Brennen im Bauch oder Magen

Brennen in Bauch oder Magen ist eine schmerzhafte Erscheinung, die meist das Symptom einer ernstzunehmenden Erkrankung ist, anders als Übelkeit oder typische Verdauungserkrankungen. Das Brennen könnte etwa für eine Verdauungsstörung oder eine Lebensmittelunverträglichkeit stehen, aber auch für eine Infektion im Verdauungstrakt.

Frau mit BauchschmerzenEin Brennen im Bauch oder Magen ist meist das Symptom einer ernstzunehmenden Erkrankung. (Foto by: piotr_marcinski / Depositphotos)

Es charakterisiert sich durch brennenden Schmerz, der nicht zwingend mit Übelkeit, Erbrechen und anderen Erscheinungen dieses Kreises einhergehen muss, aber kann.

Die Stärke der Schmerzen fällt dabei unterschiedlich aus. Mal handelt es sich nur um ein leichtes Brennen, dann aber kann Brennen in Bauch und Magen auch sehr schmerzhaft ausfallen und akut behandlungsbedürftig werden. Es ist zunächst ein unspezifisches Symptom und muss zur Beseitigung genau durchdiagnostiziert werden.

Brennen im Bauch- und Magenbereich wird paradoxerweise oft nicht als solches erkennt. Das liegt an der konkreten Erscheinungsform der Erkrankung - das Brennen strahlt aus und ist dadurch nicht immer der Magengegend zuzuordnen. Am häufigsten tritt es als Brennen hinter dem Brustbein auf, da hier auch der Magen beginnt. Dadurch wird es zunächst auch aufs Herz geschoben und es kommt zu ersten Verwechslungen.

Magenbrennen kann mit saurem Aufstoßen einhergehen und liegt dann meist an einer Schwäche des oberen Schließmuskels des Magens, es kann auch parallel zu Sodbrennen kommen. Die brennenden Schmerzen ziehen sich dann auch gern die gesamte Speiseröhre hoch.

Es kann allerdings auch zu einem brennenden Gefühl im Bauchbereich kommen, das dann nicht vom Magen, sondern vom Darm ausgeht. Meistens handelt es sich dabei um Erscheinungen im Rahmen einer Lebensmittelallergie.

Ursachen von Brennen im Bauch oder Magen

Sodbrennen

Brennen im Magenbereich liegt häufig an einer Erkrankung, die im Volksmund als Sodbrennen bezeichnet wird. Dabei ist der obere Schließmuskel des Magens zu schwach und es kommt zum Rückfluss der anfänglich verdauten Nahrung zurück in die Speiseröhre.

Problematisch ist das zunächst aufgrund der unmittelbaren Beschwerden; Sodbrennen ist meist schmerzhaft, das Brennen kann sich vom Magen bis hin zur Speiseröhre hinaufziehen und sorgt dort für bleibende Schäden, wenn sich am Problem selbst nichts ändert. Schlimmstenfalls entwickelt sich durch jahrelanges Sodbrennen Speiseröhrenkrebs, da die Speiseröhre immer wieder mit Magensäure in Kontakt kommt und sich Verletzungen zuzieht.

Infektion

Magenbrennen kann aber auch an Infektionen liegen, die die Magenschleimhaut oder den Darm betreffen und die Schleimhäute so weit angegriffen haben, dass sie den charakteristischen brennenden Schmerz verursachen. Da diese Art von Schmerz ausstrahlt, wird er oft vom Betroffenen falsch eingeordnet und Organen angerechnet, die höher liegen als Magen und Darm.

Lebensmittelunverträglichkeit

Vor allem im Darmbereich kann der Schmerztyp auch mit einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit zusammenhängen, da sie sich häufig erst im Darm entwickelt und den Betroffenen erst dann belastet. Kann ein Nährstoff im Darm nun nicht verdaut werden, reagiert der Körper mit Schmerzen, bis es ausgeschieden werden kann.

Stress

Auch Stress, wie Überstunden, Zeitdruck, Streit mit dem Partner, etc., kann sich negativ auf den Magen-Darm-Trakt auswirken.

Ungesunde Ernährung

Ungesunde Lebensmittel, unregelmäßige Mahlzeiten und zu wenig Zeit zum Essen: Auch diese Faktoren können zu Brennen im Bauch oder Magen führen.

Gastritis

Eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) kann die Ursache für Brennen im Bauch oder Magen sein.

Symptome zu Brennen im Bauch oder Magen

Anders als reguläre Bauch- oder Magenschmerzen kennzeichnen sich brennende Schmerzen dieser Region dadurch, dass sie häufig falsch vom Betroffenen gedeutet werden. Magenbrennen beispielsweise entwickelt sich hinter dem Brustbein, sodass zunächst andere Organe verdächtigt werden.

Schmerzen im Darmbereich strahlen ebenfalls aus und können den Verdacht nahelegen, dass auch die Wirbelsäule betroffen ist. Auch werden sie gerne mit dem Magen verwechselt, da sie auch nach oben ausstrahlen.

