Harnwegsinfektion

Eine Harnwegsinfektion wird durch Bakterien verursacht und ist in vielen Fällen schmerzhaft. Eine Behandlung ist heutzutage jedoch recht einfach und wird meist mit Antibiotika behandelt.

Harnwegsinfektion Eien Harnwegsinfektion schmerz vor allem beim Wasserlassen und stört so stark im Alltag. (Foto by: vchalup2 / Depositphotos)

Schnell-Übersicht

  • Was ist ein Harnwegsinfekt?
    Dabei kommt es zu einer Entzündung der Harnleiter, der Harnblase oder der Harnröhre.
  • Ursache
    Häufigste Ursache sind Bakterien, die durch mangelnde oder falsche Hygiene in den Körper gelangen können. Auch ein geschwächtes Immunsystem begünstig Infektionen.
  • Symptome
    Eine Harnwegsinfektion lässt sich leicht an den Schmerzen beim Urinieren erkennen. Möglich sind auch Blut im Urin und Fieber.
  • Behandlung
    Kann der Körper sich nicht selbstständig gegen die Infektion wehren, wird man meist mit einer Antibiotikatherapie behandelt.
  • Komplikationen
    Manchmal kommt es zu komplizierten Harnwegsinfektionen, wenn bereits Vorerkrankungen wie HIV, Diabetes oder eine Schwangerschaft vorliegen. Dann muss die Therapie angepasst werden.
  • Vorbeugungen
    Viel Flüssigkeit, ein starkes Immunsystem und gründliche Hygiene können eine Harnwegsinfektion vorbeugen. Auch trockene Kleidung ist wichtig.

Was ist eine Harnwegsinfektion?

Im Falle einer Harnwegsinfektion kommt es zu einer Schleimhautentzündung ableitender Harnwege. Meist sind Harnleiter, Harnblase und die Harnröhre davon betroffen. Dabei können sich die Bakterien von der Harnröhre bis zur Niere vorarbeiten und Entzündungen verursachen.

Unterteilt wird hier unter anderem in die Lokalisation der Entzündung im Harntrakt. Spricht man von einer Infektion der Unteren Harnwege, sind damit die Harnblase, die Harnröhre und/oder die Prostata (Prostatitis) gemeint.

Eine Infektion der oberen Harnwege betrifft das Nierenbecken, über die Harnleiter bis hin zu den Nieren.

Arten von Harnwegsinfektionen

Desweiteren unterteilen Ärzte eine Harnwegsinfektion in unkompliziert, kompliziert und rezidivierend.

  • Unkomplizierter Harnwegsinfekt
    Dabei wird die Infektion nicht von relevanten Vor- oder Begleiterkrankungen verschlimmert oder beeinflusst. Auch eine Nierenfunktionsstörung liegt nicht vor.
  • Komplizierter Harnwegsinfekt
    Dabei gehört die betroffene Person zu einer Risikogruppe meist im Zusammenhang mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. durch HIV, oder Diabetes), Funktionseinschränkungen der Harnwege oder Problemen durch anatomisch bedingten Veränderungen.
  • Rezidivierender Harnwegsinfekt
    Betroffene leiden mehrmals jähjrlich an einem Infekt der Harnwege wobei es mindestens zweimal pro Halbjahr auch zu Symptomen kommt.

Ursachen

In den meisten Fällen entsteht eine Harnwegsinfektion durch Bakterien im Darm, welche durch den After in die Harnröhre gelangen und sich von dort aus verbreiten. Dazu kommt es meist vor allem durch schlechte Hygiene auf der Toilette. Aber auch ungeschützter Geschlechtsverkehr und mangelnde Hygiene nach diesem kann zu einer Infektion der Harnwege führen.

Statistisch erkranken Frauen (vor allem junge) weitaus häufiger an einem Harnwegsinfekt, da ihre Harnröhre kürzer ist als die männliche und Keime so einen kürzeren Weg zur Harnblase habe. Bei Kleinkindern sind nasse Windeln ein erhöhter Risikofaktor, sowie nasse Kleidung im Sommer.

Desweiteren können Vorerkrankungen eine Entzündung begünstigen, wie etwa Nierensteine oder Immunerkrankungen oder schwere Stoffwechselerkrankungen.

Symptome

Betroffene spüren eine Harnwegsinfektion meist schon sehr früh, da die Schmerzen recht schnell auftreten. Die häufigsten Symptome sind dabei

Untersuchung und Diagnose

Eine Harnwegsinfektion ist recht leicht an den vorliegenden Symptomen zu erkennen. Zur besseren Feststellung lässt sich ein Urintest durchführen. Mithilfe eines Teststreifens kann im Urin eine Veränderung der roten und weißen Blutkörperchen im Körper festgestellt werden.

Komplizierte und rezidivierende (wiederkehrende) Harnwegsinfekte benötigen meist noch eine weiterführende Diagnose und eine genaue Untersuchung der Urinkulturen. Auch eine Blasenspiegelung ist möglich, welche unerkannte aber krankhafte Veränderungen in den Harnwegen aufdecken kann.

Behandlung und Komplikationen

Harnwegsinfektion Bei Schwangeren dauert eine Heilung selbst mit Therapie oft etwas länger um Risiken zu vermeiden. (Foto by: Elnur_ / Depositphotos)

Ist die betroffene Person grundsätzlich gesund und weist ein starkes Immunsystem auf, kann es sein, dass der Körper oftmals selbstständig mit der Infektion umgehen kann und diese von alleine wieder abheilt.

Ist das Immunsystem jedoch zu schwach, sollte man unbedingt einen Arzt/ eine Ärztin aufsuchen um eine Antibiotikatherapie zu beginnen. Bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen ist das meist der schnellste und zuverlässigste Weg zur Besserung.

Bei komplizierten Harnwegsinfekten kann zwar ebenfalls eine Antibiotikatherapie helfen, jedoch geschieht das meist über einen längeren Zeitraum bei dem spezielle Antibiotika eingesetzt werden. Vor allem Schwangere und Kinder brauchen Alternativen um mögliche Schäden zu vermeiden.

Prävention und was man selbst tun kann

Zwar werden die meisten Harnwegsinfekte von Bakterien verursacht, dennoch kann man sich selbst mit ein paar vorbeugenden Maßnahmen vor einer Infektion schützen.

  • Flüssigkeit
    Viel trinken ist der Schlüssel zu den meisten Gesundheitstipps. Nimmt man genügend Flüssigkeit über den Tag verteilt zu sich, hilft das die Blase gut durch zu spülen und verhindert so das Festsetzen der Bakterien und Krankheitserreger. Auch Tee trinken hilft.
  • Hygiene
    Regelmäßiges Waschen und gepflegte Toilettenhygiene ist etwas, das man von klein auf lernen sollte. Frauen sollten jedoch Acht geben: Hygieneartikel wie Duschgels können die Vaginalflora reizen und auch die körpereigene, natürliche Bakterienflora zerstören. Am besten gelingt die Hygiene mit sauberem Wasser.
  • Trocken bleiben
    Kälte, nasse Kleidung und Feuchtigkeit um die Harnröhre herum können als Auslöser von Harnwegsinfektionen nicht ausgeschlossen werden. Daher ist es wichtig stets auf trockene und im Winter auch warme Kleidung zu achten und das Immunsystem zu schützen.    

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Autor: FitundGesund Redaktion
Infos zum Autor: Medizinredakteure und Journalisten
Erstellt am: 19.08.2020
Überarbeitet am: 19.08.2020

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