Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs verläuft rapide und endet tödlich, wenn er nicht bereits im Frühstadium erkannt und behandelt wird. Aufklärung und gewissenhafte Selbstbeobachtung können helfen, die Symptome frühzeitig zu deuten.

Symptome SpeiseröhrenkrebsSchluckbeschwerden zählen zu den typischen Symptomen bei Speiseröhrenkrebs. (Foto by: oneblink / Depositphotos)

Als Speiseröhrenkrebs (auch bekannt als Ösophaguskarzinom) bezeichnet man zwei Arten von Karzinomen, die im Epithel der Speiseröhre wachsen können:

  • Am häufigsten kommen dort Plattenepithelkarzinome vor, bösartige Veränderungen in den Zellen der Schleimhaut.
  • Etwa 20% der Erkrankten haben Adenokarzinome, dabei handelt es sich um bösartige Tumore, die aus Drüsenzellen hervorgehen.

Die Geschwulste wachsen zunächst längs in der Speiseröhrenwand und die Speiseröhre ist ein sehr dehnfähiger Muskelschlauch, deshalb verursachen die frühen Formen noch keine Beschwerden.

Erst, wenn die Tumore eine gewisse Größe erreicht haben und die Speiseröhre verengen, spürt man sie beim Schlucken. Die Früherkennung wird dadurch erschwert. Meist wird Speiseröhrenkrebs erst erkannt, wenn er schon weit fortgeschritten ist.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen und das Risiko für Speiseröhrenkrebs ist am höchsten bei Menschen über sechzig. Die Behandlung dieser Krebserkrankung ist sehr erfolgreich, solange sich noch keine Metastasen gebildet haben, der Tumor noch nicht auf Nachbargewebe übergegriffen hat und noch nicht zu groß ist. In der Praxis gelten die Heilungschancen trotzdem als gering, da der Krebs in der Mehrheit der Fälle erst in späteren Stadien erkannt wird.

Allgemein kommt Speiseröhrenkrebs jedoch sehr selten vor.

Ursachen von Speiseröhrenkrebs

Ungesunde Ernährung

Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Risiko, Speiseröhrenkrebs zu bekommen. Dabei sollen Überernährung und fettreiche Nahrung eine Rolle spielen, ebenso der Proteingehalt der Ernährung.

Alkohol und Rauchen

Nachgewiesenermaßen erhöht der Genuss von Alkohol und Tabak das Risiko einer Erkrankung.

Vernarbungen

Vernarbungen der Speiseröhre oder angeborene Fehlbildungen sind ebenfalls Risikofaktoren.

Krebserregende Stoffe

Einige krebserregende Stoffe in der Nahrung sollen ebenfalls die Speiseröhre angreifen, dazu gehören Nitrosamine, die bei der Zubereitung von gepökeltem Fleisch entstehen. Gelegentlich nehmen wir unbemerkt Giftstoffe von Schimmelpilzen auf, zum Beispiel in verdorbenem Gewürzpulver oder Ähnlichem. Die darin enthaltenen Aflatoxine könnten ebenfalls krebserregend in der Speiseröhre wirken.

Verletzungen der Speiseröhre

Verletzungen der Speiseröhre, etwa durch zu heißes Essen oder heiße Getränke, Rauch etc., können die Entstehung von Speiseröhrenkrebs begünstigen.

Rufluxkrankheit

Patienten, die an der sogenannten Refluxkrankheit leiden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs, da bei Ihnen häufig Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt und hier Reizungen und Verätzungen verursacht.

Das typische Symptom für die Refluxkrankheit ist Sodbrennen.

Barrett-Syndrom

Eine häufige Folge der Refluxkrankheit ist das sogenannte Barrett-Syndrom, bei der sich die Schleimhaut im unteren Bereich der Speiseröhre krankhaft verändert. Dieses Syndrom ist eine mögliche Ursache für Speiseröhrenkrebs und wird teilweise auch als Vorstufe für Speiseröhrenkrebs bezeichnet.

