Hepatitis (Leberentzündung)

Eine Hepatitis Erkrankung wird durch die Infektion mit dem Hepatitis-Virus hervorgerufen und ist eine meldepflichtige Leberentzündung. Der Erreger wird in erster Linie durch Blut übertragen, seltener durch Sperma oder Muttermilch. Eine frühe Erkennung der Krankheit ist wichtig, um die fortschreitenden Schädigungen der Leber erfolgreich behandeln zu können.

HepatitisHepatitis, eine Infektion der Leber, die durch das Hepatitis Virus hervorgerufen wird. (Foto by: Zerbor / Depositphotos)

Die Leber ist nicht nur das größte innere Organ im menschlichen Körper, sie hat auch eine ganz besondere Funktion, denn sie ist, wenn man so will, eine Art Labor. Alle Schadstoffe und alle Abfallprodukte des Körpers werden im Labor der Leber entsorgt und auch entgiftet. Zudem sorgt die Leber für einen reibungslosen Stoffwechsel bei den wichtigsten Nahrungsmitteln, die wir zu uns nehmen.

Eine Leber wiegt rund 1,5 kg und besteht aus einem linken und einem rechten Leberlappen. In diesen Leberlappen befinden sich wiederum ca. 500.000 kleine Lappen, in denen die Leberzellen sitzen. Die Leber ist das einzige Organ, das sich regenerieren kann. Entzündet sich die Leber, dann spricht man von einer Hepatitis.

Wenn der Arzt eine Hepatitis feststellt, dann diagnostiziert er immer eine Entzündung der Leber. Das heißt, nicht die Leber selbst ist von der Entzündung primär betroffen, sondern es sind die empfindlichen Leberzellen, die sich entzündet haben. Je mehr Zellen von der Entzündung betroffen sind, umso schlimmer trifft es die Leber.

Ihre Funktion wird beeinträchtigt und alle Gift- und Schadstoffe, die den Körper passieren, können nicht mehr im gewohnten Umfang von der Leber gefiltert und entsorgt werden. Der Körper läuft Gefahr, sich selbst zu vergiften.

Die Symptome

Das Gefährliche an einer Hepatitis ist, dass sie verschiedene, nicht immer spezifische Symptome hat, es kommt immer auf den jeweiligen Virustyp an. Mitunter kann es sogar sein, dass es gar keine erkennbaren Anzeichen gibt und somit eine Hepatitis-Erkrankung oft jahrelang unbemerkt bleibt.

In der Regel fühlen sich aber Menschen müde und abgeschlagen, wenn sie eine Hepatitis haben. Sie leiden unter Appetitlosigkeit, haben Kopfschmerzen und vielleicht auch einen leichten Druckschmerz im rechten Oberbauch, bei einigen Menschen kommen auch Erbrechen und Fieber hinzu.

Wenn die charakteristischen Symptomen auftreten, dann ist die Entzündung meist schon weit fortgeschritten. Zu diesen typischen Symptomen einer Hepatitis gehören:

  • dunkel gefärbter Urin
  • heller Stuhlgang
  • Besonders auffällig sind aber die Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel
  • in einigen Fällen kann es auch zu einem starken Juckreiz kommen

Die verschiedenen Formen der Hepatitis

Hauptsächlich wird diese Erkrankung von Viren ausgelöst. Je nachdem, um welchen Virus es sich handelt, wird Hepatitis A, B, C, D und E unterschieden.

Hepatitis A

Hepatitis A wird durch den sogenannten HAV-Virus ausgelöst und gehört zu der Form der Leberentzündung, die die meisten Menschen gar nicht wahrnehmen.

Es gibt keine typischen Symptome und Komplikationen, die Erkrankung verläuft in der Regel unbemerkt. Es kann nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Wochen zwar zu Durchfall, Kopf- und Gliederschmerzen sowie zu Müdigkeit kommen, aber gegen Hepatitis A gibt es keine Medikamente, nur die Symptome werden behandelt.

