Mobbing in der Schule

Unter Mobbing versteht man aggressive Handlungen gegen einen Schüler / eine Schülerin, welche durch andere Kinder über längere Zeit hinweg gesetzt werden. Nicht selten geschieht dies, ohne dass Lehrer oder Eltern etwas mitbekommen.

Mobbing in der SchuleOpfer von Mobbing leiden psychisch sehr an der Situation. (Foto by: stefanolunardi / Depositphotos)

Bei Mobbing in der Schule handelt es sich um direkte oder indirekte Gewaltakte, die gegen einen bestimmten Schüler ausgeübt werden. Das Endziel von Mobbing ist die völlige soziale Isolierung der betroffenen Person. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Mobbing

  • direkt
  • indirekt

Direktes Mobbing

Bei direkten Mobbing wird das Opfer ganz offen drangsaliert, gehänselt und fertig gemacht, möglicherweise auch geschlagen oder bespuckt.

Indirektes Mobbing

Bei der indirekten Form des Mobbings wird der Ruf einer Person systematisch zerstört indem intime Details oder Lügen über das Opfer verbreitet werden.

Cybermobbing

In den letzten Jahren treten auch immer mehr Fälle von Cybermobbing auf. Dabei wird ein Schüler von Klassenkollegen, Freunden oder Bekannten vor den Augen der ganzen Welt im Internet bloßgestellt und gedemütigt.

In der Pflichtschule ist direktes Mobbing besonders häufig, da die Kinder noch jünger sind und Konflikte eher offen austragen. Zu Mobbing zählt

  • das regelmäßige Verstecken von Schulmaterialien eines Schülers
  • das Lächerlichmachen vor der ganzen Klasse
  • die Verbreitung von Lügengeschichten
  • Demütigungen
  • Provokationen
  • Erpressungen
  • Gewaltandrohungen
  • das Lustigmachen über das Aussehen einer Person
  • körperliche Übergriffe wie Schlagen, Spucken, Schubsen und Ähnliches.

Ursachen von Mobbing in der Schule

Jeder Fall von Mobbing ist sehr individuell und die Ursachen sind ein Zusammenspiel aus den schulischen Gegebenheiten, den involvierten Personen und den für die Schüler verantwortlichen Eltern und Lehrern.

Ein wichtiger Punkt bei Mobbingfällen sind gruppendynamische Aspekte. Hierbei spielt die allgemeine Stimmung innerhalb der Klassengemeinschaft eine große Rolle. Kommt ein neuer Schüler in eine Klasse mit Kindern, die sich alle gut kennen, kann es zu Ausgrenzungen und Beleidigungen kommen.

Mobbing findet sehr häufig statt, wenn ein Schüler in der Klasse „anders“ als die anderen ist, sei es nun physisch oder im Verhalten, in den Einstellungen oder der Persönlichkeit. Die Furcht vor dem „Fremden“ spielt beim Zustandekommen von Mobbingfällen auch eine wichtige Rolle. Nicht selten gehört das Opfer einer anderen Nationalität oder Religion wie der Großteil der anderen Schüler an.

Trauriges, gemobbtes MädchenMobbing nimmt leider immer mehr zu. (Foto by: panco / Depositphotos)

Auch Kinder aus finanziell eher schwachen Familien können gemobbt werden, weil sie zum Beispiel kein Smartphone haben oder keine Markenkleidung tragen.

Maßnahmen - Lösungen

Es gibt viele Maßnahmen, die bei Mobbing helfen können. Besonders wichtig ist die präventive Arbeit von Eltern und Lehrern. Bevor es überhaupt zu Mobbingfällen kommt, sollte das Thema mit Kindern bereits in der Volksschule oder noch früher besprochen werden. Häufig wird Mobbing als Kavaliersdelikt abgetan, weswegen es von großer Bedeutung ist bei Kindern aber auch bei Erwachsenen, ein Problembewusstsein dafür zu schaffen.

Ist es bereits zu Vorfällen gekommen, sollte der betroffene Schüler oder auch Beobachter nicht schweigen, sondern sich einem Erwachsenen anvertrauen. Für Erwachsene ist es besonders wichtig derartige Vorkommnisse und Schilderungen von Demütigungen in der Schule ernst zu nehmen und nicht als Kleinigkeiten abzutun.

Besonders Lehrer sind angehalten dem Täter, aber auch den beobachtenden Schülern, zu ermöglichen sich durch einen Perspektivenwechsel in das Opfer einzufühlen. Lehrer sollten die Täter darüber hinaus offen zur Rede stellen und in Lösungsstrategien einbinden. Handelt es sich um besonders hartnäckige Täter kann mit auf Mobbing spezialisierten Einrichtungen zusammengearbeitet werden.

Eltern sind angehalten ihren Kindern Aufmerksamkeit zu schenken und bei Vorkommnissen sofort Kontakt mit dem Täter bzw. dessen Eltern aufzunehmen. In weiterer Folge sollten die Eltern auch mit den Lehrern des Kindes reden, damit diese die Situation kennen und ein Auge auf die Täter haben können.

Fazit

Kommt es in der Schule über einen längeren Zeitraum hinweg zu einer verbalen oder körperlichen Drangsalierung eines Schülers, spricht man von Mobbing. Die Ursachen von Mobbing sind vielfältig und so verschieden wie die einzelnen Kinder in einer Klasse.

Allgemein handelt es sich bei Mobbing um eine Kommunikationsschwierigkeit zwischen Täter, Opfer, Zusehenden, Eltern und Lehrern. Besonders wichtig ist, dass Erwachsene nicht wegsehen und das Opfer ernst nehmen und unterstützen, denn Mobbing ist eine Angelegenheit mit der Pflichtschulkinder nicht alleine klar kommen.

Wird einem Mobbingopfer nicht geholfen, kann dies schwerwiegende gesundheitliche Folgen für den betroffenen Schüler haben:

  • psychische Erkrankungen wie Depressionen
  • diffuse körperliche Symptome wie Bauchschmerzen in der Früh vor der Schule
  • Leistungseinbrüchen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schlafstörungen

Wird bei den ersten Vorfällen von Drangsalierung gehandelt, sind die Chancen groß, dass das Problem gelöst werden kann und das Opfer keine Folgeschäden davonträgt.


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