Atemnot

Das Atmen ist ein lebensnotwendiger Vorgang, welcher unter verschiedenen Bedingungen mehr oder weniger stark beeinträchtigt sein kann. Eine medizinische Abklärung der Ursachen und eine Behandlung von Zuständen mit Atemnot sind daher immer anzustreben.

AtemnotAtemnot tritt oft als Begleitsymptom bei Krankheiten auf. (Foto by: suriyaphoto / Depositphotos)

Atemnot wird in der medizinischen Fachsprache auch unter dem Begriff Dyspnoe abgehandelt. Die Atemnot kann sowohl akut und in diesem Zusammenhang plötzlich und unvorhergesehen als auch chronisch und dauerhaft anhaltend auftreten.

Eine Atemnot liegt dann vor, wenn der Körper über die Lungen und die roten Blutkörperchen, insbesondere das Hämoglobin, unter einer zu geringen Versorgung mit Sauerstoff leidet. In Folge einer Dyspnoe kommt es zu einem Mangel an Sauerstoff und es entsteht zudem eine Anreicherung von Kohledioxid in den Organen. Kohlendioxid kann bei einer Atemnot nicht in genügendem Umfang abgeatmet werden, sodass ein "innerliches" Ersticken droht.

Wenn eine Atemnot oder Dyspnoe besteht, zeigt sich dies meist in einer Knappheit der Atemluft. Es wird versucht, diese durch verschiedene unwillkürliche, natürliche Mechanismen des Körpers auszugleichen. Bei Menschen, die von einer Atemnot betroffen sind, kann diese Einschränkung entweder in den Ruhe- oder den Belastungsphasen des Organismus auftreten. Aus diesem Grund gibt es die sogenannte Ruhe- und die Belastungsdyspnoe.

Ursachen für Atemnot

Verschiedene Erkrankungen

Zu den ursächlichen Auslösern, welche eine krankhafte Atemnot bedingen können, gehören Erkrankungen unterschiedlicher Körpersysteme und Organe. Im Mittelpunkt dieser Kausalitäten stehen die Erkrankungen des Herzens und der Kreislaufsystems, der Lunge und eine ganze Reihe infektiöser Erkrankungen und Infekte.

Diese Infekte werden entweder durch Bakterien oder Viren hervorgerufen. Weitere Funktionsstörungen des Kehlkopfes und der Luftröhre sowie allergische Prozesse sind ebenfalls häufig ein Grund für eine Atemnot.

Schlafapnoe

Im Gegensatz zu den normalen belasten Aktivitäten wie Sport oder einer massiven körperlichen Anstrengung tritt eine als abnormal einzustufende Atemnot durch eine Größenzunahme der Schilddrüse, eine sogenannte Schlaf-Apnoe und eine Volumenausdehnung der Rachen- und Gaumenmandeln ein.

Weitere Ursachen

  • Im Einzelnen basieren die Ursachen für die Atemnot sowohl auf einer pathologisch bedeutsamen Veränderung an oder in den atemrelevanten Organen.
  • Außerdem können Störungen der nervalen Reizleitung und deren Verarbeitung im Gehirn ebenfalls eine Dyspnoe begründen.
  • Im Mittelpunkt der Ursachen für eine Atemnot stehen Krankheiten wie eine chronisch obstruktive und akute Bronchitis, eine Lungenentzündung und die erworbene Staublungenkrankheit.
  • Eine koronare Herzerkrankung, eine Herzschwäche, eine Erkältung oder eine Tuberkulose sowie Tumore der Atemwege werden gleichermaßen vielfach als Auslöser einer Dyspnoe erkannt.

Symptome bei Atemnot

Patienten mit Atemnot nehmen die Symptome sehr unterschiedlich wahr. Je nachdem ob diese unter Belastung vorkommt oder ob der Betroffene auch in einer Ruheposition darunter leidet.

Abfallen des Blutdrucks

Als häufigstes Symptom kann man ein Abfallen des Blutdruckes sowie einen Anstieg des Herzschlages beobachten.

Kurzatmigkeit

Die Atmung ist angestrengt, schnell und flach. Es kommt zur Kurzatmigkeit. Hört man beim Einatmen oder Ausatmen zusätzlich ein pfeifendes Geräusch haben sich die oberen Atemwege so sehr verengt dass dem Betroffenen keine normale und ruhige Atmung mehr möglich ist.

Bläuliche Verfärbung der Haut

Ein weiteres Symptom ist die Zyanose, bei der man eine bläuliche Verfärbung der Haut feststellen kann, weil durch die erschwerte Atmung nicht mehr genügend Sauerstoff ins Blut gelangt.

Die Patienten nehmen Atemnot stets als lebensbedrohlich war, was sie in Panik versetzt und die Symptomatik sogar noch verschlechtert.

Untersuchungen und Diagnose

Atemnot hat vielfältige Ursachen. Um diese eindeutig feststellen zu können und eine sinnvolle, gezielte Therapie umzusetzen, ist eine präzise Diagnostik sehr wichtig. Um einer Atemnot und die bestehenden Kausalitäten zu erfassen, werden mehrere diagnostische Methoden angewandt.

Anamnese

Zunächst beschränkt sich der untersuchende Facharzt auf die Anamnese. Diese beinhaltet sowohl einige spezielle Lebensgewohnheiten der Patientinnen und Patienten sowie die Schilderung der individuell auftretenden Symptome.