Wer einmal Hepatitis hatte, der bleibt sein Leben lang gegen den Virus immun.

Hepatitis B

Anders als Hepatitis A ist Hepatitis B eine chronische Erkrankung. Nach einer Inkubationszeit, die zwischen einen Monat und einem halben Jahr liegt, treten die typischen Symptome wie Durchfall, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Fieber und ein allgemeines Unwohlsein auf.

Hepatitis B ist eine der häufigsten Viruserkrankungen weltweit und wird in über der Hälfte der Fälle durch Geschlechtsverkehr übertragen. Wird eine eindeutige Diagnose gestellt, dann muss der Arzt die Krankheit bei den Gesundheitsbehörden melden.

Hepatitis C

Hepatitis C ist die wohl gefährlichste Form der Leberentzündung und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen ist der Krankheitsverlauf schleichend und nur die wenigsten Menschen merken, dass sie infiziert sind. Das wiederum birgt zum anderen die Gefahr, dass der Erreger immer weiter gegeben wird.

Hepatitis C verläuft bei rund 30% der Betroffenen ohne Komplikationen und heilt wieder aus. Bei 70% der Erkrankten wird die Leberentzündung chronisch und kann im weiteren Verlauf zu einer Leberzirrhose oder auch zu Leberkrebs führen.

Hepatitis D und E

Während Hepatitis D eine Weiterentwicklung von Hepatitis B ist, gilt Hepatitis E als sogenannte Reisekrankheit, die besonders in Asien und Südamerika kursiert. Beide Typen sind in Österreich sehr selten.

Die Erreger von Hepatitis

So unterschiedlich wie die Krankheitsbilder der einzelnen Hepatitis-Formen, so verschieden sind auch die Erreger der gefährlichen Leberentzündung.

Viren

In den meisten Fällen wird Hepatitis durch einen bestimmten Virus übertragen. Dieser Virus sitzt in den Leberzellen, vermehrt sich dort und wird über den Darm wieder ausgeschieden. Wenn es zu einer Infektion durch Viren kommt, dann geschieht dies in der Regel durch eine direkte Übertragung, also von Mensch zu Mensch. In der häufigsten Form geschieht das durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Doch das Virus kann auch in anderer Form in den Körper gelangen, zum Beispiel durch schmutziges Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel. Besonders gefährlich können in diesem Zusammenhang Meeresfrüchte wie Austern oder Muscheln sein. Die Hepatitis-Viren sind äußerst resistent und können in Salzwasser und auch bei Kälte bis zu drei Monate unbeschadet überleben.

Krankheiten

Wenn Hepatitis durch Krankheiten ausgelöst wird, dann sind das in der Regel sogenannte Autoimmunerkrankungen. Bei diesen Krankheiten richtet sich das körpereigene Immunsystem nicht gegen Erreger, die von außen in den Körper eindringen, sondern gegen den eigenen Körper.

Warum es zu diesen Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn oder auch Colitis Ulcerosa kommen kann, ist noch immer nicht vollständig geklärt. Aus diesem Grund ist auch der Zusammenhang zwischen einer autoimmunen Erkrankung und der Infektion durch Hepatitis immer noch unklar.

Alkohol

Auch übermäßiger Alkoholgenuss kann zu einer Infektion mit Hepatitis führen. Menschen, die regelmäßig viel Alkohol trinken, schädigen auf Dauer ihre Leber und zerstören die Leberzellen. Ist die Leber durch Alkohol bereits vorgeschädigt, dann haben die Hepatitiserreger, wenn man es salopp ausdrücken will, ein sehr leichtes Spiel. Die Leber ist nicht mehr in der Lage, die Fremdkörper zu bekämpfen und aus dem Körper zu filtern, und so kommt es zu einer chronischen Leberentzündung und nicht selten auch zu einer Leberzirrhose.

