Blasenspiegelung

Bei der Blasenspiegelung handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung, welche mit einem Untersuchungsinstrument, dem sogenannten Zystoskop, durch die Harnröhre ausgeführt wir. Blase und Harnröhre dadurch können genau begutachtet werden.

Beratungsgespräch über eine BlasenspiegelungBei der Blasenspiegelung handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung der Harnröhre und Blase. (Foto by: luckybusiness / Depositphotos)

Die Blasenspiegelung wird in der medizinischen Fachsprache auch als Zystoskopie bezeichnet und dient der Untersuchung der unteren Harnwege. Sowohl Harnblase als auch Harnleiter werden während einer Blasenspiegelung untersucht; zudem können bei dem Mann Veränderungen an der Prostata erkannt werden.

Vor einer Blasenspiegelung sollte der Patient mehrere Stunden lang nichts essen und trinken, denn zur Untersuchung muss man nüchtern erscheinen. Zudem sind alle blutverdünnenden Medikamente abzusetzen.

Bei akuten Entzündungen im Körper darf die Blasenspiegelung nicht durchgeführt werden. Bei den meisten Patienten wird die Blasenspiegelung ambulant durchgeführt; der Patient kann also beinahe unmittelbar nach dem Eingriff wieder nach Hause. Lediglich wenn gleichzeitig ein chirurgischer Eingriff erfolgt, erhält der Patient eine Narkose und muss für einige Tage im Krankenhaus bleiben.

Durchführung und Ablauf

Der Patient liegt während der Blasenspiegelung auf einem speziellen Stuhl, welcher ein Spreizen der Beine ermöglicht. Bei der Blasenspiegelung wird das Instrument, das Zystoskop, über die Harnröhre bis in die Harnblase geführt. Am Ende dieses Gerätes befinden sich sowohl eine Kamera als auch eine Lichtquelle. Die Kamera ist mit einem Monitor verbunden, auf welchem der Arzt das Innere der Harnröhre beziehungsweise der -blase genau sehen kann.

Zunächst aber erhält man eine örtliche Betäubung - zu diesem Zweck werden eine Art Gleitgel sowie ein Schmerzmittel in die Harnröhre eingeführt. Bereits nach wenigen Minuten beginnt dieses zu wirken und der Arzt desinfiziert nun die Öffnung der Harnröhre. Nun kann das Zystoskop vorsichtig in die Harnröhre eingelassen werden. Dieses Zystoskop an sich ist recht flexibel, so dass die Untersuchung auch für den Mann längst nicht mehr unangenehm sein muss. Dennoch gestaltet sich das Einführen des Gerätes hier etwas problematischer als bei der Frau, denn die Harnröhre des Mannes ist länger und zudem gebogen.

Spülung mit Wasser

Nun wird das Zystoskop vorsichtig unter Spülung mit Wasser bis in die Harnblase geschoben. Diese Flüssigkeit sorgt dafür, dass sich die Harnblase füllt; so kann der Arzt alle Schleimhäute gut erkennen. Diese sorgt allerdings gleichzeitig dafür, dass der Patient während der Blasenspiegelung einen vermehrten Harndrang verspürt und das Gefühl hat, dass seine Blase stark gefüllt ist. Auf dem Monitor erkennt der Arzt alle Schleimhäute von Harnblase und -röhre gut. Eventuell kann der Arzt während der Untersuchung auch Gewebeproben, sogenannte Biopsien, entnehmen.

Dauer einer Blasenspiegelung

Die Blasenspiegelung an sich dauert nur etwa fünf bis zehn Minuten - wenn der Patient sich wieder einigermaßen fit fühlt, kann er die Praxis auch schon wieder verlassen. In der Regel wird dann noch ein Termin für eine Nachuntersuchung vereinbart, den man unbedingt wahrnehmen sollte.

Anwendungsgebiete

Die Blasenspiegelung kommt recht häufig zum Einsatz und dient dazu, diverse Krankheiten zu bestätigen oder aber auszuschließen. Allen Patienten, die über Schmerzen beim Wasserlassen klagen oder bei denen Blut im Urin festgestellt wurde, ist eine Blasenspiegelung zu empfehlen. Ist das Blut im Urin sogar äußerlich sichtbar, wird eine Blasenspiegelung dringend angeraten, denn diese kann Tumore ausschließen.

Veränderungen der Harnröhre, eine Vergrößerung der Prostata oder auch Tumore und Blasensteine lassen sich mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode schnell feststellen. Auch wenn der Schließmuskel der Blase nicht mehr richtig funktioniert, kann man dies mit Hilfe der Blasenspiegelung feststellen.

Vor allem Frauen klagen zudem häufig über Blasenentzündungen; auch in diesem Fall kann die Blasenspiegelung Abhilfe schaffen beziehungsweise zunächst die Ursachen herausfinden.

UrologieEine Blasenspiegelung ist ein risikoarmer Eingriff, der vom Urologen durchgeführt wird. (Foto by: z / Depositphotos)

Blasenspiegelung mit operativen Eingriff

Die Blasenspiegelung dient jedoch nicht nur dem Erkennen von Krankheiten, auch können während dieser kleine operative Eingriffe durchgeführt werden. Sowohl Fremdkörper und Blasensteine lassen sich im Rahmen dieser Operation entfernen; darüber hinaus kann man während dieser auch die Prostata verkleinern. Das Zystoskop kann Tumore entfernen, um diese später im Labor zu untersuchen und auch Blasensteine zertrümmern. Werden diese mittels einer Schlinge entfernt, spricht man von der Extraktion.

Nebenwirkungen, Risiken und Komplikationen

Nebenwirkungen

Die Blasenspiegelung ist ein recht sicherer Eingriff; nur in seltenen Fällen kommt es hier zu Komplikationen. Vor der Untersuchung wird man natürlich über alle erdenklichen Risiken oder Komplikationen aufgeklärt. Verletzungen der Harnröhre, des Schließmuskels oder der Harnblase können während einer Blasenspiegelung ebenso auftreten wie Blutungen. Auch Entzündungen an Prostata oder Niere sowie kurzfristige Blasenschwäche - Harninkontinenz können Nebenwirkungen einer Blasenspiegelung sein, treten jedoch eher selten auf. Halten diese Symptome länger als ein paar Tage an, sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Nach der Blasenspiegelung

Einige Stunden nach der Untersuchung sollte man zudem darauf vorbereitet sein, dass das Wasserlassen Schmerzen verursacht. Auch etwas Blut im Urin ist durchaus normal und kein Grund zur Besorgnis.

Nach einer Blasenspiegelung sollte man unbedingt ausreichend trinken, um eventuelle Erreger auszuspülen, die während der Untersuchung in die Harnröhre gelangt sein könnten.

Fazit

Die Blasenspiegelung ist eine wichtige Untersuchungsmaßnahme, die bei zahlreichen Erkrankungen der unteren Harnwege angewandt wird. In der Regel wird diese beim Urologen durchgeführt. Viele Patienten scheuen sich vor einer Blasenspiegelung und sehen dieser mit gemischten Gefühlen entgegen. Ein verständnisvoller Arzt wird dem Patienten jedoch vor dem Eingriff den genauen Ablauf erklären und diesem so seine Angst nehmen. Grundsätzlich gilt die Blasenspiegelung als ein sehr risikoarmer Eingriff, der für geübte Urologen längst Routine ist.


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