Hirnhautentzündung (Meningitis)

Die Hirnhautentzündung ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die immer einen medizinischen Notfall darstellt. Vor allem bei älteren Menschen und Kleinkindern ist Vorsicht geboten, da deren Immunsystem besonders schwach ist. Auf jedem Fall aber sollte eine Meningitis rechtzeitig behandelt werden, denn somit sind die Heilungschancen recht gut.

MeningitisEine Hirnhautentzündung muss auf jedem Fall ernst genommen werden! (Foto by: Zerbor / Depositphotos)

Bei einer Hirnhautentzündung sind in der Regel die weichen Häute des Gehirns sowie des Rückenmarks, die sogenannten Meningen, entzündet. Die Hirnhaut bezeichnet dabei den Bereich des Gehirns, welcher das Gehirn komplett umgibt. Diese Entzündung wird in den meisten Fällen durch Bakterien, beispielsweise Pneumokokken oder Meningokokken, verursacht. Eine durch Meningokokken ausgelöste Meningitis ist in Österreich meldepflichtig und führte früher nicht selten zu regelrechten Massenepidemien.

Heute liegt die Sterblichkeitsrate bei einer Meningokokken-Meningitis zwischen drei und zehn Prozent. Bei einer durch Pneumokokken ausgelösten Hirnhautentzündung wiederum überleben zwischen 20 und 40 Prozent der Erkrankten diese nicht.

In unseren westlichen Industriestaaten kann einer Meningitis gut durch eine entsprechende Impfung vorgebeugt werden, in den Entwicklungsländern allerdings zählt diese zu einer der am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten, die häufig tödlich endet.

Ursachen einer Hirnhautentzündung (Meningitis)

Baktieren aus Auslöser

In den häufigsten Fällen wird eine Meningitis durch Bakterien verursacht. Diese Form der Erkrankung verläuft in der Regel schwerwiegender als eine durch Viren, Pilze oder Bakterien bedingte Hirnhautentzündung.

Die Bakterienart, welche am häufigsten eine Hirnhautentzündung auslöst, sind die sogenannten Meningokokken. Besonders Kinder und Jugendliche unter dem 20. Lebensjahr sind sehr empfindlich gegen diese Art der Erreger. Säuglinge und Kinder unter fünf Jahren erkrankten - zumindest in der Vergangenheit - sehr häufig an einer durch Meningokokken ausgelösten Meningitis.

Seit dem Jahr 2006 ist allerdings für Säuglinge ab einem Alter von zwölf Monaten ein neuer Impfstoff bekannt, welcher auch diese Erkrankung immer seltener macht. Selbst bei gesunden Menschen können sich Meningokokken im Bereich der Nasennebenhöhlen befinden - nur in den seltensten Fällen lösen diese aber hier eine Hirnhautentzündung aus.

Pneumokokken als Ursache

Darüber hinaus sind die Pneumokokken bekannt als Auslöser der Hirnhautentzündung.

Neben den Pneumokokken und den Meningokokken waren früher zudem Haemophilus influenzae Bakterien als Auslöser der Hirnhautentzündung bekannt. Seit Einführung einer Impfung gegen diese Erreger ist eine durch Haemophilus influenzae ausgelöste Meningitis jedoch eher selten.

Schwaches Immunsystem begünstigt die Erkrankung

Vor allem Menschen mit einem schwachem Immunsystem sind häufig von dieser Erkrankung betroffen. Die oben genannten Erreger einer Hirnhautentzündung wandern über den Blutstrom in das Gehirn beziehungsweise wandern hier von benachbarten Organen hin. Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen oder eine Mittelohrentzündung kann also ebenso eine Meningitis zur Folge haben.

Mumps, Masern und Windpocken

Mumps, Masern oder Windpocken sind weitere Erkrankungen, welche eine Hirnhautentzündung zur Folge haben können.

Symptome einer Hirnhautentzündung (Meningitis)

Symptome MeningitisBei einer Meningitis treten meist grippeähnliche Symptome auf. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Die Symptome der Hirnhautentzündung sind recht unterschiedlich. Erwachsene beispielsweise können andere Symptome aufzeigen als Kinder und Jugendliche.

Grippesymptome

Grundsätzlich aber sind die Symptome einer Hirnhautentzündung mit denen einer Grippe durchaus zu vergleichen. Hohes Fieber verbunden mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und sehr starken Kopfschmerzen zeichnen diese Erkrankung aus.

Weitere Anzeichen einer Hinrhautentzündung

Diese Symptome sind häufig charakteristisch für den Beginn einer Meningitis. Im weiteren Verlauf kommen eine steigende Unruhe bis hin zur Bettflucht hinzu.