Fettleber

Ähnlich wie bei übermäßigem Genuss von Alkohol, ist auch eine Fettleber geschädigt und kann den Hepatitisviren keinerlei Widerstand mehr leisten. Auch in diesem Fall droht eine Leberzirrhose.

Impfung gegen Hepatitis

Impfung HepatitisEine Impfung kann vor einer Infektion mit Hepatitis-Viren schützen. (Foto by: DragonImages / Depositphotos)

Neben vorbeugenden Maßnahmen wie Sauberkeit und Hygiene gibt es auch Impfungen, die vor einer Infektion mit einem der Hepatitis-Viren schützen können.

Welche Impfungen gibt es?

Geimpft werden kann nur gegen Hepatitis A und B, nicht aber gegen Hepatitis C und E. Wer eine Impfung gegen Hepatitis B erhält, der ist auch immer gleichzeitig gegen den Typus D geschützt.

Bei einer Impfung gegen Hepatitis B handelt es sich zum Beispiel immer um einen sogenannten Totimpfstoff. Das heißt, dass der Impfstoff einen Teil des Hepatitis B-Virus enthält, der aber bereits abgestorben ist und keine Erkrankung mehr auslösen kann. Der Impfstoff wird intramuskulär, also in einen Körpermuskel gespritzt. Es hat sich herausgestellt, dass die Impfung in den Muskel des Oberarms besonders wirksam ist.

Wer sollte geimpft werden?

Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts sollten schon Säuglinge, Kinder und auch Jugendliche gegen Hepatitis geimpft werden. Seit dem Jahr 1995 gehört die Impfung zu den Standardimpfungen, die alle Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte und anderes medizinisches Personal bekommen. Aber auch Polizisten, Sozialarbeiter, Gefängnispersonal, Drogenabhängige und Prostituierte werden gegen Hepatitis geimpft. Gibt es einen Hepatitis-Fall innerhalb der Familie, dann ist es immer ratsam, dass sich auch die anderen Familienmitglieder gegen die Krankheit impfen lassen.

Wann sollte geimpft werden?

Alle, die nicht bereits als Kinder geimpft worden sind, sollten die Impfung im Erwachsenenalter nachholen. Die ersten beiden Impfungen erfolgen in einem Abstand von vier Wochen. Die dritte Impfung wird ein halbes Jahr nach der ersten vorgenommen. Zwei bis vier Wochen nach der zweiten Impfung ist der Wirkstoff bereits sehr zuverlässig und schützend. Nach einer Auffrischung, die nach sechs Monaten gespritzt wird, besteht ein Schutz von 96% und das gilt für einen Zeitraum von zehn Jahren.

Alle, die sich nicht sicher sind, ob der Impfstoff noch wirksam ist, können das bei einem Arzt feststellen lassen. Anhand einer Blutuntersuchung kann der Arzt sehen, inwiefern der Impfstoff noch wirkt und bei Bedarf die Impfung auffrischen.

Verbreitung der Hepatitis

Hepatitis kommt weltweit vor, aber besonders in tropischen Regionen oder in Ländern mit einem niedrigen hygienischen Standard. Hier gehören alle Formen von Hepatitis noch heute zum Alltagsbild.

Hepatitis A

Die Ausbreitung von Hepatitis A hängt in der Regel von den hygienischen Verhältnissen ab. Länder, in denen Hygiene und sanitäre Sauberkeit nicht immer möglich sind oder wo darauf kein Wert gelegt wird, haben heute noch eine sehr hohe Quote an Hepatititsinfektionen. Dazu gehören unter anderem der mittlere Osten, Algerien, Indien, Nepal, Mexiko, aber auch Westafrika. In Nordamerika und in fast allen Teilen Europas ist Hepatitis A nicht mehr verbreitet. In Österreich stecken sich vor allem Kinder zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr an.

