Höhenkrankheit (Bergkrankheit, Höhenlungenödem, Höhenhirnödem)

Die Höhenkrankheit umfasst gesundheitliche Probleme, die meist während eines Bergaufstiegs auftreten und durch mangelnden Sauerstoff ausgelöst werden. Ein rechtzeitiger Abstieg kann in diesem Fall über Leben und Tod entscheiden.

Höhenkrankheit Zu zweit ist es leichter miteinander auf mögliche Symptome der Höhenkrankheiten zu achten. (Foto by: artoleshko / Depositphotos)

Schnellübersicht

  • Was ist eine Höhenkrankheit?
    Dabei kommt es zu Symptomen und Erkrankungen im Zusammenhang mit einem schnellen Bergaufstieg. Man unterscheidet hier zwischen der Bergkrankheit, dem Höhenlungenödem und dem Höhenhirnödem.
  • Ursache
    Je höher man aufsteigt, desto dünner wird die Luft und es kommt zu einer mangelnden Versorgung des Blutes mit Sauerstoff.
  • Symptome
  • Meist beginnt es mit den Symptomen der Bergsteigerkrankheit. Kopfschmerzen werden begleitet von Übelkeit und Schwindel. Kommt es zu einem Ödem leidet man auch unter akuter Atemnot, Herzrasen und Fieber.
  • Behandlung
    Beginnt man die Symptome zu spüren, ist ein schneller Abstieg notwendig. Möglich sind auch schmerzstillende und rezeptpflichtige Medikamente zur Behandlung.
  • Vorbeugung
    Zur Vermeidung der Symptome und der Krankheit, ist es wichtig den Körper zuvor zu akklimatisieren, langsame Aufstiege zu planen, viel Wasser zu trinken und viele Pausen einzuplanen.

Was ist die Höhenkrankheit?

Der Begriff Bergkrankheit umfasst

  • die akute Bergkrankheit
  • das Höhenlungenödem
  • das Höhenhirnödem.

Die Bergkrankheit tritt dabei am häufigsten auf. Geschätzt jede vierte Person, die ohne eine anständige Akklimatisation einen Aufstieg über 2.500 Metern durchführt, zeigt Symptome einer solchen Höhenkrankheit.

In den Alpen kommt es jedoch selten zu schweren Verläufen wie dem Lugen- oder dem Hirnödem, da ein rascher Abstieg meist gut gelingt und so Schlimmeres vermieden werden kann. In extremeren Höhen ab 5.000 Metern steigt jedoch die Lebensgefahr und es kommt häufiger zu Todesursachen wie einem Höhenhirnödem oder einen Höhenlungenödem.

Was ist eine Akklimatisation?

Steigt man einen Berg auf, muss man sich oftmals erst an die Umstände der neuen Höhen gewöhnen. Ist man gut akklimatisiert, gewöhnt sich der Körper schneller an die gegebenen Umstände, der Puls bleibt normal und das Atmen fällt leichter auch bei weniger Sauerstoff. Vor allem Personen die meistens in Regionen unter dem Meeresspiegel leben, müssen erst ihre Akklimatisation trainieren um größere Aufstiege zu bewältigen.

Ursachen

Je höher man aufsteigt, desto dünner wird die Luft und es steht weniger Sauerstoff zur Verfügung, wodurch auch der Sauerstoffgehalt im Blut schnell absinkt.

Durch den Sauerstoffmangel reagiert der Körper mit einer Beschleunigung der Atmung und einem erhöhten Puls (Herzfrequenz). Es bilden sich zunehmend mehr rote Blutkörperchen. Mit jedem Aufstieg ist es wichtig, dass man dem Körper Zeit gibt sich an die Höhe zu gewöhnen.

Das Limit sind dabei meist 5.300 Meter, bis zu denen sich der menschliche Körper noch akklimatisieren kann. Alles darüber hinaus ist auf Dauer nicht möglich und lebensgefährlich.

Symptome

Bergkrankheit

Am häufigsten nimmt man zu Beginn die akute Bergkrankheit wahr. Die Symptome dazu zeigen sich meist nach einer Zeit von sechs Stunden, können aber schon davor auftreten. Zu Beginn machen sich vor allem die Kopfschmerzen bemerkbar und treten dann in Kombination mit weiteren Symptomen auf.

Die Symptome sind

Kopfschmerzen alleine genügen nicht um von einer Höhenkrankheit auszugehen. Auch zusammen mit anderen Symptomen kann es andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Dehydrierung, Migräne, eine Erkältung oder einen Sonnenstich.

