Titerbestimmung

Mit Hilfe einer Titerbestimmung kann angegeben werden, wie viele Antikörper gegen bestimmte Krankheiten vorhanden sind. Der Titer (oder auch Schutz- bzw. Impftiter) misst also die Immunität des Körpers nach einer erfolgten Impfung.

TiterbestimmungDer Titer misst die Immunität des Körpers nach einer erfolgten Impfung. (Foto by: trans961 / Depositphotos)

In der Medizin bzw. in der Biologie bezeichnet man als Titer eine dimensionslose Verdünnungsstufe von Antigenen oder Antikörpern. Ein Titer kann dadurch bestimmt werden, dass man eine Probe immer wieder verdünnt und mit diesen Verdünnungen dann einen Test durchführt. Dadurch kann die Immunität nach dem Durchführen einer Impfung oder auch das Ansteigen von Antikörpern während einer Infektion beurteilt werden.

Damit der Anstieg eines Titers aussagekräftig ist, muss er zumindest vierfach sein, wobei ein Anstieg anzeigt, dass eine frische Infektion vorliegt, ein Abfall spricht für das Abklingen einer Infektion.

Normalerweise verdünnt man ein Blutserum in Zweierstufen (1:2, 1:4, 1:8, 1:16 usw.). Danach werden die Verdünnungen auf Zellkulturen gegeben, die man mit einem Virus infiziert. Als Titer bezeichnet man schließlich die höchste Verdünnungsstufe, bei der eine Infektion noch vollständig verhindert werden kann.

Durchführung und Ablauf einer Titerbestimmung

Blutabnahme

Im Rahmen einer Titerbestimmung wird zuerst Blut abgenommen. Diese Blutprobe wird immer wieder verdünnt um die Konzentration der Antikörper im Blut mit Hilfe eines Antikörpertests (ELISA) zu messen. Diese Konzentration wird normalerweise in IE/l (internationale Einheiten pro Liter) bzw. IU/l (International Units) angegeben.

Kosten einer Titerbestimmung

Die Kosten für eine Titer-Bestimmung betragen in etwa 15 bis 25 Euro. Manchmal sind die Impfungen gleich teuer oder sogar billiger, sodass manche es sich überlegen, diese einfach aufzufrischen. Allerdings setzt man sich dadurch auch der neuerlichen Belastung der Impfung aus.

Anwendungsgebiete

Kontrolle des Impfschutzes

ImpfungDurch eine Titer-Überprüfung zeigt, ob man nach einer Impfung ausreichend geschützt ist. (Foto by: dml5050 / Depositphotos)

Durch eine Titer-Überprüfung kann bestimmt werden, ob man nach einer Impfung ausreichend geschützt ist, wann die nächste Impfkontrolle erfolgen sollte bzw. ob es zu einer Infektion gekommen ist. Eine Titer-Bestimmung sollte auf jeden Fall nach einer Hepatitis-B-Impfung erfolgen, da viele Geimpfte auch nach der dritten Impfung noch nicht genug Antikörper gebildet haben. Auf diese Weise kann man überprüfen, ob eine Immunität gegen das Hepatitis-B-Virus vorliegt bzw. wann die nächste Kontrolle oder Auffrischungsimpfung erfolgen sollte.

Schwangerschaft

Während einer Toxoplasmose- und Röteln-Titer von Bedeutung, denn so kann der Arzt bestimmen, ob man gegen diese Erkrankungen immun ist. Wer also eine Schwangerschaft plant und nicht sicher ist, ob eine Immunität gegen diese Krankheiten vorliegt, sollte zuvor den Titer überprüfen lassen.

Sonstige Anwendung

  • Des Weiteren sollten Titerbestimmungen auch bei einem erhöhten Risiko für Tollwut durchbeführt werden.
  • Sowie bei Patienten mit einer das Immunsystem schwächenden Krankheit.

Liegen zu wenig Antikörper gegen eine Krankheit vor, kann dies überschiedlichste Gründe haben. So ist es möglich, dass der Impfstoff durch falsche Lagerung nicht wirksam war oder nicht richtig verabreicht wurde, man auf die Impfung nicht anspricht oder die letzte Auffrischungsimpfung verabsäumt hat.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Vor allem bei Hochrisikopatienten empfiehlt es sich, vier bis acht Wochen nach dem Impfen den Titer zu bestimmen, vor allem, wenn man unsicher ist, ob die Impfung wirksam war.

Da die Konzentration von Antikörpern jedoch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist, kann mit Hilfe einer einfachen Titerbestimmung die Dauer eines serologischen Schutzes allerdings nicht vorhergesagt werden.

Fazit

Im Normalfall ist bei Routineimpfungen keine Titerbestimmung erforderlich. Eine Ausnahme bildet die Überprüfung eines Impferfolges bei Menschen, die an einer Immundefizienz leiden, sowie zum Nachweis des ausreichenden Schutzes gegen Hepatitis B. Titerkontrollen sollten außerdem bei Frauen mit Kinderwunsch durchgeführt werden, um einen ausreichenden Varizellen-Schutz nachweisen zu können.


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