Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Niedriger Blutdruck ist im Allgemeinen weniger gesundheitsgefährdend als hoher Blutdruck, doch er führt zu verminderter Energie und kann eine psychische Belastung darstellen. Man gerät leichter ins Frösteln und spürt häufiger eine gewisse Antriebsschwäche. Ob man tatsächlich einen niedrigen Blutdruck hat, kann durch eine Blutdruckmessung ermittelt werden.

Niedriger BlutdruckBei einer ärztlichen Untersuchung wird die Ursache für niedrigen Blutdruck festgestellt. (Foto by: burtsevsergey / Depositphotos)

Ein oberer Wert (systolischer Blutdruck) von weniger als 100 bei Frauen bzw. 110 mmHg bei Männern und ein unterer Wert (diastolischer Blutdruck) von weniger als 60 bzw. 70 mmHg gilt als niedriger Blutdruck.

Häufig ist der niedrige Blutdruck erblich bedingt, doch er kann auch Medikamente oder verschiedene Erkrankungen als Ursache haben. Obwohl er selbst keine Krankheit darstellt, leiden viele Menschen unter den Nebenerscheinungen.

Beim schnellen Aufstehen sehen sie Sterne oder sie fallen in Ohnmacht, falls sie nicht genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Langes Stillstehen ist ebenfalls riskant, besonders bei hohen Temperaturen. Dies führt ebenso zu einer Unterversorgung des Körpers mit Flüssigkeit.

Bei einer ärztlichen Untersuchung wird zunächst festgestellt, ob der niedrige Blutdruck auf einer Krankheit basiert oder nur in speziellen Situationen auftritt. Zu diesem Zweck wird der Blutdruck im Liegen sowie direkt im Anschluss beim Aufstehen gemessen. Der Abfall des Blutdrucks ist bei Patienten mit niedrigem Blutdruck deutlich erkennbar.

Häufig befürchten die Menschen mit niedrigem Blutdruck in ungünstigen Situationen das Bewusstsein zu verlieren. Daher suchen sie nach Möglichkeiten, die Blutdruckwerte zu verbessern, entweder mithilfe von Medikamenten oder durch andere Maßnahmen.

Ursachen von Niedrigem Blutdruck (Hypotonie)

Schilddrüsenunterfunktion und Blutarmut

Für niedrigen Blutdruck kommen verschiedene Ursachen in Frage. Ein Arzt kann feststellen, ob der niedrige Blutdruck von einer Schilddrüsenunterfunktion herführt, was gerade bei Frauen häufig auftritt. Ein weiterer möglicher Grund kann Blutarmut sein.

Herzkrankheit

In schlimmeren Fällen kann ein niedriger Blutdruck auf einen Herzklappenfehler bzw. auf eine Herzinsuffizienz hinweisen. Falls keine ernsthafte Erkrankung oder eine andere eindeutige Ursache vorliegt, wird von primärer Hypotonie gesprochen. Da der niedrige Blutdruck keinen schädigenden Einfluss auf die Blutgefäße hat, braucht er nicht notwendigerweise behandelt zu werden.

Wenig Bewegung

Einige Menschen haben abgesehen von leichten Schwindelgefühlen keinerlei Beschwerden und lehnen deshalb eine medizinische Behandlung ab. Teilweise resultiert eine nicht ausreichende Bewegung in niedrigem Blutdruck, was in der Konsequenz bedeuten würde, dass sportlich aktive Menschen seltener darunter leiden.

Eine solche pauschale Behauptung ist jedoch nicht möglich, da die persönliche Situation, das körperliche Befinden und die Begleitumstände ebenfalls eine Rolle spielen. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass schlanke Menschen häufiger einen niedrigen Blutdruck haben als übergewichtige Menschen.

Symptome bei Niedrigem Blutdruck (Hypotonie)

Symptome niedriger BlutdruckBei niedrigem Blutdruck können Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder Kopfschmerzen auftreten. (Foto by: stockasso / Depositphotos)

Die Folgen des niedrigen Blutdrucks zeigen sich in einem Schwindelgefühl oder in Müdigkeit. Bei der Unterversorgung des Gehirns mit Blut und Sauerstoff kann ein Flimmern vor den Augen entstehen und teilweise zu Ohrensausen führen oder zu Kopfschmerzen. In extremen Fällen kann es zu vorübergehender Ohnmacht kommen. Bei dieser schlechten Durchblutung, die sich direkt in akuten Auswirkungen zeigt, reagiert das Nervensystem, indem es die Herzfrequenz erhöht und somit den Puls beschleunigt.

