Migräne

Als Migräne bezeichnet man eine besonders unangenehme Form der Kopfschmerzen, denn diese sind meist pochend und können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken.

Frau leidet unter MigräneattackeMigräne ist eine in den westlichen Industriestaaten häufig auftretende Erkrankung. (Foto by: 9nong / Depositphotos)

Unter Migräne versteht man einen einseitigen und größtenteils klopfenden beziehungsweise pulsierenden Kopfschmerz. Hinzu kommt bei vielen Patienten eine Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm - in der medizinischen Fachsprache wird dies als Photo- beziehungsweise Phonophobie bezeichnet.

Migräne ist eine in den westlichen Industriestaaten häufig auftretende Erkrankung: Etwa sechs Prozent der Männer und sogar zwölf Prozent der Frauen leiden regelmäßig an Migräneattacken - damit sind Frauen etwa doppelt so häufig von dieser Erkrankung betroffen als Männer. Meist tritt diese bei Frauen zwischen dem 35. und dem 45. Lebensjahr auf. Sogar Kinder können von einer Migräne betroffen sein; nur etwa vier Prozent der Kinder vor der Pubertät allerdings leiden an dieser Krankheit.

Ursache von Migräne

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht eindeutig geklärt. Genetische Faktoren scheinen hier ebenso eine Rolle zu spielen wie der Neurotransmitter Serotonin. Die Erregbarkeit der Nerven ist in diesem Fall gestört und bestimmte Botenstoffe werden vermehrt freigesetzt. Während zunächst nur der Gesichtsnerv betroffen ist, breitet sich dieses Symptom schließlich über weite Teile der Hirnrinde aus.

Bei Stress oder hormonellen Schwankungen werden die Botenstoffe vermehrt freigesetzt - aus diesem Grund tritt Migräne unter Stress besonders häufig auf.

Der eigentliche Kopfschmerz der Migräne entsteht durch die Wirkung des Serotonins auf die Blutgefäße, an welchen schmerzhafte Entzündungen entstehen.

Als Auslöser für Migräneattacken sind zudem die sogenannten Triggerfaktoren bekannt. Dazu zählen

  • hormonelle Einflüsse
  • Stress
  • die Ernährung

Treffen mehrere dieser Faktoren zusammen, ist die Gefahr einer neuen Migräneattacke am größten. Ein Wechsel im Wach- und Schlaf-Rhythmus kann dabei eine Schmerzattacke ebenso auslösen wie diverse hormonelle Einflüsse. Frauen beispielsweise leiden am Tag des Eisprungs besonders häufig an Migräne; in der Schwangerschaft oder während der Wechseljahre verbessern sich die Symptome meist sehr.

Bei den Nahrungsmitteln, die eventuell eine Migräne auslösen können, sind vor allem Schokolade und Käse, aber auch Rotwein bekannt.

Andere Migräneattacken wiederum entstehen scheinbar ohne jegliche erkennbare Triggerfaktoren.

Symptome von Migräne

MigräneanfallMigräne ist ein einseitiger und größtenteils klopfender beziehungsweise pulsierender Kopfschmerz. (Foto by: mangostock / Depositphotos)

Die Kopfschmerzen bei einer Migräne treten meist recht plötzlich auf und kehren in regelmäßigen Abständen wieder. In der Regel ist nur eine Kopfhälfte von den heftigen Schmerzattacken betroffen. Weitere Beschwerden wie eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm sind weitere Begleiterscheinungen der Migräne. Einige Patienten klagen darüber hinaus über Übelkeit und Erbrechen.

Einige Formen der Migräne werden von einer sogenannten Aura begleitet - dies können Sehstörungen ebenso sein wie Schwindel, ein vermindertes Geschmacks- oder Riechvermögen oder auch Lähmungserscheinungen.

Grundsätzlich wird eine Migräne in vier Phasen unterteilt:

Vorphase

Die Vorphase kann sich beispielsweise durch verschiedene Symptome wie Heißhunger, erhöhte Reizbarkeit als auch durch Müdigkeit oder gar Verstopfung äußern.

Aura

Die zweite Phase wird als sogenannte Aura bezeichnet - diese muss nicht unbedingt bei allen Patienten auftreten. Gekennzeichnet ist diese Phase durch neurologische Ausfälle; sowohl Geruchs- und Geschmackssinn als auch das Sehvermögen können deutlich eingeschränkt sein.