Weiterhin ist die Nackensteifigkeit ganz charakteristisch für eine Hirnhautentzündung.

Im weiteren Verlauf erkennen die Patienten ihre Umgebung kaum mehr oder verlieren das Bewusstsein.

Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Lichtscheu sind weitere typische Symptome einer Hirnhautentzündung. Einige Patienten klagen zudem über Hörstörungen - in diesem Fall ist meist eine bakterielle Entzündung des Innenohres die Ursache.

Besonders schwierig ist eine Hirnhautentzündung übrigens bei Kleinkindern zu diagnostizieren, denn hier sind die Symptome in der Regel nicht so sehr ausgeprägt. Kleinkinder klagen meist nur über Bauchschmerzen und auch epileptische Anfälle sind keine Seltenheit.

Untersuchungen und Diagnose

Lumbalpunktion

Um eine Hirnhautentzündung eindeutig zu diagnostizieren, wird in den meisten Fällen eine sogenannte Lumbalpunktion angestrebt. Bei dieser Untersuchung des Hirnwassers deutet eine Trübung eben jenes Hirnwassers meist bereits eindeutig auf eine Meningitis hin. Bei der Lumbalpunktion wird Hirnwasser meist aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Zudem kann im Rahmen dieser Untersuchung festgestellt werden, welche Ursachen hinter der Erkrankung stecken.

Blutuntersuchung

Ebenso kann aber auch eine Untersuchung des Blutes erfolgen, denn auch hier können die Erreger nachgewiesen werden.

CT und MRT

Computertomographie oder MRT sind zwei beliebte bildgebende Verfahren, welche bei einem Verdacht auf eine Meningitis häufig angewandt werden.

Körperliche Untersuchung

Allein die körperlichen Beschwerden wie ein allgemeines Unwohlsein und Fieber können den Verdacht auf eine Hirnhautentzündung erhärten. Meist erfolgt dann auch eine körperliche Untersuchung. Während dieser hebt der Arzt den Kopf des Patienten in der liegenden Position leicht an. Tritt dann ein schmerzhafter Widerstand auf, die sogenannte Nackensteifigkeit. Auch diese ist meist ein eindeutiger Hinweis auf eine Meningitis.

Behandlung, Therapie und Komplikationen

Eine schnelle Behandlung ist bei einer Hirnhautentzündung unabdingbar, da diese schlimmstenfalls tödliche Folgen haben kann.

Antibiotika

In der Regel werden bei einer Meningitis Antibiotika verschrieben. Anhand der Blutuntersuchung kann der behandelnde Arzt gut jene Antibiotika auswählen, welche am besten gegen den jeweiligen Erreger helfen. Die Medikamente werden dabei entweder direkt in die Venen gespritzt oder aber es wird ein Venentropf gelegt. Diese medikamentöse Behandlung dauert in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen.

Handelt es sich hingegen um eine virale Meningitis, können nur die Beschwerden gemildert werden, Medikamente gegen die jeweiligen Verursacher gibt es keine.

Komplikationen sind keine Seltenheit

Komplikationen sind während einer Hirnhautentzündung keine Seltenheit: Breiten sich die Bakterien beispielsweise in den Blutkreislauf aus, kann eine Blutvergiftung die unschöne Folge sein. Auch ein Schockzustand ist in diesem Fall häufig. Aus diesem Grund werden Patienten bei einem Verdacht auf eine Hirnhautentzündung meist sofort in ein Krankenhaus überwiesen.

Innerhalb weniger Stunden kann eine Hirnhautentzündung einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen einen Arzt aufzusuchen. Erfolgt eine schnelle Behandlung, haben Meningitispatienten jedoch gute Heilungschancen. Nur bei zu später Behandlung kann diese Erkrankung tödlich verlaufen.

Für die Heilungsaussichten spielt neben dem Alter des Patienten auch sein allgemeiner Gesundheitszustand eine bedeutende Rolle. Bei Neugeborenen und älteren Patienten nimmt die Hirnhautentzündung leider nicht selten einen tödlichen Verlauf.

Patienten, die eine bakterielle Meningitis überlebt haben, leiden nicht selten an Spätfolgen wie einem verminderten Hör- oder Sehvermögen oder Lähmungen.

Prävention und was ich selbst tun kann

Prävention MeningitisNur eine Impfung kann eine Hirnhautentzündung (Meningitis) vorbeugen. (Foto by: AntonioGuillemF / Depositphotos)

Zwar gibt es keine allgemeinen Maßnahmen, um sich vor einer Meningitis zu schützen. Jedoch gibt es gegen einige Erreger, wie Meningokokken oder Pneumokokken, einen wirksamen Impfschutz.


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