Magnetresonanztomografie - MRT

Mit der Kernspintomografie ist es möglich, ohne Verwenden ionisierender Strahlen, sehr deutliche Kontraste der Weichteile des Körpers zu erstellen und damit Schnittbilder an beliebigen Stellen sehen zu und beispielsweise tumoröse oder entzündliche Erkrankungen diagnostizieren zu können.

Ergebnis MagnetresonanztomografieDie Magnetresonanztomografie ist heutzutage eine wichtiges medizinisches Diagnostikum. (Foto by: vadimphoto1@gmail.com / Depositphotos)

Die Magnetresonanztomografie wird oft auch als Kernspintomographie oder kurz MRI bezeichnet. Dabei werden mithilfe eines starken Magnetfeldes Schnittbilder vom Körperinneren erstellt. Die Magnetresonanztomografie arbeitet mit Radiowellen und nicht mit ionisierender Strahlung, wie das bei der Computertomografie der Fall ist. Mittels MRT lassen sich besonders gut die sogenannten Weichteilstrukturen, also beispielsweise Gehirn oder Rückenmark, darstellen.

Auch dynamische Stoffwechselprozesse lassen sich mithilfe der MRT in Echtzeit darstellen. Mit einer hochkomplexen Technik gelang die Magnetresonanztomografie zu den einzelnen Schnittbildern, die wiederum Grundlage für die Diagnose des Arztes sind.

Durchführung und Ablauf einer Magnetresonanztomografie (MRT)

Aus der Physik ist bekannt, dass Protonen in sämtlichen Körperflüssigkeiten und Fettgeweben allgegenwärtig sind. Genau diesen Umstand macht sich die MRT zunutze, in dem sie ein Magnetfeld erzeugt, welches etwa zwanzigtausendmal stärker ist, als das Erdmagnetfeld.

Dadurch werden die magnetischen Eigenschaften der Protonen, die sogenannten Spins, ausgerichtet. Nun werden Radioimpulse als Energie zugeführt, wobei einige der Spins in einen energiereicheren Zustand kippen. Ein Magnetresonanzsignal wird erzeugt, indem einige Spins unter Energieabgabe wieder in den ursprünglichen Zustand zurückkehren. Welches Signal nun erzeugt wird, hängt ganz von der jeweils chemischen Umgebung der Protonen in den Geweben oder Körperflüssigkeiten ab.

Mit einer bestimmten Computertechnik werden die Körperregionen in schmale Einzelschichten zerlegt und die gewonnenen Bilder auf dem Monitor dargestellt, was eine sofortige Diagnose ermöglicht. Wie auch bei der genauen Interpretation von Röntgenbildern ist die Auswertung eines MRT-Befundes auch von diagnostischen Kenntnissen und Erfahrungen des Arztes abhängig.

Zur Untersuchung muss der Patient sämtliche magnetisch wirkenden Gegenstände unbedingt vorher ablegen, eine vollständige Entkleidung ist jedoch für die MRT-Untersuchung nicht erforderlich. Dem Patienten wird das Anlegen von Ohrstöpseln angeboten, denn während der Untersuchung, die von wenigen Minuten bis zu einer Stunde und länger dauern kann, kommt es zu einer deutlichen Lärmentwicklung.

Anwendungsgebiete

Durchführung einer Magnetresonanztomografie (MRT)Bei einer Magnetresonanztomografie werden Schnittbilder vom Körperinneren erstellt. (Foto by: weyo / Depositphotos)

Als hervorragendes Instrument eignet sich die MRT sowohl zur Diagnose als auch zur Verlaufs- und Therapiekontrolle. Körperorgane mit niedrigem Wassergehalt, also beispielsweise Lungenflügel oder Knochen, lassen sich allerdings nur schlecht darstellen. Als unverzichtbar gilt die Magnetresonanztomografie bei der Darstellung von krankhaften Prozessen in Gehirn und Rückenmark sowie bei der Begutachtung innerer Organe, Blutgefäße, Sehnen, Muskeln, Knorpelstrukturen oder Bändern. Es ist sogar möglich, Bewegungsabläufe des schlagenden Herzens in Echtzeit zu verfolgen.

Für klaustrophobische Patienten stellt die MRT auch heute noch eine gewisse Herausforderung dar. Durch Weiterentwicklung der Technik ist es aber bereits möglich, immer größere Röhrendurchmesser zu produzieren.

Bei der Früherkennung bestimmter Tumorerkrankungen spielt die Kernspintomografie ebenfalls eine immer größere Rolle. Da die MRT ohne gesundheitsschädliche Röntgenstrahlung arbeitet, können notwendige Untersuchungen ohne Risiko für den Patienten auch mehrmals wiederholt werden.

Nebenwirkungen, Komplikationen und Risiken

Sowohl das bei einer MRT-Untersuchung zum Einsatz kommende starke Magnetfeld als auch die Radiowellen gelten als völlig gesundheitlich unbedenklich und für den gesamten Organismus ungefährlich. Zu Zwischenfällen ist es allerdings bereits mehrmals im Zusammenhang mit metallischen Gegenständen gekommen, die in der Nähe des Gerätes platziert waren.

Es ist zu bedenken, dass auch Herzschrittmacher, metallische Implantate oder Körperschmuck magnetisch wirken können. Sogar Tattoos können Probleme bereiten, sofern Metallfarbe verwendet wurde. Wie auch beim Röntgen können während einer magnetresonsanztomografischen Untersuchung Kontrastmittel zum Einsatz kommen.

Besteht eine Schwangerschaft oder eine Medikamentenallergie, so ist der Arzt unbedingt vor der Untersuchung darauf hinzuweisen, damit ein geeignetes Kontrastmittel zur Anwendung kommen kann.

Fazit

Der Magnettunnel wird aufgrund seiner Enge von vielen Patienten als sehr unangenehm empfunden. Bei stark ausgeprägter Angst kann vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel verabreicht werden.

Die Magnetresonanztomografie ist ein hervorragendes und für den Patienten unschädliches Diagnostikum, das heute aus dem medizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Mittlerweile bestehen technische Möglichkeiten, die unangenehmen Klopfgeräusche um mehr als 90 Prozent zu senken, besonders Kinder profitieren davon.

Auch die Bildqualität konnte in den letzten Jahren durch die Kombination von neuartiger Hard- und Software entscheidend verbessert werden, die Diagnosesicherheit wurde dadurch nochmals erheblich optimiert.

Neueste Geräte bieten komfortable Röhrendurchmesser von mehr als 70 Zentimeter, wobei auch die Tunnellänge deutlich reduziert wurde. Geräte der neuesten Generation bieten darüber hinaus die Möglichkeit von farbiger, wechselnder Beleuchtung. Geschulte Ärzte können heutzutage mithilfe der Magnetresonanztomografie selbst kleinste Veränderungen erkennen und deren Ausdehnung und Lage beurteilen.


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