Neugeborenengelbsucht (Ikterus neonatrorum)

Neugeborenengelbsucht (Neugeborenen Ikterus) ist nichts seltenes und verläuft meistens sehr harmlos. Nur in wenigen Fällen kommt es zu einer beunruhigenden Entwicklung, die jedoch oftmals bereits in der Schwangerschaft vorgebeugt werden können.

Neugeborenengelbsucht Schwere Fälle von Gelbsucht sind weltweit äußerst selten. Eine leichte Form hingegen ist sehr häufig (Foto by: inarik / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Ursache
    Im Blut des Kindes kommt es zu einem Überschuss am Gallenfarbstoff Bilirubin, welcher die Haut verfärbt.
  • Symptome
    Dabei verfärbt sich die Haut des Babys wenige Tage nach der Geburt gelblich und hält einige Tage an.
  • Behandlung
    Meist bedarf es keiner Behandlung und der Körper des Babys geht selbstständig mit der Gelbsucht um. In schwereren Fällen werden jedoch eine Lichttherapie oder ein Blutaustausch benötigt.
  • Komplikationen
    Wird ein schwerer Fall von Neugeborenengelbsucht nicht behandelt, kann es zu schweren Gehirnschäden und sogar zum Tod führen.

Was ist Neugeborenengelbsucht?

Es kann passieren dass 2-3 Tage nach der Geburt die Haut des Babys eine gelbliche Färbung annimmt. Am fünften Tag erreicht sie dabei meist ihren Höhepunkt und bildest sich dann die nächsten fünf Tage wieder zurück. Diese harmlose Form von Neugeborenengelbsucht ist die häufigste Form und bereitet später auch meist keine Probleme mehr.

Es gibt jedoch Begleiterscheinungen, die eine Gelbsucht bei Neugeboren beeinflussen können.

  • Ikterus praecox
    Dabei kommt es zu einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen der Mutter und dem Kind. Diese Gelbsucht tritt meist bereits am ersten Tag auf und kann sehr stark auftreten.
  • Ikterus prolongatus
    Diese Form der Neugeborenengelbsucht dauert länger als die anderen und kann bis zu zwei Wochen andauern.
  • Ikterus gravis
    Steigen die Bilirubinwerte des Neugeborenen zu stark an, kann es zu schweren neurologischen Schäden kommen, welche dringend behandelt werden müssen, da sie tödlich enden können.

Rund 60% aller Neugeborenen entwickeln am zweiten oder dritten Tag ihres Lebens eine Gelbsucht, die nach einer Woche wieder weg geht. Sogar 80% aller Frühgeborenen bekommen eine Neugeborenengelbsucht, die dann meist in den ersten zwei Lebensmonaten verschwindet.

Ursache

Eine Gelbsucht entsteht meist dann, wenn im Blut zu viel vom Gallenfarbstoff Bilirubin enthalten ist. Bilirubin entsteht bei dem Abbau roter Blutkörperchen. Steigt die Konzentration zu stark an, lagert sich der Farbstoff auch in der Haut, den Schleimhäuten und im Weiß der Augäpfel ab.

Im Gegensatz zu einer ernsten Lebererkrankung wie Hepatitis, handelt es sich also  hierbei um eine einfache Störung der Anpassung in der Leber der Neugeborenen. Meist ist es, je nach Form, in wenigen Tagen wieder verschwunden.

Symptome

Neugeborenengelbsucht erkennt man sehr leicht an der gelblichen Verfärbung der Haut und der Augäpfel. Auch bei der Neugeborenengelbsucht ist das der Fall. Noch dazu kommt es zu einer Braunfärbung des Urins und einem hellen Stuhl.

Ist man sich nicht ganz sicher, kann man einen Verdacht auch einfach zuhause überprüfen. Dafür legt man das Baby in einem sehr gut beleuchteten Raum auf den Rücken und legt eine Hand auf die Brust auf. Dabei sollte man für einen kurzen Moment einen sanften Druck ausüben. Nimmt man die Hand wieder weg, kann im Falle einer Neugeborenengelbsucht ein gelber Ton auf der Haut zurück bleiben.

Man kann aber auch auf das Weiße der Augenäpfel achten und so eine Veränderung wahrnehmen. Auch der Stuhl in den Windeln kann kontrolliert werden.

Untersuchung und Diagnose

Eine mögliche Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind wird meist bereits in der Schwangerschaft frühzeitig getestet um spätere Komplikationen zu vermeiden.

Ist eine Neugeborenengelbsucht zu erkennen, kann eine routinemäßige Kontrolle des Bilirubins im Blut erfolgen um ein besseres Bild zu bekommen.

Der Normalwert des Bilirubins im Blut eines Neugeborenen beträgt zwischen 4,0 mg/dl (am 1. Tag) und 15mg/dl (am 5. Tag). Dabei sollte der Konzentrationswert jedoch die 18 mg/dl nicht übersteigen.

Neugeborenengelbsucht Die Lichttherapie hilft den jungen Babys das Biliburin im Blut besser zu spalten. (Foto by: Fotoember / Depositphotos)

Behandlung

Im Falle von einer harmlosen Neugeborenengelbsucht ist eine Behandlung meist nicht notwendig, da sie nach wenigen Tagen von selbst wieder verschwindet.

Steigt die Konzentration von Bilirubin im Blut jedoch zu hoch an, wie im Falle von Ikterus gravis, dann ist eine Behandlung dringend notwendig um schwere Hirnschäden zu vermeiden und das Leben des Kindes nicht zu gefährden.

Lichtherapie

Mithilfe einer Lichttherapie wird das Baby mit einem speziellen blauen Licht bestrahlt, welches das indirekte Bilirubin spaltet. Dadurch kann es direkt über den Urin ausgeschieden werden und die Leber wird so entlastet. Die Babys müssen dabei einen Augenschutz tragen, um die Netzhaut nicht zu gefährden. Die Therapiesitzungen können einiges an Zeit in Anspruch nehmen, weshalb auch immer wieder Pausen eingeplant werden.

Austauschtransfusion

Entstehen die Komplikationen durch die seltene Blutgruppenunverträglichkeit, dann ist oftmals sogar eine Bluttransfusion notwendig. Solche Unverträglichkeiten werden meist jedoch während des Rhesus-Bluttests in der Schwangerschaft angezeigt und vorgebeugt.

Stillen

Hierbei wird versucht das überschüssige Bilirubin über Ausscheidungen aus dem Körper zu bekommen. Dazu wird das Kind vermehrt gestillt um so Darmtätigkeit und Harndrang anzuregen. Dabei ist dann eine hohe Regelmäßigkeit notwendig, auch wenn man das Baby extra dafür wecken muss.


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Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 01.09.2020
Überarbeitet am: 01.09.2020

Quellen:

Informationsportal https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/neugeborenen-gelbsucht-neugeborenen-ikterus/ (Aufruf: 01.09.2020)

Informationsportal https://www.babycenter.de/a8816/gelbsucht-bei-neugeborenen (Aufruf: 01.09.2020)

Informationsportal https://www.kinderarzt.at/kindergesundheit/lexikon/neugeborenengelbsucht (Aufruf: 01.09.2020)

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