Bluthochdruck - hoher Blutdruck (Hypertonie)

Bereits jeder vierte Österreicher leidet an Bluthochdruck. Innerhalb einer interessanten Umfrage schätzten zwar fast alle Befragten den Ernst dieser Erkrankung richtig ein, aber nur jeder zweite Teilnehmer kannte auch seinen persönlichen Blutdruckwert. Somit muss davon ausgegangen werden, dass viele Österreicher überhaupt nicht wissen, dass sie unter Hypertonie leiden. Eine regelmäßige Selbstmessung wird daher unbedingt empfohlen.

BluthochdruckBluthochdruck ist eine Volkskrankheit, bereits jeder vierte Österreicher leidet daran. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

120 zu 80: So wird ein idealer Blutdruck meist vereinfacht ausgedrückt. Gemessen wird dieser Wert mit der Maßeinheit „Millimeter Quecksilbersäule“ (mmHg). Die erste Zahl bezeichnet dabei immer den systolischen Wert, der während der Anspannungsphase des Herzens entsteht, mit der zweiten Zahl ist dagegen der diastolische Wert der Entspannungsphase gemeint. Von Bluthochdruck spricht man wenn der Wert von 140/90 mmHg in Ruhe auf Dauer überschritten wird.

Kommt ein hoher Blutdruck nur einmal vor, muss selbstverständlich noch nicht behandelt werden, denn es kann viele Gründe für einen einmaligen Anstieg des Blutdruckes geben: Körperliche Aktivitäten und Nervosität sind nur zwei Beispiele. Außerdem gibt es völlig normale Schwankungen, die von der Tageszeit abhängig sind. Sinkt der Wert aber nach wiederholten und regelmäßigen Messungen nicht ab, besteht Behandlungsbedarf.

Ursachen für Bluthochdruck (Hypertonie)

In vielen Fällen können selbst Mediziner keinen Auslöser für den gefährlichen Bluthochdruck finden. Wenn keine organischen Ursachen bestehen und auch keine familiäre Neigung bekannt ist, sprechen Ärzte von einer essentiellen (oder auch primären) Hypertonie. Trotzdem gibt es natürlich eine Vielzahl an echten Ursachen für Bluthochdruck.

Dazu gehören vor allem zahlreiche Risikofaktoren:

  • Andauernder Bewegungsmangel
  • ständiger Stress 
  • hoher Salz- und Alkoholkonsum 
  • Rauchen - einer der Hauptrisikofaktoren
  • Kaliummangel

Krankheit als Ursache

Oftmals tritt Bluthochdruck aber auch in Zusammenhang mit bereits vorhandenen Krankheiten auf. Dazu zählt in erster Linie Diabetes vom „Typ 2“, aber auch Übergewicht und dauerhaft erhöhte Blutfettwerte sind häufige Ursachen.

Letztendlich kann Bluthochdruck aber auch als Folge von verschiedenen Erkrankungen entstehen. Beispiele sind unter anderem Stoffwechselstörungen wie das sogenannte „Cushing Syndrom“ und Gefäßerkrankungen. Auch Veränderungen im körpereigenen Hormonspiegel, die durch (in den meisten Fällen gutartige) Tumore hervorgerufen werden, zählen zu den Verursachern von Bluthochdruck.

Altersbedingte Ursachen

Generell besteht bei älteren Menschen ein höheres Risiko an Bluthochdruck zu leiden als bei jüngeren Menschen. Männer über 55 und Frauen über 65 Jahre sollten daher ihren Blutdruck ganz besonders regelmäßig und gewissenhaft kontrollieren.

Symptome bei Bluthochdruck (Hypertonie)

Bluthochdruck ist besonders tückisch, denn oftmals spüren Betroffene überhaupt keine Symptome. Die Krankheit kann also eine gefährliche Zeitbombe sein, denn eine frühzeitige Therapie ist sehr wichtig, damit schwerwiegende Folgeschäden rechtzeitig verhindert werden können.

Dennoch gibt es einige Symptome, die bei Bluthochdruck auftreten und die unbedingt beachtet werden müssen. Sie können, müssen aber nicht auftreten.

Kopfschmerzen und Schwindel

Dazu gehört beispielsweise eine Kombination aus Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. In vielen Fällen deutet diese Symptomatik auf einen eher zu niedrigen Blutdruck hin. In Einzelfällen kann sie aber auch ein Warnzeichen für eine Hypertonie sein. Im Zweifelsfall sollten diese Symptome also unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Nasenbluten als Anzeichen

Häufig auftretendes Nasenbluten ist ein sehr typisches Anzeichen für Bluthochdruck. Wer nicht aktuell unter einer Erkältung mit Schnupfen oder einer Allergie leidet, sollte dieses Signal ernst nehmen und sich untersuchen lassen.

Kurzatmigkeit

Kurzatmigkeit und eine auffallend rote Gesichtsfarbe können weitere Erkennungsmerkmale für hohen Blutdruck sein.

