Verstopfung (Obstipation)

Ähnlich wie Blähungen ist auch die Verstopfung eine Krankheit, über welche man nur ungern spricht. Dennoch ist fast jeder von Zeit zu Zeit von diesem Symptom betroffen.

VerstopfungDie Verstopfung zählt zu einem der am häufigsten vorkommenden Verdauungsproblemen. (Foto by: GeorgeRudy / Depositphotos)

Die Verstopfung zählt zu einem der am häufigsten vorkommenden Verdauungsproblemen und wird in der medizinischen Fachsprache auch als Obstipation bezeichnet.

Unter einer Verstopfung versteht man die Tatsache, dass der Darm über einen längeren Zeitraum nicht entleert werden kann. Wie häufig ein Mensch seinen Stuhlgang entleeren muss, ist sehr unterschiedlich: Während einige Menschen drei Mal am Tag Stuhlgang haben, müssen einige andere wieder nur drei Mal in der Woche den Darm entleeren.

Von einer Verstopfung spricht man erst dann, wenn der Darm weniger als drei Mal in der Woche entleert werden kann. Auch dann spricht man von einer Verstopfung, wenn der Darm nur unter Schmerzen oder starkem Pressen entleert werden kann. Diese Patienten haben einen besonders harten Stuhl; auch dies ist also charakteristisch für eine Verstopfung.

Wenn diese Symptome länger als drei Monate anhalten, spricht man von einer chronischen Verstopfung.

Frauen sind von einer Verstopfung häufiger betroffen als Männer. Besonders in der Schwangerschaft, während der Stillzeit oder auch in den Wechseljahren kommt es besonders häufig zu den typischen Symptomen einer Verstopfung. Grundsätzlich kann die Verstopfung zwar in jedem Alter auftreten, doch sind die meisten Patienten älter als 65 Jahre.

Bei Säuglingen und Kleinkindern hingegen ist eine Verstopfung schwieriger zu definieren. Bei ihnen kann der Stuhlgang noch sehr viel unregelmäßiger als bei Erwachsenen sein, vor allem, wenn die Umstellung von Muttermilch auf Brei erfolgt. Dann müssen Babys häufig sogar nur alle fünf Tage ihren Darm entleeren - auch dies gilt als normal. Lediglich wenn der Stuhlgang nur einmal wöchentlich stattfindet, spricht man bei Babys und Kleinkindern von einer Verstopfung.

Ursachen für eine Verstopfung

Nahm man früher an, dass eine falsche Ernährung die Ursache für eine Verstopfung ist, gehen Experten heute vermehrt davon aus, dass der Darm an sich der Auslöser ist.

Träger Darm

Insbesondere bei einem trägen Darm dauert es sehr lange, bis sich der Stuhlgang in Richtung Enddarm bewegt. Dieser verweilt so länger als gewöhnlich im Darm, was wiederum dazu führt, dass diesem Flüssigkeit entzogen und dieser fest wird. Eine sogenannte Entleerungsstörung wiederum liegt vor, wenn der Enddarm blockiert ist.

Darmerkrankungen

Ebenso gehört ein Reizdarmsymptom zu den häufigen Erkrankungen des Darms, die eine Verstopfung auslösen. Gleiches gilt für die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn. Eine ballaststoffarme Ernährung kann diese Symptome sicher ebenso auslösen wie Erkrankungen von Darm, Nerven und Muskeln oder auch Störungen im Hormonhaushalt. In vielen Fällen allerdings ist auch gar keine organische Ursache zu finden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre

Während der Schwangerschaft, Stillzeit und der Wechseljahre können die Hormone Progesteron und Gestagen eine Verstopfung auslösen. Wenn keine organische Ursache für die Verstopfung herausgefunden werden kann, spricht man von einer funktionellen Obstipation.

Medikamente

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass bestimmte Medikamente eine Verstopfung zur Folge haben können. Antidepressiva zählen hierzu ebenso wie Eisen, Neuroleptika oder bestimmte harntreibende Mittel.

Symptome der Verstopfung

Symptome VerstopfungViele, die von Verstopfung betroffen sind, klagen über eine Völlegefühl und Unwohlsein. (Foto by: AndreyPopov / Depositphotos)

Welche Symptome eine Verstopfung mit sich bringt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

  • Sehr häufig ist jedoch ein sehr harter Stuhl, der nur durch starkes Pressen ausgeschieden werden kann.
  • Auch müssen betroffene Patienten relativ selten ihren Darm entleeren. Wenn es zu weniger als drei Stuhlentleerungen in der Woche kommt, spricht man von einer Verstopfung.
  • Zudem klagen viele Betroffene über ein allgemeines Unwohlsein beziehungsweise ein Völlegefühl.

