Kruste auf der Kopfhaut

Eine Vielzahl an Hauterkrankungen, die sowohl akut und vorübergehend als auch chronisch und damit dauerhaft auftreten, geht mit hartnäckigen Verkrustungen und trockenen Ablagerungen auf der Kopfhaut einher.

Arzt untersucht Kopfhaut der PatientinZahlreiche Hauterkrankungen gehen mit hartnäckigen Verkrustungen auf der Kopfhaut einher. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Kruste auf der Kopfhaut: Mögliche Ursachen

Die meisten Verkrustungen sind äußerlichen Ursprungs.

Das bedeutet, dass eine allergische Reaktion auf krankmachende oder aggressive, chemische Reize aus der Umwelt eine Überempfindlichkeit hervorruft, wie beispielsweise durch:

  • verschiedene Haarwaschmittel
  • Haarsprays
  • Haarfärbemittel
  • Haargel

Wenn die Haare und die Kopfhaut durch eine permanente Einwirkung von Hitze oder aggressiven Wellmitteln gereizt werden, kann unter Umständen eine Kruste auf der Kopfhaut die Folge sein.

Die Verkrustungen auf der Kopfhaut treten zum Teil recht häufig bei Säuglingen auf und werden in Form von sogenanntem Milchschorf durch eine spezielle Art der Neurodermitis hervorgerufen. Die Ursache ist hierbei das atopische Ekzem.

Eine weitere Ursache, die sich in dieser Art und Weise auf die Kopfhaut auswirkt ist die Seborrhoische Dermatitis, die sich in unterschiedlichen Hautveränderungen zeigen kann, innerhalb derer die Kruste auf der Kopfhaut nur ein Symptom darstellt. Demzufolge ist die eher ungefährliche Erkrankung der Seborrhoischen Dermatitis bereits ein Auslöser für Verkrustungen, die sich auf der Kopfhaut manifestieren.

Untersuchungen und Diagnose

Ganz zentrale Komponenten der diagnostischen Erhebungen bei einer Kruste auf der Kopfhaut stellen die Schilderung der Beschwerden durch die Patienten selbst und die visuelle Begutachtung der betroffenen Hautregion durch den Facharzt dar.

Hilfreich kann in diesem Zusammenhang gleichermassen die Anhörung der Anamnese der Erkrankten sein. Bei Säuglingen stehen die Angaben der Eltern und die optische Ansicht der Haut wichtige diagnostische Hilfsmittel dar.

Im Mittelpunkt der zielgerichteten Diagnostik steht insbesondere die sogenannte Ausschlussdiagnostik, um auch tatsächlich auf eine Seborrhoische Dermatitis und nicht auf eine durch Hautpilz hervorgerufene Kruste der Kopfhaut zu schließen.

Dem Hautarzt stehen für diese Zielstellung verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • So kann eine Entnahme kleiner Schuppen der Haut mit Hilfe eines sterilen Klebestreifens und nachfolgender Untersuchung unter dem Mikroskop sehr aufschlussreich sein.
  • Bestehen dennoch begründete Zweifel, ob es sich um eine Seborrhoische Dermatitis oder eine Schuppenflechte handelt, ist eine Entnahme von geringen Mengen der Kopfhaut durch eine Biopsie sinnvoll.
  • In einigen Fällen kann darüber hinaus ein Allergietest Klarheit bringen.

Behandlung

Grundsätzlich stehen den Dermatologen ganz spezifische therapeutische Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden bei einer Kruste auf der Kopfhaut zur Verfügung.

Neben den äußerlich auf die Kopfhaut aufzutragenden Cremes, Salben, Shampoos und Lösungen, die sowohl künstliche pharmazeutische Substanzen als auch natürliche pflanzliche Inhaltsstoffe aufweisen, können ebenso ganz spezielle oral aufzunehmende Medikamente verordnet werden. In diesem Bezug sind es die antibakteriell wirkenden Arzneistoffe, die dann angezeigt sind, wenn es sich um ständig wiederkehrende Beschwerden handelt.

Die Patientinnen und Patienten, die unter einer Seborrhoischen Dermatitis leiden, müssen sich meist auf eine langwierige Therapie einstellen.

Wird die Kruste auf der Kopfhaut durch aggressive chemische Pflegestoffe verursacht, kann der Verzicht auf diese Produkte ebenfalls Linderung bringen.

Komplikationen

Die Komplikationen, die bei Kruste auf der Kopfhaut zu befürchten sind, bestehen in den Folgebeschwerden, welche durch eine weitergehende Infektion durch die in die beschädigte Kopfhaut eindringenden Bakterien ausgelöst wird. Die entsprechenden Entzündungen können mit ganz massiven Symptomen einhergehen und sich auf die gesamte Körperhaut ausdehnen.

Durch den anhaltenden Juckreiz können zudem in Folge des Kratzens und der damit verbundenen Ablösung des Schorfes blutige Areale entstehen, die zum einen schmerzhaft und zum anderen extrem entzündungsgefährdet sind. Bei kleinen Kindern ist daher das Tragen einer luftigen, hygienisch einwandfreien Kopfbedeckung ratsam.

Prävention und was ich selbst tun kann

Frau wäscht sich die HaareDie richtige Haarpflege kann Krusten auf der Kopfhaut vorbeugen. (Foto by: CITAlliance / Depositphotos)

In Abhängigkeit von den zu beachtenden Ursachen ist es wichtig, die Haut des Kopfes nicht zu überpflegen und nur gut verträgliche Pflegeprodukte zu wählen. Dasselbe gilt für zusätzlich haarkosmetische Erzeugnisse, die für das Herrichten der Frisur verwendet werden.

Die Kopfhaut ist zudem sehr empfindlich gegenüber intensive Wärme, sodass die Hautzellen schnell austrocknen können. Die Benutzung von rückfettenden, entzündungshemmenden und die Kopfhaut beruhigenden Anwendungen ist daher vorbeugend empfehlenswert. Als hautfreundlich und präventiv vorteilhaft sind Haarpflegeartikel auf rein pflanzlicher Basis bekannt, die im Fachhandel angeboten werden.

Nicht nur eine allzu intensive Pflege der Kopfhaut, sondern auch das zu seltene Waschen der Haare ist ungünstig, um einer Schorfbildung auf der Kopfhaut vorzubeugen. Das regelmäßige Beseitigen von Bakterien, abgestorbenen Hautzellen und natürlichen Absonderungen der auf der Kopfhaut befindlichen Talgdrüsen ist prophylaktisch bedeutsam, um einer Verkrustung von Teilen oder der kompletten Kopfhaut vorzubeugen.


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