Schlafstörungen

Der Schlaf ist eine wichtige Tätigkeit des Lebens und macht, statistisch gesehen, 1/3 unseres Lebens aus. Doch nicht immer verläuft der Schlaf ungestört. Es ist wichtig, eine ausreichend lange Tiefschlafphase gewährleistet zu bekommen, um einen elanvollen und leistungsfähigen Tagesablauf gewährleisten zu können.

SchlafstörungenSchlafstörungen können verschiedene Ursachen haben. (Foto by: GeorgeRudy / Depositphotos)

Bei einer Schlafstörung (in der Fachsprache auch Agrypnie oder Insomnie bzw. Hyposomnie genannt) handelt es sich um die Beeinträchtigung des Schlafes.

Sie kann unterschiedliche Ursachen und Verlaufsformen haben. In den meisten Fällen ist eine Schlafstörung nicht krankhaft, sondern nur eine vorübergehende Phase, besonders wenn sie auf psychischen Belastungen beruht. Diese führen zu vermehrten Denkprozessen über Probleme, denen die Belastungen zugrunde liegen.

Aufgrund der teilweise unfreiwilligen Aktivität kommt das Gehirn nicht zur Ruhe, die es für das Einschlafen benötigt. Ebenso kann Lärm als ein vorübergehender Auslöser für Schlafstörungen verantwortlich sein.

Eine Schlafstörung ist dann krankhaft, wenn sie von Betroffenen auch als krankhaft empfunden wird, so zum Beispiel durch chronische körperliche und psychische Leiden bzw. Vorerkrankungen.

Tritt eine Schlafstörung auf, das heißt schläft ein Betroffener nicht durch oder erfährt er einen gänzlichen Schlafmangel (wie z. B. bei einer erblichen Form der Insomnie), dann bekommt der Körper nicht die nötige Erholung, die er braucht, um die volle Leistungsfähigkeit zu besitzen. Betroffene leiden am Tag unter enormen geistigen Beeinträchtigungen sowie körperlichen Schwächegefühlen oder gar Schwächeanfällen. Die Konzentrationsleistung leidet stark darunter und eine am Tage auftretende Müdigkeit durchzieht den Körper.

Ursachen für Schlafstörungen

Man unterscheidet zwischen vorübergehenden und krankheitsbedingten Ursachen.

Vorübergehende Ursachen können

  • von außen kommen (z. B. durch Lärm) und dadurch Stresshormone freisetzen, weil die situativ unpassenden Gegebenheiten ein gewisses Maß an Ärger auslösen und das Gehirn beschäftigen, so dass es keine Ruhephase einnehmen kann.
  • Weiterhin können vorübergehende Ursachen auch psychischer Natur sein bzw. körperliche Leiden, die Schmerzen auslösen und die Betroffenen am Einschlafen hindern. Bei psychischen Problemen neigen die Betroffenen dazu, über ihre Problemsituationen nachzudenken, wodurch das Gehirn am Ruheprozess gehindert wird.
  • Auch die Veränderung des Umfeldes (z. B. durch einen Umzug hervorgerufen) ist ein Stressor, der zur Schlaflosigkeit führen kann.

Permanente Ursachen treten teilweise durch den Schlaf selbst auf, was allgemein als Parasomnie bezeichnet wird. Zu dieser Form an Ursachen zählen z. B. Albträume, Zuckungen in der Einschlafphase, Krämpfe, Atemnot, Schnarchen, Sprechen im Schlaf sowie Schlafwandeln. All diese Verhaltensformen verhindern oftmals das Einschlafen, unterbrechen den Schlaf und können ein erneutes Einschlafen hemmen.

Ebenfalls kann eine schwache Blase (insbesondere im höheren Alter) das Durchschlafen unterbrechen, denn häufig wachen Betroffene durch den Harndrang auf und müssen den Gang zur Toilette tätigen.