Davon abgesehen ist noch wenig zu den Ursachen für Speiseröhrenkrebs bekannt und die genauen Gründe sind noch nicht aufgeklärt.

Symptome von Speiseröhrenkrebs

Die Symptome für Speiseröhrenkrebs sind leider recht uncharakteristisch, was oft zu einer verspäteten Diagnose führt und dadurch die Heilungschancen verschlechtert.

Schluckbeschwerden

Typisch sind Schluckbeschwerden oder ein Brennen in der Kehle, wenn Essen geschluckt wird. Diese Beschwerden kommen später auch bei ganz weicher Nahrung und sogar beim Trinken vor. Insbesondere das Trinken von heißen Getränken wird dann als sehr unangenehm empfunden.

Zu den ersten Schluckbeschwerden gesellt sich oft ein Druckgefühl hinter dem Brustbein oder im Rückenbereich. Patienten beschreiben diesen Druckschmerz gelegentlich so, als "würde das Essen im Halse stecken bleiben".

Gewichtsverlust

Gewichtsverlust ist ebenfalls eine häufige Begleiterscheinung von Speiseröhrenkrebs.

Ausspucken von Nahrung

Im Endstadium kommen dazu das Ausspucken von Speichel und unverdauter Nahrung. Häufig gerät dabei Flüssigkeit in die Luftröhre und die Lungen, wo sie eine Lungenentzündung auslöst.

Husten und Heiserkeit

Wenn der Krebs sich auf benachbarte Gewebe ausbreitet, treten oft Husten und Heiserkeit auf.

In späteren Stadien verursacht dieser Krebs meist Tochtergeschwulste in anderen Organen des Körpers. Diese sogenannten Metastasen können zusätzliche Symptome auslösen, je nachdem, wohin der Krebs streut und welche Gewebe oder Organe betroffen sind.

Untersuchungen und Diagnose

Untersuchung SpeiseröhrenkrebsHäufig kommt eine Ultraschalluntersuchung zur Diagnose von Speiseröhrenkrebs zum Einsatz. (Foto by: Bork / Depositphotos)

Endoskopie

Speiseröhrenkrebs wird durch eine Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre festgestellt. Dazu muss der Patient einen dünnen, flexiblen Schlauch schlucken. Obwohl sich die Beschreibung unangenehm anhört, tut eine Endoskopie im Normalfall nicht weh. Die Speiseröhre kann dann durch eine winzige Kamera im Schlauch betrachtet werden. Unter Betäubung werden Biopsien aus verdächtigen Bereichen der Speiseröhre (und meist auch aus dem Magen-Darm-Trakt) für eine pathologische Untersuchung entnommen und im Labor analysiert.

Ultraschalluntersuchung

Ein eventuell vorhandenes Geschwür wird dann bei einer endoskopischen Ultraschalluntersuchung begutachtet, um die weiteren Behandlungsmöglichkeiten zu untersuchen. Dazu wird ein kleines Ultraschallgerät verwendet, das an dem Endoskopie-Schlauch befestigt ist.

Röntgenuntersuchung

Röntgendurchleuchtungen, während der Patient ein breiförmiges Kontrastmittel schluckt, machen die Größe und Lage des Tumors sichtbar. Dieses Verfahren wird als Ösophagusbreischluck bezeichnet.

Bluttests

Falls das Geschwür bereits in benachbarte Gewebe eingedrungen ist oder der Krebs Metastasen in anderen Körperbereichen verursacht, lässt sich das durch weitere Untersuchungen und Bluttests feststellen.

Computertomographien, Lungenspiegelung

Computertomographien von Brust und Halsbereich untersuchen die benachbarten Gewebe und Lymphknoten, gegebenenfalls sollten auch Tomographien der Bauchhöhle und des Unterleibs erstellt werden. Oft ist eine Lungenspiegelung hilfreich.

