Thrombose (Blutgerinnsel)

Der Rat, sich während einer längeren Reise ausreichend zu bewegen und viel zu trinken, ist hinreichend bekannt. Der Entstehung einer Thrombose soll vorgebeugt werden. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und ist eine Thrombose wirklich so gefährlich?

Blutgerinnsel ThromboseVon einer Thrombose spricht man, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß verstopft. (Foto by: maninblack / Depositphotos)

Meist bildet sich in den Venen der Beine und des Beckens eine Thrombose. Nur sehr selten treten Thrombosen in der Herzhöhle sowie in den Arterien auf. Von einer Thrombose spricht man, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß verstopft. Hieraus kann sich eine Lungenembolie entwickeln, die einen tödlichen Verlauf nehmen kann.

Insgesamt sterben in Österreich pro Jahr mehr als 4.000 Menschen an einer Thrombose. Dies muss jedoch nicht sein. Eine rechtzeitig erkannte und sofort behandelte Thrombose heilt ohne Spätfolgen und Komplikationen aus.

Insgesamt sind Frauen häufiger von einer Thrombose betroffen als Männer. So erkranken in Österreich etwa zwei von 1.000 Frauen pro Jahr neu daran. Das Gefährliche: Wer einmal an einer Thrombose erkrankt war, kann zu einem späteren Zeitpunkt mit größerer Wahrscheinlichkeit erneut daran erkranken. Aus diesem Grunde ist es unerlässlich, die erforderlichen Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen.

Ursachen von Thrombose

Verstopfte Blutgefäße

Zum Entstehen einer Thrombose führt immer ein Gefäß, welches durch ein Blutgerinnsel verstopft wird. Dieses Blutgerinnsel findet sich vornehmlich in den Beinen, nur sehr selten in den höheren Extremitäten. Ursächlich für dieses verstopfte Gefäß ist längeres Sitzen im Auto oder Flugzeug oder langes Liegen.

Besonders ältere Menschen haben aufgrund eines schwächeren Venensystems ein erhöhtes Risiko, an einer Thrombose zu erkranken. Wer an Krampfadern leidet, sollte ebenfalls sehr aufmerksam sein.

Thrombose durch langes Liegen

Nach Operationen ist die Gefahr für eine Thrombose aufgrund der nachfolgenden längeren Liegezeit ebenfalls sehr hoch. Patienten, die bereits an chronischen Herzkrankheiten, Lungenkrankheiten oder Nierenerkrankungen leiden sowie das Bett hüten müssen, sind besonders gefährdet. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose noch einmal erhöht.

Störungen der Blutgerinnung

Ein weiterer Hauptrisikofaktor für das Entstehen einer Thrombose sind vererbbare Störungen der Blutgerinnung sowie die Existenz eines Tumors, der die Fließeigenschaften des Blutes ebenfalls stört.

Ungesunder Lebensstil

Hinzu kommen ein ungesunder Lebensstil, Übergewicht und der Genuss von Tabakwaren. Bei Frauen in den Wechseljahren steigt das Thromboserisiko mit der Einnahme von Hormonersatzpräparaten.

Doch nicht nur ältere Menschen sind gefährdet. Nehmen junge Frauen die Pille und rauchen gleichzeitig, steigt auch bei ihnen signifikant die Gefahr einer Thrombose an.

Symptome von Thrombose

  • Typisch für eine Thrombose in den tieferen Beinvenen sind am Anfang geschwollene und heiße Fußknöchel, Unterschenkel oder ganze Beine.
  • Zudem kann die Haut gerötet oder blau verfärbt sein.
  • Auffällig ist ein Spannungsgefühl im betroffenen Areal, welches sich bei der Hochlagerung des Beines verbessert.
  • Auch Schmerzen können auftreten.

Das Problem ist jedoch: Diese Symptome können, aber müssen nicht zwangsläufig sein. Gerade im Anfangsstadium kann sich eine Thrombose völlig unbemerkt entwickeln und ohne Symptome ihren Lauf nehmen. Erst im späteren Stadium, wenn es zur gefährlichen Lungenembolie gekommen ist, sind die Symptome unverkennbar. So sind die Hinweise auf das Vorliegen einer fortgeschrittenen Thrombose sehr akut und bedürfen schneller ärztlicher Hilfe.

Tritt plötzlich Atemnot gepaart mit stechenden Brustschmerzen und einem Blutdruckabfall auf, muss sofort ein Notarzt gerufen werden. Der Patient steht nicht selten unter Schock und ist schweißgebadet.

Untersuchungen und Diagnose

Röntgenologische Kontrastmitteluntersuchung

Sofern der Verdacht einer Thrombose besteht, sollte ein Arzt konsultiert werden. Er wird das bildgebende Verfahren nutzen, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Am besten eignet sich hierfür die röntgenologische Kontrastmitteluntersuchung.