Körperliche Untersuchung

Um rein organische Ursachen ermitteln oder gleichzeitig ausschließen zu können, ist eine körperliche Untersuchung unumgänglich. Diese bezieht sich vorrangig auf das Abhören des Brustkorbs und der Lunge. Auch die Bestimmung des Atemvolumens durch eine sogenannte Lungenfunktionsprüfung kann Hinweise geben.

Um eine klinische Diagnostik in ausreichendem Umfang durchzuführen, werden zur Diagnostik einer Atemnot ergänzende labortechnische Tests von Blutproben anberaumt. Im weiteren Verlauf der diagnostischen Maßnahmen erfolgt zur Abklärung einer Dyspnoe eine bildgebende Darstellung der Lunge durch das Röntgen.

Weitere, recht aufwendige und immer spezifischere Untersuchungsverfahren bei einer bestehenden Atemnot sind das Elektrokardiogramm, eine Computertomografie, die histologische Begutachtung von Gewebe, die endoskopische Betrachtung der Bronchien sowie des Kehlkopfes und ein Allergietest.

Einige Diagnosemethoden liefern äußerst genaue Ergebnisse und schränken sowohl die Ursachenfindung als auch die Behandlungsmöglichkeiten immer weiter ein, bis die beste Variante gefunden ist. Die sogenannte Differentialdiagnostik ist eine ganz wesentliche Basis für die entsprechenden Resultate.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung AtemnotDie Ursachen für Atemnot müssen immer von einem Arzt abgeklärt werden. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Die therapeutischen Konzepte und deren praktische Umsetzung in der Praxis bei einer Atemnot sind überaus bewährt und erfolgreich. Grundsätzlich ist eine zweckdienliche und möglichst belastungsarme, risikofreie Therapie bei einer Dyspnoe immer abhängig vom nachgewiesenen Verlauf der Erkrankung und der Art der Atemnot. Nicht jede einzelne Therapieform ist daher für ein und dieselbe Atemnoterkrankung ideal.

Behandlung mit Medikamenten

Auf verschiedene hoch wirksame Medikamente bei der Behandlung einer Atemnot meist nicht verzichtet werden. In der Regel handelt es sich um synthetisch hergestellte oder rein pflanzliche Wirksubstanzen.

Im Mittelpunkt der Auswahl der Arzneimittel gegen eine Atemnot stehen solche Stoffe, welche eine Hemmung entzündlicher Vorgänge mit sich bringen und die Bronchien erweitern können. Mit diesen pharmazeutischen Produkten können ebenso Gewebsschwellungen verringert werden. Außerdem bringen die unterschiedlichen Herz-Kreislauf-Medikamente eine Linderung der Beschwerden mit sich.

Weiterführende therapeutische Eingriffe, die vorwiegend dann indiziert sind, wenn Tumore nachgewiesen wurden sind:

  • eine Chemotherapie
  • eine chirurgische Entfernung
  • eine Behandlung mit radioaktiven Strahlen

Liegen die Ursachen für eine Dyspnoe in einer Besiedlung der Atemwege, dann ist in den überwiegenden Erkrankungsfällen eine Verabreichung von antibiotisch und antiviral wirkenden Arzneimitteln angezeigt.

Handelt es sich permanent um eine starke Atemnot, die sogar lebensbedrohlich werden kann, sind spezielle medizinisch-technische Hilfsmittel wie Sauerstoffgeräte und eine entsprechende Hochlagerung des Oberkörpers zu überdenken, um die Betroffenen zu entlasten.

Prävention und was ich selbst tun kann

Die Atemnot hängt sehr eng mit Funktionsstörungen oder organischen Veränderungen der oberen und unteren Atemwege zusammen. Darüber hinaus kann eine Atemnot mit krankhaftem Ausmaß durch das stetige Inhalieren von Reizstoffen in die Lunge bedingt sein. In diesem Zusammenhang sollte auf das Rauchen von Tabak verzichtet werden. Durch das Inhalieren des Nikotins und der Teerstoffe kommt es zu einer massiven Reizung der Bronchien und im Laufe der Zeit zu einer Dyspnoe.

Patientinnen und Patienten, die unter einem erhöhten Infarktrisiko oder Asthma leiden, sollten für den Notfall immer die verordneten Medikamente mit sich führen. Allergische Auslöser, die möglicherweise schon bekannt sind und eine Atemnot mit sich bringen würden, sollten unbedingt gemieden werden. Dies gilt beispielsweise für Stäube aller Art sowie für Chemikalien, die die Atemwege massiv reizen oder sogar verätzen können.

Eine tolle Vorbeugung gegen Atemnot ist die körperliche Bewegung in Form unterschiedlicher sportlicher Aktivitäten. Körperliche Aktivitäten erhöhen die Sauerstoffversorgung und können vorbeugend gegen Erkrankungen des herz-Kreislaufsystems schützen. Am besten geeignet sind die Ausdauersportarten.

Alle Personen, die zu einem erhöhten Körpergewicht neigen, ist eine Umstellung der Ernährungsweise zu empfehlen, damit sich kein Übergewicht einstellt. Massives Übergewicht erhöht die Gefahr, über eine anfängliche Kurzatmigkeit eine Dyspnoe zu entwickeln.


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