Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

An der Innenseite, sowie am „weißen Teil“ des Auges, befindet sich die Bindehaut. Sie hat eine sehr wichtige Aufgabe als Schleimhaut: sie lässt den Tränenfilm problemlos haften und schützt somit das Auge vor dem Austrocknen und dem unerwünschten Einwirken bestimmter Substanzen. Die Bindehaut ist hauchdünn und stark durchblutet. Sie lässt Veränderungen des Blutes, wie beispielsweise Gelbsucht und Anämie, leichter erkennen.

BindehautentzündungEine Bindehautentzündung ist eine Entzündung oder Irritation der Augenbindehaut. (Foto by: schankz / Depositphotos)

Wenn die Bindehaut des Auges entzündet oder gereizt ist, spricht man von einer Bindehautentzündung, welche sehr unangenehm sein kann. Die Rotfärbung des Auges entsteht durch die gefüllten Blutgefäße, was auch eine starke Schwellung hervorruft. Ursachen dafür gibt es viele: allergische Reaktionen, besonders in der Pollenflugzeit, eine Bakterieninfektion, aber auch eine Reizung durch Zugluft oder Staub.

Das Hauptkriterium zur Diagnosestellung ist ein stark gerötetes Auge, welches zudem vermehrt Flüssigkeiten absondert. Diese Flüssigkeiten verkleben – meist über Nacht – die Augenlider.

Wurde die Bindehaut durch eine bakterielle Infektion ausgelöst, kommt es meist zu eitrigen Absonderungen des Auges. Sind Fremdkörper die Ursache, versucht das Auge mit einem natürlichen Schutzmechanismus, nämlich dem vermehrten Tränenfluss, den Fremdkörper selbst heraus zu spülen und man hat ständig ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Ebenso können äußere Reize zu einem Mangel an der wichtigen Tränenflüssigkeit führen. Bei einer allergisch bedingten Bindehautentzündung tritt starker Juckreiz, ein gerötetes Auge und ebenso vermehrter Tränenfluss auf.

Besteht der Verdacht auf eine Bindehautentzündung, sollte dieser rasch abgeklärt werden und bei Bestätigung behandelt werden, da sie – je nach Ursache – hoch infektiös ist und Mitmenschen angesteckt werden können. Diese Gefahr kann nur durch eine schnelle effektive Therapie eingegrenzt werden. Hierfür gibt es spezielle Augentropfen und Augensalben, welche die Beschwerden schnell abklingen lassen.

Ursachen einer Bindehautentzündung

Um die Bindehautentzündung effektiv behandelt zu können, muss zunächst deren Ursache zweifelsfrei geklärt werden, denn nach dieser richtet sich die folgende Therapie. Es findet eine Unterteilung in eine ansteckende und nicht- ansteckende Form statt.

Ist die Bindehautentzündung ansteckend, wurde sie durch eine Virus-Infektion übertragen. Dies kann beispielsweise ein grippaler Infekt, Herpes oder eine andere Viren-Infektion sein.

Eine nicht-ansteckende Bindehautentzündung wurde immer durch äußere Einflüsse ausgelöst. Eine solche tritt häufig mit Heuschnupfen auf, weil sie hier durch eine allergische Reaktion hervorgerufen wird. Pollen, Hausstaub etc. sind die Verursacher der Augenentzündung. Auch Fremdkörper können eine Irritation des Auges mit sich bringen. Hierzu gehören unter anderem zu grelles Licht, trockene Luft und daraus resultierender Tränenmangel.

Egal welche Ursache zu Grunde liegt, eine strenge Handhygiene vor und nach dem Kontakt mit dem betroffenen Auge ist unerlässlich, um das Auge und sich selbst vor weiteren Infektionen zu schützen. Nicht immer ist nur eine Ursache für die Bindehautentzündung verantwortlich. Die Mehrzahl der Bindehautentzündungen macht die nicht-ansteckende Form aus, jedoch lässt sich diese rein augenscheinlich nicht von der hoch-infektiösen Variante unterscheiden.

Symptome einer Bindehautentzündung

Die Symptome richten sich meist nach der Ursache. Am Häufigsten erscheint das Auge fast feuerrot, es juckt oder brennt und es tränt vermehrt. Nicht selten ist das Lid nach dem Aufstehen verklebt mit einem weiß-gelblichen Sekret und auf der Hornhaut befinden sich Schleimfäden, welche zu Sichtbehinderungen führen.

Ein weiteres Symptom kann das Fremdkörpergefühl im betroffenen Auge sein. Man hat das Gefühl, wie wenn man ein Sandkorn im Auge hat und das Gefühl ist insbesondere bei jedem Lidschlag vorhanden. Eine Bindehautentzündung kann hoch ansteckend sein und die Menschen im Umfeld sind schnell infiziert, weil man sich aufgrund des ständigen Jucken und Brennen häufig an und ins Auge langt. Das begünstigt die Übertragung des Erregers.

