Wutanfall bei Kindern: Wie Eltern richtig damit umgehen

Kinder handeln in der Regel impulsiv und noch nicht aus Gründen. Sie brauchen Hilfe und Anleitung dabei, mit Gefühlen wie Wut sozialverträglich umgehen zu lernen. Wenn Ihr Kind einen Wutanfall hat, können verschiedene Ursachen dahinterstecken.

Mädchen hat WutanfallMeist probiert ein Kind mit einem Wutanfall seinen Willen durchzusetzen. (Foto by: SIphotography / Depositphotos)

Ursachen für einen Wutanfall bei Kindern

Wutanfälle um den Willen durchzusetzen

Die häufigste Ursache für einen Wutanfall ist, dass das Kind Ihre Überlegenheit auf die Probe stellt. Es möchte einen Machtkampf für sich entscheiden. Mit seinem Wutanfall übt es Druck aus, um seinen Willen zu bekommen.

Andere Vorstellungen

Oder das Kind ist wütend, weil eine Kleinigkeit nicht so gelaufen ist, wie das Kind es sich vorgestellt hat. Zum Beispiel wollte es ein Vanilleeis zum Nachtisch und Sie haben Schokolade serviert. Das löst beim Kind eine solche Wut aus, dass nun gar kein Nachtisch mehr gewünscht ist, schlimmstenfalls damit herumgeworfen wird. Übermüdung und Überforderung können verstärkend hinzukommen.

Das Kind verlangt nach Aufmerksamkeit

Eine weitere Möglichkeit ist, dass das Kind sich die Aufmerksamkeit sichern will. Vor allem natürlich die der Eltern. Das kann aber auch genauso gut auf andere Weise geschehen, etwa durch Weinen.

Was können Eltern gegen solche Wutanfälle machen?

Was können Sie nun gegen solche Wutanfälle tun? Es kann nicht darum gehen, ihrem Kind immer nachzugeben. Meistens ist ein Wutanfall ein Zeichen davon, dass das Kind mit seiner Rolle als kleines, scheinbar hilfloses Wesen so seine Schwierigkeiten hat. Bleiben Sie möglichst ruhig und gelassen und gehen Sie nicht zu sehr auf den Anfall ein. Bringen Sie Ihrem Kind bei, wie es mit Wutgefühlen am besten umgehen sollte.

1. Setzen Sie Grenzen

Dazu kann gehören, Ihrem Kind beizubringen, welche Verhaltensweisen nicht toleriert werden. Handgreiflichkeiten wie Schlagen und Treten, Kratzen, Beißen und Spucken gehören dazu.

Werden Sie aber auch selbst nicht handgreiflich gegenüber dem Kind, sondern beschränken Sie sich auf klare Ansagen und halten Sie das Kind nötigenfalls fest, um es an der Handgreiflichkeit zu hindern. Schaffen Sie eine Distanz zum Schutz der Umgebung, nicht als Strafe.

2. Dampf ablassen lassen

Wütender JungeKinder benötigen Möglichkeiten, um sich abzureagieren und Dampf abzulassen. (Foto by: olly18 / Depositphotos)

Lassen Sie Ihrem Kind eine Möglichkeit, Dampf abzulassen, sich abzureagieren. Zum Beispiel mit einem Sandsack oder einer sportlichen Aufgabe. Mit den Fäusten trommelnd auf dem Boden liegen und Schreien sollten Sie dem Kind erlauben. Gegen Möbel oder gar Lebewesen treten, sollte allerdings tabu sein. Gehen Sie aus dem Zimmer und überlassen Sie das Kind für eine Weile seiner Wut.

3. Konsequenz

Einem Wutanfall Ihres Kindes sollten Sie niemals einfach nachgeben. Denn sonst wird das Kind nur lernen, dass es damit Erfolg hat und wird den Wutanfall öfter einsetzen, um seinen Willen zu bekommen.

Nur dann, wenn Ihrem Kind etwas besonders wichtig ist oder wenn es sich zu Recht ungerecht behandelt fühlt, sollten Sie nachgeben, allerdings schon vor einem einsetzenden Wutanfall.

4. Über das Geschehen reflektieren lernen

Wenn das Kind sich beruhigt hat, sollten Sie versuchen, über die Wut mit ihm zu reden. Fragen Sie das Kind, warum es so wütend geworden ist. Fragen Sie, was Sie aus Sicht des Kindes hätten tun sollen. Wäre ein Kompromiss denkbar gewesen? Wie hätte ein Alternativverhalten zum Wutanfall aussehen können?

Zeigen Sie Verständnis, vermeiden Sie aber jeden Zweifel daran, dass ein Fehlverhalten nicht toleriert wird.

5. Seien Sie ein Vorbild

Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten, vor allem im Umgang mit Wut. Lassen Sie sich nach Möglichkeit nie selbst zu einem Wutanfall hinreißen. Erklären Sie Ihrem Kind, wie Sie mit Ihrer eigenen Wut umgehen.

6. Erwünschtes Verhalten belohnen

Loben Sie das Kind, wenn Sie sehen, wie es mit seiner Wut in einem Konflikt positiv umgeht und sich auf Kompromisse einlässt.


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