Die innere Uhr, also die Eingewöhnung der Regelmäßigkeit der Schlaftätigkeit, kann durch kontraproduktives Verhalten (z. B. Phasenschlaf bzw. Mittagsschlaf) die Länge der Tiefschlafphase reduzieren, weil sie darauf eingestellt ist, mehrere Schlafansätze, die meist nur aus der Einschlafphase und einem leichten Schlaf bestehen, durchzusetzen. Aber auch Stress, Alkoholgenuss und die Einnahme von Aufputschmitteln sind Faktoren, die zu Schlafstörungen führen können.

Es gibt überdies auch einige Krankheiten, die den Schlaf beeinträchtigen können, z. B. Demenz, Schilddrüsenüberfunktion, Psychosen, Epilepsie und Parkinson-Krankheit.

Symptome bei Schlafstörungen

Die Hauptsymptome der Schlafstörung sind Anzeichen eines nicht erholsamen Schlafes, das heißt:

  • verringerte Leistungsfähigkeit des Körpers und des geistigen Befindens
  • oftmals verbunden mit Schwächegefühlen, Schwächeanfällen und Schläfrigkeit
  • Konzentrationsmangel
  • eine Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung

Schon während des Schlafvorhabens können sich die folgenden Symptome zeigen:

  • verzögertes Einschlafen
  • Störungen des Schlafprozesses
  • vorgeschobenes Aufwachen

Auch einige Verhaltensweisen während des Schlafes wie unruhige Bewegungen, Atemnot, Schnarchen und Albträume weisen auf Probleme des Schlafprozesses hin.

Eine chronische Schlafstörung kann zu einer Wesensänderung führen, d. h. Betroffene werden reizbarer, nervös und erleiden Angstzustände. Weiterhin können sie Beeinträchtigungen im sozialen Verhalten sowie im Beruf erleiden.

Um die Symptome als solche eingrenzen sowie von einer krankhaften Schlaflosigkeit sprechen zu können, müssen die Erscheinungen ein Monat lang mindestens drei Male in der Woche auftreten. Bei zusätzlichen Beeinträchtigungen des Körpers und einer Müdigkeit am Tage kann von einem schweren Krankheitsverlauf gesprochen werden.

Auch die aus der Schlaflosigkeit resultierende Angst über die eigene Gesundheit und die Kompensation derselben durch die Einnahme von Drogen können als sozial auftretende Symptome bezeichnet werden.

Ein sehr häufiges Symptom ist das kurzzeitige Aussetzen der Atmung während des Schlafes (Schlaf-Apnoe-Syndrom).

Ein weiteres Symptom ist der durch die stets unterbrochene Tiefschlafphase hervorgerufene Bluthochdruck, der sich hauptsächlich bei älteren Männern abzeichnet.

Untersuchungen und Diagnose

Zunächst kann ein Patient durch die eigene Beobachtung untersuchen, ob er an einer krankhaften Schlaflosigkeit leidet. Dabei muss beobachtet werden, wie häufig die Symptome innerhalb eines festgelegten Zeitraumes auftreten. Meistens wird als ein solcher Zeitraum die Spanne von einem Monat festgelegt, in dem eine tägliche Beobachtung in Wochenabschnitten vorgenommen werden muss.

Zeigen sich die Symptome mindestens drei Male in jeder Woche des Monats, kann man von einer krankhaften Schlafstörung sprechen. Treten zusätzlich beeinträchtigende Symptome am Tag auf (z. B. Schwächegefühle, Abfall der Leistungsfähigkeit), dann ist der Krankheitsverlauf als schwer einzustufen.

Eine Untersuchung kann aber auch in einem Schlaflabor vorgenommen werden, in dem die Patienten die gesamte Nacht schlafend verbringen. Während des Schlafes werden die Hirnströme, die Atmung, die Augenbewegungen und die Muskelspannung gemessen.

