Masern

Abgeschlagenheit, Fieberschübe und Hautausschlag: Masern stellen eine unangenehme und häufig unterschätzte Infektionskrankheit dar.

MasernMasern sind eine äußerst ansteckende Kinder-Krankheit. (Foto by: natulrich / Depositphotos)

Masern sind eine durch Viren verursachte Infektionserkrankung. Zum Krankheitsbild der Masern führt das Virus bisher ausschließlich beim Menschen. Auch Erwachsene können Masern bekommen, hier ist der Verlauf der Erkrankung meist sehr schwer. Ausgenommen von der Ansteckungsgefahr sind lediglich Babys bis zu einem Alter von vier Monaten. Sie werden von den Antikörpern der Mutter geschützt, allerdings nur wenn die Mutter welche besitzt (Impfung, Immunität durch vorangegangene Erkrankung).

Wurde die Erkrankung im Kindesalter einmal überstanden, besteht nicht die Gefahr einer erneuten Ansteckung. Der Körper ist fortan gegen das Masernvirus immun. Masern treten nur unter nicht geimpften Personen und bei inkomplettem Impfschutz auf. Typisch sind Fieber und ein roter Hautausschlag.

Infiziert man sich mit dem Masern-Virus, muss es nicht unbedingt zum Ausbruch der Krankheit kommen. Das Immunsystem des Menschen entwickelt fast immer Abwehrstoffe gegen das Virus. Diese sogenannten Antikörper verhelfen dem Körper des Infizierten zu einer lebenslangen Immunität gegen die Masern. Der gleiche Vorgang entsteht bei einer Schutzimpfung. Prinzipiell gilt, nach überstandener Erkrankung oder der vorbeugenden Schutzimpfung ist der Mensch auf Lebenszeit immun gegen das Masern-Virus.

Ursachen von Masern

Auslöser der Masern ist das Masernvirus. Übertragen wird es in der Regel von Mensch zu Mensch. Dies geschieht über winzige Tropfen aus dem Hals-Nasen-Rachenraum, die sich in kürzester Zeit über die Atemluft ausbreiten. Dabei befällt das Virus vor allem Zellen des Immun- und Nervensystems.

Klimaanlagen, in Bussen, Bahnen oder Geschäften, ermöglichen es dem Virus, sich auch über weite Distanzen hinwegzusetzen und zu einer Infektion zu führen. Da das Masernvirus vor allem bei direktem Kontakt hochinfektiös ist, genügen bereits einige winzige Tropfen einer erkrankten Person, um bei fehlendem Schutz durch Antikörper eine Infektion auszulösen. Besonders gefährdet sind hierbei immungeschwächte Personengruppen, wie Kleinkinder und ältere Menschen.

Aber auch Schwangere sollten vorsichtig sein: bei ungenügendem oder fehlendem Impfschutz kann die Masernerkrankung in der Schwangerschaft das Risiko einer Tot- oder Fehlgeburt deutlich erhöhen.

Krankheitsfälle in denen es zur Maserninfektion durch Gegenstände wie Türklinken oder Haltestangen in Bus und Bahn gekommen ist, sind möglich, allerdings eher selten.

Symptome von Masern

Masern weisen einen relativ typischen Erkrankungsverlauf auf, der sich in zwei Phasen gliedert.

Erste Phase

Die erste Phase dauert etwa drei bis fünf Tage. Sie ist gekennzeichnet durch grippeähnliche Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber. Häufig treten zeitgleich eine Entzündung der Bindehaut, sowie vermehrte Lichtempfindlichkeit auf. Bauchschmerzen und Übelkeit können noch hinzukommen. Charakteristisch für diese erste Phase der Masern sind kleine weiße Flecken auf der Mundschleimhaut, die sogenannten Koplik-Flecken.

Zweite Phase

Die zweite Phase ist gekennzeichnet durch einen Abfall der Temperatur, welche nur wenige Tage später, begleitet von fleckigem, rotem Hautausschlag, erneut ansteigt. Die für Masern typischen Hautrötungen erscheinen zunächst hinter den Ohren und breiten sich dann über Gesicht und Rumpf aus.

Weist die Maserninfektion einen komplikationslosen Verlauf auf, heilt der Hautausschlag binnen weniger Tage ab.