Übelkeit und Sehstörungen

Auch grundlose Übelkeit und unklare Sehstörungen deuten in vielen Fällen auf eine Hypertonie hin.

Untersuchungen und Diagnose

Die wichtigste Untersuchung ist natürlich noch immer die Blutdruckmessung. Sie wird nicht nur vom Arzt durchgeführt, sondern sollte von jedem Menschen zuhause regelmäßig angewandt werden. Eine einmalige Messung reicht aber auch in einer Praxis nicht aus, denn Kaffeegenuss, Angst vor der Untersuchung („Weißkittelsyndrom“) oder körperliche Anstrengung können das Ergebnis verfälschen.

Außerdem schwankt der Blutdruck im Laufe des Tages, was völlig normal ist. Wiederholte Messungen oder gar Langzeitmessungen über einem Zeitraum von bis zu 24 Stunden sind daher sinnvoll und unverzichtbar. Oft wird dem Patienten zudem Blut abgenommen, und auch eine Urinprobe kann dabei helfen, der Ursache für einen eventuellen Bluthochdruck auf die Spur zu kommen.

Noch immer wird eine Hypertonie häufig erst dann erkannt, wenn sie bereits Folgeschäden angerichtet hat. Häufige Folgeerkrankungen können sein:

Behandlung und Therapie

Behandlung BluthochdruckMit einfachen Mitteln kann der Blutdruck bereits wesentlich gesenkt werden. (Foto by: Vonschonertagen / Depositphotos)

Betroffene können bereits mit ganz einfachen Mitteln zu einer effektiven Blutdrucksenkung beitragen.

  • regelmäßige körperliche Bewegung
  • dauerhafte Vermeidung oder Reduzierung von eventuellem Übergewicht
  • Entspannungsübungen, wie Autogenes Training oder Yoga, sorgen dafür, dass Stress und psychische Anspannungen nachlassen.
  • eine möglichst salzarme Ernährung - sechs Gramm pro Tag gelten diesbezüglich als absolute Obergrenze
  • Alkoholabstinenz, der Verzicht auf Nikotin
  • eine ausgewogene und gesunde Ernährung

In besonders schweren Fällen wird der Arzt natürlich Medikamente verschreiben. Diese Medikamente müssen häufig über einen sehr langen Zeitraum oder gar lebenslang eingenommen werden. Für die Behandlung von Bluthochdruck stehen verschiedene Wirkstoffe und Medikamentengruppen zur Verfügung.

Die bekannten Beta-Blocker, Diuretika und Kalzium-Antagonisten sind nur einige Beispiele. Welche Arzneimittel für den jeweiligen Patienten geeignet sind, hängt immer von der einzelnen Krankheitsgeschichte ab. Teilweise muss die Medikamentengabe im Krankheitsverlauf auch immer wieder verändert werden, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt.

Komplikationen

Risiken und Komplikationen bleiben vor allem bei einem unentdeckten und unbehandelten Bluthochdruck nicht aus. Die Spannweite reicht von einer relativ leichten Herzinsuffizienz über den Schlaganfall bis hin zum Herzinfarkt.

Wie kann einem hohen Blutdruck vorgebeugt werden?

Jeder Mensch kann einen wichtigen Teil dazu beitragen, damit sich der Blutdruck in einem angemessenen Rahmen bewegt. Folgende Punkte, die jeder beachten sollte:

  • Wenig Salz
  • kein Alkohol und Nikotin
  • das Einsparen von Fett bei der Ernährung 
  • Übergewicht sollte entweder vermieden oder reduziert werden. Stattdessen ist körperliche Bewegung an der frischen Luft immens hilfreich. Bereits ein kleiner Spaziergang täglich kann den Blutdruck stabilisieren.
  • Wer viel Fisch zu sich nimmt, tut seinem Körper ebenfalls etwas Gutes, denn in vielen Arten sind gesunde Fette enthalten, die für den Organismus von großer Bedeutung sind.
  • Um Bluthochdruck vorzubeugen sollten Anspannungen und Stress weitestgehend vermieden werden. Leider funktioniert dies in der heutigen Zeit nicht immer, so dass verschiedene Techniken („Progressive Muskelentspannung nach Jacobson“, „Autogenes Training“, Yoga) in diesem Fall sehr hilfreich sein können.

Und ganz wichtig für bereits betroffene Patienten: Medikamente gegen Bluthochdruck dürfen auf keinen Fall eigenmächtig abgesetzt werden! Auch dann nicht, wenn sich der Blutdruck wieder stabilisiert hat. Dies ist dann lediglich eine Folge der Therapie, ein Absetzen könnte schwerwiegende Folgen haben.


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User Kommentare

Sunny1703
Sunny1703

Meine Oma leidet seit einigen Monaten an Bluthochdruck, aber nur nachts (so ca. um vier Uhr) obwohl sie Blutdrucktabletten nimmt. Warum ist das so? Kann mir jemand helfen? Danke!

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