Aus diesem Grund frösteln die Personen, denen es aufgrund des niedrigen Blutdrucks schwindelig wird, oder sie beginnen zu schwitzen. Zumeist hilft es, sich hinzulegen und dabei die Beine hoch zu lagern. Dadurch fließt das Blut zurück, das Gehirn wird ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt und die Beschwerden lassen nach.

Die meisten Menschen mit niedrigen Blutdruck klagen darüber, dass sie schnell frieren, besonders an den Extremitäten. Sie haben Schwierigkeiten, morgens in Schwung zu kommen, und sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Sogar Schlafstörungen können das Resultat von niedrigem Blutdruck sein.

Untersuchungen und Diagnose

Die ärztliche Untersuchung befasst sich mit einen ausführlichen Gespräch sowie mit der genauen Messung des Blutdrucks im Ruhezustand sowie bei körperlicher Aktivität. Bei der Blutdruckmessungwird der Druck in den Arterien überprüft, was meistens indirekt durch eine aufblasbare Manschette am Arm durchgeführt wird. Kurz über dem Ellbogen wird die Manschette aufgepumpt, bis kein Blut mehr vom Oberarm durchkommt.

Beim Ablassen der Luft läuft das Blut wieder in die Arterie und wird mithilfe eines Stethoskops abgehört. Die hörbaren Geräusche kennzeichnen den systolischen und den diastolischen Wert.

24-Stunden-Blutdruckmessung

Bevor es zu der Diagnose des chronisch niedrigen Blutdrucks kommen kann, ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung erforderlich. Hierzu legen die Patienten ein Messgerät an, das sämtliche Werte über einen ganzen Tag speichert. Um die Entwicklung nachvollziehen zu können, muss ein Tagebuch geführt werden, das Tageszeit, Aktivität bzw. Belastung enthält.

Schellong-Test

Eine bewährte Art der Diagnose ist der Schellong-Test, bei dem zunächst der Blutdruck zehn Minuten lang im Liegen gemessen wird. Anschließend steht der Patient schnell auf und bleibt zehn Minuten stehen, wobei ebenfalls der Blutdruck kontrolliert wird. Eine normale Reaktion zeigt einen systolischen Abfall von maximal 20 mmHg und einen diastolischen Blutdruckabfall von maximal 10 mmHg. Falls es zu Kreislaufbeschwerden kommt, leidet der Patient unter orthostatischer Hypotonie.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

In vielen Fällen sind keine Medikamente notwendig, sondern es sorgen andere Methoden dafür, dass das Herz-Kreislauf-System in Schwung gebracht wird. Daher setzen erfahrene Ärzte zunächst auf die typischen Gesundheitstipps.

Viel Bewegung und frische Luft sind häufig die beste Art der Behandlung. Falls während der Therapie bzw. während der gesundheitsfördernden Maßnahmen Komplikationen wie verstärkte Schwindelgefühle auftreten, sollte man über die Unterstützung durch Medikamente nachdenken.

In Frage kommen Mineralkortikoide oder andere Mittel, die nur nach ausführlicher ärztlicher Beratung eingenommen werden dürfen. Pflanzliche Mittel mit Rosmarin und Weißdorn oder Pfefferminzöl können ebenfalls helfen.

Im Allgemeinen reichen diese Hausmittel in Kombination mit aktivierenden Maßnahmen aus, um den Kreislauf anzuregen und den Blutdruck zu verbessern.

Prävention und was ich selbst tun kann

gesunder Lebensstil zur Prävention von niedrigem BlutdruckEin gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, um niedrigen Blutdruck zu vermeiden. (Foto by: elenathewise / Depositphotos)

  • Durch kalt-heiße Wechselduschen und Bürstenmassagen bekommt der Körper die notwendige Energie, der Kreislauf wird angeregt und das Risiko, die negativen Folgen von Blutdruck zu erleiden, verringert sich. Bei der Massage sollte die Bewegung der Bürste immer in Richtung des Herzens gehen.
  • Besonders wichtig ist, dass die Patienten genug trinken. Zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit, bevorzugt Wasser, Früchte- und Kräutertees, unterstützen den Kreislauf.
  • Durch Wippen und andere kleine aber stetige Bewegungen wird der Kreislauf angeregt.
  • Andere Patienten setzen auf Kompressionsstrümpfe, um den Blutkreislauf in den Beinen zu unterstützen.
  • Ebenfalls sinnvoll ist Ausdauersport wie Schwimmen, Laufen und Radfahren.

Dauerstress und Übermüdung tun den Betroffenen hingegen nicht gut. Viele Menschen besitzen ein Blutdruckmessgerät und können somit selbst überprüfen, wie es mit ihrem Kreislauf aussieht. Dies ist eine wertvolle Vorsichtsmaßnahme, die für mehr Sicherheit im Alltag sorgt.


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