Stuhluntersuchung

Eine Stuhluntersuchung kann zur Diagnose vieler verschiedener Erkrankungen beitragen, denn mit ihr kann die Verfassung des Verdauungstraktes überprüft werden. So können, unter anderem, Bakterien, Parasiten oder Viren im Stuhl nachgewiesen werden.

Stuhluntersuchung im Labor Eine Stuhluntersuchung kann zur Diagnose vieler verschiedener Erkrankungen beitragen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Stuhluntersuchung – Allgemeines

Das Endprodukt unserer Verdauung ist der Stuhl. Er besteht aus:

  • unverdauten Nahrungsbestandteilen
  • Verdauungssäften
  • Darmschleimhautzellen
  • zu rund 50 Prozent aus Bakterien

Der Arzt/die Ärztin den Stuhl aufgrund seiner Beschaffenheit, Gewicht und Farbe untersuchen und kann die Stuhlprobe auch gezielt auf Bakterien wie Shigellen oder Salmonellen untersuchen. Wird der Stuhl an mehreren Tagen hintereinander entnommen, kann die Nachweisquote möglicher Krankheitserreger sicherer nachgewiesen werden. Die Stuhlprobe wird beispielsweise bei länger anhaltendem Durchfall oder im Zuge der Vorsorgeuntersuchung entnommen.

Stuhluntersuchung – Durchführung, was wird untersucht?

1. Die Konsistenz des Stuhls

Ist der Stuhl normal, ist er klar geformt. Bestehen Erkrankungen kann er von dünnflüssig bis klebrig sein. Es wird zwischen folgenden Stuhlformen unterschieden:

  • Fäulnisstuhl
  • Gärungsstuhl
  • Fettstuhl
  • himbeergeleeartiger Stuhl
  • Reiswasserstuhl
  • eitrig-jauchiger Stuhl

2. Die Farbe des Stuhls

Normalgefärbter Stuhl ist gelbbraun, wird viel Fleisch verzehrt, wird der Stuhl dunkler. Blut im Stuhl trägt auch zu einer farblichen Veränderung bei. Nach folgenden Farben beurteilt der Arzt/die Ärztin den Stuhl:

  • rot
  • schwarz
  • weiß bis grauweiß
  • gelblich
  • grünlich bis grün
  • grauweiß bis gelbgrau

3. Das Gewicht des Stuhls

Für eine Diagnose ist auch das Gewicht des Stuhls interessant, so scheidet ein gesunder Mensch zwischen 200 und 250 g Stuhl täglich aus. Bei Durchfall steigt die Zahl und das Gewicht der Stuhlgänge an, bei Verstopfung verringert sich dies.

Frau nach Stuhluntersuchung Das Ergebnis der Stuhluntersuchung wird mit dem Arzt besprochen. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

4. Fett im Stuhl

Die Fettbestimmung im Stuhl ist eine wichtige Methode, denn daran lassen sich Verdauungsstörungen am ehesten erkennen. Bei Verdauungsstörungen funktioniert zumeist die Fettverdauung nicht mehr richtig.

5. Stärke im Stuhl

Die Bestimmung der Stärkekonzentration im Stuhl gibt Aufschluss darüber, ob die Aufnahme der Nährstoffe im Darm gestört ist. Befindet sich beispielsweise eine größere Menge Stärke in der Stuhlprobe, kann davon ausgegangenen werden, dass die Funktion der Bauchspeicheldrüse gestört ist.

Fazit

Eine Stuhluntersuchung kann helfen, den Zustand des Verdauungstraktes zu bewerten und verschiedene Erkrankungen können damit diagnostiziert werden.


Bewertung: Ø 3,5 (13 Stimmen)

Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 31.08.2010
Überarbeitet am: 11.09.2016

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