Charakteristisch für den brennenden Schmerz ist saures Aufstoßen, das im Volksmund als Sodbrennen bezeichnet wird. Dadurch kann es zu Husten und anderen Reizerscheinungen kommen, die mit dem Sodbrennen einhergehen. Auch kann die Speiseröhre einige Zeit danach schmerzen, da die Magensäure aggressiv auf sie einwirkt.

Untersuchungen und Diagnose

Frau mit Bauchschmerzen beim ArztVerschiedene Untersuchungen können die Ursache für das Brennen im Bauch oder Magen diagnostizieren. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Brennender Schmerz in Magen und Bauch legt zunächst den Verdacht auf Sodbrennen nahe, sodass der behandelnde Arzt vermutlich zuerst dieser Vermutung nachgeht. In den meisten Fällen lässt sich Sodbrennen leicht anhand der Beschreibung der Schmerzen und Erscheinungen diagnostizieren und der Betroffene kann durch Verhaltensanweisungen etwas an dem Zustand ändern, aber auch medikamentös behandeln.

Liegt das Magenbrennen dagegen nicht am Sodbrennen, könnte auch eine Entzündung vorliegen. Um sie auszuschließen, empfiehlt es sich, Blutuntersuchungen durchzuführen. Es wird eine Blutprobe entnommen, die so genannte Entzündungsmarker enthalten. Dies sind Bestandteile des Blutes, die bei Entzündungen in größerer Menge vorliegen.

Anschließend wird eine Magen- oder Darmspiegelung erforderlich, damit der behandelnde Arzt sehen kann, in welchem Zustand sich die Magenschleimhaut oder der Darm befindet, wenn er tatsächlich entzündet ist.

Durch solche Entzündungen können sich schließlich Geschwüre bilden und es ist wichtig, diese auszuschließen, indem sie rechtzeitig erkannt werden. Auch kann im Rahmen einer Magen- und Darmspiegelung ausgeschlossen werden, dass noch andere Erkrankungen vorliegen, die den brennenden Schmerz nach sich ziehen könnten.

Zuletzt können Lebensmittelunverträglichkeiten eine Rolle spielen; sie sind schwieriger zu diagnostizieren, da sie auf dem Ausschluss anderer zugrunde liegender Erkrankungen beruhen. Wurde alles andere bereits ausgeschlossen und hegt man vielleicht selber einen Verdacht, sollte man den Arzt darauf ansprechen und kann auf eigene Faust herausfinden, was passiert, wenn man das problematische Lebensmittel nicht mehr zu sich nimmt. Es könnte dabei helfen, den Zustand zu bessern - wenn das Brennen in Bauch oder Magen dadurch verschwindet, liegt nahe, dass die Schmerzen auf eine Lebensmittelunverträglichkeit zurückzuführen waren.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Der häufigste Auslöser brennender Schmerzen im Bauch- oder Magenbereich, Sodbrennen, lässt sich medikamentös sowie durch Verhaltensumstellungen behandeln. Beispielsweise sorgt es oft für Linderung der Symptome, den Kopf im Bett höher zu lagern und ein zweites oder ein höheres Kissen ins Bett zu holen.

Medikamentöse Behandlung kann darin bestehen, die Wirkung der Magensäure zu reduzieren, damit sie nicht mehr so aggressiv auf die Speiseröhre einwirkt und Schmerzen verursacht.

Liegt der brennende Schmerz dagegen an einer Unverträglichkeit gegenüber gewissen Lebensmitteln, sollte man diese nur noch ausnahmsweise und in sehr kleinen Mengen essen, am besten nimmt man sie gar nicht mehr zu sich. Dann kann mit Sicherheit nichts mehr passieren.

Zu Komplikationen kommen kann es durch den Schmerz alleine meistens nicht; es können sich aus den Grunderkrankungen jedoch weitere Folgeerkrankungen ergeben. Zu den schwersten Formen gehört Speiseröhrenkrebs, der nach langer Zeit mit Sodbrennen ohne Behandlung entstehen kann.

Prävention und was ich selbst tun kann

Frau ernährt sich gesundEine gesunde und ausgewogene Ernährung wirkt positiv auf Bauch und Verdauung. (Foto by: Ariwasabi / Depositphotos)

Eine möglichst gesunde Ernährung wirkt sich am positivsten auf brennende Schmerzen in Bauch und Magen aus. Dadurch können Erkrankungen wie Entzündungen gar nicht erst entstehen.

Wenig Fett, dafür viel Protein und einige Kohlenhydrate stellen die beste Ernährungsgrundlage dar - auch dann, wenn eine Lebensmittelunverträglichkeit oder Sodbrennen bereits entstanden sind. Zudem ist es wichtig, sich ausreichend Zeit für eine Mahlzeit zu nehmen, das Essen gut zu kauen und zu genießen.

Außerdem sollte man verordnete Medikamente zuverlässig einnehmen und sich bei einer bekannten Erkrankung regelmäßig vom Arzt untersuchen lassen, um sicherzustellen, dass sich die Erkrankung nicht verschlimmert oder Folgekrankheiten nach sich zieht.


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