Weißer Hautkrebs

Weißer Hautkrebs entwickelt sich aus aktinischen Keratosen und ist ein Karzinom, dessen Ursprung im Plattenepithel der Haut sitzt. Die Hauptursache für die Entstehung ist langjährige direkte Sonneneinstrahlung auf ungeschützte Hautpartien. Wird das veränderte Hautgewebe entfernt, sind die Chancen auf Heilung sehr gut.

Untersuchung weißer HautkrebsDie Hauptursache für weißen Hautkrebs ist eine lang andauernde Einstrahlung von UV- Licht. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Da die Hauptursache für weißen Hautkrebs eine lang andauernde Einstrahlung von UV- Licht auf die Haut ist, spricht man auch von einer solaren Keratose. Typischerweise wird diese Erkrankung erst im höheren Alter sichtbar. Am häufigsten sind hellhäutige Menschen betroffen, deren Haut leichter durch Sonneneinstrahlung geschädigt werden kann.

Sehr oft handelt es sich bei Betroffenen um Menschen, die viel Zeit in der direkten Sonne verbringen und keinen Sonnenschutz verwenden. Die aktinische Keratose selbst ist sichtbar und fühlbar als raue Erhebung an bestimmten Stellen der Haut. Meist handelt es sich dabei um Hautbereiche, welche nicht durch Kleidung vor der Sonne geschützt werden, also etwa der kahle Hinterkopf, Stirn, Nase oder Ohren.

Bei weißem Hautkrebs handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom (Spinaliom), also einen Tumor, der von den Epithelzellen der Haut ausgeht. Diese sehr häufige Form von Hautkrebs entwickelt sich über einen längeren Zeitraum hinweg aus aktinischen Keratosen; dabei handelt es sich um ein Frühstadium des weißen Hautkrebses.

Durch jahrelange Bestrahlung bestimmter Körperpartien kann es zu einer Schädigung der Keratinozyten kommen, welche sich in der obersten Schicht der Haut befinden. Keratinozyten sind diejenigen Zellen der Oberhaut, welche für die Produktion von Hornmaterial zuständig sind. Sind die Keratinozyten beschädigt, entsteht eine Vehornungsstörung, die zu Hautveränderungen führt, welche sich im weiteren Verlauf zu einem Karzinom weiterentwickeln können.

Ursachen von weißem Hautkrebs

Wie die Bezeichnungen „solare Keratose“ bzw. „Licht-Keratose“ bereits vermuten lassen, ist die im Sonnenlicht befindliche UV-Strahlung die Hauptursache für die Entstehung dieses Krankheitsbildes. Aufgrund von jahrelanger Exposition gegenüber Sonnenlicht werden spezielle Zellen, nämlich die Keratinozyten, der Oberhaut geschädigt. Es kommt zu Mutationen, weswegen sich die Keratinozyten mit dem geschädigten Erbgut unkontrolliert vermehren, wodurch eine dicke Hornschicht entsteht.

Die Entstehung bzw. das Fortschreiten dieser Erkrankung ist langsam und dauert nicht selten Jahrzehnte. Wird die aktinische Keratose über lange Zeit hinweg nicht erkannt, entwickelt sich daraus weißer Hautkrebs; dieser kann entweder nur die oberste Hautschicht betreffen oder in tiefer liegende Schichten vordringen, dann handelt es sich um ein invasives Plattenepithelkarzinom.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, welche eine Erkrankung wahrscheinlicher machen. So sind eher Menschen betroffen, die eine bleiche Haut, helle Haare und blaue Augen haben. Weiters stellen mehrmals pro Jahr auftretende Sonnenbrände ein Risiko dar. Bestimmte Berufsgruppen, wie etwa Bauarbeiter, Landwirte oder Gärtner haben ebenso ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Die zugrundeliegende Ursache von weißem Hautkrebs ist stets eine Mutation der Keratinozyten in der Oberhaut, welche durch UV-Strahlung hervorgerufen wird.

Symptome von weißem Hautkrebs

Kommt es zu Mutationen im Erbgut der Keratinozyten, sind über längere Zeit hinweg keine Symptome spürbar und keine Veränderungen der Haut sichtbar. Sobald sich die mutierten Zellen unkontrolliert vermehren, zeigen sich dann erste Flecken bzw. Läsionen auf den betroffenen Hautstellen. Diese können rötlich oder braun sein, ins Weißliche gehen bzw. hautfarben sein.

Typischerweise treten diese Hautveränderungen an Stellen auf, die besonders intensiv der Sonne ausgesetzt sind. Dazu gehören das Gesicht und die Ohren, die Nase, die Schläfen, die Unterlippe sowie der Nackenbereich. Bei älteren Männern können die aktinischen Keratosen auch auf der Glatze auftreten. Sie können sich aber auch auf den Armen, den Beinen bzw. den Händen und Füßen befinden. Manchmal sind diese Veränderungen aufgrund ihrer Färbung und Erhebung leicht zu erkennen. Nicht selten fallen sie jedoch kaum auf und können lediglich als raue Stellen auf der Haut gefühlt werden. Diese Veränderungen können zwischen einigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern groß sein.

Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto dicker ist die verhornte Schicht und desto leichter ist die aktinische Keratose erkennbar. In der Spätphase können sich Metastasen bilden, welche zu einer Vielzahl von weiteren Symptomen führen können.

Untersuchungen und Diagnose

Die Hautveränderungen, welche bei weißem Hautkrebs auftreten sind relativ unspezifisch, was bedeutet, dass auch andere Hauterkrankungen dieselben Symptome aufweisen können. So können Warzen, Ekzeme oder eine Schuppenflechte zu vergleichbaren verhornten Stellen auf der Haut führen. Bei Verdacht auf Hautkrebs erhebt der behandelnde Dermatologe zunächst eine Anamnese. Dies ist wichtig, um das Vorliegen bestimmter begünstigender Faktoren, wie etwa ein Beruf, der draußen ausgeführt wird, abzuklären.

Nach dem Patientengespräch kommt die körperliche Untersuchung. Dabei wird der ganze Körper auf Hautveränderungen abgesucht bzw. abgetastet. Typischerweise sind die Läsionen auf der Haut des Patienten bei der aktinischen Keratose kaum sichtbar. Der Dermatologe kann die rauen Erhebungen jedoch deutlich ertasten.

Um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen, wird ein kleines Stück der Haut entnommen und ins Labor geschickt. Im Labor wird die Probe unter dem Mikroskop untersucht. Erst das Ergebnis der Biopsie lässt eine eindeutige Diagnose zu. Ist die verhornte Stelle sehr klein, wird das gesamte veränderte Gewebe bei der Biopsieentnahme entfernt.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Je nachdem wo sich das Plattenepithelkarzinom befindet, wie groß es ist und welches Ausmaß es bereits erreicht hat, erfolgt die individuelle Therapie. Für die Wahl der besten Behandlungsmethode sind auch der körperliche Zustand sowie das Alter des Betroffenen von Bedeutung. Obwohl sich nicht aus jeder entsprechenden Hautveränderung ein Karzinom entwickelt, werden alle aus Sicherheitsgründen entfernt.

Bei größeren Veränderungen, etwa bei Metastasenbildung in tiefere Gewebeschichten, ist eine chirurgische Entfernung des Karzinoms unumgänglich.

Bei kleineren, weniger weit fortgeschrittenen Keratosen, kann der behandelnde Arzt andere Methoden zur Entfernung anwenden. Dazu gehört zum Beispiel die Kryotherapie, bei welcher der Arzt die betroffenen Stellen mit flüssigem Stickstoff vereist. Läsionen können auch mittels Lasertechnologie oder mit einem säurehältigen Peeling der Haut entfernt werden.

Der behandelnde Arzt kann darüber hinaus eine so genannte Kürettage vornehmen. Dabei wird das betroffene Gewebe mit einem scharfen Löffel abgetragen. Neben der chirurgischen Herangehensweise kann eine Behandlung der aktinischen Keratose auch durch die Gabe von Medikamenten, meist in Form von speziellen Salben, erfolgen. Es gibt verschiedene Salben, welche zytostatisch wirken, also einen ähnlichen Wirkmechanismus wie die klassische Chemotherapie aufweisen. Mit der richtigen Therapie kommt es nur selten zu Komplikationen und die Prognose ist sehr gut.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention weißer HautkrebsDurch ausreichenden Sonnenschutz kann weißer Hautkrebs verhindert werden. (Foto by: linavita / Depositphotos)

Weißer Hautkrebs ist eine der wenigen Krebserkrankungen, welche durch gezielte vorbeugende Maßnahmen verhindert werden kann. Obwohl natürlich immer das Risiko besteht an einem Plattenepithelkarzinom zu erkranken, kann das Risiko durch einige simple Maßnahmen erheblich gesenkt werden.

Da die Ursache für die Entstehung von aktinischer Keratose eine übermäßige Exposition mit Sonnenlicht ist, ist es empfehlenswert sich vor der Sonne zu schützen. Besonders Menschen aus Risikogruppen sollten auf ausreichenden Sonnenschutz im Alltag achten. Dazu gehören vor allem die Verwendung von Sonnencremes mit einem hohen Lichtschutzfaktor und das Tragen von schützender Bekleidung sowie einer passenden Kopfbedeckung. Es gibt auch Kopfbedeckungen, die neben dem Kopf und dem Gesicht auch den Nackenbereich gut vor Sonneneinstrahlung schützen.

Im Sommer sollte direkte Sonnenstrahlung während der Mittagszeit vermieden werden. Änderungen des Lebensstils tragen ebenso zur Prävention von weißem Hautkrebs bei. So sollte auf langes Sonnenbaden und Solarienbesuche weitestgehend verzichtet werden. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist ein ausreichender Sonnenschutz essentiell, da Sonnenbrände während dieser Zeit die Haut besonders schwer schädigen. Menschen, die sich nicht oft in direktem Sonnenlicht aufhalten, sollten während des Sommers oder bei Urlauben in Länder nahe des Äquators besonders viel Wert auf Schutzkleidung und das Eincremen mit Sonnenschutzmitteln legen, da ihre Haut nicht an die vermehrte Sonneneinstrahlung gewöhnt ist und durch schwere Sonnenbrände nachhältig geschädigt werden kann.


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