Von der Erstinfektion mit dem Masernvirus bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen acht bis zehn Tage. Wobei die Erkrankung ein bis zwei Tage vor Ausbruch der Hautrötung bis zum vierten Tag nach Rückgang der Hautrötung besonders ansteckend ist.

Untersuchungen und Diagnose

Da insbesondere die erste Phase sehr häufig mit einer Grippe verwechselt wird, steht die Diagnose „Masern“ in der Regel erst mit dem Auftreten der Hautrötungen.

Der typische Verlauf der Masern lässt für den erfahrenen Arzt nach der körperlichen Untersuchung eine schnelle Diagnose zu.

Nach den Erkältungssymptomen bricht die Krankheit voll aus und zeigt sich in folgenden Symptomen:

  • eine Bindehautentzündung, tränende, stark gerötete Augen
  • eine erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • die Mundschleimhaut weist kleine, weiße Flecken auf, die Koplischen Flecken
  • hohes Fieber in Schüben bis 41° Celsius
  • ein Hautausschlag: beginnend hinter den Ohren, an Hals und Gesicht und dann am ganzen Körper, erst kleine hellrote Flecken, später größere Flächen, dauert rund fünf Tage

Geht das Fieber merklich zurück und verschwindet der Hautausschlag ist das Gröbste überstanden. Es kann auf der Haut eine kleieartige Schuppung zurückbleiben, die aber bald abfällt. Ein zusätzliches Symptom können Halsschmerzen sein.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung

In erster Linie gilt strenge Bettruhe. Das Krankenzimmer sollte abgedunkelt sein und kühl gehalten werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, besonders wenn der Erkrankte hohes Fieber hat. Die Getränke sollten warm sein. Computer und Fernseher sind „verboten“, die Augen sind zu empfindlich.

Therapie

Eine medikamentöse Behandlung der Masern ist fast immer unnötig, da die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose bereits fast überstanden ist. Daher gilt: sind die Masern einmal ausgebrochen, erfolgt die Therapie symptomatisch. Hierbei stehen Bettruhe und lauwarme Wadenwickel zur Senkung der Temperatur im Vordergrund.

Komplikationen

Der von der Maserninfektion geschwächte Körper stellt die ideale Brutstätte für zeitgleich eintretende bakterielle Infektionen dar, wie z.B.:

  • Lungen- oder Mittelohrentzündungen.
  • Eine schwere Hornhautentzündung, das kann manchmal zu einem völligen Sehverlust führen.
  • Die sogenannten schwarzen Masern mit Blutungen aus den Körperöffnungen Mund, Nase und Darm.
  • In seltenen Fällen eine Gehirnentzündung (Enzephalitis), kann unter Umständen zu Hörverlust, geistiger Behinderung oder gar dem Tod führen.
  • Die toxischen Masern, auch sehr selten aber oft mit tödlichem Verlauf. Besonders betroffen sind hier stark abwehrgeschwächte Erkrankte.

Die meisten Masern-Erkrankungen verlaufen ohne Komplikationen. Am öftesten treten als Komplikationen Lungen- und Mittelohrentzündungen auf.

Prävention und was ich selbst tun kann

Impfung

Impfung gegen MasernEine Impfung gegen Masern bietet ausreichenden Schutz. (Foto by: Goodluz / Depositphotos)

In Österreich veröffentlicht der Oberste Sanitätsrat des Bundesministeriums für Gesundheit jährlich einen Impfkalender. Aus diesem Kalender geht klar hervor, in welchem Alter und wie häufig geimpft werden muss, auch der Zeitpunkt der Impfauffrischung wird angeführt.

Aktuell werden Kinder für einen ausreichenden Impfschutz zweimal mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR-Impfstoff) geimpft. Die erste Impfung wird zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, die zweite zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat verabreicht.

Bei einer geplanten Schwangerschaft zu beachten

Bei einer geplanten Schwangerschaft muss unbedingt ein zeitlicher Abstand von etwa drei Monaten zwischen Impfung und Empfängnis liegen, um eine Schädigung des Embryos zu vermeiden.

Arztbesuch

Bei Verdacht auf Masern ist die frühe Vorstellung bei einem Arzt erforderlich. Um die Verbreitung der Erkrankung einzudämmen, sollte unbedingt eine Anmeldung erfolgen.


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