Dritte Phase

Diese Phase beginnt meist vor den eigentlichen Kopfschmerzen oder setzt zeitgleich mit ihnen ein. Die eigentlichen Kopfschmerzen nehmen dann langsam zu und werden schließlich immer stärker. Diese können dumpf, pochend oder klopfend sein und verschlimmern sich bei körperlicher Bewegung oder Anstrengung. Die Kopfschmerzen halten je nach Patient zwischen vier und 72 Stunden an.

Vierte Phase

In der vierten Phase, der Rückbildungsphase, nehmen die Kopfschmerzen dann langsam wieder ab, die Betroffenen fühlen sich jedoch noch einige Zeit müde und abgeschlagen.

Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose Migräne kann meist bereits anhand der geschilderten Symptome eindeutig gestellt werden. Zusätzlich erfolgen diverse körperliche Untersuchungen, welche die Diagnose bestätigen sollen. Die Sehfähigkeit wird hier ebenso überprüft wie Halswirbelsäule und Kiefer, denn auch diese können Kopfschmerzen auslösen. Eine weitere Untersuchung, die gerne bei Verdacht auf eine Migräne angewandt wird, ist das Elektroenzephalogramm, kurz EEG.

Bei Patienten mit Migräne ist das Bild hier meist verändert, während andere bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie meist keine Auffälligkeiten zeigen. Nun gilt es weiterhin, die Migräne von einem Spannungskopfschmerz oder dem Cluster-Kopfschmerz zu differenzieren beziehungsweise andere Ursachen für die Schmerzattacken auszuschließen.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Die Behandlung der Migräne gestaltet sich umso schwieriger, je länger die Symptome bereits bestehen. Die Art der Therapie richtet sich nach der Stärke der Migräne; gut hilft bei vielen Patienten eine Kombination aus medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapie. Eine Migränetherapie zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern; eine vollständige Heilung dagegen ist meist nicht möglich.

Kalte Kompressen sowie ein erholsamer Schlaf in einem wenn möglich abgedunkelten Raum helfen den meisten Patienten bei Migräneschmerzen. Bei leichten bis mittelschweren Schmerzen helfen frei verkäufliche Rezeptmittel aus der Apotheke bereits recht gut.

Kommen zu den Kopfschmerzen weitere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel hinzu, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und diesem die Therapie zu überlassen. Dieser wird in der Regel sogenannte Antiemetika verschreiben, die meist besser und schneller wirken als gewöhnliche Schmerzmittel.

Triptane wiederum sind Medikamente, die bei besonders schwerer Migräne verschrieben werden. Diese wirken ähnlich wie der körpereigene Botenstoff Serotonin. Auch gegen die typischen Begleiterscheinungen der Migräne Übelkeit oder Erbrechen wirken Triptane sehr gut.

Zu jedem Zeitpunkt einer Migräneattacke können die Triptane eingenommen werden und helfen sehr gut. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße allerdings als auch bei Durchblutungsstörungen der Hände dürfen diese Medikamente nicht eingenommen werden. Auch Personen über 65 Jahre sowie schwangeren oder stillenden Frauen ist von Triptanen abzuraten.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention MigräneEin gesunder Lebensstil hilft dabei Migräne vorzubeugen. (Foto by: agencyby / Depositphotos)

Um Migräneattacken langfristig vorzubeugen, sollte man die sogenannten Triggerfaktoren weitestgehend vermeiden. Stress gilt es weitestgehend zu vermeiden und auch einige Nahrungsmittel sind bekannt dafür, Migräne auszulösen. Die meisten Patienten reagieren auf Schokolade oder roten Wein sehr empfindlich und reagieren häufig mit Kopfschmerzen. Darüber hinaus sollte man große Klimaschwankungen weitestgehend vermeiden.

Ausreichend Schlaf beziehungsweise ein ausgeglichener Wach-Schlaf-Rhythmus kann ebenso helfen, Migräne vorzubeugen. Weiterhin sollte man so oft es geht Bewegung an der frischen Luft in seinen Alltag einbauen - dies gilt vor allem dann, wenn man seine Arbeit täglich sitzend vor dem Computer verbringt.

Ausdauersport hilft bei Migräne beziehungsweise auch zu dessen Vorbeugung sehr gut und ist besser geeignet als Krafttraining. Autogenes Training sowie progressive Muskelentspannung kann ebenfalls zur Vorbeugung gegen Migräne nützlich sein.

Auch vorbeugende Medikamente können helfen, schlimme Attacken zu verhindern.


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