Gesundheitlich bedenklich ist es jedoch nicht, wenn der Stuhl länger als gewöhnlich im Körper verbleibt.

Untersuchungen und Diagnose

Eine Verstopfung ist in der Regel für den Körper nicht gefährlich, jedoch äußerst unangenehm. Allein aus diesem Grund ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

Besuch beim Arzt

Spätestens aber, wenn sich Blut im Stuhl zeigt oder eine schnelle und unerklärliche Gewichtsabnahme erfolgt, sollte man schnellstmöglich einen Arzt konsultieren. Auch bei kolikähnlichen Schmerzen ist es ratsam, diese unbedingt von einem Arzt abklären zu lassen.

Blut- und Stuhluntersuchung

Neben allgemeinen Fragen zum Krankheitsbild wird der behandelnde Arzt eine Blutuntersuchung als auch eine Stuhluntersuchung vornehmen. Vor allem die Kaliumwerte im Blut als auch die Konzentration des Schilddrüsenhormons spielen für die Diagnose eine besondere Rolle.

Hämocculttest

Der Hämocculttest wiederum zeigt an, ob im Stuhl Blut vorhanden ist, welches mit bloßen Augen nicht sichtbar ist.

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung wird er sowohl den Bauch abtasten als auch die Darmgeräusche mit einem Stethoskop abhören. Ebenso wird er vermutlich den Enddarm mit den Fingern abtasten - dies bezeichnet man auch als rektale Untersuchung.

Darmspiegelung

Sind alle diese Untersuchungen nicht erfolgreich, wird unter Umständen eine Darmspiegelung nötig. Während dieser kann der Innenraum des Darms genau betrachtet werden. Sowohl Entzündungen als auch krankhafte Veränderungen des Darms können so genau festgestellt werden. Zudem können während dieser Untersuchung bereits kleine Eingriffe wie das Entfernen von kleinen Unregelmäßigkeiten durchgeführt werden.

Hintontest

Der sogenannte Hintontest wiederum wird durchgeführt, um festzustellen, in welchem Bereich des Darms sich die Verstopfung befindet.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Welche Behandlung zur Linderung der Verstopfung in Frage kommt, ist von der jeweiligen Ursache abhängig.

Allgemeine Maßnahmen bei Verstopfung sind:

  • Eine faser- und ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornbrot, Feigen, Datteln, etc.)
  • Viel Flüssigkeit (besonders geeignet ist Lindenblütentee)
  • Viel Bewegung
  • Das Meiden von Nahrungsmitteln wie Kakao, Schokolade, Weißbrot, Rotwein oder schwarzen Tee
  • Quell- und Füllmittel wie Leinsamen oder Weizenkleie

Vom Arzt verordnete salinische oder stimulierend wirkende Abführmittel sollten dann eingenommen werden, wenn die allgemeinen Maßnahmen nicht erfolgreich sind.

Lösen bestimmte Medikamente die Verstopfung aus, ist es ratsam, diese ganz abzusetzen oder aber deren Dosis zu verringern.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention VerstopfungEine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann bei Verstopfung helfen. (Foto by: lsantilli / Depositphotos)

Ballaststoffreiche Ernährung

Wer unter einer Verstopfung leidet, sollte seine Ernährung auf eine ballaststoffreiche Kost umstellen. Diese Ballaststoffe sorgen dafür, dass sich der Wasseranteil im Stuhl erhöht und dieser leichter abgeht. Als sehr ballaststoffreich gelten beispielsweise Vollkornbrot, Datteln oder Feigen. Dabei ist es sehr wichtig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Als Quellmittel gelten ebenso Leinsamen oder Flohsamen; diese sollte man aber ebenso unbedingt mit ausreichend Wasser zu sich nehmen.

Entspannung und Bewegung

Weiterhin ist es sinnvoll, für ausreichend Entspannung zu sorgen, denn auch Stress kann Verstopfungen auslösen. Ebenso ist ausreichend Bewegung und natürlich eine gesunde Ernährung sinnvoll, um gesund zu bleiben.

Bei Kindern

Bei Kindern sind einige Hausmittel durchaus sinnvoll. Die Gabe von Milchzucker beispielsweise kann sehr hilfreich sein und auch Babymassagen oder Bewegungsübungen sind hilfreich. Als Quellmittel gelten ebenso Leinsamen oder Flohsamen; diese sollte man aber unbedingt mit ausreichend Wasser zu sich nehmen.


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