Mumps - Ziegenpeter

Mumps ist hoch ansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Vor allem Kinder sind von der Viruserkrankung betroffen. Ist eine Mumpserkrankung überstanden, ist man ein Leben lang immun gegen eine neuerliche Ansteckung. Manchmal kommt es zu Komplikationen während der Erkrankung. Präventiv gibt es eine Schutzimpfung.

MumpsMumps (Ziegenpeter) ist eine ansteckende Viruserkrankung, besonders im Kindesalter. (Foto by: gwolters / Depositphotos)

Bei Mumps (Parotitis epidemica), oder umgangssprachlich auch Ziegenpeter genannt, handelt es sich um eine akute Viruserkrankung die hauptsächlich bei Kindern auftritt. Die Speicheldrüsen schwellen schmerzhaft an, manchmal ist das zentrale Nervensystem betroffen, weiters sind unter anderen Organe wie die Bauchspeicheldrüse und die Keimdrüsen beteiligt.

Mumps kommt weltweit vor. Am ehesten erkranken Kinder im Alter zwischen dem fünften und neunten Lebensjahr. Neugeborene und auch Säuglinge sind durch die Antikörper der Mutter geschützt, darum ist eine Erkrankung in diesem Alter weitestgehend ausgeschlossen. Die Krankheit tritt zu jeder Jahreszeit auf, Häufungen gibt es im Frühjahr und Winter. Interessantes Detail: 90% aller Kinder bekommen bis zum 15. Lebensjahr Mumps, doch nur 50 bis 60% aller mit Mumps infizierten Kinder (oder auch Erwachsene) erkranken erkennbar daran. Die anderen sind symptomfrei, aber ansteckend.

Jungen sind doppelt so oft von der Erkrankung betroffen wie Mädchen. Mumps wird mittels Schutzimpfung vorgebeugt, doch noch immer kommt es in Österreich zu Erkrankungswellen.

Ursachen für Mumps

Der Erreger des Mumps zählt zu den Paramyxoviren, nur der Mensch kann mit diesem Erreger infiziert werden. Die Übertragung findet durch Tröpfcheninfektion, also Niesen, Küssen, Husten, selten durch gemeinsam benutztes Besteck oder Geschirr statt. Eine einmal überstandene Erkrankung führt zu lebenslanger Immunität.

Die Inkubationszeit beträgt 17 – 21 Tage.

Was sind die charakteristischen Symptome für Mumps?

Anfangs zeigt sich eine Mumpserkrankung durch Appetitlosigkeit, Unwohlsein und möglichen Kopf- und Gliederschmerzen. Nach ein, zwei Tagen schwillt die Ohrspeicheldrüse (Parotitis) an der Wange schmerzhaft an.

Die typischen „Hamsterbacken“ entstehen durch eine Anhebung des Ohrläppchens. In vielen Fällen bleibt es bei einer einseitigen Anschwellung, oftmals kommt es zu einer Schwellung der zweiten Seite erst nach zwei bis drei Tagen.

Die Körpertemperatur steigt nur geringfügig an. Manchmal schwellen auch andere Speicheldrüsen oder die regionalen Lymphknoten an. Auch die Mundschleimhaut ist entzündet, das Kauen und Bewegungen des Kopfes verursachen Schmerzen.

Die Symptome werden schwerwiegender je älter der Patient ist. Im Verlauf der Krankheit können sich andere Erkrankungen manifestieren, wie eine Meningitis (Hirnhautentzündung). Werden die Kopfschmerzen stärker, könnte dies ein ernst zu nehmender Hinweis sein.

Ebenso kann eine Hodenentzündung (Orchitis) auftreten, die in späteren Jahren (nach der Pubertät) zur Zeugungsunfähigkeit führen kann.

Verlauf und Behandlung von Mumps

Untersuchung MumpsBei Mumps ist die Mundschleimhaut entzündet, Kauen und Bewegungen des Kopfes verursachen Schmerzen. (Foto by: ilona75 / Depositphotos)

Der Verlauf von Mumps

In der Regel verläuft eine Mumpserkrankung ohne Komplikationen und ist nach ein bis zwei Wochen überstanden. Bei 50 bis 70 % der Erkrankten entwickelt sich eine asymptomatische Meningitis, die jedoch gut ausheilt. Sehr selten führt eine während dem Mumps aufgetretene Meningitis zu Komplikationen und dadurch einer möglichen Innenohrschwerhörigkeit.

Auch andere Drüsen (Bauchspeicheldrüse, Brustdrüse) können beteiligt sein. Bei Jungen besteht die Gefahr, durch eine Hodenentzündung steril zu werden, das ist aber sehr selten der Fall. Schwangere Frauen können bei Erkrankung in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten eine Fehlgeburt erleiden.

Die Behandlung bei Mumps

Mumps kann nicht spezifisch mit Medikamenten behandelt werden, darum ist es Ziel der Therapie, die Symptome zu lindern und zu heilen. Fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel und kühlende Umschläge sind hilfreich. Bei einer Meningitis wird in manchen Fällen eine Lumbalpunktion vorgenommen, um durch die Druckentlastung eine Besserung herbei zu führen. Leidet der Patient an einer Hodenentzündung, ist Bettruhe einzuhalten und der Hoden soll hoch gelagert werden.

Was können Eltern tun?

  • das Kind ist ca. eine Woche zu isolieren, damit sich niemand anstecken kann
  • hat das Kind Fieber oder eine Hodenentzündung, ist Bettruhe erforderlich
  • besonders bei erhöhter Temperatur und Fieber, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden
  • fiebersenkend wirken kühle Wadenwickel oder Eisbeutel
  • die Ohrspeicheldrüsen des Kindes kühlen
  • das Kind sollte breiige Nahrung zu sich nehmen, keinesfalls Saures (auch keine sauren Flüssigkeiten)
  • die Zähne sollten regelmäßig geputzt werden, gurgeln mit desinfizierenden Lösungen

Kann man Mumps vorbeugen?

Impfung gegen MumpsEine Schutzimpfung gegen Mumps wird empfohlen. (Foto by: Syda_Productions / Depositphotos)

Eine Schutzimpfung gegen Mumps ist die wirksamste Möglichkeit, einer Erkrankung vorzubeugen. Dafür gibt es einen sogenannten Lebendimpfstoff, eine aktive Impfung. Kinder ab dem 15. Lebensmonat können mit einer Kombinationsimpfung aus Masern-Röteln-Mumps-Impfung geimpft werden.

Die zweite Impfung findet spätestens im 6. Lebensjahr des Kindes statt, daraus entsteht eine Immunität für einige Jahrzehnte. Ratsam sind Impfungen bei Kindern und Jugendlichen die sich in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen, etc.) aufhalten. Ebenso sollten Erwachsene, die in diesen Institutionen arbeiten, sich impfen lassen.

Weitere Informationen zu Mumps

Eine Impfung gegen Mumps verhilft zu annähernd 100%iger Immunität gegen eine Erkrankung. Doch ist jede Schutzimpfung umstritten und liegt im Ermessen der Eltern des zu impfenden Kindes. Besteht eine Erkrankung des Immunsystems, ist in jedem Fall der Arzt ausführlich zu befragen.

Steckt sich ein Erwachsener mit Mumps an, besteht die Möglichkeit, sich die Schutzimpfung innerhalb von drei Tagen verabreichen zu lassen und so die Erkrankung doch zu verhindern.


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