Das Kind kommt in den Kindergarten

Der Besuch des Kindergartens ist für beide Seiten meist eine erste Abnabelung. Die Mutter, die bisher fast allein für das Wohl des Kindes zuständig war, muss nun lernen, ein Stück weit loszulassen und darauf zu vertrauen, dass auch andere nur das Beste für ihr Kind wollen.

Kind im KindergartenWenn das Kind in den Kindergarten kommt, beginnt in der Familie ein völlig neuer Lebensabschnitt. (Foto by: tan4ikk / Depositphotos)

Sozialer Kontakt

Wenn das Kind in den Kindergarten kommt, beginnt in der Familie ein völlig neuer Lebensabschnitt. Nicht nur der Alltag des Kindes, sondern auch der der Eltern wird auf den Kopf gestellt und bedarf einer Neuorganisation.

Auch wenn die Mutter nicht arbeiten geht und Zeit für die Betreuung zu Hause hat, sollte das Kind trotzdem Gelegenheit bekommen, den Kindergarten zu besuchen. Nirgendwo anders werden so viele soziale Kontakte hergestellt und Kompetenzen im sozialen Bereich erlangt. Im Kindergarten müssen alle Kinder sich an die vorgegebenen Regeln halten, sonst funktioniert das System nicht. Schon einer, der aus der Reihe tanzt, bringt die Planung durcheinander. Das lernen die Kleinen im Kindergarten sehr schnell und machen sich gegenseitig auf die Einhaltung der Regeln aufmerksam.

Das Kind Loslassen

Für die Mutter mag es anfangs erst einmal komisch sein, Verantwortung für das eigene Kind an eine andere, eigentlich fremde Person abzugeben. Und manchmal keimt auch so etwas wie Eifersucht auf, denn die Erzieherinnen werden nicht selten von den Kleinen auf ein Podest gestellt, gegen das die Mutter keine Chance hat. Plötzlich weiß Frau Lehmeier alles viel besser als die Mama. Wenn die Mutter zu Hause schimpft, heißt es: Du bist eine doofe Mama, die Frau Lehmeier ist viel netter als du. So etwas aus dem Mund des Kindes zu hören, schmerzt natürlich erst einmal. Dennoch sollte die Mutter sich ihre Bestürzung nicht anmerken lassen, sondern souverän mit der Situation umgehen. Dann erledigt sich dieses Thema schon bald von selbst.

Kinder, die frisch in den Kindergarten gekommen sind, sind manchmal etwa schwierig. Der Kindergartenalltag ist stressiger als das ruhige Leben zu Hause, welches die Kinder bisher geführt haben. Viele Kinder sind nach dem Abholen erst einmal extrem bockig, wissen aber eigentlich selbst nicht so genau, warum. Wenn das Kind nicht sofort nach dem Kindergarten essen möchte, darf es ruhig eine Pause machen, um sich langsam herunter zu fahren. Manche Kinder brauchen plötzlich sogar wieder einen Mittagsschlaf, den es zu Hause schon seit langer Zeit nicht mehr gegeben hat.

KindergartenkindNirgendwo anders werden so viele soziale Kompetenzen erlangt, wie im Kindergarten. (Foto by: odua / Depositphotos)

Ab wann in den Kindergarten?

Ob das Kind reif für den Kindergarten ist, kann am besten der Kinderarzt beurteilen. Kurz vor dem Kindergartenantritt steht normalerweise eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung an, bei der die motorischen, sprachlichen und sozialen Kompetenzen des Kindes genauer unter die Lupe genommen werden.

In vielen Kindergärten ist es wichtig, dass das Kind bereits trocken ist und keine Windeln mehr gewechselt werden müssen. Eltern sollten deshalb frühzeitig mit dem Töpfchentraining beginnen oder gegebenenfalls den Besuch eines toleranteren Kindergartens oder die zeitliche Verschiebung des Kindergarteneintritts in Betracht ziehen.

Wohlfühlen im Kindergarten

Damit das Kind sich in dem Kindergarten gut aufgehoben fühlt ist es wichtig, dass sich Eltern, meist sind dies die Mütter, am Geschehen des Kindergartens aktiv beteiligen.

Dazu gehört natürlich ein freundlicher Umgang mit den Erzieherinnen, eine rege Beteiligung bei Kindergartenfesten und die Bereitschaft, bei Ausflügen einmal als Aufsichtsperson zu fungieren. So merkt das Kind, dass den Eltern der Ort, wo es nun seine Vormittage verbringt, wichtig ist und wird den neuen Alltag schneller akzeptieren.


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