Höhenlungenödem

Meist bestehen bereits die Symptome einer Bergkrankheit, wenn ein Lungenödem auftritt. Meist tritt das Ödem nach 2-5 Tagen auf einer Höhe von 3.500 Metern auf und es kommt zu einer Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge.

Symptome sind:

  • Leistungsabfall
  • Atemnot
  • Husten
  • Fieber

Höhenhirnödem

Bei einem Höhenhirnödem kommt zu zu einer zunehmenden und lebensbedrohlichen Schwellung des Gehirns. Dazu kommt es meist erst in wirklich markanten Höhen, die jedoch für europäische Berge eher untypisch sind. Treten die ersten Symptome eines Höhenhirnödems auf, leidet man meist bereits an einer Bergkrankheit.

Symptome die auf ein Höhenhirnödem hindeuten:

  • Probleme beim Gehen
  • unerträgliche Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Bewusstseinsstörungen und Verwirrung
  • Sehstörungen
  • Fieber
  • Ohnmacht

Diagnose und Untersuchung

Eine Höhenkrankheit sollte man nicht erst dann diagnostizieren, wenn es bereits zu spät ist. Daher ist es wichtig sich bereits im Vorhinein über die möglichen Risiken und Gefahren zu informieren und dann rechtzeitig bei den ersten Symptomen schon darauf reagieren und einen Abstieg beginnen.

Die Eigendiagnose selbst ist jedoch nicht einfach. Die Symptome können meist recht unspezifisch sein und auf eine Vielzahl anderer Ursachen hindeuten. Daher ist es wichtig oftmals auf Nummer Sicher zu gehen und rechtzeitig wieder den Berg hinab zu steigen, ehe es zu schwereren Symptomen kommen kann.

Behandlung

Bergkrankheit

Treten die ersten Symptome einer Bergkrankheit auf, ist es wichtig den Aufstieg für einen Tag eine Pause einzulegen. Bleiben die Symptome danach bestehen, ist es wichtig mit dem Abstieg zu beginnen um weitere Risiken zu vermeiden. Ein Abstieg von mindestens 500 Höhenmetern sollte dabei eingehalten werden, ebenso wie ein Verzicht auf Alkohol während der Erholung.

Gegen Kopfschmerzen können rezeptfreie Medikamente wie Ibuprofen eingenommen werden. Unter keinen Umständen sollte man mit einer Höhenkrankheit weiter aufsteigen.

Höhenlungenödem und Höhenhirnödem

Kommt es bereits zu Symptomen eines Ödems, ist es besonders wichtig so rasch wie möglich mit einem Abstieg zu beginnen. Ist man in einer Gruppe unterwegs, sollte der betroffenen Person unbedingt beim Trage von Rucksäcken und dem Gehen geholfen werden.

Hat man eine Sauerstoffflasche eingeplant und mitgenommen, kann diese hier zum Einsatz kommen um größere Schäden zu vermeiden.

Besteht eine akute Lebensgefahr, sollte der Ruf einer Bergrettung nicht zu lange aufgeschoben werden.

Prävention und was man selbst tun kann

Die richtige Vorbereitung vor einem Aufstieg sollte niemals unterschätzt werden. Eine Anfälligkeit für Höhenkrankheiten ab bestimmten Höhenmetern können recht unterschiedlich ausfallen, dennoch sollten Personen sich vor einem Aufstieg immer wieder akklimatisieren. Dafür ist es oftmals von großer Bedeutung, dass man einen Aufstieg langsam durchführt und sich und dem eigenen Körper genügend Zeit lässt um sich an die dünne Luft zu gewöhnen.

Plant man einen sehr hohen Aufstieg, ist es wichtig genügend Zeit einzuplanen. Erreicht man eine Höhe von zirka 2500 Metern, sollte man nur noch 300 – 500 Höhenmeter pro Tag zurück legen um den Körper nicht zu überfordern. Auch regelmäßige Pausen und ein ganzer Pausentag alle drei Tage, ist besonders ausschlaggebend zur Vorbeugung von Höhenkrankheiten.

Wichtig ist daher:

  • Die Gehgeschwindigkeit an den Rhythmus der Atmung orientieren
  • kleinere Tagesettappen einplanen
  • genügend Wasser trinken
  • Voruntersuchungen durchführen lassen – Arztgespräch

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Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 10.08.2020
Überarbeitet am: 17.11.2020

Quellen:

Informationsportal https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/hoehenkrankheit (Aufruf: 10.08.2020)

Informationsportal https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hoehenkrankheit (Aufruf: 10.08.2020)

Informationsportal http://www.tropeninstitut.at/hoehenkrankheit.htm (Aufruf: 10.08.2020)

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