Rauchen, Nikotinabhängigkeit

Von einer Nikotinabhängigkeit spricht man, wenn das Bedürfnis nach Nikotin – zumeist Zigarettenrauch – zwanghaft ist. Bei Nikotin handelt es sich um ein äußerst giftiges Suchtmittel, viele Todesfälle lassen sich auf den Tabakkonsum zurückführen. Doch auch wenn es allgemein bekannt ist, dass Rauchen der Gesundheit schadet, reduziert sich die Zahl der Raucher kaum.

RauchenDas Krebsrisiko eines starken Rauchers steigt bis um das Vierfache an. (Foto by: sabphoto / Depositphotos)

Das zwanghafte Bedürfnis nach Nikotin wird als Nikotin- oder Tabakabhängigkeit bezeichnet. Das Nikotin, ein Alkaloid, wirkt spezifisch auf die Nerven und das Gehirn und kann abhängig machen.

Nikotin in reiner Form ist extrem giftig, bereits 0,05 Gramm wirken auf den Menschen tödlich. Enthalten ist Nikotin in Nachtschattengewächsen wie der Tabakpflanze. Weshalb die Pflanzen die Substanz enthalten, ist nicht ausreichend geklärt, man geht von einer natürlichen Abwehr der Pflanzen gegen Insekten oder andere Tiere aus.

Die Nikotinsucht kann sowohl physisch wie psychisch sein. Das Krebsrisiko eines starken Rauchers steigt bis um das Vierfache. Das Nikotin kommt hauptsächlich in Form von Zigaretten, Zigarren oder Schnupftabak auf den Markt.

Die Ursachen für eine Nikotinabhängigkeit

Durch das inhalieren des Zigarettenrauchs gelangt das Nikotin (und zumindest 600 andere Zusatzstoffe) über die Lunge in die Blutbahn. Das Nikotin kommt trotz Blut-Hirn-Schranke direkt ins Gehirn. In kürzester Zeit, etwa in sieben Sekunden, ist das Nikotin im Gehirn.

Jeder Zigarettenzug hat eine beinahe explosive Wirkung auf den Gehirnstoffwechsel, wie ein Kick.

Das Gefühl nach einem Lungenzug von der Zigarette ist entspannend, der Raucher fühlt sich belohnt und mental leistungsstärker. Dieses Gefühl lässt schnell nach, Unzufriedenheit und der Wunsch nach mehr folgen – der Teufelskreis Sucht schließt sich.

Die Symptome einer Nikotinabhängigkeit

Die Nikotinabhängigkeit zeigt psychische und physische Symptome, sowohl bei der Nikotinaufnahme als auch beim Entzug.

Bei der Nikotinaufnahme wird der Körper gleichzeitig gehemmt, stimuliert, gestresst und auch entspannt. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Körpertemperatur sinkt und die Durchblutung vermindert sich. Beim Nikotinabbau entsteht Nikotinsäure (Vitamin des B-Komplexes), wodurch sich die Gefäße erweitern und die psychomotorische Leistungsfähigkeit gestärkt wird.

Beim Nikotinentzug treten folgende Symptome auf:

  • Reizbarkeit
  • Angst
  • depressive Stimmung
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörung
  • Aggression
  • Nervosität
  • Hungergefühl
  • natürlich ein starkes Verlangen nach dem Rauchen.

Diese Symptome verschwinden nach rund vier Wochen. Länger halten die psychischen Symptome wie eine ungewohnte Leere an, darum sollten Ex-Raucher auf eine gute Freizeitgestaltung, gesunde Ernährung und reichlich Bewegung sorgen.

Die Behandlung einer Nikotinabhängigkeit

NichtraucherMit dem Rauchen aufzuhören bringt viele (gesundheitliche) Vorteile mit sich. (Foto by: minervastock / Depositphotos)

Am erfolgreichsten ist eine Behandlung, die mit mehreren Maßnahmen kombiniert wird: So ist eine Kombination aus Eigenmotivation, einer medizinischen und medikamentösen Behandlung (gegen die körperlichen Entzugserscheinungen) sowie eine Verhaltenstherapie optimal. Natürlich immer vorausgesetzt, dass der Raucher mit dem Rauchen auch wirklich aufhören will. Dafür muss er sich intensiv mit seinem Rauchverhalten auseinandersetzen.

Nikotin ist extrem gesundheitsschädlich: über 4800 chemische Stoffe werden beim Rauchen freigesetzt, davon sind zumindest 70 hochgiftig und teilweise auch krebserregend. Nikotin an sich kann keinen Krebs auslösen, allerdings biologische Prozesse beeinflussen, die ein Tumorwachstum begünstigen.

Gesundheitliche Folgen bei Rauchern können sein:

Prävention und was ich selbst tun kann

Will man einer Nikotinabhängigkeit vorbeugen, besteht der einzige gehbare Weg darin, nicht mit dem Rauchen zu beginnen. Kinder sollten frühzeitig über die Folgen des Rauchens aufgeklärt werden, unterstützende Programme an Schulen und in gemeinnützigen Zentren gibt es viele.


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