Dopplersonografie

Erfahrene Ärzte werden auch die Dopplersonografie (eine Form der Ultraschalluntersuchung) nutzen, um sich ein Bild von der Lage und Ausdehnung der Thrombose zu machen.

Die hierbei gebotene Eile ist deshalb so wichtig, weil nur innerhalb der ersten zehn Tage nach Entstehung einer Thrombose diese auch wieder mit Medikamenten zum Abklingen gebracht werden kann.

Dabei ist die Thrombose nicht einmal das Schlimmste für den Betroffenen. Erst, wenn sich das Blutgerinnsel in den Venen löst, wird es gefährlich. Dieser aus Blut bestehende Propfen kann wandern und die lebensnotwendigen Zugänge zum Herzen verstopfen. Dann droht Lebensgefahr! Auch ein Schlaganfall ist möglich. Die Lungenembolie ist eine weitere gefürchtete Komplikation der nicht rechtzeitig behandelten Thrombose.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung BlutgerinnselDie Behandlung bei Thrombose erfolgt meist über eine Selbstinjektion des Medikaments Heparin. (Foto by: belchonock / Depositphotos)

Die Behandlung einer Thrombose muss nicht mehr ausschließlich im Krankenhaus erfolgen. Inzwischen ist es möglich, nach einer ersten Gabe von Heparin die noch Monate andauernde Therapie ambulant weiterzuführen. Über eine Selbstinjektion in den Oberschenkel, in den Bauch oder in die Hüfte kann das Medikament gespritzt werden. Manchmal sprechen sich die Ärzte allerdings auch für einen Aufenthalt im Spital aus. Trotz der guten Medikamente besteht immer die Gefahr von Nebenwirkungen.

In diesen Fällen wird oftmals das ähnlich wirkende Fondaparinux verwendet. Dieser Behandlung folgt eine mehrere Monate andauernde Behandlung blutverdünnende Therapie. In Österreich erfolgt dies in der Regel durch Cumarine (Tabletten) mit den Wirkstoffen Phenprocoumon sowie Acenocoumarol. Diese Tabletten sorgen im Körper für eine Hemmung des Vitamin K, wodurch die Blutgerinnung herabgesetzt wird. Ärztliche Kontrollen sind damit nur noch etwa monatlich notwendig.

Für die Therapie von Venenthrombosen sind neuerdings auch andere Antithrombotika zugelassen. Die Vorteile scheinen unbestechlich: Von Anfang an kann die Behandlung oral erfolgen. Zudem sind weder Dosisanpassungen noch aufwendige Kontrollen im Labor notwendig.

Sollte es zu einer Operation kommen, ist eine Unterbrechung der blutverdünnenden Therapie weitaus einfacher als mit der herkömmlichen Medikation. Dennoch besteht eine Weigerung, diese Medikamente in größerem Umfang einzusetzen. Der Grund: Sie sind sehr teuer.

Nebenwirkungen und Komplikationen

  • Bei blutverdünnenden Stoffen sind dies in erster Linie Blutungen, die bereits bei noch so kleinen Verletzungen entstehen können.
  • Sehr selten kann es zu einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) kommen, die durch den rasanten Abfall der Blutblättchen eine alternative Behandlungsmethode notwendig macht.

Prävention und was ich selbst tun kann

Bewegung als Vorbeugungsmaßnahme gegen Thrombose

Prävention ThromboseMit regelmäßiger Bewegung kann das Risiko an einer Thrombose zu erkranken, gesenkt werden. (Foto by: cardmaverick / Depositphotos)

Körperliche Bewegung ist eines der Grundpfeiler, um das Risiko einer Thrombose gering zu halten. Um besonders bei längeren Fahrten oder Flügen einer Verstopfung des empfindlichen Venensystems vorzubeugen, sollten regelmäßig Pausen eingelegt werden. Hier hilft es, ein paar Schritte zu gehen oder (wie im Flugzeug) ein paar gymnastische Übungen im Bereich der Beinmuskulatur durchzuführen.

Ausreichend trinken

Flüssigkeitsmangel kann ebenfalls das Entstehen einer Thrombose begünstigen.

Viele wissen nicht, dass man zum Beispiel auf einem Flug von Österreich nach Amerika rund einen Liter Flüssigkeit verliert. Aus diesem Grunde sollte auf Reisen viel getrunken werden. Alkoholische Getränke sind dabei jedoch tabu.

Kompressionsstrümpfe

Zur Sicherheit können sich Risikopatienten vor längeren Reisen ein blutverdünnendes Medikament spritzen (lassen). Wer das nicht möchte, kann auch auf das altbewährte Tragen sogenannter Kompressionsstrümpfe zurückgreifen, um eine Thrombose zu vermeiden. Generell sollte das Tragen weiter, luftdurchlässiger Kleidung am ganzen Körper bevorzugt werden.


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