Leberkrebs

Leberkrebs ist in aller Regel keine Krankheit, die den Patienten überrascht und ohne Vorankündigung ins Leben tritt. In 80 bis 90 Prozent der Krankheitsfälle tritt Leberkrebs dann auf, wenn der Betroffene vorhergehend bereits an einer Leberzirrhose litt oder noch immer leidet.

Diagnose LeberkrebsIn Österreich ist Leberkrebs eine im weltweiten Vergleich sehr seltene Krebserkrankung. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

In Österreich erkranken jährlich im Durchschnitt etwa 600 männliche und nur die Hälfte weibliche Patienten an dem tückischen Leiden. Der primäre Leberkrebs wird im Fachjargon auch Leberzellkarzinom oder hepatozelluläres Karzinom und entsteht letztlich direkt im Leberorgan, welches das größte ist, das der Mensch besitzt.

Es besteht aus insgesamt zwei Teilen: Dem rechten sowie dem linken Leberlappen. Diese beiden Lappen wiederum setzen sich zusammen aus einer Vielzahl von kleinen Leberläppchen zusammen, die aus kleinen Leberzellen, in der Fachsprache Hepatozyten, bestehen. Dieser diffizile Aufbau des Organs ist nötig, da die Leber lebenswichtige Körperfunktionen bezüglich aufgenommener Nährstoffe übernimmt.

Wird die Leber von Krebs befallen, geschieht dieser Prozess in aller Regel in den kleinsten Bestandteilen, den Leberzellen.

Ursache von Leberkrebs

Leberkrebs ist in aller Regel keine Krankheit, die den Patienten überrascht und ohne Vorankündigung ins Leben tritt. In 80 bis 90 Prozent der Krankheitsfälle tritt Leberkrebs dann auf, wenn der Betroffene vorhergehend bereits an einer Leberzirrhose litt oder noch immer leidet. Diese werden fast immer dann ausgelöst, wenn der Alkoholkonsum des Patienten überdurchschnittliche Ausmaße, meist auch über einen längeren Zeitraum, angenommen hat. Auch kann eine Fettleber, die bei Übergewicht und ungesunder Ernährung entsteht, zu Leberkrebs führen.

Eine weitere Ursache ist in vielen Fällen eine Infektion mit Hepatitis-C oder Hepatitis-B-Viren. Um letztlich eine Leberzirrhose oder gar den Leberkrebs auszulösen, müssen derartige Infektionen allerdings chronisch verlaufen. Durch Alkoholkonsum oder Viren findet ein Prozess statt, der das Gewebe der Leber schädigt und schließlich zu einer Vernarbung des Organs führt. Diese Veränderung schränkt die Stoffwechseltätigkeit und damit die gesamte Entgiftungs- sowie Verarbeitungsfunktion der Leber stark ein, sodass ein endgültiges Versagen eintreten kann.

In Entwicklungsländern ist oft nicht ein ungesunder Lebensstil der Grund für Leberkrebs, sondern der Giftstoff aus dem Schimmelpilz Aspergillus flavus, welcher auf Getreide, Nüssen und anderen Lebensmitteln feststellbar ist. Die Belastung mit diesem Schimmel ist gerade in Afrika und Asien sehr hoch. Leberkrebs kann auch genetisch bedingt sein. Hier geht oft die Eisenspeicherkrankheit voraus, wobei der Körper so immens viel Eisen speichert, dass dieses Mineral letztlich nicht mehr von der Leber bewältigt werden kann.

Symptome von Leberkrebs

Das Tückische am Leberkrebs ist zumeist die trügerische Tatsache, dass keine Symptome oder Beschwerden vom Patienten wahrgenommen werden. Sollte der Leberkrebs nicht bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung festgestellt werden, schreitet er weiter fort und führt erst in einem relativ späten Stadium dazu, dass der Betroffene Symptome zeigt.

Diese sind jedoch meist relativ unspezifisch: Zum einen besteht die Möglichkeit eines ungewollten Gewichtsverlust, zum anderen zeigen Patienten auch einen plötzlichen Leistungsabfall, der nicht erklärt werden kann.

Wenn Schmerzen auftreten, dann meist in Form eines Drucks im Bereich der Leber. In diesen Stadien der Erkrankung sammelt sich zudem Flüssigkeit in der Bauchhöhle an. Optisch ist die Krankheit im weiteren Verlauf auch für Außenstehende erkennbar - Haut und Augen färben sich im Rahmen einer beginnenden Gelbsucht.

Oft werden bei Leberkrebs-Patienten auch erhöhte Werte verschiedener Art festgestellt, die der Erkrankte selbst allerdings nicht ohne einen Arzt wahrnehmen kann. So ist beispielsweise der Kalziumgehalt im Blut oft stark erhöht. Auch kann der Körper aufgrund der Minderleistung der Leber Nährstoffe nicht mehr verarbeiten, was zu einer Makroglobulinämie, also einer Überschreitung der Eiweißwerte im Blut, führen kann. Diese Begleiterscheinungen treten allerdings oft erst nach der Diagnose zu Tage.

