter oder Vater ihr Kind zum Arzt bringt. Da sich bei Kindern durch einen Schnupfen schnell weitere Infektionen ausbilden können, sollte der Arzt über alle Auffälligkeiten informiert werden.

Falls vorhanden, sollten vom Patienten auch Informationen zu Medikamenten gegeben werden, die regelmäßig eingenommen werden.

Mann ist erkältet und hat SchnupfenDer Rhinovirus ist häufigster Auslöser für Schnupfen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Es existieren einige Medikamente, die die Symptome von Schnupfen bekämpfen, jedoch haben diese alle Nebenwirkungen. Schmerzmittel können zur Bekämpfung von Fieberschmerzen, Halsschmerzen und Kopfschmerzen eingesetzt werden, die üblichen Symptome eines Schnupfens.

Alle Schmerzmittel schädigen die Leber, vor allem wenn sie über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Besondere Vorsicht sollte bei der Medikation von Kindern unter 2 Jahren angewandt werden. Besonders bei der Behandlung mit Aspirin kann es so Komplikationen der Verträglichkeit kommen. Eine solche Behandlung sollte mit Arzt oder Apotheker besprochen werden.

Abschwellende Nasensprays sind ein Weg, um die Symptome zu lindern. Doch Erwachsene sollten diese Sprays nicht länger als zwei Wochen verwenden, da sie zu chronischen Entzündungen der Schleimdrüsen führen können. Kinder sollten weder Tropfen noch Nasensprays benutzen. Ihre Wirksamkeit ist hier nur geringfügig und die Gefahr für Entzündungen zu hoch.

Auch Hustensaft beschleunigt den Rückgang des Schnupfens nicht und von der Behandlung von Kleinkindern mit solchen Medikamenten wird abgeraten, da sie die Herzrate erhöhen können und andere Komplikationen auslösen.

Guter Rat bei Schnupfen ist für ausreichend Ruhe und Erholung zu sorgen. Zusätzlich sollte penibel für ausreichende Flüssigkeitszunahme gesorgt werden (kein Alkohol oder Koffein). Auch die berühmte Hühnersuppe hilft entzündungshemmend, und leichte Salzwasserlösungen zum Gurgeln oder für Nasenduschen sowie befeuchtete Tücher in den Räumen aufgehängt beruhigen die gereizte Schleimhaut.

Prävention und was ich selbst tun kann

Eine Impfung gegen Schnupfen existiert nicht, doch wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, kann das Risiko einer Infektion eingedämmt werden. Dazu gehört das regelmäßige und gründliche Waschen der Hände. Küche, Badezimmer und Kinderspielzeuge sollte ebenfalls regelmäßig und gründlich gereinigt werden.

Benutzen Sie immer Taschentücher und werfen sie diese sofort in den Müll. Auch Kindern sollte dies so beigebracht werden. Falls keine Taschentücher vorhanden sind, niesen Sie in die Armbeuge, sodass Viren nicht zu weit gestreut werden.

Bei Schnupfen sollte vermieden werden Gläser, Handtücher oder Ähnliches in der Benutzung zu tauschen. Der Umgang mit infizierten Personen sollte gemieden werden, da sich die Viren über Tröpfchen verteilen können.

Auch bei der Auswahl des Kindergartens oder der Schule sollten die Eltern Folgendes beachten: Gibt es eine ausreichende Hygienepolitik? Müssen kranke Kinder zu Hause bleiben?


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