Kinder und Ängste

Sobald die Welt sich um einen herum vergrößert, merken auch Kinder, dass nicht nur alles um sie herum Spiel und Spaß ist. Viele Eltern leiden mit ihren Kindern und fühlen sich machtlos gegen die inneren Kämpfe der Kleinen. Doch Ängste sind eine tolle Möglichkeit für neue Erfahrungen und Wachstum.

Ängste sind vollkommen natürlich Ängste helfen Kindern sich zu entwickeln, wenn Eltern ihnen dabei helfen. (Foto by: alinute/ Depositphotos)

Sind Ängste normal?

Natürlich ist es nicht schön  mit anzusehen, wenn das eigene Kind echte Angst hat. Aber nicht jede Angst ist automatisch schlecht. Ein wenig Angst zu haben ist ein Instinkt der uns Menschen davor bewahrt Dinge zu tun, die uns schaden könnten. Es ist natürlich Dinge zu fürchten, die außerhalb der gewohnten Erfahrungen liegen. Ohne je eine Schlange gesehen zu haben, merkt ein Kind meist automatisch, dass es Grund hat sich davor in Acht zu nehmen.

In manchen Fällen kommt es bei Kindern zu Angststörungen, die sich in übermäßig emotionalen Reaktionen bemerkbar machen. Diese sind oft schwer ohne professionelle Hilfe zu bewältigen.

Entwicklungsbedingte Ängste

Diese Ängste sind recht typisch für Kinder und treten in einem gewissen Alter vermehrt auf. Die Intensität der Ängste ist sehr individuell vom Kind abhängig. Die meisten Ängste sind nur von geringer Dauer.

Umweltbedingte Ängste

Hierbei handelt es sich um Ängste, die nichts mit der Entwicklungsphase zu tun haben, sondern von äußeren Einflüssen und Geschehnissen bestimmt werden. Dabei kann es zu harmloseren Ängsten, wie die Angst vor Bienen, kommen, aber auch schwerwiegende Auslöser wie ein Tod in der Familie, oder einem Unfall.

Häufige Ängste bei Kindern

Babys und Kleinkinder

  • Laute Geräusche und schnelle Bewegungen
  • Große, bewegliche Objekte (Autos)
  • Fremde
  • Trennung
  • Veränderungen im Haus

Eltern kuscheln mit ihrem Baby Babys brauchen viel Körperkontakt zu ihren Eltern, damit sie sich sicher fühlen können. (Foto by: Vitalinka / Depositphotos)

Die ideale Welt für ein Baby ist unter dem Schutz der Eltern und in Ruhe. Alles was diese Ruhe stört (laute Geräusche, fremde Leute), kann ihnen Angst machen. Am Leichtesten wäre es, eine feste Routine einzuführen und die Anzahl an fremden Gesichtern zu reduzieren.

Auch sollte man darauf achten, dass sich nicht zu viele Leute schon zu früh für mehrere Stunden um das Kind kümmern. Es ist wichtig, ein starkes Band zwischen dem Baby und den Eltern aufzubauen indem man regelmäßig kuschelt, Augenkontakt herstellt und mit ihm redet oder singt. So wird Vertrauen aufgebaut, das in der Zukunft helfen kann Ängste schneller zu bewältigen.

Vorschulkinder

  • Dunkelheit
  • Geräusche in der Nacht
  • Masken
  • Monster und Geister
  • Große Tiere

Die Welt wird für die Kinder zunehmend größer und die Ängste vor neuen Orten und Leuten sind immer noch sehr präsent. Die Angst vor dem Unbekannten sitzt noch tief.

Manche Angstzustände können durch schlechte Erfahrungen entstehen, viele entwickeln sich jedoch aus der zunehmenden Fantasie der Kinder. Den Kindern zu sagen, dass es keine Monster in ihrem Schrank gibt kann zwar auf Verständnis treffen, aber die Kinder wissen meist so jung noch nicht, wie sie sich selbst beruhigen können.

Studien haben gezeigt, dass Kinder ab einem Alter von 4 oder 5 bereits die Unterschiede zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden können – Sofern es nicht Angst in ihnen auslöst. Wenn die Emotionen einsetzen, dann fällt es ihnen schwer ihre Einbildungen nicht für real zu halten.