Untersuchungen und Diagnose

Wenn der Verdacht auf eine Erkrankung auf Leberkrebs besteht, gibt es bestimmte Diagnosemöglichkeiten, die Ärzte zu einer sicheren Feststellung der Erkrankung anwenden. Einen der ersten Schritte stellt das standardmäßige Abtasten des Bauchraums dar. Außerdem wird zu Beginn der Diagnose eine Untersuchung via Ultraschall am Patienten vorgenommen. Auf diese Weise kann ein mögliches Leberzellkarzinom per Bildübertragung erkannt werden.

Unterstützend zu diesen ersten Maßnahmen kommen in der Folge zunächst Computertomographie und Magnetresonanztherapie, um mit den aus diesen Diagnosetechniken gewonnenen Ergebnissen die Resultate aus einer Ultraschalluntersuchung zu unterstützen und zu verfestigen.

Neben diesen optischen Möglichkeiten, Leberkrebs festzustellen, wird zudem der AFP-Spiegel, also die Höhe des Tumormarkers Alpha-Fetoprotein, gemessen. Bei einer Erkrankung an Leberkrebs übersteigt der Wert bei den betroffenen Patienten in aller Regel die magische Grenze von knapp 400 Nanogramm pro einem Milliliter Blut. Mithilfe dieses Tumormarkers kann eine Erkrankung bereits mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit diagnostiziert werden.

Höchste Sicherheit bietet letztlich jedoch nur die Entnahme einer Gewebeprobe, die bei Unsicherheiten ein klares Ergebnis zu Tage fördert. Ist durch die beschriebenen Diagnosetechniken der Leberkrebs festgestellt, wird das Stadium der Krankheit bestimmt. Auf diese Weise kann von ärztlicher Seite das weitere Vorgehen festgelegt werden.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung LeberkrebsIn frühen Tumorstadien des Leberkrebs wird zunächst ein Teil der Leber entfernt. (Foto by: Wavebreakmedia / Depositphotos)

Die Therapie, die letztlich zur Behandlung einer Leberkrebsbehandlung angewandt wird, richtet sich stark nach dem Stadium, in dem sich der einzelne Patient befindet. Außerdem muss gleichzeitig beachtet werden, inwieweit die Funktion der Leber noch intakt ist. In frühen Tumorstadien des Leberkrebs kommt zunächst eine Teilentfernung des betroffenen Organs in Frage. Allerdings darf bei einem solchen operativen Schritt keine Leberzirrhose beim Patienten vorliegen.

Anders vorgegangen werden muss dann, wenn die Leberfunktion schon durch eine eingetretene Zirrhose eingeschränkt hat. Hier ist die beste Lösung eine komplette Lebertransplantation, wobei zu beachten ist, dass der Tumorherd nicht weiter als lokal ausgebreitet sein sollte. Allerdings sind Lebertransplantationen in Deutschland noch immer nicht risikolos: Es besteht immer die Möglichkeit, dass der Körper das neue Organ nicht annimmt. Außerdem ist die Zahl der verfügbaren Spenderorgane äußerst gering.

In fortgeschrittenen Krankheitsstadien wird die Behandlung des Leberkrebses immer schwieriger und leider stehen die Heilungschancen hier noch immer relativ schlecht. Allerdings besteht beispielsweise die Möglichkeit, durch eine Therapie mit dem Tyrosin-Kinase-Hemmer Sorafenib die Lebenszeit des Krebspatienten zu verlängern. Ist der Tumor nur lokal diagnostiziert und hat kein Nachbargewebe angegriffen, stehen auch örtliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen unter anderen die sogenannte perkutane Ethanolinjektion, die Radiofrequenzablation oder die selektive interne Radiotherapie.

Prävention und was ich selbst tun kann

Wer sich selbst vor einer Leberkrebserkrankung schützen möchte, kann dies durch einen gesunden und vernünftigen Lebensstil sehr gut tun. Zunächst sollte selbstverständlich die Hauptursache für Leberkrebs, der übermäßige Alkoholkonsum, umgangen werden. Wenn bereits eine Leberzirrhose beim Patienten vorhanden ist, muss das Hauptaugenmerk auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gelegt werden, die das Risiko einer Ausweitung der Erkrankung drastisch minimieren.

Via Ultraschall können Ärzte die Krebserkrankung bei Risikopatienten bereits in sehr frühen Stadien erkennen, wobei eine Behandlung noch mit sehr guten Heilungschancen verbunden ist. Da auch Hepatitis-B-Viren und Hepatitis-C-Viren den Krebs auslösen können, sollte auch vor einer dementsprechenden Impfung nicht Halt gemacht werden. Eine solche Schutzimpfung kann und sollte bereits im Kindesalter durchgeführt werden. Auch wird eine solche Impfung dringend angeraten, wenn im Erwachsenenalter beispielsweise im Pflegeberuf gearbeitet wird, wobei die Ansteckungsgefahr relativ hoch ist.

Leberkrebs ist des Weiteren in vielen Fällen eine Folge einer Fettleber. Ein Lebensstil mit gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung beugt einer solchen hervorragend vor.


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