Es können aber auch noch weitere Symptome auftreten: Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Insbesondere dann, wenn die Entzündung durch zu grelles Licht ausgelöst wurde. Wurde die Entzündung durch Bakterien verursacht, tritt sie meist beidseitig auf, da der Ansteckungsweg zwischen dem erkrankten und dem gesunden Auge sehr kurz ist. Personen die Kontaktlinsen tragen, sind zudem besonders gefährdet, eine Hornhautentzündung zu bekommen, welche in der Fachsprache „Keratitis“ genannt wird.

Untersuchungen und Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Bindehautentzündung, sollte dieser sehr rasch ärztlich abgeklärt werden, um schnell die passende Behandlung einleiten zu können. Da die Symptome sehr offensichtlich sind, muss auch nicht viel untersucht werden, um die Diagnose zu sichern.

Was wichtig ist, ist die Klärung, ob es sich um die ansteckende oder nicht- ansteckende Variante handelt und ob ein Fremdkörper im Auge der Auslöser ist. Dieser muss entfernt werden, zur Not auch operativ, da er im ungünstigsten Fall zum kompletten Erblinden auf dem betroffenen Auge führen kann. Tritt gelbliches Sekret aus, ist diese Form der Bindehautentzündung hoch ansteckend, was eine gesonderte Therapie mit antibiotischen Medikamenten notwendig macht.

Zu dem besonders gefährdeten Personenkreis gehören Kinder, da diese oft auf sehr engem Raum zusammen spielen und der Erreger somit leichtes Spiel hat vom betroffenen Kind zum gesunden Kind überzusiedeln. Um diese Gefahr zu dämmen, sollte man seine Kinder während der Akutphase weder in den Kindergarten noch in die Schule schicken.

Erwachsene können – sofern sie sich an die vorbeugenden Hygienemaßnahmen halten – auch mit einer Bindehautentzündung zur Arbeit gehen, wenn sie sich ansonsten gut fühlen. Besteht eine Bindehautentzündung, gilt immer der Verdacht, dass es sich um die ansteckende Form handelt. Wie sie behandelt werden muss und in welchem Zeitfenster, hängt von deren Ausmaß und den Begleitsymptomen ab.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Behandlung BindehautentzündungSpezielle Augentropfen und Salben bekämpfen die Bindehautentzündung und die Keimvermehrung. (Foto by: alexraths / Depositphotos)

Eine diagnostizierte Bindehautentzündung muss zwingend behandelt werden, um das betroffene Auge vor schlimmeren Erkrankungen zu schützen und die Gefahr einer Ansteckung des Umfeldes zu minimieren. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten der effektiven Therapie: spezielle Augentropfen und Salben bekämpfen die Entzündung und die Keimvermehrung.

In Folge klingen die Rötung und die Schwellung ab. Weitere Mittel sollten die reduzierte Tränenflüssigkeit ersetzen und somit allergischen Reaktionen und Juckreiz entgegenwirken. Die Behandlung richtet sich nach der Stärke der sichtbaren Folgen und den vorhandenen spürbaren Symptomen. Wird die Behandlung nicht konsequent bis zum Abklingen der Erkrankung fortgeführt, besteht die Gefahr der Neuinfektion bzw. des Wiederaufflammens der zum Teil abgeklungenen Infektion.

Prävention und was ich selbst tun kann

Man kann einiges tun, um sich vor einer Bindehautentzündung zu schützen:

Schutzbrille tragen

Wer mit Fremdkörpern zu tun hat, trägt immer eine Schutzbrille. Diese verhindert dass Staub, grelles Licht oder Fremdkörper in das Auge gelangen können. Nicht selten lösen auch Metallsplitter gefährliche Entzündungen aus, welche das Auge stark schädigen können.

Zugluft vermeiden

Ist man permanent Zugluft ausgesetzt, entweder sich aus dem Gebiet entfernen, die Zugluftquelle beseitigen oder sich auch hier mit einer Schutzbrille schützen.

Auf Hygiene achten

Man sollte darauf achten, dass man mit seinen Augen nicht in Kontakt mit ungewaschenen Händen kommt.

Richtige Kosmetika

Bei Kosmetika beachten, dass es augen- verträglich und überhaupt mild ist.

Pausen einlegen

Bei langer PC-Arbeit immer wieder Pausen einlegen und nicht zu lange am Stück fernsehen, denn die permanente Konzentration auf ein Objekt reizt die Augen.

Saubere Kontaktlinsen

Wer Kontaktlinsen trägt, sollte diese in regelmäßigen Abständen säubern, damit sich keine Keime ansiedeln und vermehren können.

Mit diesen Maßnahmen kann man eine Bindehautentzündung verhindern. Ist man jedoch bereits betroffen, hilft nur eine rasche und wirkungsvolle Behandlung, bis sie komplett abgeklungen ist, um eine Erregerübertragung zu verhindern.


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