Seitenstrangangina

Vor allem in den kälteren Jahreszeiten und bei trockener Luft, kommt es immer wieder zu Entzündungen des Rachenraumes. Gerade bei Leuten ohne Rachenmandeln kann es dann zu Entzündungen der Seitenstränge und Schmerzen sowie Fieber kommen.

Seitenstrangangina Neben Halsschmerzen und Schluckbeschwerden kommt es häufig auch zu Ohrenschmerzen und Fieber. (Foto by: imagepointfr / Depositphotos)

Schnellübersicht

  • Was ist eine Seitenstrangangina
    Die Seitenstrangangina ist eine eher seltene Form der akuten Rachenentzündung. Besonders häufig sind Personen betroffenen, bei denen bereits im Kindesalter die Mandeln entfernt wurden.
  • Ursachen
    Eine Entzündung der Seitenstränge wird meist durch Viren oder Bakterien ausgelöst und nutzt vor allem ein geschwächtes Immunsystem aus.
  • Symptome
    Neben Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, sind vor allem auch Fieber, Ohrenschmerzen und Gliederschmerzen häufige Symptome.
  • Behandlungen
    Liegt eine Entzündung durch Bakterien vor, wird eine Antibiotikatherapie eingeleitet. Ansonsten helfen eine Vielzahl an Hausmitteln und vor allem Bettruhe und viel Flüssigkeit.
  • Mögliche Komplikationen
    Unbehandelt kann es es vor allem bei einem bakteriellen Befall zu weiteren Erkrankungen im Mittelohr, am Herzen, den Nieren oder im Rachen kommen.
  • Vorbeugung
    Gegen Bakterien und Viren hilft vor allem gründliches und regelmäßiges Händewaschen, sowie ein starkes Immunsystem und Abstand zu kranken Personen.

Ursachen

Leidet man an einer Seitenstrangangina, sind meist die Lymphbahnen in der hinteren Rachenwand betroffen, welche eben auch „Seitenstränge“ genannt werden. Es kann sowohl einseitig, als auch beidseitig der Fall sein.

Oftmals ist das die Folge einer Erkältung, welche das Immunsystem schwächt und so die Abwehr gegen Bakterien oder Viren nicht aufrecht erhalten kann. Es kommt schließlich zu einer Infektion.

Besonders anfällig sind Personen, welchen bereits ihre Gaumenmandeln entfernt wurden, welche die Krankheitserreger im Normalfall abwehren sollten. In den meisten Fällen sind die Erreger Viren, jedoch können auch Bakterien wie Pneumokokken und Streptokokken eine Entzündung der Seitenstränge auslösen. 

Eine Seitenstrangangina ist hoch ansteckend und wird meist über eine Tröpfcheninfektion weitergegeben (das beinhaltet Husten, Niesen, Spucken beim Reden, Küssen, usw.) Daher ist es wichtig, dass sich Personen im Haushalt regelmäßig die Hände waschen und vorsichtig sind.

Symptome

Ähnlich einer gewöhnlichen Rachenentzündung, treten auch bei der Seitenstrangangina vor allem häufig Halsschmerzen und Schluckbeschwerden auf, welche sich langsam steigern und verschlechtern.

Tastet man seitlich den Hals ab, spürt man meist auch geschwollene Lymphknoten auf mindestens einer Seite, die empfindlich auf Druck reagieren können. Auch die Lymphknoten nahe am Kiefer können anschwellen.

Weitere mögliche Anzeichen sind:

Seitenstrangangina Bei einer Seitenstranangina schwellen häufig auch die im Hals befindlichen Lymphknoten spürbar an. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Untersuchung und Diagnose

Zu Beginn wird der Arzt/ die Ärztin sich nach den vorhandenen Beschwerden und der Krankengeschichte erkundigen, dann wird meist ein Blick in den Rachen, die Ohren und die Nase geworfen.

Dabei ist dann meist bereits erkennbar, ob die Seitenstränge angeschwollen, gerötet oder belegt sind und es kann ein schneller Abstrich entnommen werden um die Art des Erregers genauer festzulegen.

Behandlungen und mögliche Komplikationen

Die Bestimmung des Erreger ist wichtig um im Fall von Bakterien rechtzeitig eine Antibiotikakur beginnen zu können. Durch die Kur wird verhindert, dass sich die Seitenstrangangina zu einer Mittelohrentzündung ausweiten kann.

Jedoch besteht auch die Möglichkeit einer Auslösung von Viren. Gegen diese gibt es kein direktes Medikament, jedoch verlinkt die Krankheit oftmals nach einer gewissen Dauer von selbst.

Zur Linderung von Hallschmerzen kann der Arzt/ die Ärztin schmerzstillende Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol (je nachdem was man besser verträgt) verschreiben.

Hausmittel und Hilfsmittel

  • Bettruhe
  • viel Flüssigkeit (z.B. Heiße Zitrone oder Tee)
  • Lutschtabletten für besseren Speichelfluss
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol
  • Stimme schonen
  • wohltuende Wickel
  • Gurgellösungen

In den meisten Fällen kann eine Seitenstrangangina mit den der richtigen Behandlung innerhalb einer Woche ausheilen und die meisten Symptome sollten bis dahin vollständig abklingen.

Komplikationen sind eher selten, dennoch kann es bei bakteriellen Auslösern zu weiteren Entzündungen kommen.  Möglich wären:

  • Mittelohrentzündung
  • Herzmuskelentzündung
  • Nierenentzündung
  • Eiteransammlungen im Rachen

Bewertung: Ø 5,0 (1 Stimme)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 23.06.2020
Überarbeitet am: 25.06.2020

Quellen:

Gesundheitsportal https://www.erkaeltung-abwehren.de/halsschmerzen/seitenstrangangina/#hausmittel (letzter Aufruf 23.06.2020)

Gesundheitsportal https://www.apotheken-umschau.de/Seitenstrangangina (letzter Aufruf 23.06.2020)

Gesundheitsportal https://www.gesundheit.de/krankheiten/hals-nasen-ohren/seitenstrangangina-was-tun (letzter Aufruf 23.06.2020)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Höhenkrankheit

Höhenkrankheit

Die Höhenkrankheit umfasst gesundheitliche Probleme, die meist während eines Bergaufstiegs auftreten und durch mangelnden Sauerstoff ausgelöst werden.

weiterlesen
Verstopfte Nase

Verstopfte Nase

Eine verstopfte Nase entsteht beispielsweise durch einen Schnupfen oder einer Allergie oder auch durch ein Hindernis in der Nase.

weiterlesen
Schluckstörungen

Schluckstörungen

Eine Schluckstörung ist eine Störung des Schluckvorgangs und kann durch viele Krankheiten ausgelöst werden.

weiterlesen
Mundtrockenheit

Mundtrockenheit

Meistens ist eine Mundtrockenheit nur vorübergehend, ausreichendes Trinken ist oft schon die effektivste Behandlung. Menschen über sechzig Jahre leiden häufig an einer Mundtrockenheit.

weiterlesen

User Kommentare