Eine gute Methode den Kindern die Angst zu nehmen, ist etwas Positives entgegen zu setzen. Fürchten sie sich vor der Dunkelheit, so kann man zusammen mit einer Taschenlampe im Dunkeln unter einer Decke ein lustiges Buch lesen, oder ein ablenkendes Frage-Antwort-Spiel spielen.

Hunde und Kinder Wie Kinder auf Hunde reagieren hängt oft auch von dem Verhalten der Eltern ab. (Foto by: liukov / Depositphotos)

Auch normal ist die Angst vor Hunden, vor allem, wenn sie größer sind und gerne springen. Es reicht nicht dem Kind einfach nur zu sagen, dass alles okay ist. Stattdessen könnte man das Kind darauf hinweisen, ob es erkennen kann, ob der Hund vielleicht mit dem Schwanz wedelt. Schwanzwedeln ist nämlich ein Zeichen von Zufriedenheit. Lassen Sie das Kind aus der Ferne den Hund beobachten um dadurch mehr über die Tiere zu lernen. Kennt man Hund und Besitzer, kann man auch anfragen, ob das Kind näher kommen darf um „Hallo“ zu sagen.

Kinder im Schulalter

  • Schlangen und Spinnen
  • Gewitter
  • Alleine zuhause sein
  • Wütende Lehrer
  • Horrorfilme
  • Verletzungen, Krankheiten, Ärzte
  • Versagen und Abweisung

Der Fokus auf neues Wissen wird verstärkt und bringt ein neues Bewusstsein für Gefahren mit sich. Diese können je nach Erfahrungen der Kinder sehr unterschiedlich ausfallen. Es wird zunehmend schwieriger die Ängste eines Kindes genauer festzustellen.

Es ist wichtig dem Kind nicht nur zu sagen, dass die Angst irrational ist. Ein einfaches „Du brauchst keine Angst haben“ wird nur in den wenigsten Fällen wirklich wirken. Ruhe bewahren und die Dinge genau erklären, auf Fragen eingehen und so gut wie möglich ehrlich sein.

Will man dem Kind helfen die Ängste zu überwinden, ist es wichtig zu wissen, was ihm ein Gefühl der Sicherheit gibt und darauf zurück zu greifen.

Auch das Belohnungssystem zeigt sich oft wirksam. Hat man die Situation erklärt, kann man dem Kind eine freudige Aussicht auf das Danach geben und ihm so Hoffnung und Mut geben.

Mobbing in der Schule Mit dem Eintritt in die Schule entwickeln sich vor allem soziale Ängste. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Gerade im Zeitalter der digitalen Vernetzung ist der Druck auf Kinder besonders groß, sobald Technologien wie Handys ins Spiel kommen. Soziale Ängste bestimmen viele ihrer Handlungen, gleich wie irrational sie auf Erwachsene wirken können. Sie fürchten sich vor Ausgrenzung, Mobbing und Beschämung in ihren Gruppen oder außenstehenden Gruppen. Die Angst einen schlechten Ruf zu bekommen oder gehänselt zu werden ist täglich zu spüren.

Der Umgang mit anderen Kindern, die andere Erziehung genießen, ist nicht immer einfach und kann das eigene Kind schnell verunsichern und beeinflussen. Es ist hier besonders wichtig immer ein offenes Ohr zu haben und Lösungen für etwaige Probleme in Gesprächen und anderen friedvollen Varianten zu finden.


Bewertung: Ø 3,7 (3 Stimmen)

Autor: Lisa Maria Pichler
Infos zum Autor: Redakteurin bei fitundgesund.at
Erstellt am: 10.01.2020
Überarbeitet am: 17.01.2020

Quellen:

Informationsportal https://www.eltern-bildung.at/expert-inn-enstimmen/keine-angst-vor-der-angst-ueber-entwicklungsbedingte-kinderaengste-und-ihr-potenzial/ (Aufruf 10.01.2020)

Medizinportal https://www.minimed.at/medizinische-themen/gesundes-kind/kind-angst/(Aufruf 10.01.2020)

Medizinportal https://www.webmd.com/parenting/features/childhood-fears-anxieties#1(Aufruf 10.01.2020)

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