Hepatitis B

Weltweit leiden nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO ca. 300 bis 420 Millionen Menschen an einer chronischen Form von Hepatitis B. Besonders häufig tritt die Krankheit in Zentralafrika und in Südostasien auf. Doch auch im pazifischen Raum kommt es immer häufiger zu Infektionen mit Hepatitis B. In Europa gibt es ein klares Nord-Südgefälle, wenn es um Hepatitis B geht. In den skandinavischen Ländern wie Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland liegt die Rate der Hepatitis B Fälle bei unter 0,1%. In den Ländern Süd- und Osteuropas, wie Bulgarien, Rumänien, aber auch in der Türkei und Griechenland liegt die Hepatitis B-Quote bei über 8%.

Hepatitis C

Nach Angaben der WHO leiden auf der ganzen Welt ca. 120 bis 170 Millionen Menschen an einer chronischen Hepatitis C. Afrika, der östliche Mittelmeerraum und auch die Regionen im westlichen Pazifikraum sind besonders stark betroffen. Zum Beispiel wurde nach einer Untersuchung in Ägypten festgestellt, dass in dem nordafrikanischen Land ca. 20% der Einwohner über 40 Jahre mit Hepatitis C infiziert sind. In Europa gibt es schätzungsweise vier Millionen Kranke, von denen 80% das Virus in sich tragen.

Therapie bei Hepatitis

Da es bei Hepatitis unterschiedliche Virenstämme gibt, muss auch jede einzelne Form der Krankheit unterschiedlich therapiert werden.

Therapie bei Hepatitis A

Es gibt keine speziellen Medikamente bei Hepatitis A. Der Arzt kann lediglich die Symptome, aber nicht die Krankheit selbst bekämpfen. Wenn es zu Symptomen wie Durchfall, Kopf-oder Gliederschmerzen kommt, dann kann der Arzt Mittel verschreiben, die diese Beschwerden lindern.

Alle, die an Hepatitis A erkrankt sind, sollten in erster Linie Bettruhe einhalten und keine fettreiche Kost zu sich nehmen. Auch zu viele Kohlenhydrate sind schädlich, genauso wie Alkohol.

Therapie bei Hepatitis B

Bei der Behandlung von Hepatitis B kommt es immer auf die jeweilige Virenlast des Erkrankten an. Ist diese sehr hoch, dann kommt in den meisten Fällen Interferon zum Einsatz, ein Mittel, das auch bei Krebserkrankungen sehr erfolgreich angewendet wird. Aber auch sogenannte Virostatika gehören zu einer Therapie bei Hepatitis B. Diese Mittel bekämpfen den Virus, verhindern, dass er sich weiter im Körper ausbreitet und noch mehr Zellen geschädigt werden. Virostatika lindern die Beschwerden und verkürzen den Verlauf der Krankheit.

Therapie bei Hepatitis C

Bei dieser Form der Erkrankung ist es besonders wichtig, dass die Diagnose so schnell wie möglich gestellt und damit auch mit einer effektiven Therapie begonnen werden kann. Wird die Diagnose innerhalb der ersten vier Monate nach der Infektion gestellt, dann besteht durch eine gezielte Therapie mit Interferon alfa-2a eine sehr gute Chance, dass es nicht zu einem chronischen Verlauf der Krankheit kommt. Wird die Erkrankung aber erst nach diesen vier Monaten erkannt, dann ist eine Therapie mit dem Virostatikum Ribavirin sehr wahrscheinlich. Das Mittel muss immer über einen Zeitraum von 24 Wochen genommen werden, was aber in der Regel ambulant geschehen kann.

Ein Klinikaufenthalt ist nur bei eventuellen Komplikationen notwendig. Ribavirin hat allerdings unangenehme Nebenwirkungen: Es kann zu heftigen Kopf- und Knochenschmerzen, Haarausfall, Krämpfen und auch zu Fieber und Schüttelfrost kommen. Diese Nebenwirkungen sind aber immer zeitlich begrenzt, chronische Hepatitis hingegen nicht.


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