Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung – die Rezeptorschicht der Netzhaut löst sich von der darunter liegenden Aderhaut ab – führt unweigerlich zu einer Sehstörung. Das Risiko an einer Netzhautablösung zu erkranken haben beispielsweise kurzsichtige Personen. Eine frühzeitige Diagnose ist notwendig, um schwerwiegende Folgen – wie eine Erblindung – zu vermeiden.

Netzhautablösung Eine Netzhautablösung führt unweigerlich zu einer Sehstörung. (Foto by: spaxiax / Depositphotos)

Schnell-Überblick

  • Was ist eine Netzhautablösung: Es handelt sich um eine Erkrankung im Auge, die vor allem bei Diabetikern, oder Frühgeborenen vorkommen kann.
  • Symptome: Sehr früh werden bei Betroffenen oft Lichtblitze vor dem Auge wahrgenommen, aber auch das Auftauchen schwarzer Punkte im Sichtfeld ist möglich.
  • Ursachen: Häufige Ursache is ein Riss in der Netzhaut, auch ein ein Austreten von Flüssigkeit der Aderhaut kann die Netzhaut ablösen.
  • Behandlung: In der Regel wird die Behandlung der Netzhaut mit einer Operation durchgeführt. Je nach Schwere der Ablösung muss eine Narkose erfolgen.
  • Mögliche Komplikationen: Ohne eine rechtzeitige Behandlung kann es zu einer Erblindung im Auge kommen.
  • Heilung: Nach der Operation und mit einer neuen Netzhaut, stehen die Heilungschancen sehr gut.
  • Vorbeugung: Vor allem Personen mit einer starken Kurzsichtigkeit wird empfohlen regelmäßg eine Untersuchung durch den Augenarzt durchführen zu lassen.

Was ist eine Netzhautablösung?

Wenn sich die Rezeptorschicht der Netzhaut von der darunter liegenden Aderhaut, dem sogenannten Pigmentepithel, abhebt, spricht man von einer Netzhautablösung. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Doch eine Netzhautablösung ist relativ selten, durchschnittlich bei einem von 10.000 Menschen kommt diese Erkrankung vor. Die Auslöser dafür sind in erster Linie diabetische Netzhauterkrankungen, Veränderungen der Netzhaut bei Frühgeborenen oder den Folgekomplikationen von vorherigen Operationen an der Netzhaut. Im Falle einer traktiven Netzhautablösung ist die Behandlung äußerst schwierig.

Ursachen für eine Netzhautablösung

Häufig ist die Ursache für eine Netzhautablösung ein Netzhautriss (rhegmatogene Netzhautablösung). Besondere Risikofaktoren sind vorher bestandene Verletzungen des Auges, eine Kurzsichtigkeit oder vorherige Kataraktoperationen (Grauer Star Operation).

Weiters kann aus einer geschädigten Aderhaut Flüssigkeit (aus den Aderhautgefäßen) austreten und in die Netzhaut kommen. Dann spricht man von einer sogenannten exsudativen Netzhautablösung. Ursache dafür kann beispielsweise ein Tumor oder ein entzündlicher Prozess sein. Außerdem gibt es die sogenannte traktive Netzhautablösung – diese entsteht durch sich zusammenziehende Netzhautglaskörpermembranen.

Symptome einer Netzhautablösung

Als Frühsymptom einer Netzhautablösung oder auch als vorausgehendes Ereignis können Lichtblitze wahrgenommen werden. Diese entstehen durch das Ziehen des Glaskörpers an der Netzhaut. Ebenso kann ein Schwarm schwarzer Punkte, entstanden durch eine kleine Blutung bei einem gerissenen Netzhautgefäß, ein Vorbote einer Netzhautablösung sein.

Zumeist bemerkt ein Erkrankter die Netzhautablösung durch ein eingeschränktes Gesichtsfeld. Der Betroffene nimmt zum Beispiel entweder eine dunkle Wand von unten oder einen schwarzen Vorhang von der Seite oder von oben wahr. Ist die Netzhautablösung bereits fortgeschritten, kann es zu einer Reduktion der zentralen Sehschärfe kommen.

Behandlung einer Netzhautablösung

In der Regel sollte jede Netzhautablösung operativ therapiert werden, je nach Schweregrad und Ursache der Netzhautablösung findet die Operation unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose statt. Handelt es sich um einen Netzriss, wird bei der Operation das Auge an der Stelle, wo sich das Loch befindet, eingedellt. Damit wird eine Annäherung an die Netzhaut gewährleistet. Durch eine Kältesonde von außen und Laserstrahlen von innen wird durch die daraus resultierende Entzündungsreaktion erreicht, dass sich die Netzhaut und die Aderhaut verkleben. Ist die Netzhautablösung komplizierter, muss ein chirurgischer Eingriff am Glaskörper vorgenommen werden. Dabei wird der gesamte Glaskörper entfernt und entsprechend durch Gas oder einem durchsichtigen Silikonöl ersetzt.

Behandlung Netzhautablösung Zur Behandlung einer Netzhautablösung erfolgt eine Operation. (Foto by: shmeljov / Depositphotos)

Verlauf einer Netzhautablösung

Eine Prognose bei einer Netzhautablösung hängt davon ab, in wieweit sich die Netzhaut bereits abgelöst hat oder wie lange die Ablösung schon bestand, bevor sie durch eine Operation behandelt werden konnte.

Im Prinzip gilt: Wenn der Ausgangsbefund unkompliziert ist, die Netzhautablösung noch nicht lange besteht oder wenn nur wenig Netzhautgewebe betroffen ist, dann ist die Ausgangssituation nach der Operation gut und im besten Fall kann das Sehvermögen des betroffenen Auges auch ganz bestehen bleiben. Sind diese Faktoren jedoch eher ungünstig, dann ist im schlimmsten Fall eine Erblindung des betroffenen Auges möglich. Darum ist in jedem Fall, schon bei den geringsten Symptomen, ein Augenarzt aufzusuchen.

Kann man einer Netzhautablösung vorbeugen?

Da die Vorstufe für eine Netzhautablösung sogenannte Netzhautlöcher sind, die auch gut mit Laser behandelt werden können, ist es erforderlich, zu regelmäßigen Kontrollen beim Augenarzt zu gehen. Das gilt vor allem für Personen mit starker Kurzsichtigkeit, nach Kataraktoperationen oder wenn bereits ein Auge von einer Netzhautablösung betroffen war.

Informationen zum Thema Netzhautablösung

Auch wenn es reichlich medizinisches Material im Internet zum Thema Netzhautablösung gibt, der Gang zum Augenarzt darf niemals vergessen werden. Natürlich kann man sich ausreichend informieren, denn je mehr man über das Thema weiß, umso eher kann man die Frühsymptome erkennen.


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ICD-10: H33 mehr Infos


Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 03.11.2009
Überarbeitet am: 31.07.2020

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