Der Tumor wird schließlich danach beurteilt, wie tief er in die Wand der Speiseröhre eingedrungen ist, wie viele Lymphknoten betroffen sind und ob sich in weiter entfernt liegenden Organen Metastasen gebildet haben.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Operation, Bestrahlung und Chemotherapie

Ein Karzinom in der Speiseröhre, das frühzeitig erkannt wurde, kann operativ entfernt werden. In Kombination oder als Alternative kommen Bestrahlungen oder Chemotherapien in Frage. Zu große Tumore sollten vor der Operation mit Bestrahlungen und/oder Chemotherapie behandelt werden.

Endoskopische Resektion

Falls sich der Tumor noch nicht weiter verbreitet hat, sondern auf die Oberfläche der Speiseröhren-Schleimhaut begrenzt ist, liefert die sogenannte endoskopische Resektion oder endoskopische Mukosaresektion die besten Erfolge.

Magenspiegelung

Während einer Magenspiegelung wird das Geschwulst von einer Vorrichtung auf dem Endoskop eingesaugt und abgetrennt. Dieser Eingriff birgt eine geringere Gefahr für Komplikationen und eine geringere Sterblichkeitsrate als die herkömmliche Operation, bei der die Speiseröhre ganz oder teilweise entfernt wird. Diese Operation ist ein aufwändiger Eingriff, bei dem neben der Speiseröhre auch die benachbarten Lymphknoten entfernt werden. Dazu muss der Bauch, meist auch der Brustkorb des Patienten geöffnet werden. Der fehlende Teil der Speiseröhre wird ersetzt, indem der Magen hochgezogen und an das verbleibende Stück angeschlossen wird.

Palliative Behandlung im Endstadium

Behandlung SpeiseröhrenkrebsIm Endstadium von Speiseröhrenkrebs empfiehlt sich nur eine palliative Behandlung. (Foto by: Lighthunter / Depositphotos)

In den späteren Stadien des Speiseröhrenkrebs empfiehlt sich nur eine palliative Behandlung, um die Beschwerden des Patienten zu lindern.

  • Schmerzen zu verringern durch die Gabe geeigneter Medikamente.
  • Eine Behandlung der Speiseröhre, um ein möglichst schmerzfreies Schlucken zu ermöglichen. Zum Beispiel können spezielle Stents in die Speiseröhre eingesetzt werden, um sie zu weiten.
  • Eine Laserbehandlung entfernt Verengungen oder Sperrungen in der Speiseröhre, die durch den Tumor ausgelöst werden.

Insgesamt richten sich die Behandlungsmöglichkeit nach den individuellen Gegebenheiten eines Patienten. Dabei sind sowohl der Zustand, Lage und Größe des Tumors als auch das Alter und der generelle Gesundheitszustand des Erkrankten entscheidend.

Prävention und was ich selbst tun kann

Risikofaktoren vermeiden

Wie beschrieben sind die Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs Alkohol, Tabak und Verletzungen der Speiseröhre, wie sie unter anderem durch den regelmäßigen Genuss von sehr heißen Speisen oder Getränken vorkommen können. Es gibt keinen Weg, der einen Schutz gegen diese Krebserkrankung garantiert. Immerhin lassen sich die Risikofaktoren vermeiden oder verringern.

Das bedeutet also:

  • wenig oder keinen Alkohol
  • wenig oder gar nicht rauchen
  • vorsichtig mit Heißgetränken und heißem Essen
  • Eine ausgewogene Ernährungsweise mit frischem Obst und Gemüse soll zum Schutz gegen mehrere Krebserkrankungen beitragen, so auch gegen Speiseröhrenkrebs.

Die Zusammenhänge sind nicht eindeutig geklärt, aber natürlich verbessert eine gesunde Ernährung den Gesundheitszustand allgemein.

Vorsorge-Untersuchungen in Anspruch nehmen

Regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen erhöhen die Chance, dass ein Speiseröhrenkrebs frühzeitig erkannt wird. Dadurch bessert sich auch automatisch die Aussicht auf Heilung.


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