Zudem werden die unterschiedlichen Schlafphasen beobachtet und deren Länge mit einigen Richtwerten verglichen. Somit kann ein Schlafprofil erstellt werden und die Symptome näher untersucht werden, die auf eine eventuell vorhandene krankhafte Schlafstörung hinweisen. Zu diesem Zwecke gibt es speziell ausgebildete Schlafwissenschaftler, die die Werte und Voraussetzungen für eine Diagnose ermitteln können.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Gesunder SchlafEine gesunde Schlafhygiene ist für einen erholsamen Schlaf wichtig. (Foto by: gpointstudio / Depositphotos)

Nach der Diagnose müssen die Ursachen der Schlafstörung untersucht werden, um diese gezielt behandeln zu können. Handelt es sich um das Schlaf-Apnoe-Syndrom, dann muss ein Beatmungsgerät, das eine Überdruckbeatmung gewährleistet, hinzugezogen werden.

Medikamentös kann eine Schlafstörung besonders durch den Einsatz von Schlaftabletten gemildert werden. Dazu eignen sich auch Antidepressiva und Antipsychotika, die eine ermüdende Nebenwirkung haben. Allerdings sollte eine Abhängigkeit vermieden werden, so dass hierbei eine Intervalltherapie in Frage kommen müsse, d. h. der Patient darf ein solches Medikament nur an wenigen Tagen innerhalb einer Woche einnehmen. Ältere Patienten sollten auf Melatonin zurückgreifen. Ebenso wird Baldrian eine müdigkeitsfördernde Wirkung nachgesagt.

Bei Ursachen, die im Verhalten liegen, sollte der Lebenswandel umgestellt werden, das heißt es sollte vom Phasenschlaf und vom Mittagsschlaf abgesehen werden, um eine längere Nachtruhe mit einer längeren Tiefschlafphase gewährleisten zu können. Auch sollte der Alkoholkonsum eingeschränkt werden.

Patienten mit einer psychischen Erkrankung sollten sich Rat von einem Psychotherapeuten holen und sich ggf. einer Psycho- oder Hypnotherapie unterziehen.

Prävention und was ich selbst tun kann

richtige Schlafmenge

Die wichtigste Maßnahme, die zur Vorbeugung unternommen werden kann, ist das Dosieren der richtigen Schlafmenge. In den Industrienationen beträgt diese 6-8 Stunden, allerdings gibt es Forschungen, nach denen jeder Mensch eine individuelle Schlafmenge benötigt. Dazu gehört das Einhalten eines optimalen Schlafrhythmus. So sollte vom Phasen- und Mittagsschlaf abgesehen werden.

Koffein und Co vor dem Schlafengehen vermeiden

Zudem dürfen vor dem Schlafengehen keine belebenden Nahrungsmittel, z. B. Koffein, zuckerhaltiges Essen bzw. Trinken, eingenommen werden. Zwar führt der Alkoholkonsum akut zu einem schnellen Verstreichen der Einschlafphase, allerdings gibt es Untersuchungen, nach denen Alkohol einen unruhigen Schlaf verursacht. Und, langfristig gesehen, stört Alkohol das Wohlbefinden des Menschen, was sich auch im Schlafverhalten äußert.

Dem Körper Ruhe gönnen

Vor dem Schlafengehen dürfen keine anstrengenden und geistig anspruchsvollen Tätigkeiten ausgeübt werden, weil dadurch der Blutdruck steigt und nur langsam absinkt, wodurch der Körper nur langsam seine Ruhephase einnehmen kann. Auch sollte Stress vermieden werden und bei psychischen Problemen sollten vor dem Schlafengehen Entspannungsübungen durchgeführt werden, um diese Probleme kompensieren zu können.

Lärm vermeiden

Lärmempfindliche Menschen sollten sich beim Vorhandensein von unvermeidbaren Störgeräuschen Lärmschutzmaßnahmen (z. B. leichte und bequeme Ohrstöpsel) verwenden. Um das nächtliche Wasserlassen verhindern zu können, sollte man sich beim Apotheker über entsprechende Medikamente informieren.


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